Panzergrenadiere der Bundeswehr: Aufgaben, Voraussetzungen, Gehalt
Wenn du Panzergrenadier werden möchtest, entscheidest du dich für eine der zentralen und traditionsreichsten Truppengattungen des Deutschen Heeres. Als Teil der mechanisierten Kräfte kämpfst du aufgesessen im modernen Schützenpanzer oder abgesessen im direkten Gefecht gegen feindliche Infanterie. Der Einstieg in diese Verwendung erfolgt über die allgemeinen militärischen Laufbahnen der Bundeswehr. Du bewirbst dich zunächst für eine Laufbahn als Mannschaftssoldat, Fachunteroffizier, Feldwebel oder Offizier. Deinen konkreten Verwendungswunsch für die Panzergrenadiertruppe gibst du im Einplanungsgespräch nach dem erfolgreichen Assessment an.
Du willst eine Karriere bei den Panzertruppen? Hier erfährst du, was dich im Auswahlverfahren und im Dienst erwartet. Im TestHelden-Magazin erfährst du alles über die konkreten Aufgaben, die Voraussetzungen für die verschiedenen Laufbahnen, den Ablauf des Einstellungstests, die Standorte der Bataillone und das Gehalt in dieser Truppengattung. Bereite dich so gezielt auf deinen Karrierestart vor.
Auf einen Blick: Panzergrenadiere der Bundeswehr
- Aufgaben: Du kämpfst als Teil der Panzertruppen auf- und abgesessen gegen feindliche Infanterie und gepanzerte Fahrzeuge.
- Laufbahnen: Der Einstieg ist über die Laufbahnen der Mannschaften, Fachunteroffiziere, Feldwebel oder Offiziere möglich.
- Auswahlverfahren: Das Assessment im Karrierecenter dauert in der Regel ein bis zwei Tage (für Offizieranwärter ein bis drei Tage) und umfasst unter anderem einen Computertest und eine ärztliche Untersuchung.
- Gehalt: Im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad startest du mit einem monatlichen Grundgehalt von 2.706,99 Euro brutto.
- Vorbereitung: Ein gezieltes Training für den computergestützten Test und gegebenenfalls den Sporttest trägt zu einem erfolgreichen Assessment bei.
Was sind die Panzergrenadier Aufgaben im Einsatz?
Als Panzergrenadier bist du Teil der Panzertruppen, die als mechanisierte Kräfte den Kern und das Rückgrat des Heeres bilden. Deine Hauptaufgabe ist der Kampf gegen feindliche Infanterie und deren gepanzerte Kampffahrzeuge.
Die Panzertruppen sind nicht nur in der Verteidigung eingesetzt, sondern führen auch weiträumige oder schnelle, wuchtige Angriffe durch und sind der Hauptträger beweglich geführter Landoperationen. Für die Panzergrenadiertruppe gilt im Gefecht der Grundsatz: „Aufgesessen so lange wie möglich, abgesessen nicht länger als nötig.“ Im Einsatzraum bewegst du dich gut geschützt in deinem Schützenpanzer fort. Sobald es die taktische Lage erfordert, verlässt du das Fahrzeug und kämpfst abgesessen im direkten Gelände. Dabei setzt die Truppe Flach- und Steilfeuer sowie moderne Panzerabwehrwaffen ein. Zur Hauptausrüstung der Panzergrenadiere gehört der Schützenpanzer Puma, der seit dem Jahr 2015 schrittweise den älteren Schützenpanzer Marder ablöst. Mehr zu den Aufgaben des Heeres liest du im Beitrag Heer der Bundeswehr: Auftrag, Truppengattungen, Laufbahnen, Einstieg.
Wo ist ein Panzergrenadierbataillon stationiert?
Panzergrenadierbataillone sind an verschiedenen Standorten in Deutschland stationiert, darunter Augustdorf, Neustadt am Rübenberge, Hagenow und Viereck. Ein aktives Panzergrenadierbataillon findest du beispielsweise in Augustdorf (Panzergrenadierbataillon 212), Neustadt am Rübenberge (Panzergrenadierbataillon 33), Hagenow (Panzergrenadierbataillon 401) oder in Viereck (Panzergrenadierbataillon 411). Der Führungsnachwuchs der Panzer- und Panzergrenadiertruppe wird zentral im Ausbildungszentrum Munster in Niedersachsen ausgebildet. Dort befindet sich auch das Panzergrenadierlehrbataillon 92.
