Zivil oder militärisch? Beide Wege bei der Bundeswehr im Vergleich
Entscheide dich für deine Karriere bei der Bundeswehr: zivil oder militärisch? Erfahre die Unterschiede bei Status, Auswahlverfahren, Gehalt und Verpflichtungszeit.
Wer vor der Berufswahl steht, fragt sich oft: Bundeswehr zivil oder militärisch: Welcher Weg ist der richtige? Die Entscheidung zwischen einer Laufbahn in Uniform und einer Karriere in der Verwaltung bestimmt deinen gesamten beruflichen Alltag, deinen rechtlichen Status und deine Einsatzorte.
Dieser Artikel zeigt dir, für wen sich welcher Weg eignet. Du erfährst alles über die Unterschiede bei den Voraussetzungen, im Auswahlverfahren, beim Gehalt und bei der Verpflichtungszeit, damit du gut für deine Zukunft entscheiden kannst. Mehr zu den zivilen Berufen findest du im Beitrag zur zivilen Laufbahn bei der Bundeswehr.
Auf einen Blick: Zivil oder militärisch
- Status: Im militärischen Bereich wirst du Soldatin oder Soldat, im zivilen Bereich arbeitest du in der Regel im Beamtenverhältnis.
- Auswahlverfahren: Beide Wege erfordern einen computergestützten Test und ein Interview, militärisch kann je nach Karrierecenter ein Sporttest dazukommen.
- Gehalt: Das Einstiegsgehalt richtet sich nach der Besoldungsgruppe, zum Beispiel A 3 für Mannschaften oder A 6 für den mittleren zivilen Dienst.
- Verpflichtung: Soldaten auf Zeit verpflichten sich für mehrere Jahre, während zivile Beamte nach der Probezeit meist auf Lebenszeit ernannt werden.
Bundeswehr zivil oder militärisch: Was passt besser zu dir?
Ob du dich für die zivile oder militärische Seite entscheidest, hängt von deiner Bereitschaft zu Auslandseinsätzen und deinem gewünschten Berufsalltag ab. Im militärischen Dienst trägst du Uniform, nimmst an Übungen teil und musst bundesweit versetzbar sein. Im zivilen Bereich arbeitest du in festen Dienststellen, Werkstätten oder bei der Feuerwehr, ohne militärische Kampfausbildung.
Entscheidungshilfe: Bundeswehr zivil oder Soldat werden?
Wenn du Wert auf einen festen Standort und geregelte Büro- oder Technikaufgaben legst, ist die zivile Seite passend. Suchst du körperliche Herausforderungen und möchtest aktiv an Einsätzen teilnehmen, wählst du die militärische Laufbahn. Einen Überblick über alle militärischen Wege bietet der Beitrag zu den Laufbahnen der Bundeswehr.
Was ist der Unterschied: Soldat oder Zivilbeschäftigter?
Der größte Unterschied zwischen Soldat und Zivilbeschäftigter liegt im rechtlichen Status und der Bindung an die Bundeswehr. Als Soldatin oder Soldat auf Zeit verpflichtest du dich für einen bestimmten Zeitraum. In der Laufbahn der Mannschaften sind das beispielsweise ein bis 25 Jahre. Alternativ gibt es den Freiwilligen Wehrdienst. Im zivilen Bereich absolvierst du deine Ausbildung oder dein duales Studium meist als Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Nach dem erfolgreichen Abschluss und einer in der Regel dreijährigen Probezeit ist die Ernennung auf Lebenszeit vorgesehen.
Welche Voraussetzungen gelten für Bundeswehr Beamter oder Soldat?
Für beide Wege brauchst du die deutsche Staatsangehörigkeit, die Alters- und Schulvoraussetzungen unterscheiden sich jedoch je nach Laufbahn. Im militärischen Bereich musst du mindestens 17 Jahre alt sein. Für die Laufbahn der Mannschaften genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht, für Feldwebel brauchst du mindestens einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit förderlichem Berufsabschluss. Im zivilen Bereich darfst du bei der Einstellung höchstens 49 Jahre alt sein. Für den mittleren nichttechnischen Dienst wird ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung verlangt, für den gehobenen Dienst die Fachhochschulreife oder das Abitur.
Mit dem Bundeswehr Zivile Laufbahn Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Die folgende Tabelle zeigt dir die Dauer der Ausbildung oder des Vorbereitungsdienstes für verschiedene Wege in Monaten.
| Laufbahn | Ausbildungsdauer in Monaten |
|---|---|
| Feldwebel (allgemeiner Fachdienst) | in der Regel 21 |
| Feldwebel (Sanitätsdienst) | regelhaft 36 |
| Mittlerer nichttechnischer Dienst | in der Regel 24 |
| Gehobener nichttechnischer Dienst | 36 |
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Das Assessment findet für beide Wege in einem Karrierecenter oder Assessmentcenter statt. Es dauert ein bis zwei Tage für militärische Laufbahnen und für den mittleren zivilen Dienst in der Regel einen Arbeitstag für die Testteile. Für den gehobenen zivilen Dienst dauert es in der Regel zweieinhalb Arbeitstage. Wenn du dich für eine militärische Laufbahn als Mannschaftssoldat oder Feldwebel bewirbst, absolvierst du einen ein- bis zweitägigen Eignungstest im Karrierecenter. Dort finden eine ärztliche Untersuchung, ein Computertest und ein Interview statt. Das zivile Auswahlverfahren für den mittleren Dienst umfasst einen Computertest und ein mündliches Auswahlgespräch. Für den gehobenen zivilen Dienst reist du in das Assessmentcenter für Führungskräfte nach Köln. Dort dauert der schriftliche Teil in der Regel einen Arbeitstag und der mündliche Teil eineinhalb Arbeitstage.
