Vorstrafen und Bundeswehr: wann eine Einstellung ausgeschlossen ist
Nicht jede Vorstrafe schließt eine Karriere bei der Bundeswehr aus. Erfahre, welche Delikte ein Hindernis sind, wie die Sicherheitsüberprüfung abläuft und welche Rolle das Führungszeugnis spielt.
Das Thema Bundeswehr Vorstrafen beschäftigt viele Bewerbende, die einen Eintrag im Register haben und wissen möchten, ob eine Einstellung damit ausgeschlossen ist. Nicht jeder Konflikt mit dem Gesetz beendet sofort deine Karriere bei der Bundeswehr. Es gibt aber klare gesetzliche Grenzen.
Dieser Artikel zeigt dir, welche Nachweise verlangt werden und wie die Bundeswehr mit Verfehlungen umgeht. Du erfährst, wann ein Eintrag ein absolutes Hindernis darstellt, wie die Sicherheitsüberprüfung abläuft und was bei Jugendstrafen oder Geldstrafen passiert. Mehr zu den allgemeinen Bundeswehr Voraussetzungen: Alter, Abschluss, Größe, Gesundheit, Staatsangehörigkeit liest du im TestHelden-Magazin.
Auf einen Blick: Vorstrafen und Bundeswehr
- Ausschluss: Eine Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe schließt die Einstellung aus.
- Nachweis: Nach der Einplanung musst du ein nicht erweitertes Führungszeugnis der Beleg-Art O vorlegen.
- Prüfung: Im Rahmen des Assessments findet immer eine einfache Sicherheitsüberprüfung statt.
- Einzelfall: Wenn keine der gesetzlich festgelegten Ausschlussgründe vorliegen, wird die charakterliche Eignung im Einzelfall geprüft.
Wann ist die Bundeswehr mit Vorstrafe ausgeschlossen?
Ein absolutes Hindernis ist eine Verurteilung wegen eines Verbrechens zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe. In diesem Fall ist eine Einstellung bei der Bundeswehr mit Vorstrafe gesetzlich ausgeschlossen.
Auch Staatsschutzdelikte, Volksverhetzung sowie der Verlust der Amtsfähigkeit führen dazu, dass du nicht Soldatin oder Soldat werden kannst. Die Bundeswehr verlangt von allen Bewerbenden Verfassungstreue. Diese harten Grenzen gelten für alle militärischen Laufbahnen gleichermaßen, vom Freiwilligen Wehrdienst über die Mannschaften bis hin zu den Offizieren. Ausnahmen von diesen gesetzlichen Vorgaben sind nicht möglich, da die charakterliche Eignung für den Dienst an der Waffe erforderlich ist.
Welches Bundeswehr Führungszeugnis wird verlangt?
Für die Einstellung in eine militärische Laufbahn verlangt das Karrierecenter ein nicht erweitertes Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde. Dieses Bundeswehr Führungszeugnis entspricht der Beleg-Art O.
Du musst dieses Dokument in der Regel nicht schon bei der ersten Bewerbung einreichen. Erst nach dem erfolgreichen Assessment und der Einplanung wird das Zeugnis angefordert. Es wird dann direkt von der Meldebehörde an das zuständige Karrierecenter geschickt. So stellt die Bundeswehr sicher, dass keine Einträge deine charakterliche Eignung beeinträchtigen. Das heißt für dich: Kläre eventuelle Verfehlungen frühzeitig, da das Dokument ohnehin Teil des Einstellungsprozesses ist.
Wie läuft die Bundeswehr Sicherheitsüberprüfung ab?
Die Bundeswehr leitet die Sicherheitsüberprüfung im Auswahlverfahren ein und prüft, ob Sicherheitsbedenken gegen deine Einstellung sprechen. Es handelt sich dabei vor der Einstellung um eine einfache Sicherheitsüberprüfung.
Mit dem Bundeswehr Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Diese Überprüfung ist ein fester Bestandteil des Assessments für alle militärischen Laufbahnen. Dabei werden deine Daten mit verschiedenen Registern abgeglichen, um sicherzustellen, dass du die freiheitliche demokratische Grundordnung jederzeit achtest. Erst wenn diese Überprüfung ohne negative Erkenntnisse abgeschlossen ist, kann deine endgültige Einstellung erfolgen. Die Überprüfung erfolgt im Hintergrund, du musst lediglich die entsprechenden Formulare im Bewerbungsverfahren wahrheitsgemäß ausfüllen.
Kann man zur Bundeswehr, wenn man vorbestraft ist?
Wer wegen kleinerer Delikte vorbestraft ist, wird nicht automatisch abgelehnt. Wenn keine der gesetzlich festgelegten Ausschlussgründe vorliegen, wird die charakterliche Eignung im Einzelfall geprüft.
Da das Gesetz nur bei Freiheitsstrafen ab einem Jahr oder bei bestimmten Delikten einen zwingenden Ausschluss vorsieht, wird die charakterliche Eignung im Einzelfall geprüft, wenn keine der gesetzlich festgelegten Ausschlussgründe vorliegen. Die Prüferinnen und Prüfer im Karrierecenter oder im Assessmentcenter für Führungskräfte prüfen genau, um welches Delikt es sich handelt, wie lange es zurückliegt und wie du dich seitdem verhalten hast. Sei im biografischen Fragebogen und im persönlichen Gespräch offen und ehrlich mit Fehlern aus der Vergangenheit. Mehr dazu erfährst du im Beitrag Der biografische Fragebogen der Bundeswehr: So machst du einen guten Eindruck!.
