Nach der Dienstzeit: Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe, BFD, Eingliederungsschein
Erfahre alles über deine Ansprüche nach der Bundeswehr: Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe, BFD und Eingliederungsschein für deinen Neustart.
Wenn deine Zeit als Soldatin oder Soldat auf Zeit endet, ermöglichen dir Übergangsgebührnisse und Berufsförderungsdienst eine berufliche Neuorientierung. Du erhältst in dieser Phase 75 Prozent deiner letzten Dienstbezüge, was dir Zeit für Weiterbildung oder Jobsuche gibt.
Zeitsoldaten sollten frühzeitig planen, was nach dem Dienstzeitende passiert. Hier erfährst du, welche finanziellen Ansprüche du hast, wie lange der Berufsförderungsdienst dich unterstützt und wie du mit dem Eingliederungsschein einen Platz im öffentlichen Dienst findest.
Auf einen Blick: Nach der Dienstzeit
- Übergangsgebührnisse: Du bekommst 75 Prozent deiner letzten Dienstbezüge für eine bestimmte Dauer.
- Übergangsbeihilfe: Am Ende der Dienstzeit erhältst du eine Einmalzahlung, die sich nach deinen Dienstjahren richtet.
- Berufsförderungsdienst: Ab einem Jahr Dienstzeit hast du Anspruch auf schulische und berufliche Förderung.
- Eingliederungsschein: Nach zwölf Jahren Dienstzeit stehen dir vorbehaltene Stellen im öffentlichen Dienst zu.
- Ausnahme: Wer als Berufssoldatin oder Berufssoldat übernommen wird, erhält diese Übergangshilfen nicht, sondern später ein Ruhegehalt.
Wie lange werden die Übergangsgebührnisse der Bundeswehr gezahlt?
Übergangsgebührnisse sichern dein Einkommen, wenn du als Soldatin oder Soldat auf Zeit die Bundeswehr verlässt. Du erhältst dabei 75 Prozent deiner letzten Dienstbezüge.
Nimmst du an einer Vollzeitbildungsmaßnahme teil, erhältst du einen Bildungszuschuss von 25 Prozent deiner letzten Dienstbezüge, wodurch du insgesamt dein vorheriges Gehalt erreichst. Wer als Berufssoldatin oder Berufssoldat übernommen wird, hat keinen Anspruch auf diese Gebührnisse.
Die Dauer der Zahlung richtet sich genau nach deiner geleisteten Wehrdienstzeit. Sie beginnt bei einem Monat für kurze Dienstzeiten und reicht bis zu 60 Monaten für langdienende Zeitsoldaten. Die Tabelle unten zeigt, wie viele Monate du je nach Wehrdienstzeit Übergangsgebührnisse erhältst. Mehr zum Thema Grundgehalt und Besoldungsgruppen liest du im Beitrag Bundeswehr Gehalt und Besoldung: Grundgehalt, Zulagen, Wehrsold.

| Wehrdienstzeit | Förderungsdauer in Monaten |
|---|---|
| 1 bis unter 2 Jahre | 1 |
| 4 bis unter 5 Jahre | 12 |
| ab 12 Jahre | 60 |
Wie hoch ist die Übergangsbeihilfe der Bundeswehr?
Die Übergangsbeihilfe ist eine Einmalzahlung, die du am Ende deiner Dienstzeit erhältst, sofern du länger als sechs Monate gedient hast. Für kurze Dienstzeiten bis zu sechs Monaten gibt es stattdessen 105 Euro für jeden vollen Monat.
Die Höhe der regulären Übergangsbeihilfe berechnet sich aus einem Vielfachen deiner letzten Monatsbezüge. Bei einer Dienstzeit von unter 18 Monaten bekommst du das 1,5-Fache, bei zwei bis unter vier Jahren das 2-Fache und bei vier bis unter fünf Jahren das 4-Fache. Danach steigt der Faktor für jedes weitere Jahr um 0,5 bis maximal zum 15-Fachen ab 25 Dienstjahren. Den Faktor zur Berechnung der Übergangsbeihilfe anhand der Dienstjahre findest du in der Tabelle.

