Bundeswehr Einstellungstest

Spezialkräfte der Bundeswehr: KSK, Kampfschwimmer, Fernspäher im Überblick

Von Gründer und Geschäftsführer Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
Zwei Soldaten am Waldrand in der Dämmerung, Spezialkräfte der Bundeswehr

Wer Teil der Spezialkräfte der Bundeswehr werden möchte, stellt sich einer der größten Herausforderungen in der militärischen Laufbahn. Die physischen und psychischen Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber sind sehr hoch und erfordern eine intensive Vorbereitung.

Hier findest du alle wichtigen Informationen zu einer Karriere in den Eliteeinheiten. Dieser Artikel zeigt dir, welche Einheiten es gibt, wie das Auswahlverfahren abläuft, welche sportlichen Hürden auf dich warten und mit welchem Gehalt du rechnen kannst.

Auf einen Blick: Spezialkräfte der Bundeswehr

  • Einheiten: Zu den Spezialeinheiten gehören das KSK des Heeres, die Kampfschwimmer der Marine und die Fernspäher der Heeresaufklärungstruppe.
  • Voraussetzungen: Zivilisten müssen zunächst eine reguläre militärische Laufbahn einschlagen, bevor sie sich intern für die Eliteeinheiten bewerben können.
  • Auswahlverfahren: Das Potenzialfeststellungsverfahren prüft die sportliche, psychologische und medizinische Eignung in mehreren sehr fordernden Phasen.
  • Zulagen: Neben dem Grundgehalt erhalten ausgebildete Kommandosoldaten und Kampfschwimmer eine Spezialkräftezulage von 1.125 Euro monatlich.

Welche Bundeswehr Spezialeinheiten gibt es?

Die Bundeswehr hat verschiedene Einheiten für besondere militärische Aufträge. Sie sind auf unterschiedliche Teilstreitkräfte aufgeteilt und übernehmen spezialisierte Aufgaben.

Kommando Spezialkräfte (KSK)

Das Kommando Spezialkräfte gehört zum Heer der Bundeswehr und ist in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw in Baden-Württemberg stationiert. Es wurde am 20. September 1996 in Dienst gestellt und gehört zur Division Schnelle Kräfte. Zu den fünf Kernaufträgen gehören die Befreiung deutscher Geiseln im Ausland, das Bekämpfen von Hochwertzielen, das Festsetzen von Zielpersonen, die Ertüchtigung von Partnerspezialkräften und die Gewinnung von Schlüsselinformationen. Die Kommandosoldaten stehen vorn im Gefecht, beherrschen das Spezialkräftehandwerk und sind weltweit im Einsatz. Der Verband hat neben den Kommandokräften eigene Führungs-, Sanitäts- und Fernmeldeeinheiten.

Kommando Spezialkräfte der Marine (Kampfschwimmer)

Die Spezialkräfte der Marine sind die maritime Komponente und in Eckernförde in Schleswig-Holstein stationiert. Sie gehören zur Einsatzflottille 1 der Marine. Die Kampfschwimmer sind triphibisch einsetzbar, also zu Land, zu Wasser und aus der Luft tätig. Sie gewinnen Schlüsselinformationen in Krisengebieten, nehmen Schiffe wieder in Besitz, setzen Zielpersonen im Ausland fest und wehren terroristische Bedrohungen ab. Das Kommando besteht aus den Kampfschwimmern mit Aufklärungszug, der Spezialoperationen-Bootskompanie und der Sanitätsgruppe Spezialeinsatz. Mehr Details zu dieser Einheit findest du im Beitrag Kampfschwimmer der Marine.

Fernspäher

Die Fernspäher gehören zur Heeresaufklärungstruppe. Sie sind Teil der Spähaufklärung und unterstützen die Streitkräfte bei der Erkundung des Geländes und der Aufklärung feindlicher Kräfte. Die Heeresaufklärungstruppe nutzt als Hauptwaffensystem den Spähwagen Fennek und setzt auch den Dingo, den Transportpanzer Fuchs sowie verschiedene Drohnen wie ALADIN, KZO, LUNA und MIKADO ein.

Wie läuft die Spezialkräfte Bewerbung ab?

Der direkte Einstieg als Zivilist in die Spezialeinheiten ist nicht möglich. Du wählst zunächst eine reguläre Laufbahn und bewirbst dich später intern.

Am Anfang steht ein Beratungsgespräch bei der Karriereberatung, bevor du deine Unterlagen einreichst. Für das KSK wird eine Vorverwendung in der Infanterie oder der Aufklärungstruppe empfohlen, bewerben kannst du dich aber aus allen Bereichen der Bundeswehr. Für die Kampfschwimmer bietet der Personalwerbetrupp in Eckernförde mehrmals im Jahr einen dreitägigen Truppenbesuch mit einem sportlichen Einstellungstest an. Das Mindestalter für den Zugang liegt bei 17 Jahren, und du benötigst zwingend die deutsche Staatsangehörigkeit. Für das KSK gilt zudem ein Höchstalter: Mannschaftsdienstgrade können sich bis 32 Jahre bewerben, Unteroffiziere mit Portepee bis 35 Jahre. Bei Truppenoffizieren ist der Dienstgrad Hauptmann die Grenze.

