Aufgaben und Pflichten des Ausbilders: Was das Gesetz verlangt
Die zentralen Aufgaben des Ausbilders umfassen die Planung, Durchführung und den erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung im Betrieb. Wer diese verantwortungsvolle Rolle übernimmt, vermittelt den Auszubildenden die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans, fördert sie individuell, beurteilt ihre Leistungen und bereitet sie auf die Abschlussprüfung vor. Dafür ist eine persönliche und fachliche Eignung zwingend erforderlich.
Dieser Beitrag richtet sich an Fachkräfte und angehende Meister, die den Ausbilderschein erwerben möchten. Du erfährst, welche rechtlichen Vorgaben das Berufsbildungsgesetz und die Ausbilder-Eignungsverordnung machen, wie sich die Verantwortlichkeiten im Betrieb aufteilen und wie du dich auf die Prüfung vorbereitest. Den Überblick über alles zur Ausbildereignungsprüfung findest du im AEVO-Wiki.
Auf einen Blick: Aufgaben und Pflichten des Ausbilders
- Verantwortung: Ausbilderinnen und Ausbilder planen, führen und begleiten die Ausbildung im Betrieb.
- Voraussetzung: Für diese Aufgabe ist die persönliche und fachliche Eignung nach dem Berufsbildungsgesetz zwingend erforderlich.
- Handlungsfelder: Die Tätigkeiten gliedern sich in vier Bereiche, von der Planung über die Einstellung und Durchführung bis zum Abschluss.
- Abgrenzung: Der Ausbildende ist der Betrieb, während Ausbildungsbeauftragte unter der Verantwortung der Ausbilder mitwirken.
- Nachweis: Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung wird in der Regel durch die Ausbilder-Eignungsprüfung nachgewiesen.
Was macht ein Ausbilder genau?
Ein Ausbilder ist die zentrale Bezugsperson für Auszubildende und steuert den gesamten Lernprozess im Unternehmen. Die Tätigkeiten richten sich nach den Vorgaben der Ausbilder-Eignungsverordnung von 2009.
Die Aufgaben gliedern sich in vier Handlungsfelder. Im ersten Feld prüfst du die Ausbildungsvoraussetzungen und planst die Ausbildung im Betrieb. Das zweite Feld umfasst die Vorbereitung der Ausbildung und die Mitwirkung bei der Einstellung von Auszubildenden. Das dritte und umfangreichste Feld ist die eigentliche Durchführung der Ausbildung. Im vierten Feld geht es darum, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
Die folgende Tabelle zeigt die vier Handlungsfelder, den empfohlenen Anteil im Lehrgang und die Punkteverteilung im schriftlichen Teil der Prüfung.
| Handlungsfeld | Empfohlener Lehrgangsanteil in Prozent | Punkte im schriftlichen Teil |
|---|---|---|
| 1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen | 15 bis 20 | 15 bis 20 |
| 2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken | 15 bis 20 | 15 bis 20 |
| 3. Ausbildung durchführen | 50 | 40 bis 50 |
| 4. Ausbildung abschließen | 15 bis 20 | 10 bis 15 |
Welche Pflichten des Ausbilders und des Betriebs gibt es?
Das Berufsbildungsgesetz trennt klar zwischen dem Ausbildenden, dem Ausbilder und den Ausbildungsbeauftragten. Der Ausbildende ist der Betrieb selbst, der die Auszubildenden einstellt. Dieser Betrieb muss persönlich geeignet sein.
Wer selbst ausbildet, trägt die Ausbilderverantwortung und muss persönlich sowie fachlich geeignet sein. Zur fachlichen Eignung gehören die beruflichen Fähigkeiten durch einen passenden Abschluss und Berufspraxis sowie die berufs- und arbeitspädagogische Eignung. Ist der Betriebsinhaber nicht selbst geeignet, bestellt er geeignete Ausbilderinnen oder Ausbilder. Ausbildungsbeauftragte, die unter deren Verantwortung mitwirken, brauchen die Prüfung nicht. Ausgenommen von diesen Regelungen sind außerdem die freien Berufe. Weitere Details zu den Anforderungen liest du im Beitrag Voraussetzungen für den Ausbilderschein.
Typische Aufgaben des Ausbilders im Ausbildungsalltag
Im Ausbildungsalltag setzen die Verantwortlichen den Ausbildungsrahmenplan in die Praxis um. Zu den typischen Pflichten gehören die Einarbeitung neuer Auszubildender, die Zuweisung von Lernaufgaben und Arbeitsaufgaben sowie die regelmäßige Kontrolle der Ausbildungsnachweise. Zudem geben Ausbilder konstruktives Feedback, beurteilen die Leistungen objektiv und stimmen sich eng mit der Berufsschule ab. Einen Überblick über alle gesetzlichen Regeln gibt der Beitrag Ausbildungsrecht für die AEVO.
