Bundeswehr Einstellungstest

Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr: deutsche Staatsbürgerschaft und Ausnahmen

Die deutsche Staatsangehörigkeit ist für den Militärdienst bei der Bundeswehr meist Pflicht. Erfahre, welche Ausnahmen es gibt, wie doppelte Staatsbürgerschaft gehandhabt wird und was für zivile Laufbahnen gilt. Bereite dich gezielt auf das Auswahlverfahren...

Von Gründer und Geschäftsführer Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
Hand hält einen Reisepass, Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr

Wer eine Karriere bei der Bundeswehr anstrebt, muss die Frage nach der Staatsangehörigkeit klären: Ist ein deutscher Pass zwingend nötig, um Soldatin oder Soldat zu werden, oder gibt es Ausnahmen?

Dieser Artikel erklärt dir, welche Vorgaben für die militärischen und zivilen Laufbahnen gelten. Du erfährst, unter welchen strengen Bedingungen Ausnahmen möglich sind, wie die Regelungen für EU-Angehörige aussehen und wie du dich gezielt auf das Auswahlverfahren vorbereitest. Mehr zu den allgemeinen Kriterien liest du im Beitrag Bundeswehr Voraussetzungen.

Auf einen Blick: Staatsangehörigkeit

  • Grundregel: Für eine militärische Laufbahn musst du Deutsche oder Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sein.
  • Ausnahmen: Das Bundesministerium der Verteidigung kann im Einzelfall Ausnahmen bei dienstlichem Bedürfnis zulassen.
  • Zivile Karriere: In der Bundeswehrverwaltung wird ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit verlangt.
  • Auswahlverfahren: Alle zugelassenen Bewerbenden absolvieren einen computergestützten Test und eine ärztliche Untersuchung; für den Freiwilligen Wehrdienst setzen einzelne Karrierecenter den Computertest jedoch noch nicht ein, und die ärztliche Untersuchung kann in der zivilen Verwaltung gegebenenfalls zuletzt erfolgen.
  • Vorbereitung: Eine gezielte Vorbereitung auf den Computertest (CAT) ist für alle Laufbahnen wichtig.

Ist die deutsche Staatsangehörigkeit Voraussetzung für eine Einstellung bei der Bundeswehr?

Ja, für die militärischen Laufbahnen ist die deutsche Staatsangehörigkeit zwingend erforderlich. Das Soldatengesetz legt fest, dass du Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes sein musst.

Diese Regelung gilt für alle militärischen Laufbahnen, von den Mannschaften bis zu den Offizieren. Auch für den Freiwilligen Wehrdienst musst du die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Den Freiwilligen Wehrdienst leistest du für mindestens sechs und höchstens elf Monate. Wer sich für zwölf Monate oder länger verpflichtet, wird Soldatin oder Soldat auf Zeit. In beiden Fällen bleibt die Vorgabe zur Staatsangehörigkeit bestehen.

Können Ausländer Soldat bei der Bundeswehr werden?

Wer eine Karriere bei der Bundeswehr ohne deutsche Staatsbürgerschaft anstrebt, steht vor hohen Hürden. Das Gesetz sieht jedoch eine enge Ausnahme vor: Das Bundesministerium der Verteidigung kann im Einzelfall Ausnahmen zulassen, wenn dafür ein dienstliches Bedürfnis besteht.

Das bedeutet, dass eine Einstellung nur dann in Betracht kommt, wenn du über spezielle Fähigkeiten oder Qualifikationen verfügst, die dringend benötigt werden. Ein Rechtsanspruch auf diese Ausnahme existiert nicht. Es handelt sich immer um eine strenge Einzelfallentscheidung durch das Ministerium. Wer diese Hürde nimmt, muss zudem die allgemeinen Altersgrenzen beachten: Für den Freiwilligen Wehrdienst musst du mindestens 17 Jahre alt sein. Als Soldatin oder Soldat auf Zeit kannst du grundsätzlich höchstens 25 Jahre dienen, und das Dienstverhältnis reicht in der Regel nicht über das 62. Lebensjahr hinaus. Für Sanitätsoffiziere reicht das Dienstverhältnis jedoch bis zum 65. Lebensjahr.

