AEVO Ausbilderschein

Ausbildungsrahmenplan: 6 häufig gestellte Fragen und alles was du sonst noch wissen musst

Von Redaktion 5 Min. Lesezeit
Hände mit Stift und Notizbuch umgeben von Papier-Sprechblasen mit Fragezeichen als Symbol für häufige Fragen

Als Ausbilder solltest du wissen, was ein Ausbildungsrahmenplan ist und warum er wichtig für deine Unterrichtsplanung ist. Daher haben wir die wichtigsten Facts rund um den Ausbildungsrahmenplan für dich zusammengefasst. Wenn du mehr über die AEVO und die Prüfungsanforderungen der Ausbildereignungsprüfung wissen willst, schau mal bei unserem Prüfungstrainer vorbei.

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1. Ausbildungsrahmenplan: Wo finde ich ihn?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der Ausbildungsordnung. Diese bildet die rechtliche Grundlage für die Ausbildungsplanung und beruht auf dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildungsordnung enthält mindestens folgende Inhalte:

  1. Die jeweilige Berufsbezeichnung
  2. Die Ausbildungsdauer
  3. Das Ausbildungsberufsbild, also die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind
  4. Der Ausbildungsrahmenplan
  5. Die Prüfungsanforderungen

Durch die klaren Zielbeschreibungen, Inhalte und Prüfungsanforderungen, bildet die Ausbildungsordnung einen Ordnungsrahmen für anerkannte Ausbildungsberufe.

2. Ausbildungsrahmenplan: Was ist das?

Der Ausbildungsrahmenplan stellt die sachliche und zeitliche Gliederung der in der Ausbildung zu vermittelnden beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten dar, die im Ausbildungsberufsbild festgehalten sind. Man kann also sagen, dass das Ausbildungsberufsbild das “Was” und der Ausbildungsrahmenplan das “Wie”in der Ausbildungsplanung ist. Im Ausbildungsrahmenplan wird festgelegt, wie viel Zeit für die Vermittlung eines Ausbildungsinhaltes eingeplant werden soll und in welchem Ausbildungsabschnitt (z.B. 1. Ausbildungsjahr, Woche 7-10) dieser vorkommen sollte. Darüber hinaus beinhaltet er Richt- und Groblernziele (sachliche Gliederung), die eine Orientierung für die betriebliche Unterrichtsplanung darstellen. Er ist damit die Grundlage für die vom Ausbilder zu erstellenden Ausbildungspläne.

3. Bedeutet das, dass alles, was im Ausbildungsrahmenplan steht auch unterrichtet werden muss?

Kurz gesagt: Ja. Die Inhalte, die im Ausbildungsrahmenplan organisiert sind, stellen das Mindestmaß an Ausbildungsinhalten dar, die du deinen Azubis auf jeden Fall vermitteln musst. Damit wird sichergestellt, dass die Ausbildung grundsätzlich eine gute Qualität hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dich auf die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans beschränken musst.

Im §5, Abs.2.5 BBiG heißt es dazu:

… dass über das in Absatz 1 Nummer 3 beschriebene Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können, die die berufliche Handlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern

Zusätzliche Inhalte können daher insbesondere dann vermittelt werden, wenn sich gesellschaftliche Entwicklungen abzeichnen, die veränderte Arbeitsweisen erfordern und im Ausbildungsrahmenplan (noch) nicht abgedeckt sind. Da sich Arbeitsweisen im Zuge der Digitalisierung sehr schnell verändern können, sind zusätzliche Inhalte in der Berufsausbildung gar nicht ungewöhnlich.

4. Ausbildungsrahmenplan: Was steht drin?

Der Ausbildungsrahmenplan ist tabellarisch aufgebaut. In der ersten Spalte stehen die Teile des Ausbildungsberufsbildes (auch Berufsbildposition), in denen das jeweilige Richtlernziel formuliert ist. Im Berufsfeld “Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung” könnte dies z.B. “Kunden informieren und beraten” sein. In der zweiten Spalte der Tabelle wird dieses Richtlernziel in mehreren Groblernzielen weiter ausformuliert. Für das genannte Beispiel heißt es dann z.B.: Kundenbedürfnisse ermitteln und Zielgruppen differenzieren”.

In einer dritten Tabellenspalte schließlich wird beschrieben, in welchem Teil der Ausbildung und in welchem zeitlichen Umfang die Inhalte vermittelt werden sollen. Damit du dir das besser vorstellen kannst, haben wir hier ein Beispiel für dich:

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Quelle: IHK München und Oberbayern: Ausbildungsrahmenplan Fachinformatiker

Seit dem 01.08.2021 wurden die Ausbildungsrahmenpläne aller Ausbildungsberufe um Standardberufsbildpositionen erweitert, um den Auszubildenden eine Orientierung in der sich ständig wandelnden Arbeitswelt zu ermöglichen. Diese umfassen vier Bereiche:

  1. Digitalisierte Arbeitswelt
  2. Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeite- und Tarifrecht
  3. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Diese Inhalte sind für alle neuen und modernisierten Ausbildungen verbindlich.

