AEVO Ausbilderschein

Ausbildungsbeauftragte: Wertvoll für Ausbilder und Unternehmen

Von Redaktion 4 Min. Lesezeit
Ein junger Auszubildender in der Altenpflege bereitet gemeinsam mit einem älteren Mann Medikamente vor

Heute geht darum, welche Rolle Ausbildungsbeauftragte in einem Unternehmen haben und welche Aufgaben sie übernehmen. Ausbildungsbeauftragte unterstützen die Ausbilder bei ihrer Arbeit und sind auch gegenüber den Auszubildenden weisungsbefugt. Im Gegensatz zu den hauptverantwortlichen Ausbildern müssen sie keinen AEVO-Schein nachweisen.

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Welche Voraussetzungen muss ein Betrieb erfüllen, um ausbilden zu dürfen?

Wenn ein Betrieb ausbilden möchte, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem muss nachgewiesen werden können, dass der Betrieb in der Lage ist, alle Anforderungen zu erfüllen, die für die jeweilige Ausbildung wichtig sind. Wenn ein Betrieb bestimmte Inhalte nicht alleine abdecken kann, muss er mit anderen Betrieben kooperieren, die diese Bereiche abdecken. Wenn z. B. ein Betrieb, der Auszubildende im Bereich “Hotelfachmann” aufnehmen möchte, keine Küche hat und somit den Bereich “Restaurantfachmann” nicht abdecken kann, kann die Ausbildung nur angeboten werden, wenn dieser Betrieb mit einem Betrieb kooperiert, der im Bereich “Restaurantfachmann” ausbilden kann.

Wie viele Auszubildende dürfen in einem Betrieb eingestellt werden?

Damit eine hohe Qualität der Ausbildung gewährleistet werden kann, dürfen pro Fachkraft nur eine bestimmte Anzahl von Auszubildenden angenommen werden. Grundsätzlich gilt für Betriebe folgende Formel:

1-2 Fachkräfte = 1 Auszubildender
3-5 Fachkräfte = 2 Auszubildende
6-8 Fachkräfte = 3 Auszubildende

für alle weiteren je 3 Fachkräfte = 1 weiterer Auszubildender.

Die fachliche und persönliche Eignung von Ausbildungsbeauftragten

Als Fachkraft gelten der Ausbildende, der Ausbilder und der Ausbildungsbeauftragte, also alle Personen, die eine Ausbildung im entsprechenden Fachbereich absolviert haben und mindestens die doppelte Dauer der Ausbildungszeit bereits im Beruf tätig sind. Für den Beruf des Hotelfachmanns sind dies also mindestens 6 Jahre Berufserfahrung, die nachgewiesen werden müssen, um als Fachkraft zu gelten. Auch wenn Ausbildungsbeauftragte keine AEVO-Prüfung ablegen müssen, müssen sie dennoch ihre fachliche und persönliche Eignung nachweisen.

Das ist in §28 Abs. 3 BBiG** auch festgelegt:

Unter der Verantwortung des Ausbilders oder der Ausbilderin kann bei der Berufsausbildung mitwirken, wer selbst nicht Ausbilder oder Ausbilderin ist, aber abweichend von den besonderen Voraussetzungen des § 30 die für die Vermittlung von Ausbildungsinhalten erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und persönlich geeignet ist.

Ausbildungsbeauftragte: Aufgaben

Ausbildungsbeauftragte unterstützen die Ausbilder bei ihrer Arbeit. Die jeweiligen Aufgaben können von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Ausbildungsbeauftragte ähnliche Aufgaben übernehmen wie die Ausbilder.

Dazu gehören z.B.:

  • Die Zuweisung von Arbeitsaufgaben, die dem Ausbildungsstand des Azubis entsprechen
  • Die regelmäßige Durchführung von Feedbackgesprächen, in denen die Lernfortschritte des Auszubildenden mit ihm besprochen werden
  • Die Durchführung praxisbezogener Unterweisungen
  • Die Beurteilung der Azubis und die Überlegung und Umsetzung verschiedener individueller Fördermöglichkeiten
  • Die Durchführung von Lern- und Arbeitskontrollen

Ausbildungsbeauftragte: Mehr als nur ein Experte vom Fach

Auch der Ausbildungsbeauftragte kümmert sich nicht nur um die fachliche Ausbildung der Auszubildenden. Er ist auch persönlich für den Auszubildenden da. Das heißt, Ausbildungsbeauftragte sind nicht nur Fachexperten, sondern stehen den Auszubildenden auch immer als persönliche Ansprechpartner zur Verfügung. Deshalb ist es auch für Ausbildungsbeauftragte wichtig, berufspädagogisch geschult zu sein, auch wenn sie keine AEVO-Bescheinigung haben. Dies kann z. B. durch regelmäßige Fortbildungen, Coachings oder die Bereitstellung von pädagogischer Fachliteratur gewährleistet werden.

Ausbildungsbeauftragte und Ausbilder: Was ist der Unterschied?

