Mit 17 zur Bundeswehr: Einstieg als Minderjähriger, Einverständnis, Grenzen
Du möchtest mit 17 zur Bundeswehr? Erfahre, welche Voraussetzungen für Minderjährige gelten, wie du dich bewirbst und was dich im Auswahlverfahren erwartet.
Wer zur Bundeswehr mit 17 möchte, muss das 17. Lebensjahr vollendet haben und braucht die Zustimmung der Sorgeberechtigten. Das Mindestalter gilt für alle militärischen Laufbahnen, egal ob du im Freiwilligen Wehrdienst startest oder dich direkt als Soldatin beziehungsweise Soldat auf Zeit verpflichtest. Eine Einstellung in den militärischen Dienst vor dem 17. Geburtstag ist gesetzlich ausgeschlossen.
Diese Regelung ist für Jugendliche wichtig, die direkt nach dem Schulabschluss in eine militärische Karriere starten wollen. Dieser Beitrag klärt, ab wann du dich bewerben kannst, welche Bundeswehr Voraussetzungen: Alter, Abschluss, Größe, Gesundheit, Staatsangehörigkeit für Minderjährige gelten und was du beim Auswahlverfahren im Karrierecenter beachten musst.
Auf einen Blick: Mit 17 zur Bundeswehr
- Mindestalter: Du musst das 17. Lebensjahr vollendet haben.
- Einverständnis: Wenn du minderjährig bist, benötigst du die schriftliche Zustimmung deiner Sorgeberechtigten.
- Bewerbung: Du kannst dich jederzeit über das Bewerbungsportal oder die Karriereberatung bewerben.
- Wehrdienst: Der Freiwillige Wehrdienst dauert zwischen sechs und elf Monaten.
- Wehrsold: Im Freiwilligen Wehrdienst erhältst du einen Wehrsoldgrundbetrag von 2.600 Euro monatlich.
Ab wann kann man zur Bundeswehr?
Du kannst ab dem vollendeten 17. Lebensjahr zur Bundeswehr gehen. Wer jünger ist, wird nicht für den militärischen Dienst eingestellt, denn das schließen die gesetzlichen Vorgaben aus. Eine einheitliche Höchstaltersgrenze für die Einstellung gibt es nicht. Für bestimmte Verwendungen können jedoch spezifische Altersgrenzen gelten, die im jeweiligen Stellenprofil stehen. Mehr dazu erfährst du im Beitrag Bundeswehr Altersgrenzen: Mindestalter, Höchstalter je Laufbahn, Reserve.
Ist die Bundeswehr mit 16 möglich?
Nein, eine Einstellung mit 16 Jahren in den militärischen Dienst ist nicht möglich. Erst wenn du dein 17. Lebensjahr vollendet hast, erfüllst du die gesetzliche Altersvoraussetzung für den Freiwilligen Wehrdienst oder die Laufbahnen der Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere.
Welche Voraussetzungen gelten für die Bundeswehr ab 17?
Neben dem Alter brauchst du die deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes und musst die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Ein bestimmter Schulabschluss ist für den Freiwilligen Wehrdienst und die Laufbahn der Mannschaften nicht vorgeschrieben. Für die Offizierlaufbahn benötigst du hingegen mindestens die Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Bildungsstand, da ein Bachelor- oder Masterstudium fester Bestandteil dieser Laufbahn ist. Für ein Studium an einer Universität der Bundeswehr musst du dich zudem in der Regel für mindestens 13 Jahre verpflichten.
Bundeswehr Mindestalter und Bundeswehr Einverständnis Eltern
Das Mindestalter für die Bundeswehr liegt bei 17 Jahren. Wenn du noch minderjährig bist, verlangt das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr zwingend das Einverständnis deiner Sorgeberechtigten. Die Sorgeberechtigten müssen die Bewerbungsunterlagen unterschreiben. Zudem prüft die Bundeswehr deine charakterliche und gesundheitliche Eignung. Bei der ärztlichen Untersuchung im Karrierecenter prüft eine Ärztin oder ein Arzt unter anderem Gehör, Sehkraft, Blutdruck und die allgemeine körperliche Belastbarkeit. Dazu gehören Untersuchungen von Rücken und Gelenken, ein Sehtest, ein Urintest sowie die Feststellung von Körpergewicht und Körpergröße. Vorstrafen können ein Hindernis sein, etwa bei einer Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe. Auch Tätowierungen im sichtbaren Bereich sind nicht erlaubt, wenn sie der Rechtsverordnung widersprechen. Im Assessment wird außerdem eine Sicherheitsüberprüfung eingeleitet.
