Wehrdienst Fragebogen: wer ihn bekommt, was gefragt wird, was danach passiert
Der Wehrdienst Fragebogen ist Teil der neuen Wehrerfassung und richtet sich an junge Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008. Mit diesem Schreiben fragt der Bund ab, ob du Interesse an einem freiwilligen Wehrdienst hast und wie du deine körperliche Leistungsfähigkeit einschätzt.
Dieser Artikel klärt, wer antworten muss, welche Fristen gelten und was nach dem Absenden passiert. Wenn du dich für die genauen Rahmenbedingungen interessierst, findest du im Beitrag zum Wehrdienst 2026 alle weiteren Details.
Auf einen Blick: Wehrdienst-Fragebogen
- Zielgruppe: Deutsche Männer ab dem Jahrgang 2008 erhalten die Papiere zur Wehrerfassung.
- Inhalt: Abgefragt werden unter anderem das Interesse am Dienst, Körpergröße, Gewicht und Bildungsabschlüsse.
- Frist: Du hast einen Monat Zeit, um online oder schriftlich zu antworten.
- Folge: Nach der Auswertung kann eine Einladung zur Musterung im Karrierecenter erfolgen.
- Freiwilligkeit: Frauen sind nicht wehrpflichtig und erhalten das Schreiben nicht automatisch.
Wer bekommt den Brief der Bundeswehr mit 18 Jahren?
Den Fragebogen zur Wehrerfassung erhalten alle wehrpflichtigen deutschen Männer, die nach dem 31. Dezember 2007 geboren sind. Frauen sind nicht wehrpflichtig und bekommen diese Post nicht.
Das Gesetz sieht vor, dass die Erfassung im Rahmen der Wehrpflicht stattfindet. Diese gilt grundsätzlich für Männer ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit ständigem Aufenthalt in Deutschland und endet mit Ablauf des Jahres, in dem das 45. Lebensjahr vollendet wird. Im Frieden gelten vom Wehrpflichtgesetz jedoch nur bestimmte Teile, wie die Erfassung, die Bereitschaftserklärung und die Musterung. Der eigentliche Grundwehrdienst und eine Einberufung greifen nur im Spannungs- oder Verteidigungsfall. Die Unterlagen werden verschickt, um die grundsätzliche Bereitschaft für den Dienst zu ermitteln.
Muss ich den Wehrpflicht-Fragebogen ausfüllen und welche Frist gilt?
Ja, du bist verpflichtet, den Fragebogen innerhalb von einem Monat nach Erhalt auszufüllen und zurückzusenden. Das geht entweder online oder klassisch in schriftlicher Form.
Wenn du die Frist verpasst, erhältst du eine erneute Aufforderung mit einer neuen Fristsetzung, die dir formell zugestellt wird. Falsche oder unvollständige Angaben sowie das Ignorieren der zugestellten Aufforderung können ein Bußgeld nach sich ziehen. Wichtig zu wissen ist auch, dass Männer ab 17 Jahren eine Genehmigung des Karrierecenters brauchen, wenn sie Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen. Das Bundesministerium der Verteidigung kann hier Ausnahmen zulassen.
Was wird im Fragebogen der Bundeswehr abgefragt?
Die Bereitschaftserklärung im Detail
Die Bereitschaftserklärung erfasst deine persönlichen Voraussetzungen und dein Interesse an einem Dienst bei den Streitkräften. Es geht dabei vor allem um grundlegende gesundheitliche und schulische Daten.
Mit dem Freiwilliger Wehrdienst Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Konkret musst du im ersten Schritt Angaben zu deiner Körpergröße und deinem Gewicht machen. Zudem wird nach einer eventuellen Schwerbehinderung, deinen Bildungsabschlüssen und weiteren beruflichen Qualifikationen gefragt. Ein wichtiger Teil ist die Selbsteinschätzung deiner körperlichen Leistungsfähigkeit, da diese für die spätere Einplanung entscheidend ist. Falls du bereits Wehrdienst in fremden Streitkräften geleistet hast, musst du das ebenfalls angeben. Alle diese Daten helfen dem Karrierecenter bei der ersten Einschätzung.
Was passiert nach der Auswertung des Fragebogens?
Nach der Auswertung der Unterlagen entscheidet die Bundeswehr, ob du zur Bundeswehr Musterung in ein Karrierecenter eingeladen wirst. Diese Untersuchung findet frühestens ein halbes Jahr vor deinem 18. Geburtstag statt.
Die Musterung führen die Karrierecenter der Bundeswehr durch. Sie umfasst eine eingehende ärztliche Untersuchung. Dort wird deine allgemeine körperliche Belastbarkeit geprüft, wozu ein Sehtest, ein Urintest sowie die Kontrolle von Rücken, Gelenken, Gehör und Blutdruck gehören. Am Ende erhältst du ein schriftliches Musterungsergebnis mit deinem Tauglichkeitsgrad und Verwendungsgrad, von dem du eine Abschrift bekommst. Auf die Untersuchung kann verzichtet werden, wenn eine Heranziehung aufgrund deiner Angaben im Fragebogen ohnehin ausgeschlossen erscheint.
Welche Voraussetzungen gelten für den Dienstantritt?
Um den Dienst antreten zu können, musst du die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Zudem wird deine gesundheitliche Eignung und dein Leumund geprüft.
