Einstellungstest nicht bestanden: Wiederholung, Sperrfrist, zweite Chance
Wenn du beim Bundeswehr Einstellungstest durchgefallen bist, ist das im ersten Moment natürlich eine Enttäuschung, aber kein endgültiges Aus deiner Karrierepläne bei den Streitkräften. In der Regel hast du die Möglichkeit, das Assessment nach Ablauf einer Sperrfrist einmal zu wiederholen. Die genauen Fristen und Bedingungen hängen dabei von der angestrebten Laufbahn und dem zuständigen Karrierecenter ab. Analysiere stattdessen die Gründe für das Nichtbestehen.
Dieser Artikel richtet sich an alle Bewerbenden, die beim ersten Versuch im Karrierecenter oder im Assessmentcenter für Führungskräfte nicht überzeugen konnten. Er erklärt, wann eine erneute Teilnahme möglich ist, welche Testteile du wiederholen musst und wie du dich auf deinen zweiten Versuch vorbereitest. Außerdem erfährst du, welche Alternativen dir innerhalb der Bundeswehr offenstehen, falls es mit der militärischen Wunschlaufbahn nicht klappen sollte.
Auf einen Blick: Einstellungstest nicht bestanden
- Wiederholung: Ist das Assessment negativ ausgegangen, kannst du es nach Ablauf der geltenden Fristen einmal wiederholen.
- Sperrfrist: Für die Laufbahn der Mannschaften und den Freiwilligen Wehrdienst ist eine erneute Teilnahme frühestens nach sechs Monaten möglich.
- Sporttest: Hast du ausschließlich den Basis-Fitness-Test nicht bestanden, kannst du diesen Teil gesondert wiederholen.
- Gültigkeit: Ein positives Ergebnis im Assessment ist grundsätzlich zwei Jahre ab der Feststellung gültig.
- Zivile Wege: Ein Wechsel in den zivilen Bereich der Bundeswehr ist grundsätzlich auch mit 40 oder 50 Jahren noch möglich.
Was bedeutet es, wenn du den Bundeswehr-Test nicht bestanden hast?
Wenn die Eignungsentscheidung am Ende der Prüftage negativ ausfällt, hast du den Bundeswehr-Test nicht bestanden. Das Karrierecenter oder das Assessmentcenter für Führungskräfte teilt dir in diesem Fall mit, dass du für die angestrebte militärische Laufbahn derzeit nicht eingeplant werden kannst. Das kann verschiedene Gründe haben: Vielleicht haben die Ergebnisse im computergestützten Test (CAT) nicht für die gewünschte Verwendung gereicht, oder das Eignungsinterview hat Zweifel an deiner Eignung für eine Führungsfunktion aufgeworfen.
Ein negatives Ergebnis bedeutet jedoch nicht das Ende deiner Karriere bei der Bundeswehr. Oft wird dir direkt im Einplanungsgespräch eine Alternative angeboten. Wenn du dich beispielsweise für die Feldwebellaufbahn beworben hast, aber die Testergebnisse dafür nicht ausreichen, wird dir möglicherweise der Einstieg in die Laufbahn der Mannschaften angeboten. Nimmst du dieses Angebot an, kannst du später durch gute Leistungen und Weiterbildungen immer noch aufsteigen. Lehnst du ab, bleibt dir der Weg über eine Wiederholung des Auswahlverfahrens oder einzelner Testteile.
Wann darfst du das Bundeswehr Assessment wiederholen?
Ist das Assessment negativ ausgegangen, kannst du es nach Ablauf der geltenden Fristen einmal wiederholen. Wie lange du warten musst, hängt von deiner angestrebten Laufbahn und den Vorgaben des jeweiligen Karrierecenters ab. In der Zwischenzeit solltest du die Möglichkeit nutzen, dich weiterzuentwickeln und an deinen Schwächen zu arbeiten.