Was kommt im Einstellungstest für einen Elitesoldaten der Bundeswehr dran?

Der Weg in die Spezialeinheiten führt über mehrere anspruchsvolle Prüfungen. Zuerst durchläufst du das reguläre Bundeswehr Auswahlverfahren im Karrierecenter.

Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.

Dort absolvierst du einen computergestützten Test (CAT), der unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz, logisches Denken sowie Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit prüft. Die Schwierigkeit passt sich dabei an deine Antworten an. Dazu kommen ein biografischer Fragebogen, für den du 30 Minuten Zeit hast, eine ärztliche Untersuchung und ein Interview. Für Soldaten auf Zeit kann je nach Karrierecenter auch der Basis-Fitness-Test dazugehören. Wer diese Hürden meistert und sich später intern bewirbt, muss das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV) der jeweiligen Spezialeinheit bestehen. Beim KSK besteht das PFV aus zwei Phasen: einer Woche mit Sporttests und psychologischen Tests sowie einer anschließenden Härtewoche unter medizinischer Dauerüberwachung. Bei den Kampfschwimmern gliedert sich die Auswahl in drei Teile, beginnend mit einem Sporttest und der Feststellung der Taucherverwendungsfähigkeit im Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel. Danach folgen ein sechswöchiger Auswahllehrgang und die Tauchausbildung in der Schwimmhalle.

Gut vorbereitet in das Assessment

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Welche sportlichen Anforderungen gelten im Auswahlverfahren?

Die physischen Hürden für angehende Kommandosoldaten und Kampfschwimmer gehen weit über den regulären Basis-Fitness-Test hinaus. Die Bewerbenden müssen sehr hohe Ausdauer und Kraft nachweisen.

Für das KSK (Kommandosoldat) musst du unter anderem fünfmal 1.000 Meter laufen (4:30, 4:20, 4:10, 4:00, 3:50 Minuten, je 3 Minuten Pause), eine Koordinationsbahn in höchstens zwei Minuten bewältigen, den Verwundetentransport (ca. 38 m mit 2 Hindernissen in höchstens 2 Minuten) durchführen und mindestens sieben Klimmzüge im Ristgriff, 20 Sit-ups und 22 Liegestütze in je 30 Sekunden sowie 2 Minuten Nahkampf-Sparring schaffen. Am Folgetag stehen 200 Meter Kleiderschwimmen in höchstens 7:30 Minuten und ein 20 Kilometer langer Marsch mit 20 Kilogramm Gepäck in höchstens 3,5 Stunden an. Kampfschwimmer müssen 5.000 Meter in unter 22 Minuten laufen, 1.000 Meter in höchstens 24 Minuten schwimmen und mindestens 60 Sekunden zeittauchen. Hinzu kommen 30 Meter Streckentauchen, mindestens acht Klimmzüge und 15 Wiederholungen Bankdrücken mit 50 Kilogramm. Mehr zum KSK-Test liest du im Beitrag KSK Auswahlverfahren.

Die folgende Tabelle zeigt die Dauer der Spezialausbildungen nach bestandenem Auswahlverfahren.

Ausbildung Dauer in Jahren
Kampfschwimmer 3
Kommandosoldat (KSK) 2

Wie viel Gehalt verdienen Bundeswehr Spezialeinheiten?

Das Einkommen setzt sich aus dem regulären Grundgehalt deiner Besoldungsgruppe und speziellen Zulagen zusammen. Die genaue Höhe hängt von deinem Dienstgrad und deiner familiären Situation ab.

Als Soldat auf Zeit startest du im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad in der Besoldungsgruppe A 3. Das Grundgehalt in Stufe 1 beträgt 2.706,99 Euro monatlich. Kommandosoldaten und Kampfschwimmer erhalten nach bestandenem Auswahlverfahren und im Einsatz eine Spezialkräftezulage von 1.125 Euro im Monat. Für Kampfschwimmer im maritimen Bereich gibt es zudem eine Stellenzulage von 225 Euro. Für Kampfschwimmer wird die Spezialkräftezulage neben einer Stellenzulage jedoch nur gewährt, soweit sie diese übersteigt. Verheiratete Soldaten erhalten zusätzlich den Familienzuschlag der Stufe 1, der bei 171,28 Euro liegt.

Diese Tabelle gibt dir einen Überblick über ausgewählte monatliche Beträge.

Balkendiagramm: Betrag in Euro. Betrag in Euro: Grundgehalt A 3 (Stufe 1) 2.706,99, Spezialkräftezulage 1.125, Stellenzulage Kampfschwimmer 225, Familienzuschlag (Stufe 1) 171,28.
Betrag in Euro. Die Werte stehen in der Tabelle darunter.
Art der Zahlung Betrag in Euro
Grundgehalt A 3 (Stufe 1) 2.706,99
Spezialkräftezulage 1.125
Stellenzulage Kampfschwimmer 225
Familienzuschlag (Stufe 1) 171,28

Wie bereitest du dich auf die Auswahlverfahren vor?