Wie läuft die Panzergrenadier Ausbildung ab?
Es gibt bei der Bundeswehr keine isolierte Panzergrenadier Ausbildung, für die du dich direkt bewirbst. Stattdessen steigst du über die regulären militärischen Laufbahnen ein.
Du bewirbst dich für die Laufbahn der Mannschaften, der Fachunteroffiziere, der Feldwebel oder der Offiziere. Mehr dazu liest du im Beitrag Einplanergespräch bei der Bundeswehr: Ablauf, Fragen, Verwendungswunsch. Die Ausbildung beginnt für alle Soldaten mit einer militärischen Grundausbildung. Die Basisausbildung im Heer dauert in der Regel sechs Monate und umfasst grundlegende militärische Fähigkeiten wie Waffenausbildung, Gefechtsdienst und Erste Hilfe. Danach folgt die laufbahn- und verwendungsspezifische Ausbildung an den Truppenschulen und in deinem Stammverband. Wenn du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit verpflichtest, hängt deine Dienstzeit stark von der gewählten Laufbahn ab. Das Soldatengesetz legt fest, dass du dich für bis zu 25 Jahre verpflichten kannst, längstens jedoch bis zum 62. Lebensjahr.
Die folgende Tabelle zeigt dir die Regelverpflichtungszeiten für verschiedene Laufbahnen.
| Laufbahn | Regelverpflichtungszeit in Jahren |
|---|---|
| Mannschaften (Soldat auf Zeit) | 1 bis 25 |
| Feldwebel (regulär) | 12 |
| Offiziere (mit Studium) | 13 |
Welche Voraussetzungen gelten für Panzergrenadiere der Bundeswehr?
Um eine militärische Karriere bei der Bundeswehr zu starten, musst du mindestens 17 Jahre alt sein und die deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes besitzen.
Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Bist du noch minderjährig, benötigst du das schriftliche Einverständnis deiner Sorgeberechtigten. Ausnahmen bei der Staatsangehörigkeit kann das Bundesministerium der Verteidigung nur im Einzelfall bei einem besonderen dienstlichen Bedürfnis zulassen. Die schulischen Voraussetzungen richten sich nach der Laufbahn, für die du dich entscheidest:
- Mannschaften: Für diese Laufbahn genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht, ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben.
- Feldwebel: Hier brauchst du mindestens den Realschulabschluss. Alternativ reicht ein Hauptschulabschluss, wenn du zusätzlich einen förderlichen Berufsabschluss vorweisen kannst.
- Offiziere: Für die Offizierlaufbahn, die in der Regel mit einem Studium verbunden ist, benötigst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife.
Darüber hinaus musst du die charakterliche, geistige und körperliche Eignung für den militärischen Dienst mitbringen. Es dürfen keine Berufungshindernisse vorliegen; so führt beispielsweise eine Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe zum Ausschluss aus dem Verfahren.
Wie sieht das Auswahlverfahren aus?
Dein Weg in die Truppe beginnt immer mit einem persönlichen Beratungsgespräch bei der Karriereberatung der Bundeswehr, bevor du zum Assessment eingeladen wirst. Das Auswahlverfahren im Karrierecenter dauert in der Regel ein bis zwei Tage, für Offizieranwärter im Assessmentcenter für Führungskräfte ein bis drei Tage.
Im Karrierecenter erwartet dich zunächst eine medizinische Eignungsuntersuchung. Ein Arzt prüft unter anderem dein Gehör, deine Sehkraft, deinen Blutdruck sowie deinen Rücken und deine Gelenke. Trägst du Kontaktlinsen, solltest du diese drei Tage vor und während des Sehtests nicht tragen; eine Augenlaser-Operation muss mindestens drei Monate zurückliegen.
Ein weiterer Bestandteil ist der computerassistierte Test (CAT). Hier werden deine Sprachbeherrschung, deine mathematische Kompetenz, dein logisches Denken sowie deine Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit gemessen. Die Schwierigkeit der Aufgaben passt sich adaptiv an deine Antworten an. Vorab füllst du einen biografischen Fragebogen aus, für den du in der Regel 30 Minuten Zeit hast.
Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter auch ein Sporttest zum Assessment gehören. Dieser Basis-Fitness-Test prüft deine körperliche Leistungsfähigkeit. Den Abschluss bildet ein eignungsdiagnostisches Interview, in dem deine Motivation und deine Persönlichkeit hinterfragt werden.