Für den Freiwilligen Wehrdienst und die Laufbahn der Mannschaften gilt bundesweit eine Regelung: Eine erneute Teilnahme ist frühestens nach sechs Monaten möglich. Bei den Fachunteroffizieren und Feldwebeln ist die Sperrfrist für das gesamte Assessment nicht fest beziffert, auch hier solltest du aber mit einer mehrmonatigen Wartezeit rechnen. Diese Zeit kannst du nutzen, um dich auf die Testbereiche vorzubereiten, die dir beim ersten Mal Schwierigkeiten bereitet haben.
Sperrfristen beim Bundeswehr-Einstellungstest im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Fristen rund um das Assessment und die Gültigkeit der Ergebnisse.

| Regelung | Dauer in Monaten |
|---|---|
| Sperrfrist Mannschaften und Freiwilliger Wehrdienst | 6 |
| BFT-Wiederholung Fachunteroffiziere/Feldwebel (max.) | 6 |
| Gültigkeit eines bestandenen Assessments | 24 |
Welche Testbereiche musst du beim Bundeswehr Einstellungstest wiederholen?
Wenn eine komplette Wiederholung des Assessments für deine Laufbahn vorgesehen ist, durchläufst du in der Regel wieder alle Stationen erneut. Dazu gehören der computergestützte Test (CAT), die ärztliche Untersuchung, das Eignungsinterview und gegebenenfalls der Sporttest. Im CAT werden unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen sowie technisches Verständnis gemessen. Typisch sind Aufgaben, bei denen du schnell Muster erkennen oder einfache Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen sollst. Da sich die Aufgaben aus einem großen Pool speisen, wirst du beim zweiten Versuch andere Fragen erhalten als beim ersten Mal.
Für den Sporttest gibt es eine Ausnahme: Hast du nur den Basis-Fitness-Test nicht bestanden, die anderen Stationen aber erfolgreich absolviert, kannst du diesen Teil gesondert wiederholen. Die Karrierecenter regeln das unterschiedlich. Bei Fachunteroffizieren und Feldwebeln ist die Wiederholung etwa frühestens nach sechs Wochen oder einmalig innerhalb von sechs Monaten möglich. Bewirbst du dich für den Freiwilligen Wehrdienst, gibt es im Assessment derzeit ohnehin keinen Sporttest; dieser folgt erst in der Grundausbildung. Für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit besteht der Basis-Fitness-Test aus drei Disziplinen, die innerhalb von 90 Minuten absolviert werden müssen: 11 x 10 Meter Sprint (höchstens 60 Sekunden), Klimmhang (mindestens 5 Sekunden) und 3.000 Meter auf dem Fahrradergometer (höchstens 6:30 Minuten).
Gezielt auf den zweiten Versuch vorbereiten
Für den Erfolg beim nächsten Mal ist es hilfreich, genau zu wissen, was im CAT auf dich zukommt. Im Bundeswehr Testtrainer übst du die typischen Aufgabenbereiche wie Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken und Reaktionsfähigkeit unter Zeitdruck. Ein Lernplan hilft dir, dich bis zu deinem neuen Assessment-Termin vorzubereiten und deine Schwächen abzubauen.
Wie nutzt du deine zweite Chance bei der Bundeswehr richtig?
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, wenn du deine zweite Chance bei der Bundeswehr nutzen möchtest. Da du nun weißt, wie das Auswahlverfahren abläuft und wie die Abläufe in den Karrierecentern sind, hast du einen Vorteil gegenüber Erstbewerbenden. Du kennst die Räumlichkeiten, weißt, wie der Test am Computer abläuft, und kannst am Prüfungstag gelassener sein.
Analysiere zunächst, woran es beim ersten Mal gelegen hat. Überlege, welche Probleme du hattest: War der computergestützte Test zu schwer, das Interview unklar oder fehlte die Kraft beim Sporttest? Dort solltest du ansetzen. Wenn du weißt, wo deine Schwächen liegen, kannst du dir einen passenden Trainingsplan für die kommenden Monate erstellen. Mehr zum genauen Ablauf des Verfahrens liest du im Beitrag zum Bundeswehr Auswahlverfahren.