Aufgaben des Ausbilders nach Handlungsfeld
| Handlungsfeld | Typische Aufgaben des Ausbilders |
|---|---|
| 1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen | Ausbildungsbedarf klären, passenden Ausbildungsberuf auswählen, prüfen, ob der Betrieb die Inhalte vermitteln kann, Ausbildung mit den Fachabteilungen planen |
| 2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken | Betrieblichen Ausbildungsplan aus dem Ausbildungsrahmenplan ableiten, bei Auswahl und Einstellung mitwirken, Ausbildungsvertrag vorbereiten, die ersten Tage planen |
| 3. Ausbildung durchführen | Lern- und Arbeitsaufgaben übertragen und anleiten, Probezeit begleiten, Ausbildungsnachweise durchsehen, Feedback geben, Leistungen beurteilen, bei Lernschwierigkeiten und Konflikten unterstützen, mit der Berufsschule zusammenarbeiten |
| 4. Ausbildung abschließen | Auf Zwischen- und Abschlussprüfung vorbereiten, bei der Prüfungsanmeldung mitwirken, Zeugnis vorbereiten, über Übernahme und Weiterbildung sprechen |
Wie sehen die Aufgaben des Ausbilders in der AEVO-Prüfung aus?
Um ausbilden zu dürfen, wird die berufs- und arbeitspädagogische Eignung in der Regel mit der Ausbilder-Eignungsprüfung nachgewiesen. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Mit dem AEVO / AdA IHK-Prüfungstrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Im schriftlichen Teil bearbeitest du fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern. Dafür hast du 180 Minuten Zeit. Es handelt sich um eine Antwort-Wahl-Prüfung, bei der eine Aufgabe nur zählt, wenn alle richtigen Antworten markiert sind. Seit 2026 prüfen fast alle Kammern digital am PC oder Tablet. Im praktischen Teil präsentierst du eine selbst gewählte, berufstypische Ausbildungssituation oder führst diese praktisch durch. Dafür sind höchstens 15 Minuten vorgesehen. Danach folgt ein Fachgespräch von etwa 15 Minuten. Zusammen dauert der praktische Teil höchstens 30 Minuten. Den genauen Ablauf erklärt der Beitrag zur schriftlichen AEVO-Prüfung.
Bei der IHK Nord Westfalen und der IHK Düsseldorf bringst du für die praktische Durchführung beispielsweise einen Auszubildenden oder Partner mit. Bei der IHK Nürnberg übernimmt hingegen ein Mitglied des Prüfungsausschusses die Rolle des Auszubildenden. Ein Konzept kann für die praktische Prüfung vorgelegt werden, es wird jedoch nicht bewertet.
Gut vorbereitet in die AEVO-Prüfung
Im AEVO Testtrainer von TestHelden übst du gezielt fallbezogene Aufgaben zu allen vier Handlungsfeldern. Ein strukturierter Lernplan begleitet dich bis zum Prüfungstermin, und am Ende erhältst du ein Abschlusszertifikat für deine Unterlagen.
Fazit: Die Rolle des Ausbilders erfolgreich übernehmen
Die Verantwortung für Auszubildende erfordert fachliche Expertise und pädagogisches Geschick, was durch die Ausbilder-Eignungsprüfung nachgewiesen wird. Wer die vier Handlungsfelder von der Planung bis zum Abschluss sicher beherrscht, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Ausbildung im Betrieb. Beginne rechtzeitig mit der Vorbereitung und plane genügend Zeit für die fallbezogenen Aufgaben und die praktische Präsentation ein. Der AEVO Testtrainer von TestHelden begleitet dich dabei mit einem klaren Lernplan bis zu deinem Prüfungstermin.
Wie bereite ich mich auf die Prüfung vor?
Eine gezielte Vorbereitung ist entscheidend, um die berufs- und arbeitspädagogische Eignung erfolgreich nachzuweisen und die Aufgaben im Betrieb sicher zu meistern. Da kein Vorbereitungslehrgang vorgeschrieben ist, entscheidest du selbst über deinen Lernweg. Empfohlen werden für Lehrgänge 115 Unterrichtsstunden.
Gehe bei der Vorbereitung schrittweise vor:
- Anmeldung planen: Der Anmeldeschluss liegt je nach IHK zwischen etwa zwei und acht Wochen vor dem schriftlichen Termin. Viele Termine sind schon vorher ausgebucht. Melde dich frühzeitig online im Prüfungsportal der zuständigen Kammer an.
- Nachteilsausgleich prüfen: Menschen mit Behinderung können einen Nachteilsausgleich beantragen, zum Beispiel mehr Prüfungszeit. Der Antrag gehört spätestens zur Prüfungsanmeldung.
- Handlungsfelder verinnerlichen: Lerne die Inhalte des Rahmenplans von 2023, insbesondere den Schwerpunkt auf die Durchführung der Ausbildung.
- Praxis üben: Bereite für den praktischen Teil eine berufstypische Ausbildungssituation vor, die du präsentierst oder praktisch durchführst.
- Wissen testen: Nutze den AEVO Testtrainer von TestHelden, um fallbezogene Aufgaben mit Lösungen zu trainieren und dich an das Antwort-Wahl-Format zu gewöhnen.
So bereitest du dich mit TestHelden auf die AEVO-Prüfung vor
Der AEVO Testtrainer von TestHelden enthält über 1.000 Übungsaufgaben in 45 Tests zu allen vier Handlungsfeldern, eine Prüfungssimulation mit 180 Minuten wie im schriftlichen Teil, einen Lernplan bis zu deinem Prüfungstermin und ein Abschlusszertifikat. Mit dem Paket Schriftlich + Praktisch trainierst du auch Präsentation und Fachgespräch, mit Musterkonzepten und 120 Prüferfragen. Ab 39 €, kein Abo, 30 Tage Geld zurück.
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