Polizei oder Bundeswehr: Voraussetzungen, Test, Gehalt, Alltag im Vergleich
Die Entscheidung für Polizei oder Bundeswehr ist eine wichtige Weichenstellung für deine berufliche Zukunft. Beide Arbeitgeber bieten dir eine verantwortungsvolle Tätigkeit für die Gesellschaft. Doch während du bei der Polizei im Inland für Sicherheit und Ordnung sorgst, erfordert der Dienst in den Streitkräften die Bereitschaft, Deutschland auch in internationalen Einsätzen zu verteidigen. Beide Wege bieten dir einen sicheren Arbeitsplatz, unterscheiden sich jedoch in den rechtlichen Rahmenbedingungen, dem täglichen Dienst und den Anforderungen an die Bewerbenden. Wer sich hier richtig entscheiden will, muss die Details kennen.
Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die ihre Karriere planen und abwägen, welche Uniform besser zu ihren Lebenszielen passt. TestHelden klärt, wie sich die Einstellungstests unterscheiden, welche körperlichen und geistigen Voraussetzungen du mitbringen musst und wie das Einstiegsgehalt im direkten Vergleich aussieht. Zudem erfährst du, wie der Alltag in den verschiedenen Laufbahnen abläuft und wie du dich gezielt auf die Prüfungen vorbereitest. Mehr zu den militärischen Wegen liest du im Beitrag Bundeswehr Laufbahnen: Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel, Offiziere im Vergleich.
Auf einen Blick: Polizei oder Bundeswehr
- Status: Bei der Polizei wirst du in der Regel verbeamtet, bei der Bundeswehr verpflichtest du dich meist als Soldatin oder Soldat auf Zeit.
- Auswahlverfahren: Beide Arbeitgeber fordern einen Computertest, eine ärztliche Untersuchung und ein Interview; die Dauer variiert je nach Laufbahn und Bundesland.
- Sporttest: Bei der Bundeswehr kann der Basis-Fitness-Test anstehen, die Polizei fordert je nach Land einen Parcours oder das Deutsche Sportabzeichen.
- Gehalt: Das Grundgehalt richtet sich exakt nach der Besoldungsgruppe (etwa A 3, A 7 oder A 9) und der jeweiligen Erfahrungsstufe.
- Vorbereitung: Eine gezielte Vorbereitung auf den Computertest und die sportlichen Anforderungen ist für beide Wege entscheidend.
Polizei oder Soldat: Wie unterscheiden sich Alltag und Status?
Alltag und Status unterscheiden sich vor allem durch das Dienstverhältnis und den Einsatzort. Bei der Polizei startest du in der Regel im Beamtenverhältnis auf Widerruf. In Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) absolvierst du ein dreijähriges Bachelorstudium, in Bayern (mittlerer Dienst) eine modulare Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei. Nach erfolgreichem Abschluss wirst du Beamtin oder Beamter auf Probe und später auf Lebenszeit. Dein Dienstort liegt im jeweiligen Bundesland, und du bist fest in die regionalen Strukturen eingebunden. Das Spektrum reicht vom Streifendienst über die Kriminalpolizei bis hin zu Spezialeinheiten wie dem SEK.
Bei der Bundeswehr ist der Alltag anders strukturiert. Wenn du dich nicht für den neuen Wehrdienst entscheidest, der als Freiwilliger Wehrdienst eine bestimmte Dauer hat und mit Wehrsold vergütet wird, verpflichtest du dich ab zwölf Monaten als Soldatin oder Soldat auf Zeit. In der Laufbahn der Mannschaften liegt die Verpflichtungszeit zwischen ein und 25 Jahren, bei den Feldwebeln regelmäßig bei zwölf Jahren. Der Alltag ist geprägt von bundesweiten Versetzungen, Übungen auf Truppenübungsplätzen und der Bereitschaft, an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Die Ausbildung erfolgt militärisch, beginnend mit der Grundausbildung und gefolgt von Fachlehrgängen an den Truppenschulen. Ein Wechsel zum Berufssoldaten ist möglich, erfordert aber herausragende Leistungen und die Auswahl in einer Konferenz.