| Dienstzeit | Faktor der Monatsbezüge |
|---|---|
| unter 18 Monate | 1,5 |
| 2 bis unter 4 Jahre | 2 |
| 4 bis unter 5 Jahre | 4 |
| ab 25 Jahre | 15 |
Wie unterstützt der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr?
Der Berufsförderungsdienst hilft dir bei der schulischen und beruflichen Bildung für den zivilen Arbeitsmarkt. Einen Anspruch auf diese Förderung hast du ab einer festgesetzten Wehrdienstzeit von einem Jahr.
Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Die Berufsförderung umfasst Beratung, dienstzeitbegleitende Bildungsmaßnahmen, die Bundeswehrfachschule, die Förderung ziviler Bildungsgänge und Eingliederungshilfen. Freiwillig Wehrdienstleistende können ebenfalls dienstzeitbegleitende Maßnahmen und Eingliederungshilfen erhalten.
Die Förderdauer ist gestaffelt und entspricht der Dauer der Übergangsgebührnisse. Sie reicht von einem Monat bei ein bis unter zwei Jahren Dienstzeit über 12 Monate bei vier bis unter fünf Jahren bis zu 60 Monaten ab zwölf Jahren Dienstzeit. Du kannst diese Unterstützung bis zu sieben Jahre nach deinem Dienstzeitende nutzen.
Das heißt für dich: Wenn deine militärische Ausbildung bereits zu einem anerkannten Berufsabschluss geführt hat, verringert sich deine Förderdauer um neun Monate. Die Berufsberatung durch den BFD ist eine Pflichtvoraussetzung für alle Maßnahmen. Mehr Details findest du im Artikel BFD Bundeswehr.
Wer bekommt den Eingliederungsschein nach dem Bundeswehr Dienstzeitende?
Den Eingliederungs- und Zulassungsschein erhältst du nach einer Wehrdienstzeit von zwölf oder mehr Jahren. Er sichert dir vorbehaltene Stellen im öffentlichen Dienst und ermöglicht so den direkten Übergang in eine zivile Beamtenlaufbahn oder Tariflaufbahn.
Behörden müssen bestimmte Quoten für ehemalige Zeitsoldaten freihalten. Jede sechste Stelle im einfachen und mittleren Dienst, jede neunte Stelle im gehobenen Dienst und jede zehnte Tarifstelle ist für Inhaber des Eingliederungsscheins reserviert. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich der Polizeivollzugsdienst und Stellen für Lehrkräfte.
Was passiert bei der Bundeswehr nach der Dienstzeit für Berufssoldaten?
Wer als Berufssoldatin oder Berufssoldat aus dem aktiven Dienst ausscheidet, erhält keine Übergangsgebührnisse, sondern ein Ruhegehalt. Das Ruhegehalt beträgt 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge für jedes Dienstjahr, höchstens jedoch 71,75 Prozent.
Die allgemeine Altersgrenze für den Ruhestand liegt bei 62 Jahren, für Generale, Oberste sowie Offiziere des Sanitätsdienstes, Militärmusikdienstes und Geoinformationsdienstes bei 65 Jahren. Besondere Altersgrenzen gelten unter anderem für Berufsunteroffiziere mit 55 Jahren, bestimmte Offiziersdienstgrade wie Leutnant bis Hauptmann mit 56 Jahren oder Jetpiloten mit 41 Jahren. Gehst du wegen einer besonderen Altersgrenze vor dem 60. Lebensjahr in den Ruhestand, wird der Prozentsatz für dein Ruhegehalt erhöht. Weitere Informationen gibt es im Beitrag Pension bei der Bundeswehr: Ruhegehalt für Berufssoldaten.
Wie lange verpflichte ich mich als Soldat auf Zeit?
Deine Verpflichtungszeit entscheidet über die Höhe deiner Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfe am Ende. In der Laufbahn der Mannschaften verpflichtest du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit für ein bis 25 Jahre, im Sanitätsdienst bis 30 Jahre. Über das 62. Lebensjahr hinaus geht das Dienstverhältnis nicht.
Wie lange genau, hängt von der Verwendung ab. In der Jägertruppe beträgt die Regelverpflichtungszeit zum Beispiel zwölf Jahre. Mit einer verwertbaren Vorausbildung sind kürzere Verpflichtungszeiten möglich, etwa mindestens zwei Jahre. Als Feldwebel verpflichtest du dich regelmäßig für zwölf Jahre, mit einer Berufsausbildung bei der Bundeswehr für 13 Jahre und in manchen Verwendungen wie der Pflege für 15 Jahre. Mehr zu den Laufbahnen erfährst du unter Bundeswehr Karriere.