Eine zielgerichtete Vorbereitung hilft dir, die hohen Anforderungen zu erfüllen. Plane dein Training langfristig und strukturiert.

  1. Grundlagen schaffen: Trainiere für den regulären Einstellungstest. Nutze den Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer, um dich an den Zeitdruck im Computertest zu gewöhnen und mathematische sowie sprachliche Aufgaben zu üben.
  2. Körperliche Fitness aufbauen: Richte dein Sportprogramm an den hohen Normen des Potenzialfeststellungsverfahrens aus. Kombiniere Ausdauerlauf, Schwimmen und Krafttraining, um die geforderten Werte sicher zu erreichen.
  3. Medizinische Vorgaben prüfen: Achte auf deine Gesundheit. Eine Augenlaserbehandlung sollte beispielsweise mindestens drei Monate vor der ärztlichen Untersuchung zurückliegen.
  4. Mentale Stärke trainieren: Informiere dich über die Härtewochen und stelle dich mental auf Schlafentzug und hohe körperliche Belastungen ein.

Fazit: Dein Weg zu den Spezialkräften

Die Spezialkräfte der Bundeswehr übernehmen sehr anspruchsvolle Aufträge weltweit. Der Weg dorthin erfordert zunächst eine reguläre militärische Ausbildung, gefolgt von einem sehr fordernden internen Auswahlverfahren.

Wer das Potenzialfeststellungsverfahren besteht, durchläuft eine mehrjährige Spezialausbildung und erhält gute Zulagen. Bereite dich frühzeitig auf den computergestützten Test mit dem Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer und die sportlichen Herausforderungen vor, damit du deine Ziele erreichst.

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Spezialkräfte der Bundeswehr

Die wichtigsten Antworten zum Artikel auf einen Blick.

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Welche Spezialkräfte gibt es bei der Bundeswehr?

Die Bundeswehr hat verschiedene Spezialkräfte. Dazu gehören das Kommando Spezialkräfte (KSK) des Heeres, die Kampfschwimmer des Kommandos Spezialkräfte der Marine (KSM) und die Fernspäher der Heeresaufklärungstruppe. Diese Einheiten übernehmen hochspezialisierte Aufträge in verschiedenen Bereichen, wobei die Kampfschwimmer triphibisch einsetzbar sind.

Kann ich mich direkt bei den Spezialkräften der Bundeswehr bewerben?

Ein direkter Einstieg als Zivilist in die Spezialkräfte der Bundeswehr ist nicht möglich. Zuerst musst du eine reguläre militärische Laufbahn einschlagen und dich später intern für eine Eliteeinheit bewerben. Das Mindestalter für den Zugang liegt bei 17 Jahren.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Spezialkräfte der Bundeswehr erfüllen?

Für die Spezialkräfte der Bundeswehr musst du die charakterliche, geistige und körperliche Eignung besitzen. Du benötigst die deutsche Staatsangehörigkeit und darfst keine Vorstrafen haben. Für das KSK gilt zudem ein Höchstalter von 32 Jahren für Mannschaften und 35 Jahren für Unteroffiziere mit Portepee.

Wie läuft das Auswahlverfahren für die Spezialkräfte ab?

Nach dem regulären Bundeswehr-Auswahlverfahren musst du das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV) der jeweiligen Spezialkräfte bestehen. Für das KSK umfasst dies eine Woche Sport- und psychologische Tests sowie eine Härtewoche. Bei den Kampfschwimmern beinhaltet es Sporttests, Taucherverwendungsfähigkeitsprüfung, einen sechswöchigen Auswahllehrgang und Tauchausbildung.

Welches Gehalt und welche Zulagen erhalten Spezialkräfte der Bundeswehr?

Das Einkommen der Spezialkräfte setzt sich aus dem regulären Grundgehalt und speziellen Zulagen zusammen. Ausgebildete Kommandosoldaten und Kampfschwimmer erhalten eine Spezialkräftezulage von 1.125 Euro monatlich. Kampfschwimmer im maritimen Bereich erhalten eine Stellenzulage von 225 Euro. Die Spezialkräftezulage von 1.125 Euro wird jedoch nur gewährt, soweit sie diese Stellenzulage übersteigt.

Wie kann ich mich auf die Auswahlverfahren der Spezialkräfte vorbereiten?

Eine zielgerichtete Vorbereitung ist entscheidend. Trainiere für den computergestützten Test und richte dein Sportprogramm an den sehr hohen Normen des Potenzialfeststellungsverfahrens aus. Achte zudem auf deine Gesundheit und bereite dich mental auf hohe körperliche und psychische Belastungen vor.

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Gründer und Geschäftsführer

Tom Wenk hat TestHelden gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer der eHEROES GmbH. Im TestHelden-Magazin schreibt er seit 2020 über Einstellungstests und Auswahlverfahren: bei Polizei, Bundeswehr und Zoll, bei IHK-Prüfungen sowie bei Aufnahmetests für Medizin, Psychologie und Studium. Seine Beiträge erklären den Ablauf, die typischen Testbereiche und eine gezielte Vorbereitung.

Veröffentlicht am im TestHelden-Magazin, Bereich Bundeswehr Einstellungstest.

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