Bundeswehr minderjährig: Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Das Assessment im Karrierecenter ist für volljährige und minderjährige Bewerbende gleich. Am Anfang steht oft ein Beratungsgespräch bei der Karriereberatung der Bundeswehr. Mit ihr stellst du die Unterlagen zusammen, zu denen grundsätzlich der Bewerbungsbogen, ein lückenloser tabellarischer Lebenslauf, eine Kopie des Personalausweises und das Abschlusszeugnis gehören. Das eigentliche Auswahlverfahren dauert in der Regel ein bis zwei Tage und umfasst einen biografischen Fragebogen, die medizinische Untersuchung, ein Prüfgespräch und die Einplanung.
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Was kommt im Computertest und Sporttest dran?
Seit dem 1. Januar 2026 ist grundsätzlich auch für den Freiwilligen Wehrdienst ein computergestützter Test am PC vorgesehen. Einzelne Karrierecenter nutzen diesen für Wehrdienstbewerbende aber noch nicht. Der Computertest misst unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, Denkvermögen und Konzentrationsfähigkeit. Typisch sind Aufgaben, bei denen du schnell Muster erkennen oder einfache Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen sollst. Für Bewerbungen als Soldatin oder Soldat auf Zeit kann je nach Karrierecenter zudem der Basis-Fitness-Test dazugehören. Dieser besteht aus drei Teilen: einem 11 x 10 Meter Sprint (höchstens 60 Sekunden), dem Klimmhang (mindestens 5 Sekunden) und 3.000 Metern auf dem Fahrradergometer (höchstens 6:30 Minuten). Für den Freiwilligen Wehrdienst gibt es diesen Sporttest im Assessment derzeit nicht, er folgt erst später in der Grundausbildung.
Vorbereitung auf das Assessment
Im Karrierecenter musst du in verschiedenen Testbereichen gute Leistungen zeigen. Mit dem Freiwilliger Wehrdienst Einstellungstest Online-Testtrainer von TestHelden übst du gezielt für den Computertest und erstellst dir einen Lernplan bis zum Testtag.
Was kostet die Teilnahme am Auswahlverfahren?
Die Teilnahme am Assessment ist kostenfrei. Die Bundeswehr übernimmt die Kosten für Übernachtung und Verpflegung im Karrierecenter. Für die An- und Abreise mit der Bahn erhältst du Gutscheincodes für die zweite Klasse. Fährst du mit dem eigenen Pkw, bekommst du 20 Cent je Kilometer erstattet, maximal aber 100 Euro. Den Antrag auf Kostenerstattung stellst du binnen drei Monaten.
Wie lange dauert der Dienst und was verdient man?
Der Freiwillige Wehrdienst dauert mindestens sechs und höchstens elf Monate. Wer sich für zwölf Monate oder länger verpflichtet, wird Soldatin oder Soldat auf Zeit. Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit, in dieser Zeit kannst du leichter auf eigenen Antrag entlassen werden. Im Freiwilligen Wehrdienst erhältst du keine Besoldung, sondern einen Wehrsold. Steigst du direkt als Soldatin oder Soldat auf Zeit ein, zum Beispiel in der Laufbahn der Mannschaften, erhältst du ein Grundgehalt nach der Bundesbesoldungsordnung. Das Einstiegsgehalt in der Besoldungsgruppe A 3, Stufe 1 liegt bei 2706,99 Euro monatlich. Zudem hast du Anspruch auf 30 Urlaubstage pro Jahr und unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Weitere Details liefert der Artikel Freiwilliger Wehrdienst 2026: Dauer, Wehrsold, Ablauf, Bewerbung.