5. Wer erstellt den Ausbildungsrahmenplan?

Ein häufiger Irrtum ist, dass der Ausbildungsrahmenplan vom Ausbildungsbetrieb erstellt wird. Das ist aber nicht der Fall. Als Bestandteil der Ausbildungsordnung wird der Ausbildungsrahmenplan vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt.

6. Unterschied Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan

Im Ausbildungsrahmenplan werden die Richt- und Groblernziele einer Ausbildung festgehalten. Der Betriebliche Ausbildungsplan wird dagegen vom Betrieb erstellt und legt genau fest, wie die Ausbildungsinhalte vermittelt werden sollen. Er ist somit auf die betrieblichen Gegebenheiten zugeschnitten und enthält auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans konkrete, operationalisierte Feinlernziele. Ein Feinlernziel für das oben genannte Beispiel könnte lauten: “Der Auszubildende ist in der Lage innerhalb von 30 Minuten selbständig und fachlich richtig, Kundenbedarfe durch systematische Marktanalysen zu erkennen und Zielgruppen anhand relevanter Merkmale zu bestimmen.”

Fazit

Der Ausbildungsrahmenplan ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsausbildung. Er legt fest, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten auf welche Art und Weise zu vermitteln sind und stellt damit sicher, dass die Beschäftigten eines Ausbildungsberufes vergleichbar qualifiziert und für den jeweiligen Arbeitsplatz geeignet sind. Für dich als Ausbilder bietet er wichtige Anhaltspunkte für die Planung und Strukturierung deiner Ausbildung.

Der Ausbildungsrahmenplan ist somit eine unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung und sollte daher bei der Ausbildungsplanung stets berücksichtigt werden. Wenn du noch mehr zu den Themen der AEVO Prüfung wissen möchtest, schau gerne mal in unseren AEVO Prüfungstrainer rein. Hier steht alles drin, was du zur optimalen Vorbereitung auf den AdA-Schein brauchst. Wir wünschen dir viel Spaß beim Üben! 💪

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Ausbildungsrahmenplan

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Wo ist der Ausbildungsrahmenplan verankert und was ist er genau?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der Ausbildungsordnung, die auf dem Berufsbildungsgesetz beruht. Er stellt die sachliche und zeitliche Gliederung der im Ausbildungsberufsbild festgehaltenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten dar und legt fest, wann und wie lange welcher Inhalt vermittelt werden soll. Er legt damit fest, in welchem Ausbildungsabschnitt, etwa im ersten Ausbildungsjahr, ein bestimmter Inhalt behandelt werden sollte.

Muss alles unterrichtet werden, was im Ausbildungsrahmenplan steht?

Ja, die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans stellen das Mindestmaß dar, das du deinen Azubis auf jeden Fall vermitteln musst. Das bedeutet aber nicht, dass du dich darauf beschränken musst, laut § 5 Abs. 2.5 BBiG dürfen auch zusätzliche berufliche Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden. Das gilt besonders dann, wenn sich gesellschaftliche Entwicklungen abzeichnen, die im Ausbildungsrahmenplan noch nicht abgedeckt sind.

Welche vier Standardberufsbildpositionen gehören seit 2021 zu jedem Ausbildungsrahmenplan?

Seit dem 01.08.2021 wurden alle Ausbildungsrahmenpläne um die Bereiche Digitalisierte Arbeitswelt, Organisation des Ausbildungsbetriebes einschließlich Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit erweitert. Diese Inhalte sind für alle neuen und modernisierten Ausbildungen verbindlich. Sie sollen Auszubildenden eine bessere Orientierung in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt ermöglichen und gelten unabhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf.

Wer erstellt den Ausbildungsrahmenplan?

Ein häufiger Irrtum ist, dass der Ausbildungsbetrieb den Ausbildungsrahmenplan erstellt, tatsächlich wird er als Bestandteil der Ausbildungsordnung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt. Der Betrieb orientiert sich anschließend an diesen Vorgaben. Für die konkrete betriebliche Umsetzung ist danach jeweils der einzelne Ausbildungsbetrieb selbst zuständig.

Was unterscheidet den Ausbildungsrahmenplan vom betrieblichen Ausbildungsplan?

Im Ausbildungsrahmenplan werden die Richt- und Groblernziele einer Ausbildung festgehalten, während der betriebliche Ausbildungsplan vom Betrieb selbst erstellt wird und genau festlegt, wie die Inhalte konkret vermittelt werden sollen. Er ist auf die betrieblichen Gegebenheiten zugeschnitten und enthält operationalisierte Feinlernziele auf Grundlage des Rahmenplans. Ein solches Feinlernziel beschreibt konkret, was ein Auszubildender innerhalb welcher Zeit selbstständig leisten können soll.

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Franziska ist schon seit Jahren fester Bestandteil des TestHelden-Teams und unterstützt bei der Recherche, Aufbereitung und Erarbeitung von Textinhalten für den Blog, unseren TestHelden-Mitgliederbereich und zahlreiche Online-Testtrainer. Sie bringt jede Menge pädagogisches Know-how mit und kümmert sich dabei nicht nur um die inhaltliche Gestaltung, sondern auch um die redaktionelle Planung der Beiträge.

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am im TestHelden-Magazin, Bereich AEVO Ausbilderschein.

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