Für den Freiwilligen Wehrdienst musst du mindestens 17 Jahre alt sein. Bist du noch minderjährig, brauchst du das Einverständnis deiner Sorgeberechtigten. Eine einheitliche Höchstaltersgrenze gibt es nicht, diese hängt vom jeweiligen Stellenprofil ab. Weiterhin darfst du keine unveränderlichen Merkmale des Erscheinungsbilds wie Tätowierungen im sichtbaren Bereich haben, die mit den Bundeswehr Voraussetzungen unvereinbar sind. Auch Vorstrafen können ein Ausschlusskriterium sein, etwa bei Verurteilungen wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe.
Wie läuft der Freiwillige Wehrdienst nach dem Fragebogen ab?
Wenn du dich nach der Erfassung für den Freiwilligen Wehrdienst entscheidest, leistest du diesen für mindestens sechs und höchstens elf Monate. Du erhältst in dieser Zeit einen monatlichen Wehrsold.
Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit, in der eine Entlassung auf Antrag zum 15. oder zum Monatsletzten möglich ist. Alle Wehrdienstleistenden absolvieren zunächst eine dreimonatige Grundausbildung, im Heer dauert die Basisausbildung sechs Monate. Danach erfolgt die Verwendung in der Truppe, zum Beispiel im Geschäftszimmer, in der Logistik oder bei den Feldjägern. Die Bezahlung richtet sich nach der Wehrsoldgruppe. Wer sich für zwölf Monate oder länger verpflichtet, wechselt in den Status als Soldatin oder Soldat auf Zeit und erhält ein Gehalt nach der Bundesbesoldungsordnung.
Die folgende Tabelle zeigt den monatlichen Wehrsoldgrundbetrag für ausgewählte Mannschaftsdienstgrade.

| Dienstgrad | Wehrsold in Euro |
|---|---|
| Jäger, Schütze, Matrose | 2.600 |
| Gefreiter | 2.630 |
| Obergefreiter | 2.650 |
Was kommt im Einstellungstest auf mich zu?
Das Assessment für den Freiwilligen Wehrdienst besteht aus einer ärztlichen Untersuchung, einem Prüfgespräch, der Einplanung und in der Regel einem Computertest. Einen Sporttest gibt es im Auswahlverfahren für diese Laufbahn derzeit nicht.
Seit dem 1. Januar 2026 ist grundsätzlich ein computergestützter Test am PC vorgesehen. Er misst unter anderem deine Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen. Typisch sind Aufgaben, bei denen du unter Zeitdruck einfache Rechenaufgaben lösen, technisches Verständnis beweisen oder Muster erkennen sollst. Dazu kommt eine Selbsteinschätzung. Da einzelne Karrierecenter den Test am Computer für Wehrdienstbewerbende noch nicht einsetzen, kann der genaue Ablauf leicht abweichen. Rechne aber damit, dass du den Test machst. Das gesamte Auswahlverfahren dauert in der Regel einen Tag.
Die folgende Tabelle zeigt die Dauer der Ausbildungsabschnitte und der Probezeit im Freiwilligen Wehrdienst.

| Abschnitt | Dauer in Monaten |
|---|---|
| Grundausbildung | 3 |
| Basisausbildung im Heer | 6 |
| Probezeit | 6 |
Vorbereitung auf das Assessment
Damit du im Karrierecenter überzeugst, solltest du dich frühzeitig mit den möglichen Aufgaben vertraut machen. Im Freiwilliger Wehrdienst Einstellungstest Online-Testtrainer bei TestHelden übst du gezielt für den Computertest. Du trainierst Bereiche wie Mathematik, Sprachbeherrschung und logisches Denken unter Zeitdruck und erhältst einen Lernplan bis zu deinem Testtag. So weißt du genau, was auf dich zukommt.
Wie bereite ich mich auf das Verfahren vor?
Eine gute Vorbereitung beginnt direkt nach dem Absenden des Fragebogens, damit du am Testtag im Karrierecenter sicher auftrittst. Plane deine Lernschritte rückwärts vom voraussichtlichen Termin.
- Dokumente prüfen: Stelle sicher, dass dein tabellarischer Lebenslauf lückenlos ist und du alle Zeugnisse griffbereit hast. Eine beidseitige Kopie des Personalausweises wird ebenfalls benötigt.
- Gesundheit im Blick behalten: Da die ärztliche Untersuchung wichtig ist, solltest du auf deine körperliche Fitness achten. Trage 24 Stunden vor dem Sehtest keine Kontaktlinsen und bedenke, dass eine Augenlaser-Operation mindestens drei Monate zurückliegen muss. Ein Test auf verbotene Substanzen gehört ebenfalls zur Untersuchung.
- Computertest trainieren: Übe das Lösen von Rechenaufgaben und Logikrätseln unter Zeitdruck. Die TestHelden Lernplattform hilft dir dabei, dich an das Format zu gewöhnen.
- Gespräch vorbereiten: Überlege dir gute Argumente, warum du zur Bundeswehr möchtest und welche Verwendungsbereiche dich besonders interessieren. Informiere dich vorab über die verschiedenen Einheiten.
Fazit: Dein Weg in den Wehrdienst
Der Fragebogen zur Wehrerfassung ist für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 der erste Schritt, um das Interesse am militärischen Dienst zu klären. Du hast einen Monat Zeit für die Antwort.
Nimm das Schreiben ernst und fülle es fristgerecht aus, um ein Bußgeld zu vermeiden. Wenn du dich für den Dienst entscheidest, folgt die Einladung zur Musterung und zum Assessment. Bereite dich rechtzeitig auf die ärztliche Untersuchung, das Gespräch und den Computertest vor, um deine Chancen auf deine Wunschverwendung zu erhöhen.
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