Pilot bei der Bundeswehr: Jet, Transport, Hubschrauber, Auswahlverfahren
Wer bundeswehr pilot werden möchte, schlägt die Offizierlaufbahn ein und durchläuft ein anspruchsvolles, dreistufiges Auswahlverfahren. Du kannst dich je nach Schulabschluss für eine Ausbildung mit oder ohne Studium entscheiden und wirst nach erfolgreichem Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln sowie weiteren fliegerischen Tests für Flächenflugzeuge oder Hubschrauber eingeplant. Der Weg ins Cockpit eines Jets, Transportflugzeugs oder Hubschraubers verlangt Disziplin, technisches Verständnis und körperliche Fitness. Mehr zu den allgemeinen Rahmenbedingungen erfährst du im Beitrag Offizier bei der Bundeswehr.
Du möchtest eine Karriere im Cockpit starten und dich gezielt auf die Prüfungen vorbereiten? Dieser Artikel hilft dir dabei. Du erfährst im Detail, welche schulischen und gesundheitlichen Bedingungen du erfüllen musst, wie der Pilotentest in seinen drei Phasen genau abläuft und mit welchem Gehalt du während und nach der Ausbildung rechnen kannst. Dieser Ratgeber zeigt dir zudem die verschiedenen Ausbildungsstationen im In- und Ausland, damit du weißt, was dich erwartet.
Auf einen Blick: Pilot bei der Bundeswehr
- Voraussetzungen: Für den Einstieg ohne Studium brauchst du mindestens die Mittlere Reife.
- Auswahlverfahren: Das Assessment umfasst Tests in Köln, medizinische Untersuchungen und eine Lernprobe am Flugsimulator.
- Verpflichtungszeit: Als Pilotin oder Pilot verpflichtest du dich in der Regel für mindestens 16 Jahre.
- Gehalt: Das Einstiegsgehalt als Offizieranwärter liegt bei 2.706,99 Euro brutto im Monat.
- Vorbereitung: Bei TestHelden übst du gezielt für den computergestützten Test und das Interview.
Wie kann ich Pilot bei der Bundeswehr werden?
Um Pilot zu werden, bewirbst du dich für die Offizierlaufbahn, die Wege mit und ohne Studium bietet. Der Zugang führt immer über eine Bewerbung, das Assessmentcenter und die speziellen Eignungsprüfungen für den fliegerischen Dienst.
Für fliegerische Verwendungen ohne Studium, etwa als Pilotin oder Pilot auf einem Hubschrauber oder Transportflugzeug, reicht in der Regel der Realschulabschluss. Das Abitur ist für die Pilotenlaufbahn der Luftwaffe keine zwingende Voraussetzung. Wer jedoch mit einem Studium einsteigen möchte, benötigt mindestens die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife. Du kannst direkt in die fliegerische Ausbildung starten, erst ein Studium absolvieren und dann die fliegerische Ausbildung beginnen oder beides in einem dualen Studiengang verbinden. Ein duales Studium wie Aeronautical Engineering verknüpft die fliegerische Ausbildung mit einem Bachelorabschluss in einer Zeit von etwa sieben Jahren.
Welche Voraussetzungen gibt es für Piloten der Bundeswehr?
Neben dem passenden Schulabschluss musst du die deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes besitzen und mindestens 17 Jahre alt sein.
Wer noch nicht volljährig ist, braucht unbedingt die schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertretung. Ausnahmen bei der Staatsangehörigkeit kann das Bundesministerium der Verteidigung im Einzelfall zulassen, wenn ein besonderes dienstliches Bedürfnis besteht. Außerdem brauchst du die charakterliche, geistige und körperliche Eignung für den militärischen Dienst. Tätowierungen im sichtbaren Bereich sind nur erlaubt, wenn sie der entsprechenden Rechtsverordnung der Bundeswehr nicht widersprechen.
Deine Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung. Die Flugtauglichkeit wird in der flugmedizinischen Erstuntersuchung auf Wehrfliegerverwendungsfähigkeit streng geprüft. Zur Untersuchung gehören ein Lungenfunktionstest, die augenärztliche Prüfung des Sehvermögens, die Feststellung des Zahnstatus und eine HNO-Untersuchung. Ein spezieller Test im 360° GyroStim prüft zudem deine Neigung zur Flugkrankheit. Etwa 8,3 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber für die Laufbahn der Zeitsoldaten wurden im Jahr 2025 als nicht dienstfähig eingestuft.