Welche Voraussetzungen gibt es im Polizei Bundeswehr Vergleich?
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Laufbahn und Bundesland deutlich bei Schulabschluss, Alter und körperlichen Anforderungen. Bei der Bundeswehr benötigst du für die Laufbahn der Mannschaften lediglich die erfüllte Vollzeitschulpflicht. Für die Feldwebellaufbahn ist mindestens ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit förderlichem Berufsabschluss nötig. Das Mindestalter liegt bei 17 Jahren, und du musst die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Die Polizei legt die Voraussetzungen je nach Bundesland und Laufbahn fest. In Bayern (mittlerer Dienst) brauchst du den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule mit Berufsausbildung oder einen mittleren Schulabschluss. Das Alter am Einstellungstag muss zwischen 17 und 30 Jahren liegen. In Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) wird das Abitur oder die volle Fachhochschulreife verlangt, und du darfst am Tag der Einstellung noch nicht 37 Jahre alt sein.
Auch bei der Körpergröße und dem Erscheinungsbild gibt es Unterschiede. Während die Bundeswehr für die meisten Verwendungen keine feste Mindestgröße vorschreibt, fordert Bayern grundsätzlich 160 Zentimeter. Wer kleiner ist, muss einen speziellen Vortest absolvieren. In Nordrhein-Westfalen liegt die Grenze bei 163 Zentimetern, auch hier ist darunter ein Mindestgrößentest möglich. Bei Tätowierungen gelten strenge Regeln: Bei der Bundeswehr dürfen sie der Rechtsverordnung nicht widersprechen, bei der Polizei in Bayern sind Tattoos an Kopf, Hals und Händen generell nicht erlaubt.
Die folgende Tabelle zeigt dir beispielhaft das geforderte Mindestalter für verschiedene Laufbahnen im Vergleich.
| Laufbahn und Behörde | Mindestalter in Jahren |
|---|---|
| Bundeswehr Mannschaften | 17 |
| Bundeswehr Feldwebel | 17 |
| Polizei Bayern (mittlerer Dienst) | 17 |
| Polizei Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) | 16 |
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Das Auswahlverfahren läuft in mehreren Stufen ab und umfasst meist einen Computertest, eine ärztliche Untersuchung sowie ein Interview. Bei der Bundeswehr durchläufst du das Assessment für Mannschaften und Feldwebel in einem Karrierecenter. Dieses Verfahren dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Wenn du dich für die Offizierslaufbahn bewirbst, wirst du in das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln eingeladen, was ein bis drei Tage in Anspruch nimmt. Neben den Tests finden dort auch die Einplanungsgespräche statt, in denen deine künftige Verwendung festgelegt wird.
Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Bei der Polizei hängt der Ablauf stark vom jeweiligen Bundesland ab. In Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) gliedert sich das Verfahren in einen PC-Test, ein Assessment-Center mit Rollenspielen und Vortrag sowie eine polizeiärztliche Untersuchung. In Bayern (mittlerer Dienst) verteilen sich die Prüfungen auf zwei nicht aufeinanderfolgende Tage in München oder Nürnberg. Dort stehen ein Sprachtest, ein Grundfähigkeitstest, eine Sportprüfung, eine Gruppendiskussion und ein strukturiertes Interview auf dem Programm. Die polizeiärztliche Untersuchung oder die medizinische Eignungsuntersuchung der Bundeswehr prüft deine Diensttauglichkeit. Hier werden unter anderem Sehvermögen, Gehör, Gelenke und das Herz-Kreislauf-System kontrolliert.
Was kommt im Einstellungstest dran?
