Berufssoldat werden: Weg, Potentialfeststellung, Altersgrenzen, Pension
Erfahre, wie du Berufssoldat bei der Bundeswehr wirst: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Gehalt und Pension. Bereite dich gezielt auf das Assessment vor.
Um Berufssoldat bei der Bundeswehr zu werden, steigst du in der Regel zunächst als Soldatin oder Soldat auf Zeit ein und bewährst dich in deiner Laufbahn. Der Weg in das Dienstverhältnis auf Lebenszeit steht vor allem leistungsstarken Feldwebeln und Offizieren offen, die sich durch exzellente Führung und Fachwissen auszeichnen.
Wenn du langfristig bei der Bundeswehr bleiben und bis zur Pension dienen möchtest, findest du hier Informationen zu den Voraussetzungen für die Übernahme, dem Auswahlverfahren, dem Gehalt und dem späteren Ruhegehalt.
Auf einen Blick: Berufssoldat werden
- Voraussetzungen: Du musst dich in der Laufbahn der Feldwebel oder Offiziere durch herausragende Leistungen bewähren.
- Übernahme: Die Auswahl kann meist über eine Auswahlkonferenz oder ein spezielles Auswahlverfahren während deiner Dienstzeit erfolgen.
- Altersgrenze: Die allgemeine Altersgrenze liegt bei 62 Jahren, für Generale, Oberste sowie Offiziere des Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienstes bei 65 Jahren; für viele Dienstgrade gelten jedoch besondere, niedrigere Grenzen.
- Pension: Im Ruhestand erhältst du ein Ruhegehalt von bis zu 71,75 Prozent deiner ruhegehaltfähigen Dienstbezüge; bei Ruhestand wegen einer besonderen Altersgrenze unter 60 Jahren kann es eine Erhöhung geben.
- Vorbereitung: Dein Weg beginnt mit dem Assessment für Zeitsoldaten, auf das du dich gezielt vorbereiten solltest.
Wie kann man Berufssoldat werden?
Du kannst Berufssoldat werden, indem du nach deiner Ausbildung als Soldat auf Zeit durch sehr gute Leistungen überzeugst und in einem Auswahlverfahren für die Übernahme ausgewählt wirst.
Als Feldwebel kannst du bei guten Leistungen bis zum Oberstabsfeldwebel aufsteigen. Je nach Leistung und Eignung ist ab dem Dienstgrad Feldwebel die Übernahme als Berufssoldatin oder Berufssoldat möglich. Dafür durchläufst du in der Regel nach der Ausbildung ein Berufsfeldwebel-Auswahlverfahren. Herausragende Bewerbende in Mangelbereichen können schon bei der Einstellung die Zusage als Berufsfeldwebelanwärter erhalten und werden nach erfolgreicher Ausbildung ohne Auswahlkonferenz Berufssoldat. Für diese Direkteinsteiger gibt es eine Quote von bis zu zehn Prozent der Übernahmemöglichkeiten.
Auch in der Offizierlaufbahn kannst du in das Dienstverhältnis einer Berufssoldatin beziehungsweise eines Berufssoldaten berufen werden. Mit der Beförderung zum Leutnant nach Abschluss der Ausbildung ist dies grundsätzlich möglich. Ausschlaggebend sind deine Leistungen als Soldatin oder Soldat auf Zeit. Ausgewählt werden nur die Besten in einer jährlichen Auswahlkonferenz. Mehr zu den verschiedenen Wegen erfährst du im Beitrag Bundeswehr Laufbahnen.
Welche Berufssoldat Voraussetzungen musst du erfüllen?
Die wichtigste Voraussetzung für Berufssoldaten ist die Eignung und herausragende Leistung in der Laufbahn der Feldwebel oder Offiziere.
Mannschaften steigen in der Regel nicht direkt zum Berufssoldaten auf. Ab dem Dienstgrad Gefreiter kannst du jedoch aus der Laufbahn der Mannschaften aufsteigen, wenn du die jeweiligen Bildungsvoraussetzungen erfüllst. Für die Feldwebellaufbahn brauchst du mindestens den Realschulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss zusammen mit einem förderlichen Berufsabschluss. Für den Militärmusikdienst musst du außerdem mindestens ein Orchesterinstrument beherrschen. Für die Offizierlaufbahn benötigst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Auch mit einem abgeschlossenen Bachelorstudium kannst du dich bewerben.
Zudem musst du die charakterliche, geistige und körperliche Eignung besitzen, die für die Aufgaben als Soldatin oder Soldat erforderlich ist. Du musst Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes sein. Ausnahmen kann das Bundesministerium der Verteidigung im Einzelfall zulassen, wenn dafür ein dienstliches Bedürfnis besteht. Eine Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe schließt eine Berufung aus. Tätowierungen im sichtbaren Bereich dürfen nicht mit der entsprechenden Rechtsverordnung unvereinbar sein. Als Soldatin oder Soldat auf Zeit kannst du grundsätzlich höchstens 25 Jahre dienen, im Sanitätsdienst bis zu 30 Jahre. Das Dienstverhältnis reicht dabei nicht über das 62. Lebensjahr hinaus.