Wie ist die Regelung bei doppelter Staatsbürgerschaft in der Bundeswehr?

Viele Bewerbende haben neben dem deutschen Pass noch die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes. Besitzt du die deutsche Staatsangehörigkeit nach Artikel 116 des Grundgesetzes, erfüllst du die formale Voraussetzung für die Einstellung als Soldatin oder Soldat, unabhängig von einem weiteren Pass.

Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Sicherheitsüberprüfung, die im Rahmen des Assessments eingeleitet wird. Hierbei wird deine Zuverlässigkeit und Verfassungstreue geprüft. Ausschlussgründe sind unter anderem die Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe oder wegen Staatsschutzdelikten.

Dürfen EU-Bürger in der zivilen Bundeswehrverwaltung arbeiten?

Neben den Streitkräften bietet die Bundeswehrverwaltung viele zivile Arbeitsplätze. Das allgemeine Bundesbeamtenrecht lässt Angehörige der EU, des EWR und gleichgestellter Staaten grundsätzlich zu, jedoch verlangt die Bundeswehrverwaltung ausdrücklich die deutsche Staatsangehörigkeit.

Das Gesetz erlaubt es, Stellen nur mit Deutschen zu besetzen, wenn die Aufgaben dies erfordern. Somit können EU-Bürger in diesen Beamtenlaufbahnen in der Regel nicht eingestellt werden. Wer die Vorgaben für den mittleren nichttechnischen Dienst erfüllt und eingeladen wird, absolviert im Karrierecenter einen Computertest von etwa 90 Minuten und ein mündliches Auswahlgespräch von rund 60 Minuten. Der anschließende Vorbereitungsdienst dauert in der Regel 24 Monate. Mehr zu den zivilen Wegen erfährst du im Artikel Zivile Laufbahn bei der Bundeswehr.

Die folgende Tabelle zeigt dir die üblichen Regelverpflichtungszeiten für verschiedene militärische Laufbahnen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.

Laufbahn Regelverpflichtungszeit in Jahren
Fachunteroffiziere Mindestens 4 (ohne Ausbildung 9)
Feldwebel 12, 13 oder 15 (je nach Verwendung)
Offiziere (mit Studium) Mindestens 13 (bis zu 17 je nach Verwendung)
Sanitätsoffiziere 17

Wie läuft das Auswahlverfahren für Bewerbende ab?

Erfüllst du die formalen Kriterien oder hast eine Ausnahmegenehmigung erhalten, folgt das Assessment. Der Eignungstest im Karrierecenter dauert für Mannschaften, Fachunteroffiziere und Feldwebel in der Regel ein bis zwei Tage.

Am Anfang steht immer ein Beratungsgespräch bei der Karriereberatung der Bundeswehr. Gemeinsam stellst du die Unterlagen zusammen, die über das Bewerbungsportal eingereicht werden. Dazu gehören der Bewerbungsbogen, ein lückenloser tabellarischer Lebenslauf und dein Abschlusszeugnis. Für die Offizierlaufbahn findet das Verfahren im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr statt und ist in der Regel zweitägig angelegt. Das Verfahren umfasst einen biografischen Fragebogen, eine ärztliche Untersuchung und ein eignungsdiagnostisches Interview. Bei der ärztlichen Untersuchung prüft eine Ärztin oder ein Arzt deine Tauglichkeit für die angestrebten Verwendungsbereiche. Aus den Befunden ergibt sich ein Gesamturteil für deine Verwendungsfähigkeit.

Was kommt im Computertest (CAT) dran?

Der computerassistierte Test (CAT) misst deine kognitiven Fähigkeiten. Bei einigen Laufbahnen richtet sich die Schwierigkeit zu Beginn nach deinem Schulabschluss und passt sich adaptiv an deine Antworten an.