Wie läuft das Auswahlverfahren für den fliegerischen Dienst der Bundeswehr ab?
Die Eignungsfeststellung für den fliegerischen Dienst besteht aus drei Phasen, die deine allgemeine soldatische Eignung, deine Studierfähigkeit und deine fliegerischen Anlagen prüfen.
Mit dem Offizier Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Phase I findet im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln statt und dauert in der Regel ein bis drei Tage. Hier absolvierst du einen computergestützten Test in den Bereichen Sprache, Mathematik, abstrakt-logisches Denken und Persönlichkeit. Hinzu kommen ein Gruppensituationsverfahren, ein Interview und der Basis-Fitness-Test. Dieser Sporttest besteht aus einem Pendellauf, dem Klimmhang und dem Fahrradergometer. Für den fliegerischen Dienst wird in dieser Phase zusätzlich ein spezieller Klassifikationstest durchgeführt.
In Phase II folgt die flugpsychologische und flugmedizinische Erstuntersuchung am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln. Hier steuerst du erstmals ein virtuelles Flugzeug mit Steuerknüppel, Ruderpedalen und Schubhebel. Geprüft werden intellektuelle, charakterliche und praktisch-fliegerische Grundlagen sowie die medizinische Tauglichkeit.
Phase III ist eine realitätsnahe Lernprobe an einem simulationsgestützten Eignungsprüfgerät für Starr- oder Drehflügler. Du erhältst vorab Lernunterlagen und bearbeitest während der Simulation Rechenaufgaben, Raumvorstellungsaufgaben und Gedächtnisaufgaben. Für Flächenflugzeuge findet diese Phase in Fürstenfeldbruck statt. Erst wenn du alle drei Phasen erfolgreich durchlaufen hast, erfolgt die Einstellung.
Tipp des TestHelden-Teams
Im Offizier Testtrainer bereitest du dich gezielt auf Phase I des Auswahlverfahrens vor. Bei TestHelden übst du für den computergestützten Test in den Bereichen Mathematik, Sprache und Logik. Du erfährst außerdem, worauf es im Gruppensituationsverfahren und im Interview ankommt.
Wie sieht die Pilotenausbildung der Bundeswehr aus?
Die Ausbildung besteht aus einer militärischen Grundausbildung, dem Offizierlehrgang und der anschließenden fliegerischen Schulung im In- und Ausland. Vor dem eigentlichen Fliegen absolvierst du einen speziellen Englischkurs, flugphysiologisches Training in der Humanzentrifuge und in der Höhenklima-Simulationsanlage sowie der Grundlehrgang zum Überleben auf See.
Weg zum jetpilot bundeswehr
Alle künftigen Piloten absolvieren zunächst eine dreimonatige allgemeine Grundausbildung. Danach folgt der rund achtmonatige Offizierlehrgang an der Offizierschule der Luftwaffe der Bundeswehr in Roth. Hier lernst du die rechtlichen Grundlagen für den Grundbetrieb und Einsätze sowie die Führung von Luftstreitkräften. Die fliegerische Grundausbildung findet bei der 3. Deutschen Luftwaffenausbildungsstaffel in Goodyear in den USA auf der Grob G-120TP statt und dauert drei bis vier Monate. Künftige Jetpiloten wechseln anschließend für rund 15 Monate auf die Sheppard Air Force Base in Texas. Dort trainieren jährlich etwa 250 Flugschüler aus 14 NATO-Ländern auf den Mustern T-6A und T-38C. Die Musterberechtigung erfolgt später auf dem Tornado beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel, dem Eurofighter beim Taktischen Luftwaffengeschwader 73 in Laage oder künftig der F-35A in Ebbing. Bis zum fertig ausgebildeten Kampfpiloten dauert es mindestens fünf Jahre, mit einem zusätzlichen Masterstudium bis zu zehn Jahre.
Weg zum hubschrauberpilot bundeswehr
Angehende Hubschrauberpiloten aller Teilstreitkräfte erhalten ihre Hubschrauberführergrundausbildung am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg. Die fliegerische Grundausbildung auf dem Schulungshubschrauber EC 135 dauert zwölf Monate. Die Heeresfliegertruppe führt mit Hubschraubern den luftbeweglichen Kampf und verfügt über rund 200 Maschinen. Die spezielle Ausbildung für den Kampfhubschrauber Tiger läuft im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum in Le Cannet-des-Maures.