Wie läuft der Einstellungstest für angehende Zeitsoldaten ab?
Bevor du Berufssoldat werden kannst, durchläufst du das Assessment für Zeitsoldaten mit einem computergestützten Test, einem Interview und einer medizinischen Untersuchung.
Mit dem Berufssoldat Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Am Anfang steht ein Beratungsgespräch bei der Karriereberatung der Bundeswehr. Danach folgt ein ein- bis dreitägiger Eignungstest im Karrierecenter oder, für Offiziere, im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr. Alle Bewerbenden absolvieren einen computerassistierten Test (CAT) am PC. Er besteht aus Leistungs- und Fähigkeitstests zu verschiedenen Bereichen. Im Computertest werden unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie technisches Verständnis gemessen. Die Schwierigkeit zu Beginn richtet sich nach deinem Schulabschluss. Mit jeder richtig beantworteten Aufgabe kann der Schwierigkeitsgrad der nächsten Aufgabe steigen. Vorab füllst du einen biografischen Fragebogen aus, wofür in der Regel 30 Minuten vorgesehen sind. Für Offiziere umfasst das Verfahren zusätzlich ein Gruppensituationsverfahren sowie eine Studienberatung.
Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter ein Sporttest zum Assessment gehören, der Basis-Fitness-Test. Er besteht aus drei Disziplinen innerhalb von 90 Minuten. Dazu gehören ein 11 x 10 Meter Sprint in höchstens 60 Sekunden, der Klimmhang von mindestens 5 Sekunden und 3.000 Meter auf dem Fahrradergometer in höchstens 6:30 Minuten. Bestanden hast du, wenn du in jeder Disziplin die Mindestleistung schaffst. Bei der ärztlichen Untersuchung prüft der Ärztliche Dienst deine Tauglichkeit. Drei Tage vor und während der Untersuchung solltest du keine Kontaktlinsen tragen, und eine Augenlaserbehandlung sollte mindestens drei Monate zurückliegen.
Vorbereitung auf den Computertest
Im TestHelden Berufssoldat Testtrainer übst du gezielt Aufgaben für den Computertest. Ein Lernplan bis zum Termin hilft dir bei der Einteilung, und am Ende erhältst du ein offizielles Abschlusszertifikat.
Wie hoch ist das Berufssoldat Gehalt?
Das Gehalt richtet sich nach der Bundesbesoldungsordnung A und steigt mit deinem Dienstgrad und deiner Erfahrungsstufe.
Als Offizieranwärterin oder Feldwebelanwärter wirst du im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad eingestellt und erhältst ein Grundgehalt nach der Besoldungsgruppe A 3. Mit der Beförderung zum Feldwebel oder Leutnant steigst du in höhere Besoldungsgruppen auf. Ein Leutnant wird beispielsweise nach A 9 besoldet, ein Major nach A 13. Die Erfahrungsstufen steigen mit den Dienstjahren. Der Einstieg erfolgt in Stufe 1, sofern keine Erfahrungszeiten anerkannt werden. Ein Aufstieg in die nächste Stufe erfolgt nach zwei Jahren in Stufe 1, je drei Jahren in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahren in den Stufen 5 bis 7; für Mannschaften beträgt die Dauer in den Stufen 5 bis 7 jedoch je drei Jahre. Zur Besoldung können weitere Zulagen kommen. Nach der seit 1. März 2024 geltenden Besoldungstabelle gibt es Amtszulagen und Stellenzulagen, etwa für militärische Führungsfunktionen. Ein Zugführer erhält beispielsweise eine Stellenzulage von 130 Euro im Monat. Zusätzlich können Erschwerniszulagen für den Dienst zu ungünstigen Zeiten gezahlt werden. Bei besonderen Verwendungen im Ausland wird ein steuerfreier Auslandsverwendungszuschlag gezahlt, der je nach Stufe bis zu 153 Euro am Tag betragen kann. Auch ein Familienzuschlag wird gewährt. Stufe 1 für Verheiratete beträgt 171,28 Euro, für das erste Kind kommen 317,66 Euro hinzu.
Die folgende Tabelle zeigt das monatliche Grundgehalt in der Stufe 1 für ausgewählte Besoldungsgruppen nach der aktuell gültigen Tabelle.

| Besoldungsgruppe | Grundgehalt Stufe 1 in Euro |
|---|---|
| A 3 (z. B. Schütze) | 2.706,99 |
| A 5 (z. B. Unteroffizier) | 2.778,44 |
| A 7 (z. B. Feldwebel) | 2.963,97 |
| A 9 (z. B. Leutnant) | 3.354,26 |
| A 11 (z. B. Hauptmann) | 4.056,80 |
| A 13 (z. B. Major) | 5.046,30 |
Welche Berufssoldat Altersgrenze gilt für den Ruhestand?
Die allgemeine Altersgrenze liegt bei 62 Jahren, für Generale, Oberste sowie Offiziere des Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienstes bei 65 Jahren; für viele Dienstgrade gelten jedoch besondere, niedrigere Altersgrenzen.