Geprüft werden unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken, Reaktionsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit. Typisch sind Aufgaben, bei denen du schnell Muster erkennen oder einfache Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen sollst. Dazu kommt eine Selbsteinschätzung.

Tipp des TestHelden-Teams

Im Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer bereitest du dich gezielt auf den CAT vor. Du übst unter Zeitdruck relevante Testbereiche und erhältst einen Lernplan bis zu deinem Assessment-Tag.

Wenn du das Auswahlverfahren erfolgreich bestehst, erwartet dich je nach Laufbahn ein festes Einstiegsgehalt. Die Tabelle zeigt das Grundgehalt nach der seit 1. März 2024 geltenden Besoldungstabelle sowie den Wehrsold für den Freiwilligen Wehrdienst.

Balkendiagramm: Grundgehalt in Euro. Grundgehalt in Euro: Freiwilliger Wehrdienst (Wehrsold) 2.600, Mannschaften (Soldat auf Zeit) 2.706,99, Zivile Verwaltung (mittlerer Dienst, Anwärter) 1.473,37, Sanitätsoffiziere (mit Approbation) 5.046,30.
Grundgehalt in Euro. Die Werte stehen in der Tabelle darunter.
Laufbahn (Einstieg) Grundgehalt in Euro
Freiwilliger Wehrdienst (Wehrsold) 2.600
Mannschaften (Soldat auf Zeit) 2.706,99
Zivile Verwaltung (mittlerer Dienst, Anwärter) 1.473,37
Sanitätsoffiziere (mit Approbation) 5.046,30

Wie bereite ich mich auf den Einstellungstest vor?

Eine gründliche Vorbereitung ist wichtig, um im Assessment zu überzeugen und für deine Wunschlaufbahn eingeplant zu werden.

  1. Dokumente prüfen: Stelle sicher, dass deine Ausweisdokumente gültig sind. Wenn du eine Ausnahmegenehmigung benötigst, kläre dies frühzeitig im Beratungsgespräch bei der Karriereberatung der Bundeswehr.
  2. Medizinische Vorgaben beachten: Trage vor der ärztlichen Untersuchung keine Kontaktlinsen (die genaue Dauer, meist 24 Stunden oder drei Tage, steht in deiner Einladung). Eine Augenlaserbehandlung sollte mindestens drei Monate zurückliegen.
  3. Für den CAT trainieren: Mache dich mit den Aufgabenformaten vertraut. Im Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer übst du unter realistischen Bedingungen, um im echten Test Ruhe zu bewahren.
  4. Sporttest einplanen: Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter der Basis-Fitness-Test dazugehören. Er besteht aus einem 11 x 10 Meter Sprint in höchstens 60 Sekunden, einem Klimmhang von mindestens 5 Sekunden und 3.000 Metern auf dem Fahrradergometer in höchstens 6:30 Minuten.

Fazit: Staatsangehörigkeit und deine Chancen

Die deutsche Staatsangehörigkeit ist für die meisten Karrieren bei der Bundeswehr die grundlegende Voraussetzung. Ausnahmen sind im militärischen Bereich nur bei einem besonderen dienstlichen Bedürfnis möglich, und auch die zivile Verwaltung setzt in der Regel den deutschen Pass voraus.

Erfüllst du die formalen Kriterien, kommt es im nächsten Schritt auf deine Leistung im Assessment an. Bereite dich intensiv auf den Computertest und die ärztliche Untersuchung vor, um deine Chancen auf einen Platz in der gewünschten Laufbahn zu erhöhen. Der Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer hilft dir dabei, gezielt zu üben. Mehr Details zu den Karrierewegen findest du im Beitrag Bundeswehr Laufbahnen: Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel, Offiziere im Vergleich.

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Staatsangehörigkeit bei der Bundeswehr

Die wichtigsten Antworten zum Artikel auf einen Blick.

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Kann ich ohne deutsche Staatsbürgerschaft zur Bundeswehr?