Obwohl Ausbildungsbeauftragte viele Aufgaben übernehmen, gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen Ausbildern und Ausbildungsbeauftragten.

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass der Ausbilder die volle Verantwortung für die Ausbildung der Auszubildenden trägt. Das bedeutet, dass er für die Planung und Koordination der Ausbildung sowie für die Durchführung der Ausbildung verantwortlich ist. Er ist auch derjenige, der im Ausbildungsvertrag steht und bei der Industrie- und Handelskammer eingetragen ist. Ein Ausbilder benötigt außerdem den berufspädagogischen Nachweis in Form des AEVO-Scheins.

Ein Ausbildungsbeauftragter unterstützt den Ausbilder lediglich bei der Durchführung der Ausbildung unter der Verantwortung des Ausbilders. Das heißt, Ausbildungsbeauftragte unterstützen den Ausbilder insbesondere bei der Vermittlung und Umsetzung der Lernziele und Ausbildungsinhalte.

Fazit

Ausbildungsbeauftragte sind wichtige Stützen für die Betriebe und sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass die Qualität der Ausbildung der Auszubildenden auf einem hohen Niveau bleibt. Auch wenn sie oft als reine Hilfskräfte verkannt werden, ist ihre Arbeit von unschätzbarer Bedeutung. Sie stehen den Auszubildenden nicht nur fachlich zur Seite, sondern unterstützen auch die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen. Damit sichern sie langfristig den Nachwuchs und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Ausbildungsbeauftragte

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Was ist ein Ausbildungsbeauftragter und braucht er einen AEVO-Schein?

Ausbildungsbeauftragte unterstützen die Ausbilder bei ihrer Arbeit und sind auch gegenüber den Auszubildenden weisungsbefugt, müssen aber im Gegensatz zu den hauptverantwortlichen Ausbildern keinen AEVO-Schein nachweisen. Dennoch müssen sie ihre fachliche und persönliche Eignung belegen können. Diese Anforderung ist in § 28 Abs. 3 BBiG festgelegt und gilt unabhängig von der fehlenden AEVO-Prüfung.

Wie viele Auszubildende dürfen pro Fachkraft in einem Betrieb ausgebildet werden?

Nach der üblichen Formel dürfen ein bis zwei Fachkräfte einen Auszubildenden betreuen, drei bis fünf Fachkräfte zwei Auszubildende und sechs bis acht Fachkräfte drei Auszubildende. Für jede weiteren drei Fachkräfte kommt jeweils ein weiterer Ausbildungsplatz hinzu, damit die Qualität der Ausbildung gewährleistet bleibt. Diese Formel gilt unabhängig davon, ob es sich um Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragte handelt, die als Fachkräfte zählen.

Was gilt als Fachkraft im Sinne der Berufsausbildung?

Als Fachkraft gelten der Ausbildende, der Ausbilder und der Ausbildungsbeauftragte, also alle Personen, die eine Ausbildung im entsprechenden Fachbereich absolviert haben und mindestens die doppelte Dauer der Ausbildungszeit bereits im Beruf tätig sind. Für den Beruf des Hotelfachmanns sind das beispielsweise mindestens sechs Jahre nachweisbare Berufserfahrung.

Welche Aufgaben übernehmen Ausbildungsbeauftragte im Betrieb?

Zu den Aufgaben von Ausbildungsbeauftragten gehören die Zuweisung von zum Ausbildungsstand passenden Arbeitsaufgaben, regelmäßige Feedbackgespräche über die Lernfortschritte sowie praxisbezogene Unterweisungen. Außerdem beurteilen sie die Azubis, überlegen individuelle Fördermöglichkeiten und führen Lern- und Arbeitskontrollen durch. Die konkreten Aufgaben können sich von Betrieb zu Betrieb unterscheiden, grundsätzlich ähneln sie aber stark denen der hauptverantwortlichen Ausbilder.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbilder und Ausbildungsbeauftragtem?

Der Ausbilder trägt die volle Verantwortung für die Ausbildung, steht im Ausbildungsvertrag, ist bei der Industrie- und Handelskammer eingetragen und benötigt den AEVO-Schein. Ein Ausbildungsbeauftragter unterstützt den Ausbilder dagegen lediglich unter dessen Verantwortung, insbesondere bei der Vermittlung und Umsetzung der Lernziele und Ausbildungsinhalte. Ausbildungsbeauftragte tragen dabei keine eigene Verantwortung gegenüber der Kammer, sondern handeln im Auftrag des Ausbilders.

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Geschrieben von

Redaktion

Franziska ist schon seit Jahren fester Bestandteil des TestHelden-Teams und unterstützt bei der Recherche, Aufbereitung und Erarbeitung von Textinhalten für den Blog, unseren TestHelden-Mitgliederbereich und zahlreiche Online-Testtrainer. Sie bringt jede Menge pädagogisches Know-how mit und kümmert sich dabei nicht nur um die inhaltliche Gestaltung, sondern auch um die redaktionelle Planung der Beiträge.

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am im TestHelden-Magazin, Bereich AEVO Ausbilderschein.

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