Im Einstellungstest kommen kognitive Aufgaben am Computer, oft ein Sporttest und ein Vorstellungsgespräch dran. Bei der Bundeswehr misst der CAT (Computerassistiertes Testen) unter anderem deine Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken, Reaktionsfähigkeit und technisches Verständnis. Die Schwierigkeit passt sich dabei adaptiv an deine Antworten an. Dazu füllst du einen biografischen Fragebogen aus. Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter auch der Basis-Fitness-Test dazugehören. Er besteht aus einem 11 x 10 Meter Sprint in höchstens 60 Sekunden, dem Klimmhang von mindestens 5 Sekunden und 3.000 Metern auf dem Fahrradergometer in höchstens 6:30 Minuten.
Gut vorbereitet ins Assessment
Im Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer übst du gezielt für die Aufgaben des Computertests. Du erhältst einen Lernplan bis zum Assessment und kannst dich in der Bundeswehr-Community mit anderen austauschen.
Die Polizei testet ähnliche kognitive Bereiche, setzt aber oft eigene Schwerpunkte. In Berlin (gehobener Dienst) bearbeitest du Aufgaben zu Merkfähigkeit, logischem Schlussfolgern und Politik, zudem schreibst du ein Diktat. Körperlich musst du dich ebenfalls beweisen: Der Sporttest in Berlin besteht aus einem anspruchsvollen Hindernisparcours. Die Polizei in Niedersachsen (gehobener Dienst) fordert einen 3.000-Meter-Lauf und einen Hallenparcours. In Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) reichst du hingegen das Deutsche Sportabzeichen ein; nur bei einer Körpergröße unter 163 Zentimetern absolvierst du einen zusätzlichen Mindestgrößentest mit verschiedenen Kraft- und Koordinationsübungen.
Polizei vs Bundeswehr Gehalt: Wer verdient mehr?
Wer mehr verdient, hängt von der Laufbahn und der Besoldungsgruppe ab, wobei du bei der Polizei oft direkt in einer höheren Besoldungsgruppe startest. Bei der Bundeswehr wirst du als Anwärterin oder Anwärter im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad eingestellt und nach der Besoldungsgruppe A 3 bezahlt. Das gilt auch dann, wenn du eine Laufbahn als Feldwebel oder Offizier anstrebst, da du die Dienstgrade nacheinander durchläufst. Erst mit späteren Beförderungen steigst du in höhere Besoldungsgruppen auf.
Bei der Polizei steigst du je nach Schulabschluss und Laufbahn direkt höher ein. In Bayern (mittlerer Dienst) beginnt das Grundgehalt nach der Ausbildung in der Besoldungsgruppe A 7. Im gehobenen Dienst, wie in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen, startest du nach dem Studium in der Regel in der Besoldungsgruppe A 9. Zu diesen Grundgehältern kommen oft noch Zulagen, etwa die Polizeizulage oder Erschwerniszulagen für Schichtdienste, sowie Familienzuschläge, die das tatsächliche Einkommen weiter erhöhen.
Die folgende Tabelle vergleicht das monatliche Grundgehalt zum Einstieg. Die Werte zeigen die jeweils erste belegte Erfahrungsstufe nach den Besoldungstabellen, die für die Polizei ab April bzw. Oktober 2026 und für die Bundeswehr ab März 2024 gültig sind.

| Laufbahn und Behörde | Grundgehalt in Euro |
|---|---|
| Bundeswehr Mannschaften (A 3) | 2.706,99 |
| Polizei Bayern mittlerer Dienst (A 7) | 3.160,90 |
| Polizei Niedersachsen gehobener Dienst (A 9) | 3.281,97 |
| Polizei Nordrhein-Westfalen gehobener Dienst (A 9) | 3.438,22 |
Nach der Bundeswehr zur Polizei: Geht das?