Welche Alternativen gibt es, wenn du beim Bundeswehr Einstellungstest durchgefallen bist?
Wenn es mit der militärischen Laufbahn trotz Wiederholung nicht klappt oder du die Sperrfrist nicht abwarten möchtest, bietet die Bundeswehr auch zahlreiche Möglichkeiten im zivilen Bereich. Du kannst dich für eine zivile Ausbildung, ein duales Studium oder einen Direkteinstieg bewerben und so Teil der Bundeswehrverwaltung oder der technischen Bereiche werden. Die Bundeswehr ist ein großer Arbeitgeber in Deutschland und sucht Personal für Verwaltung, Handwerk und IT.
Ein Vorteil der zivilen Laufbahnen: Ein Wechsel zur Bundeswehr ist hier grundsätzlich auch mit 40 oder 50 Jahren noch möglich, da die strengen Alters- und Gesundheitsvorgaben des militärischen Dienstes nicht im selben Maß gelten. Du arbeitest dann als Beamtin, Beamter oder im Angestelltenverhältnis für die Streitkräfte und leistest einen Beitrag zur Sicherheit, ohne militärischen Dienst zu leisten. Weitere Informationen zu diesen Karrierewegen findest du im Artikel zur zivilen Laufbahn bei der Bundeswehr.
Wie bereitest du dich strukturiert auf den nächsten Versuch vor?
Für den Erfolg beim zweiten Mal ist eine frühzeitige und gründliche Vorbereitung wichtig. Die folgenden Schritte helfen dir dabei, die Zeit bis zum nächsten Assessment gut zu nutzen:
- Schritt 1: Schwächen analysieren. Analysiere, in welchen Testbereichen du Probleme hattest, zum Beispiel bei der Prozentrechnung im CAT, den Fragen zur Motivation im Interview oder dem 11x10-Meter-Sprint im Sporttest.
- Schritt 2: Lernplan erstellen. Plane deine Vorbereitung rückwärts vom neuen Testtermin. Teile die Themen in kleine Blöcke ein und lerne regelmäßig, anstatt die Vorbereitung auf die letzte Woche zu verschieben.
- Schritt 3: Unter Zeitdruck üben. Der CAT erfordert schnelle Entscheidungen und hohe Konzentration. Trainiere deshalb mit einer Stoppuhr, um dich an die Prüfungssituation zu gewöhnen und ruhig zu bleiben.
- Schritt 4: Körperliche Fitness aufbauen. Falls für deine Laufbahn als Soldatin oder Soldat auf Zeit ein Sporttest vorgesehen ist, trainiere die drei Disziplinen (Sprint, Klimmhang, Ergometer) regelmäßig. Achte darauf, die Mindestleistungen zu übertreffen.
Das heißt für dich: Verlasse dich nicht darauf, dass du die Aufgaben beim zweiten Mal schaffst, nur weil du sie schon einmal gesehen hast. Nutze die Sperrfrist, um deine Fähigkeiten zu verbessern.
Fazit: Gute Vorbereitung ist entscheidend
Wenn du beim Einstellungstest durchgefallen bist, ist das kein Grund zur Aufgabe, denn nach einer Sperrfrist kannst du das Assessment einmal wiederholen. Hast du nur den Basis-Fitness-Test nicht bestanden, ist sogar eine gesonderte Wiederholung dieses Teils möglich. Ein positives Assessmentergebnis ist anschließend grundsätzlich zwei Jahre ab der Feststellung gültig, sodass du genug Zeit für die Einplanung hast.
Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Nutze die Wartezeit, um dich mit einem Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer auf den computergestützten Test vorzubereiten. Analysiere deine Fehler aus dem ersten Versuch, trainiere unter realistischen Bedingungen und sei gut vorbereitet für dein nächstes Assessment. So erhöhst du deine Chancen, beim zweiten Anlauf für die gewünschte Laufbahn eingeplant zu werden.
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