Mit der allgemeinen Altersgrenze tritt der Berufssoldat in den Ruhestand. Das Soldatengesetz legt fest, dass für Generale, Oberste sowie Offiziere des Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienstes eine Altersgrenze von 65 Jahren gilt. Für viele andere Dienstgrade greifen besondere Altersgrenzen. Ein Oberstleutnant hat beispielsweise eine besondere Altersgrenze von 61 Jahren, ein Major von 59 Jahren. Für Berufsunteroffiziere liegt die Grenze bei 55 Jahren, für Jetpiloten sogar bei 41 Jahren. Bei Erreichen dieser besonderen Altersgrenze kann der Berufssoldat in den Ruhestand versetzt werden. Auf Antrag ist eine Fortsetzung bis zu zwei Jahre möglich, aus dienstlichen Gründen kann das Hinausschieben bis zu drei Jahre betragen.
Die folgende Tabelle zeigt die besonderen Altersgrenzen für verschiedene Dienstgrade und Verwendungen im Überblick.

| Dienstgrad oder Verwendung | Altersgrenze in Jahren |
|---|---|
| Allgemeine Altersgrenze | 62 |
| Oberstleutnant | 61 |
| Major, Stabshauptmann | 59 |
| Leutnant bis Hauptmann | 56 |
| Berufsunteroffiziere | 55 |
| Jetpiloten | 41 |
Wie ist die Berufssoldat Pension geregelt?
Als Berufssoldat erhältst du nach deiner Dienstzeit ein Ruhegehalt, das sich aus deinen Dienstjahren berechnet.
Das Ruhegehalt der Berufssoldaten beträgt 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge je Dienstjahr. Der Höchstsatz liegt bei 71,75 Prozent. Trittst du wegen einer besonderen Altersgrenze unter 60 Jahren in den Ruhestand, gibt es eine Erhöhung. Bei einer Altersgrenze von 53 Jahren kann diese Erhöhung bis zu 12,55625 Prozentpunkte betragen. Ausführliche Details zur Berechnung findest du im Artikel Pension bei der Bundeswehr.
Soldaten auf Zeit erhalten im Gegensatz dazu kein Ruhegehalt. Sie bekommen nach dem Dienstzeitende Übergangsgebührnisse. Diese betragen 75 Prozent der letzten Dienstbezüge. Die Dauer der Zahlung richtet sich nach der Wehrdienstzeit. Bei einer Wehrdienstzeit von vier bis unter fünf Jahren werden sie für 12 Monate gezahlt, ab 12 Jahren Dienstzeit für 60 Monate. Zusätzlich gibt es eine Übergangsbeihilfe als Einmalzahlung. Auch der Berufsförderungsdienst unterstützt Zeitsoldaten bei der schulischen und beruflichen Bildung nach der Dienstzeit. Die Förderungsdauer reicht von einem Monat bei kurzer Dienstzeit bis zu 60 Monaten bei einer Verpflichtung ab zwölf Jahren. Nach 12 oder mehr Jahren Wehrdienstzeit gibt es einen Anspruch auf vorbehaltene Stellen im öffentlichen Dienst über den Eingliederungs- und Zulassungsschein. Mehr dazu liest du unter Verpflichtungszeit bei der Bundeswehr.
Wie bereitest du dich auf die Übernahme als Berufssoldat bei der Bundeswehr vor?
Die Vorbereitung beginnt schon vor dem ersten Assessment und setzt sich in deiner täglichen Dienstleistung fort.
- Computertest trainieren: Im Karrierecenter erwarten dich Aufgaben zu Bereichen wie Sprachbeherrschung, mathematischer Kompetenz, logischem Denken und technischem Verständnis. Übe diese Formate unter Zeitdruck, da sich die Schwierigkeit im adaptiven Test anpassen kann.
- Körperlich fit werden: Der Basis-Fitness-Test verlangt Ausdauer und Kraft. Trainiere den Pendellauf, den Klimmhang und das Radfahren auf dem Ergometer gezielt auf die geforderten Mindestwerte.
- Im Dienst überzeugen: Als Soldat auf Zeit musst du in Lehrgängen und im Truppenalltag zu den Besten gehören. Deine Beurteilungen sind die Grundlage für die spätere Auswahlkonferenz.
- Auswahlverfahren meistern: Für die Übernahme zum Berufssoldaten durchläufst du ein weiteres Auswahlverfahren. Informiere dich frühzeitig über die Potentialfeststellung Berufssoldat und die geforderten Kriterien.
Fazit: Langfristige Perspektive als Berufssoldat
Der Weg zum Berufssoldaten erfordert Ausdauer, exzellente Leistungen und die Bereitschaft, sich in der Laufbahn der Feldwebel oder Offiziere zu beweisen. Wenn du die Auswahlkonferenz bestehst, erwartet dich eine langfristige Karriere mit einem transparenten Gehalt nach der Bundesbesoldungsordnung und einer verlässlichen Pension im Ruhestand. Beginne deine Vorbereitung frühzeitig und nimm den ersten computergestützten Test ernst, denn er legt den Grundstein für deine Einplanung. Im TestHelden Berufssoldat Testtrainer kannst du dich mit passenden Aufgaben auf das Assessment vorbereiten.
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