Für militärische Laufbahnen bei der Bundeswehr ist grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit erforderlich. Das Bundesministerium der Verteidigung kann jedoch im Einzelfall Ausnahmen zulassen, wenn ein dienstliches Bedürfnis besteht, beispielsweise bei speziellen Qualifikationen. Ein Rechtsanspruch auf eine solche Ausnahme besteht nicht.

Darf ich mit doppelter Staatsbürgerschaft Soldat werden?

Ja, wenn du die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß Artikel 116 des Grundgesetzes besitzt, erfüllst du die formale Voraussetzung für den Dienst als Soldatin oder Soldat. Eine zusätzliche Staatsangehörigkeit eines anderen Landes ist dabei nicht hinderlich. Im Rahmen des Auswahlverfahrens wird jedoch eine Sicherheitsüberprüfung durchgeführt, die deine Zuverlässigkeit und Verfassungstreue prüft.

Können EU-Bürger bei der Bundeswehr arbeiten?

In der zivilen Bundeswehrverwaltung wird grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit verlangt. Obwohl das allgemeine Bundesbeamtenrecht EU-, EWR- und gleichgestellte Staaten zulässt, erlaubt das Gesetz eine Beschränkung auf Deutsche, wenn die Aufgaben dies erfordern. Daher können EU-Bürger in diesen Beamtenlaufbahnen in der Regel nicht eingestellt werden.

Gibt es Ausnahmen bei der Staatsangehörigkeit für den Militärdienst?

Ja, das Bundesministerium der Verteidigung kann im Einzelfall Ausnahmen von der deutschen Staatsangehörigkeit zulassen. Dies geschieht nur, wenn ein besonderes dienstliches Bedürfnis vorliegt, etwa bei sehr spezifischen und dringend benötigten Fähigkeiten. Es handelt sich um eine Einzelfallentscheidung, auf die kein Rechtsanspruch besteht.

Wie bereite ich mich auf das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr vor?

Eine gründliche Vorbereitung auf das Auswahlverfahren der Bundeswehr ist empfehlenswert. Dazu gehört das Prüfen deiner Ausweisdokumente und die frühzeitige Klärung einer möglichen Ausnahmegenehmigung. Bereite dich auf den computergestützten Test (CAT) vor, übe unter Zeitdruck und mache dich mit den Aufgabenformaten vertraut. Beachte auch medizinische Vorgaben und plane gegebenenfalls den Basis-Fitness-Test ein.

Was ist der computergestützte Test (CAT) im Bundeswehr Assessment?

Der computergestützte Test (CAT) ist ein zentraler Bestandteil des Bundeswehr Assessments, der deine kognitiven Fähigkeiten misst. Er prüft unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken, Reaktionsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit. Bei einigen Laufbahnen passt sich die Schwierigkeit des Tests adaptiv an deine Antworten an.

Wie lange dauert das Auswahlverfahren bei der Bundeswehr?

Das Auswahlverfahren im Karrierecenter dauert für Mannschaften, Fachunteroffiziere und Feldwebel in der Regel ein bis zwei Tage. Für die Offizierlaufbahn findet das Verfahren im Assessmentcenter für Führungskräfte statt und dauert in der Regel zwei bis zweieinhalb Tage. Der Freiwillige Wehrdienst hat meist ein eintägiges Verfahren.

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Gründer und Geschäftsführer

Tom Wenk hat TestHelden gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer der eHEROES GmbH. Im TestHelden-Magazin schreibt er seit 2020 über Einstellungstests und Auswahlverfahren: bei Polizei, Bundeswehr und Zoll, bei IHK-Prüfungen sowie bei Aufnahmetests für Medizin, Psychologie und Studium. Seine Beiträge erklären den Ablauf, die typischen Testbereiche und eine gezielte Vorbereitung.

Veröffentlicht am im TestHelden-Magazin, Bereich Bundeswehr Einstellungstest.

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