Wie bereite ich mich auf das Leben danach vor?
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung auf dein Leben nach der Bundeswehr. Das TestHelden-Team rät dir, aktiv zu werden und alle Fristen im Blick zu behalten.
- Bildungswege vergleichen: Wenn du eine Vollzeitmaßnahme planst, erhältst du einen Bildungszuschuss von 25 Prozent deiner letzten Dienstbezüge zusätzlich zu den Übergangsgebührnissen.
Wie läuft das Auswahlverfahren für Zeitsoldaten ab?
Am Anfang steht ein persönliches Gespräch im Karriereberatungsbüro. Danach folgt ein ein- bis zweitägiger Eignungstest im Karrierecenter. Zu diesem Assessment gehören die ärztliche Untersuchung, der computergestützte Test, der biografische Fragebogen und Gespräche zu deiner Eignung und Einplanung. Anschließend wird die Sicherheitsüberprüfung eingeleitet.
Bei der ärztlichen Untersuchung prüft eine Ärztin oder ein Arzt unter anderem Gehör, Sehkraft, Blutdruck und die allgemeine körperliche Belastbarkeit. Dazu gehören Untersuchungen von Rücken und Gelenken, ein Sehtest, ein Urintest sowie die Feststellung von Körpergewicht und Körpergröße. Aus den Befunden ergibt sich ein Gesamturteil, aus dem hervorgeht, für welche Verwendungsbereiche du geeignet bist.
Ist das Assessment negativ ausgegangen, kannst du es nach Ablauf der geltenden Fristen einmal wiederholen. Hast du nur den Basis-Fitness-Test nicht bestanden, kannst du diesen Teil gesondert wiederholen. Die Karrierecenter regeln das unterschiedlich, etwa frühestens nach sechs Wochen oder einmalig innerhalb von sechs Monaten.
Wie bereite ich mich auf den Einstellungstest vor?
Um die Übergangshilfen zu erhalten, musst du das Auswahlverfahren der Bundeswehr bestehen. Der computergestützte Test im Karrierecenter prüft unter anderem deine Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, dein Denkvermögen sowie Reaktionsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit.
Getestet wird ausschließlich am Computer. Die Schwierigkeit zu Beginn richtet sich nach deinem Schulabschluss. Mit jeder richtig beantworteten Aufgabe steigt der Schwierigkeitsgrad der nächsten Aufgabe. Dazu kommt ein biografischer Fragebogen, für den du in der Regel 30 Minuten Zeit hast.
Je nach angestrebter Laufbahn folgen ein eignungsdiagnostisches Interview und eine medizinische Untersuchung. Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter ein Sporttest zum Assessment gehören, der Basis-Fitness-Test. Er besteht aus einem 11 x 10 Meter Sprint in höchstens 60 Sekunden, einem Klimmhang von mindestens 5 Sekunden und 3.000 Metern auf dem Fahrradergometer in höchstens 6:30 Minuten. Ob der Test bei dir dazugehört, steht in deiner Einladung. Bereite dich in jedem Fall darauf vor.
Bereit für das Assessment?
Im TestHelden Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer übst du gezielt für den computergestützten Test. Du erhältst einen Lernplan bis zum Assessment, kannst dich in der Bundeswehr-Community austauschen und hast eine persönliche Ansprechpartnerin für deine Fragen. So bist du gut vorbereitet auf die Aufgaben, die am Testtag auf dich zukommen können.
Fazit: Das Wichtigste zum Dienstzeitende
Nach deiner Zeit als Zeitsoldat unterstützen dich Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe und der Berufsförderungsdienst bei deiner beruflichen Neuorientierung. Plane deine Schritte frühzeitig und nutze die verpflichtende BFD-Beratung, um die Förderangebote bestmöglich zu nutzen.
Wenn du erst am Anfang deiner Karriere stehst, bereite dich gründlich auf das Assessment vor. Mit dem passenden Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer bist du gut vorbereitet für den Test und schaffst eine gute Basis für deine Dienstzeit und die anschließende Förderung.
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