Die folgende Tabelle zeigt die Dauer ausgewählter Ausbildungsstationen für angehende Pilotinnen und Piloten.

| Ausbildungsstation | Dauer in Monaten |
|---|---|
| Allgemeine Grundausbildung | 3 |
| Offizierlehrgang Luftwaffe | 8 |
| Hubschrauber-Grundausbildung | 12 |
| Jet-Training in Texas (ENJJPT) | 15 |
Was kostet die Ausbildung und wie hoch ist das Gehalt als Pilot?
Die Ausbildung kostet dich nichts, stattdessen beziehst du von Beginn an ein festes Gehalt nach der Bundesbesoldungsordnung A. Die Dienstbezüge werden monatlich im Voraus gezahlt.
Als Offizieranwärterin oder Offizieranwärter steigst du im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad ein. Deine Besoldungsgruppe ist A 3. Das Grundgehalt in der Stufe 1 beträgt 2.706,99 Euro brutto im Monat. Später wirst du zum Leutnant befördert, was der Besoldungsgruppe A 9 entspricht. Die Spanne des Grundgehalts reicht bis zu 8.716,97 Euro in der Endstufe der Besoldungsgruppe A 16.
Zusätzlich zum Grundgehalt können Piloten eine Stellenzulage für die fliegerische Verwendung und eine Fliegerzulage erhalten. Die genaue Kombination der Zulagen hängt von den jeweiligen Anrechnungsvorschriften ab. Die Fliegerzulage beträgt für Strahlflugzeugführer 564 Euro und für sonstige Hubschrauberführer 432 Euro im Monat. Während der fliegerischen Ausbildung liegt diese Zulage bei 168 Euro. Verheiratete Soldatinnen und Soldaten bekommen außerdem den Familienzuschlag der Stufe 1 von 171,28 Euro im Monat. Bei besonderen Verwendungen im Ausland wird ein Auslandsverwendungszuschlag gezahlt, der je nach Stufe bis zu 153 Euro am Tag betragen kann.
Die folgende Tabelle zeigt die monatliche Stellenzulage für ausgewählte fliegerische Verwendungen.

| Verwendung | Zulage in Euro |
|---|---|
| Strahlflugzeugführer | 680 |
| Sonstige Luftfahrzeugführer | 540 |
| Steuerer unbemannter Luftfahrtgeräte | 475 |
| Ständige Besatzungsangehörige | 435 |
Wie bereite ich mich auf den Pilotentest vor?
Bereite dich frühzeitig auf das Assessmentcenter in Köln vor, damit deine Bewerbung erfolgreich ist. Der Auswahlprozess verlangt dir kognitiv und körperlich hohe Leistungen ab.
- Testbereiche kennenlernen: Mache dich mit den Anforderungen im computergestützten Test vertraut. Übe gezielt Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Sprache und abstrakt-logisches Denken.
- Sportlich trainieren: Der Basis-Fitness-Test verlangt Ausdauer und Kraft. Trainiere rechtzeitig für den Pendellauf, den Klimmhang und das Fahrradergometer, damit du am Testtag fit bist.
- Interview üben: Überlege dir, warum du den fliegerischen Dienst machen möchtest und bereite dich auf Fragen zu deiner Persönlichkeit, Belastbarkeit und deinem Verantwortungsbewusstsein vor.
- Online-Testtrainer nutzen: Im Offizier Online-Testtrainer arbeitest du dich durch einen strukturierten Lernplan bis zum Testtag und lernst die typischen Formate des Auswahlverfahrens kennen.
Fazit: Abheben in eine anspruchsvolle Karriere
Der Weg ins Cockpit der Bundeswehr fordert dir in einem dreistufigen Auswahlverfahren einiges ab, bietet dafür aber eine umfassende Ausbildung und ein sicheres Gehalt ab dem ersten Tag. Die Stationen in den USA und in Frankreich machen die Laufbahn international und abwechslungsreich.
Als Pilotin oder Pilot im Jet, Transporter oder Hubschrauber verpflichtest du dich in der Regel für 16 Jahre und übernimmst große Verantwortung für Mensch und Material. Bereite dich rechtzeitig auf das Assessmentcenter vor, damit du im computergestützten Test und im Gespräch überzeugst. Mit dem Offizier Testtrainer startest du gut vorbereitet in den fliegerischen Dienst und gehst gut vorbereitet in die Prüfungen.
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