Diese Tabelle zeigt die monatlichen Leistungen im Freiwilligen Wehrdienst.

| Leistung | Betrag in Euro |
|---|---|
| Wehrsoldgrundbetrag | 2.600 |
| Kinderzuschlag je Kind | 115 |
| Entlassungsgeld je Dienstmonat | 100 |
Diese Tabelle zeigt die Dauer der Probezeit und des Freiwilligen Wehrdienstes.

| Dienstphase | Dauer in Monaten |
|---|---|
| Probezeit | 6 |
| Freiwilliger Wehrdienst (Minimum) | 6 |
| Freiwilliger Wehrdienst (Maximum) | 11 |
Wie bereite ich mich auf den Einstellungstest vor?
Eine frühzeitige Vorbereitung ist wichtig, um im Karrierecenter gut abzuschneiden. Das gilt besonders für den Computertest und das Prüfgespräch.
- Unterlagen prüfen: Stelle sicher, dass dein Lebenslauf lückenlos ist und die Sorgeberechtigten unterschrieben haben, wenn du minderjährig bist.
- Testformate trainieren: Übe typische Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Logik und Sprachbeherrschung unter Zeitdruck. Im TestHelden-Magazin findest du viele Tipps dazu.
- Sportlich vorbereiten: Falls du dich als Soldat auf Zeit bewirbst und ein Sporttest ansteht, trainiere für den Pendellauf, den Klimmhang und das Fahrradergometer.
- Gespräch üben: Überlege dir gute Antworten auf Fragen zu deiner Motivation und warum du dich schon in jungen Jahren für den Dienst entschieden hast.
Das heißt für dich: Beginne rechtzeitig mit dem Training für den Computertest, denn der Zeitdruck macht ihn anspruchsvoll.
Wann sind die Termine für die Bewerbung?
Für den Freiwilligen Wehrdienst und die Laufbahn der Mannschaften gibt es keine festen Bewerbungsfristen. Du kannst dich jederzeit bewerben. Du kannst den Dienst grundsätzlich zu jedem Monatsbeginn antreten; der Termin wird individuell bei der Einplanung vereinbart.
Anders sieht es bei der Offizierlaufbahn aus. Hier endet die Frist für die Bewerbung am 31. März eines Jahres. Die Einstellung der Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter erfolgt in der Regel zum 1. Juli.
Wie läuft die Wehrerfassung ab 18 Jahren ab?
Auch wenn du schon mit 17 zur Bundeswehr gehen kannst, beginnt die gesetzliche Wehrerfassung erst später. Wehrpflichtig sind alle deutschen Männer ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Im Frieden gelten vom Wehrpflichtgesetz derzeit nur die Erfassung, die Bereitschaftserklärung und die Musterung. Männer, die nach dem 31.12.2007 geboren sind, erhalten einen Fragebogen zur Bereitschaftserklärung. Dieser fragt unter anderem nach dem Interesse am Wehrdienst, der Körpergröße, den Bildungsabschlüssen und der Selbsteinschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit ab; Die Rückmeldefrist beträgt einen Monat. Frauen sind nicht wehrpflichtig, können den Dienst aber freiwillig antreten. Mehr Informationen dazu findest du im Beitrag Wehrdienst 2026: Fragebogen, Musterung, Wehrsold und freiwilliger Wehrdienst.
Fazit: Mit 17 zur Bundeswehr
Wer zur Bundeswehr mit 17 möchte, kann mit dem Einverständnis der Eltern in den Freiwilligen Wehrdienst oder als Soldat auf Zeit starten. Du durchläufst das gleiche Auswahlverfahren wie volljährige Bewerbende und musst in der ärztlichen Untersuchung, im Gespräch und im Computertest gute Leistungen zeigen.
Bereite dich rechtzeitig auf die Testbereiche vor. Nutze den Freiwilliger Wehrdienst Einstellungstest Online-Testtrainer, um dich mit den Aufgabenformaten vertraut zu machen, an deinen Schwächen zu arbeiten und im Karrierecenter selbstbewusst aufzutreten.
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