Tipp für deinen CAT-Test
Im TestHelden Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer kannst du dich gezielt auf den Computertest im Assessment vorbereiten. Du bekommst einen strukturierten Lernplan bis zu deinem Testtag an die Hand.
Wie hoch ist das Panzergrenadier Gehalt?
Dein Gehalt bei der Bundeswehr richtet sich nach deinem Dienstgrad, deiner Besoldungsgruppe und deiner Erfahrungsstufe. Als Anwärterin oder Anwärter startest du immer im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad, der bei dieser Truppengattung Panzergrenadier heißt.
In diesem Einstiegsdienstgrad wirst du nach der Besoldungsgruppe A 3 bezahlt. Das monatliche Grundgehalt in der Stufe 1 beträgt ab dem 1. März 2024 2.706,99 Euro brutto. Die Dienstbezüge werden monatlich im Voraus gezahlt. Mit zunehmender Dienstzeit und bei entsprechenden Leistungen wirst du befördert, wodurch auch dein Gehalt steigt. Nach drei Monaten kannst du frühestens zum Gefreiten ernannt werden, nach sechs Monaten zum Obergefreiten. Ein Oberstabsgefreiter wird beispielsweise nach A 5 besoldet, ein Feldwebel nach A 7 und ein Leutnant nach A 9. Zusätzlich zum Grundgehalt können weitere Zahlungen kommen. Wenn du verheiratet bist oder Kinder hast, erhältst du einen Familienzuschlag. Für bestimmte militärische Führungsfunktionen, etwa als Gruppen- oder Truppführer, gibt es eine Stellenzulage von 100 Euro im Monat. Mehr zu den Laufbahnen und Dienstgraden erfährst du im Artikel Bundeswehr Laufbahnen: Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel, Offiziere im Vergleich.
Die folgende Tabelle zeigt dir die Dauer verschiedener Ausbildungsabschnitte in Monaten, die du im Laufe deiner Karriere durchlaufen kannst.

| Ausbildungsabschnitt | Dauer in Monaten |
|---|---|
| Grundausbildung (Luftwaffe, Marine, CIR) | ca. 3 |
| Basisausbildung (Heer) | 6 |
| Masterstudium (Offiziere) | 48 |
Wie bereite ich mich auf den Einstellungstest vor?
Bereite dich gründlich vor, um im Assessment zu überzeugen und für deine Wunschverwendung bei den Panzergrenadieren eingeplant zu werden. Gehe dabei am besten in diesen Schritten vor:
- Computertest trainieren: Der CAT-Test findet unter strengem Zeitdruck statt. Nutze den Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer, um dich gezielt auf den Computertest vorzubereiten. Wenn du die Aufgabentypen kennst, sparst du im echten Test wertvolle Zeit.
- Sporttest vorbereiten: Falls der Basis-Fitness-Test Teil deines Assessments ist, trainiere Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Übe die Disziplinen Klimmhang, Sprint und Fahrradergometer gezielt.
- Interview üben: Bereite dich auf Fragen zu deiner Motivation, deinen Stärken und Schwächen sowie deinem Wissen über die Bundeswehr und die Panzergrenadiertruppe vor. Übe freies Sprechen und eine klare Argumentation.
Fazit: Dein Weg zu den Panzertruppen
Als Panzergrenadier erwartet dich eine körperlich und mental fordernde Aufgabe als zentrale Aufgabe im Heer, bei der du aufgesessen im Schützenpanzer und abgesessen im direkten Gefecht eingesetzt wirst. Der Einstieg gelingt über die regulären militärischen Laufbahnen, wobei du im Assessmentcenter durch gute Leistungen im Computertest, beim Sport und im Interview überzeugen musst, um deinen Verwendungswunsch im Einplanungsgespräch erfüllt zu bekommen.
Nimm die Vorbereitung auf das Auswahlverfahren ernst und beginne frühzeitig mit dem Training für den CAT-Test, zum Beispiel mit dem Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer. Auch den Basis-Fitness-Test solltest du frühzeitig trainieren. Wenn du dich zielgerichtet vorbereitest und weißt, was auf dich zukommt, gehst du selbstbewusst in das ein- bis zweitägige (für Offiziere ein- bis dreitägige) Assessment und schaffst eine gute Basis für deine Karriere bei der Bundeswehr.
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