Was wird beim Einstellungstest neben dem Leumund geprüft?
Neben der charakterlichen Eignung prüft die Bundeswehr deine geistige, medizinische und körperliche Leistungsfähigkeit. Das Verfahren findet je nach Laufbahn im Karrierecenter oder im Assessmentcenter für Führungskräfte statt.
Zu den Stationen gehören eine ärztliche Untersuchung, ein biografischer Fragebogen, ein Interview und ein computergestützter Test (CAT). Der CAT misst unter anderem Sprachbeherrschung, mathematische Kompetenz und Denkvermögen, außerdem logisches Denken, Reaktionsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit. Für Bewerbende der Laufbahn Mannschaften richtet sich die Schwierigkeit zu Beginn nach deinem Schulabschluss; mit jeder richtig beantworteten Aufgabe steigt der Schwierigkeitsgrad.
Bewirbst du dich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, kann je nach Karrierecenter auch ein Sporttest (Basis-Fitness-Test) dazugehören. Er besteht aus drei Disziplinen: einem 11 x 10 Meter Sprint (höchstens 60 Sekunden), dem Klimmhang (mindestens 5 Sekunden) und 3.000 Metern auf dem Fahrradergometer (höchstens 6:30 Minuten). Für den Freiwilligen Wehrdienst ist derzeit kein Sporttest im Assessment vorgesehen. Bei der ärztlichen Untersuchung werden unter anderem Gehör, Sehkraft, Blutdruck sowie Rücken und Gelenke geprüft.
Die folgende Tabelle zeigt dir das monatliche Grundgehalt zum Einstieg in der ersten Stufe für verschiedene militärische Laufbahnen.

| Laufbahn (Einstieg) | Grundgehalt in Euro |
|---|---|
| Freiwilliger Wehrdienst (Wehrsold) | 2.600 |
| Mannschaften (A 3) | 2.706,99 |
| Fachunteroffiziere (A 3) | 2.706,99 |
| Feldwebel (A 3) | 2.706,99 |
| Sanitätsoffiziere mit Approbation (A 13) | 5.046,30 |
Sicher ins Auswahlverfahren gehen
Ob du dich für den Freiwilligen Wehrdienst oder eine Laufbahn als Soldat auf Zeit bewirbst: Im Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer von TestHelden übst du gezielt für den Computertest (CAT). Du trainierst Aufgaben zu Mathematik, Logik und Sprachbeherrschung unter Zeitdruck und bereitest dich mit einem strukturierten Lernplan bis zum Assessment-Tag vor.
Wie bereitest du dich auf das Assessment vor?
Eine gute Vorbereitung auf das Assessment beginnt damit, deine Unterlagen zusammenzustellen und reicht bis zum gezielten Training für den Computertest. Plane deine Vorbereitung am besten rückwärts vom voraussichtlichen Testtermin.
- Unterlagen prüfen: Kläre frühzeitig, ob du alle Dokumente für die Karriereberatung hast. Denke daran, dass das Führungszeugnis erst nach der Einplanung verlangt wird.
- Wissen auffrischen: Übe im Vorfeld typische Aufgabenformate, bei denen du schnell Muster erkennen oder einfache Rechenaufgaben lösen musst. Im TestHelden Online-Testtrainer kannst du diese Situation unter Zeitdruck simulieren.
- Körperliche Fitness: Da bei Bewerbungen auf Zeit oft der Basis-Fitness-Test ansteht, solltest du Sprint, Klimmhang und Ausdauer auf dem Ergometer rechtzeitig trainieren.
- Gesundheitliche Vorbereitung: Trage drei Tage vor der ärztlichen Untersuchung keine Kontaktlinsen. Eine Augenlaserbehandlung sollte mindestens drei Monate zurückliegen.
- Interview vorbereiten: Überlege dir gute Antworten auf Fragen zu deinem Lebenslauf. Wenn es Auffälligkeiten in deiner Vergangenheit gibt, lege dir eine ehrliche und reflektierte Erklärung zurecht.
Fazit: Vorstrafen und Bundeswehr
Eine Vorstrafe muss deine Karriere bei der Bundeswehr nicht beenden, solange es sich nicht um eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr oder ein Staatsschutzdelikt handelt. Wenn keine der gesetzlich festgelegten Ausschlussgründe vorliegen, wird die charakterliche Eignung im Einzelfall geprüft.
Wichtig ist, dass du im gesamten Bewerbungsprozess ehrlich bist, da ohnehin eine Sicherheitsüberprüfung stattfindet und ein Führungszeugnis angefordert wird. Konzentriere dich darauf, im Assessmentcenter mit guten Leistungen im Computertest, im Sporttest und im Interview zu überzeugen. Mit einer gezielten Vorbereitung, etwa durch den TestHelden Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer, gehst du gut vorbereitet in die Prüfungen und überzeugst von deiner Eignung für den Dienst. Weitere Details zu allen Stationen findest du im Beitrag Bundeswehr Auswahlverfahren: alle Stationen vom Karrierecenter bis zur Einstellung.
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