Die folgende Tabelle zeigt dir die Bearbeitungszeit der Testteile im mittleren nichttechnischen Dienst.
| Testteil | Bearbeitungszeit in Minuten |
|---|---|
| Computertest (CAT) | ca. 90 |
| Auswahlgespräch | ca. 60 |
Was kommt im Einstellungstest dran?
Im computergestützten Test (CAT) prüft die Bundeswehr deine kognitiven Fähigkeiten, im Interview geht es um deine Motivation und Persönlichkeit. Der Computertest misst unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken und Konzentrationsfähigkeit. Die Schwierigkeit passt sich dabei adaptiv an deine Antworten an. Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter ein Sporttest dazugehören. Dieser Basis-Fitness-Test besteht aus einem Sprint, dem Klimmhang und einem Ausdauertest auf dem Fahrradergometer. Für zivile Laufbahnen ist in der Regel kein Sporttest Teil des Assessments, und auch für den Freiwilligen Wehrdienst ist derzeit kein Sporttest vorgesehen.
Tipp für deine Vorbereitung
Wenn du dich für eine Karriere in der Verwaltung oder Technik entscheidest, übst du mit dem TestHelden Bundeswehr Zivile Laufbahn Testtrainer gezielt für das Assessment. Du bereitest dich auf die kognitiven Aufgaben im Computertest vor, erhältst einen strukturierten Lernplan bis zum Testtag und kannst dich in der Bundeswehr-Community mit anderen austauschen.
Wie hoch ist das Gehalt als Bundeswehr Zivilangestellter und als Soldat?
Dein Einstiegsgehalt richtet sich nach der Besoldungsgruppe und beginnt bei 2.706,99 Euro brutto im Monat für militärische Mannschaften. Als Soldatin oder Soldat wirst du nach der Bundesbesoldungsordnung A bezahlt. Startest du im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad, steigst du in der Besoldungsgruppe A 3 ein. Im zivilen Bereich erhältst du während der Ausbildung Anwärterbezüge. Diese liegen im mittleren Dienst bei 1.473,37 Euro und im gehobenen Dienst bei 1.744,22 Euro monatlich. Nach dem erfolgreichen Abschluss steigst du im mittleren Dienst in der Besoldungsgruppe A 6 und im gehobenen Dienst in A 9 ein.
Die folgende Tabelle zeigt dir das monatliche Grundgehalt zum Berufseinstieg nach der Ausbildung in Euro, basierend auf der aktuell gültigen Besoldungstabelle.

| Laufbahn (Besoldungsgruppe) | Grundgehalt in Euro |
|---|---|
| Mannschaften (A 3) | 2.706,99 |
| Mittlerer Dienst (A 6) | 2.833,40 |
| Gehobener Dienst (A 9) | 3.354,26 |
Kann ich zur Bundeswehr, ohne Soldat zu sein?
Ja, die Bundeswehr bietet viele zivile Karrieremöglichkeiten in der Verwaltung, im technischen Dienst oder bei der Bundeswehrfeuerwehr. Du musst keine Uniform tragen und nimmst nicht an bewaffneten Auslandseinsätzen teil. Stattdessen sorgst du im Hintergrund dafür, dass die Streitkräfte gut funktionieren. Du arbeitest beispielsweise in Bundeswehr-Dienstleistungszentren oder in Ämtern. Weitere Details zu den Aufgaben findest du im Artikel zur Bundeswehrverwaltung.
Nutze für den zivilen Weg den TestHelden Bundeswehr Zivile Laufbahn Testtrainer, um dich mit den Aufgabenformaten vertraut zu machen.
Fazit: Zivil oder militärisch?
Beide Wege bei der Bundeswehr bieten dir einen sicheren Arbeitsplatz, unterscheiden sich aber stark im Alltag und im rechtlichen Status. Während du als Soldatin oder Soldat bundesweit eingesetzt wirst und Einsätze absolvierst, arbeitest du im zivilen Bereich meist standortgebunden im Beamtenverhältnis. Überlege dir genau, welche Rahmenbedingungen besser zu deinem Leben passen. Bereite dich anschließend frühzeitig und gezielt auf das jeweilige Auswahlverfahren vor, um im Karrierecenter oder Assessmentcenter zu überzeugen. Nutze dafür den TestHelden Bundeswehr Zivile Laufbahn Testtrainer. Umfangreiche Informationen zum Arbeitgeber findest du im TestHelden-Magazin in der Übersicht zur Karriere bei der Bundeswehr.
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