Viele junge Menschen fragen sich, ob der Wechsel von der Bundeswehr zur Polizei ein sinnvoller Weg ist. Ja, der Wechsel aus den Streitkräften in den Polizeivollzugsdienst ist eine etablierte Karriereplanung. Wenn du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit verpflichtet hast, erwirbst du Lebenserfahrung, Disziplin und Teamfähigkeit, die bei der Polizei geschätzt werden. Ein großer Vorteil ist die Unterstützung durch den Berufsförderungsdienst (BFD) der Bundeswehr, der dir nach deiner Dienstzeit bei der beruflichen Bildung hilft. Einzelne Länder berücksichtigen den Dienst bei der Altersgrenze. In Nordrhein-Westfalen (gehobener Dienst) erhöht sich das reguläre Höchstalter beispielsweise für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit mit zwölf Jahren Dienstzeit. So kannst du auch dann noch ein Bachelorstudium bei der Polizei beginnen, wenn du die reguläre Altersgrenze bereits überschritten hast. Mehr zu den Fristen erfährst du im Beitrag Die Bundeswehr Altersgrenzen (Der Überblick). Wenn du diesen Weg gehst, kannst du dich mit einem Online-Testtrainer gezielt auf das neue Auswahlverfahren vorbereiten.
Wie bereite ich mich auf die Tests vor?
Auf die Tests bereitest du dich am besten mit einem systematischen Trainingsplan für den Computertest und den Sporttest vor. Unabhängig von deiner Entscheidung für die Polizei oder die Bundeswehr ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend für den Erfolg im Auswahlverfahren. Die Plätze sind begehrt, und die Tests können herausfordernd sein. Gehe deine Vorbereitung systematisch an.
- Anforderungen prüfen: Lies dir die genauen Voraussetzungen deiner Wunschlaufbahn oder deines Bundeslandes durch. Kläre frühzeitig, ob du ärztliche Atteste, ein Schwimmabzeichen oder das Deutsche Sportabzeichen benötigst.
- Computertest trainieren: Übe Aufgaben zu Logik, Mathematik und Sprachverständnis unter Zeitdruck. Ein Tool wie ein Online-Testtrainer hilft dir, dich an das Format und die Geschwindigkeit des CAT-Tests zu gewöhnen.
- Sportliche Fitness aufbauen: Beginne Monate vor dem Test mit dem Training. Für die Bundeswehr stehen Pendellauf, Klimmhang und Ergometer im Fokus. Für die Polizei trainierst du Kraft, Ausdauer und Koordination passend zum jeweiligen Parcours oder Sportabzeichen.
- Interview vorbereiten: Überlege dir gute Antworten auf Fragen zu deiner Motivation, deinen Stärken und Schwächen sowie zum aktuellen politischen Geschehen.
Das heißt für dich: Plane rückwärts von deinem anvisierten Testtermin. Wenn du weißt, dass du in drei Monaten zum Assessment eingeladen wirst, erstelle dir einen Wochenplan, der kognitives Training, Sport und die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch kombiniert.
Fazit: Polizei oder Bundeswehr was ist besser?
Was besser ist, hängt von deinen persönlichen Zielen ab: Die Polizei bietet regionale Verbundenheit, die Bundeswehr internationale Einsätze. Die Polizei bietet dir in der Regel den Beamtenstatus, eine heimatnahe Verwendung im jeweiligen Bundesland und den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Bundeswehr hingegen fordert die Bereitschaft zu bundesweiten Versetzungen und Auslandseinsätzen, bietet dafür aber spezielle militärische Ausbildungen und Zusammenhalt in der Truppe.
Beide Wege verlangen dir im Auswahlverfahren geistig und körperlich alles ab. Nimm die Vorbereitung ernst und nutze Hilfsmittel wie den Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer, um deine Lücken in Mathematik oder Logik rechtzeitig zu schließen. So gehst du selbstbewusst in den Prüfungstag und erhöhst deine Chancen auf deinen Wunschberuf. Weitere Tipps zum Ablauf findest du im Artikel Bundeswehr Auswahlverfahren: alle Stationen vom Karrierecenter bis zur Einstellung.
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