Ausbilderschein für Mitarbeitende: So qualifizieren Betriebe ihre Ausbilder
Wenn dein Betrieb ausbilden möchte, ist der Ausbilderschein für Mitarbeitende oft der erste Schritt. Erfahre, wer ihn braucht, welche Kosten auf den Arbeitgeber zukommen und wie sich die Vorbereitung effizient organisieren lässt.
Wenn dein Betrieb ausbilden möchte, brauchst du fachlich und persönlich geeignetes Personal, weshalb der Ausbilderschein für Mitarbeitende oft der erste und wichtigste Schritt ist. Ist der Inhaber nicht selbst ausbildungsberechtigt, bestellt er geeignete Angestellte, die ihre arbeitspädagogische Eignung meist mit der Ausbilder-Eignungsprüfung (AEVO) nachweisen. Den Ausbilderschein erlangen deine Mitarbeitenden nach bestandener schriftlicher und praktischer Prüfung.
Dieser Beitrag richtet sich an Personalverantwortliche und Betriebe, die ihr Team für die Ausbildung qualifizieren wollen. Du erfährst, wer den Schein braucht, welche Kosten auf den Arbeitgeber zukommen und wie sich die Vorbereitung im Betrieb effizient organisieren lässt. Viele Betriebe buchen für ihre Belegschaft zur Unterstützung einen passenden AEVO-Vorbereitungskurs.
Auf einen Blick: Ausbilderschein für Mitarbeitende
- Pflicht: Wer ausbildet, muss persönlich und fachlich geeignet sein, was in der Regel durch die Ausbilder-Eignungsprüfung (AEVO) nachgewiesen wird.
- Prüfungsteile: Der Test besteht aus einem 180-minütigen schriftlichen Teil und einer maximal 30-minütigen praktischen Prüfung.
- Kosten: Die Prüfungsgebühr liegt bei 18 erfassten IHKs zwischen 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) und 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist zwischen 200 € und 290 €, die der Arbeitgeber übernehmen kann.
- Bewertung: Beide Prüfungsteile gelten ab jeweils 50 von 100 erreichbaren Punkten als bestanden.
- Wiederholung: Eine nicht bestandene Prüfung kann innerhalb des Verfahrens zweimal wiederholt werden.
Wer braucht den Ausbilderschein im Betrieb?
Wer Auszubildende einstellt, muss persönlich geeignet sein, und wer selbst ausbildet, muss zusätzlich die fachliche Eignung mitbringen.
Die fachliche Eignung umfasst den passenden beruflichen Abschluss sowie die berufs- und arbeitspädagogische Eignung. Letztere weisen angehende Ausbilderinnen und Ausbilder in der Regel mit der Ausbilder-Eignungsprüfung nach. Ist der Betriebsinhaber nicht selbst geeignet, bestellt er stattdessen geeignete Mitarbeitende. Ausbildungsbeauftragte, die lediglich unter der Verantwortung der Ausbilder mitwirken, benötigen die Prüfung nicht. Mehr dazu liest du im Beitrag Ausbilden ohne Ausbilderschein. Die Ausbilder-Eignungsverordnung legt fest, dass die bestandene Prüfung allein noch nicht zur Ausbildungsberechtigung führt. Es muss immer auch die persönliche Eignung vorliegen. Persönlich ungeeignet ist beispielsweise, wer einem Beschäftigungsverbot für Kinder und Jugendliche unterliegt oder wiederholt schwer gegen das Berufsbildungsgesetz verstoßen hat. Zudem gibt es Ausnahmen. Wer bereits eine Meisterprüfung oder eine andere Fortbildungsprüfung mit Ausbildereignung bestanden hat, gilt bereits als geeignet. Fachwirte sind oft vom schriftlichen Teil befreit und legen nur den praktischen Teil ab. Die Anmeldung muss in diesem Fall innerhalb von zehn Jahren nach der Fortbildungsprüfung erfolgen. Die zuständige Stelle ist meist die Industrie- und Handelskammer, für Handwerksberufe die Handwerkskammer und für die Landwirtschaft die Landwirtschaftskammer.
Wie können Betriebe Mitarbeiter zum Ausbilder qualifizieren?
Mitarbeiter qualifizieren sich zu Ausbildern, indem sie sich bei der zuständigen Kammer zur Prüfung anmelden und sich vorher durch Lehrgänge oder Prüfungstrainer vorbereiten.
Ein Vorbereitungslehrgang ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Wie sich dein Team vorbereitet, entscheidet ihr selbst. Empfohlen werden für Lehrgänge 115 Unterrichtsstunden, davon mindestens 90 in Präsenz oder als Live-Online-Unterricht. Die Anmeldung erfolgt meist online im Prüfungsportal der zuständigen Kammer. Örtlich zuständig ist in der Regel die Kammer, in deren Bezirk die Person wohnt, arbeitet oder den Lehrgang besucht. Die Staatsangehörigkeit spielt für die Zulassung keine Rolle. Menschen mit Behinderung können bei der Anmeldung einen Nachteilsausgleich beantragen, beispielsweise mehr Prüfungszeit oder die Hilfe durch Gebärdensprachdolmetscher. Eine nicht bestandene Prüfung kann innerhalb des Prüfungsverfahrens zweimal wiederholt werden. Ein bereits bestandener Prüfungsteil wird angerechnet, wenn die Anmeldung zur Wiederholung innerhalb von zwei Jahren erfolgt.
Was kostet der Ausbilderschein für Arbeitgeber?
Die Kosten für den Ausbilderschein für Arbeitgeber setzen sich aus der Prüfungsgebühr der Kammer und den freiwilligen Lehrgangskosten zusammen.
Jede Kammer legt die Gebühren in ihrer Gebührenordnung selbst fest. Bei 18 erfassten IHKs kostet die komplette Prüfung zwischen 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) und 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist liegen die Kosten zwischen 200 € und 290 €. In Nordrhein-Westfalen kostet die Prüfung beispielsweise bei der IHK Köln 219 €, bei der IHK Nord Westfalen 234 € und bei der IHK Düsseldorf 269 €. Bei der IHK für München und Oberbayern sowie der IHK Frankfurt am Main werden jeweils 290 € fällig. Handwerkskammern verlangen zum Beispiel 255 € in Lübeck oder 290 € in Bremen. Wer nur den praktischen Teil ablegt, zahlt meist weniger. Vorbereitende Online-Kurse kosten meist zwischen etwa 500 € und 700 €. Die IHK Berlin bietet beispielsweise einen E-Learning-Kurs für 499 € an. Der Arbeitgeber kann die Prüfungsgebühren übernehmen. Eine eigene staatliche Förderung für die reine AEVO-Prüfung gibt es nicht. Das Aufstiegs-BAföG nennt die AEVO nicht als eigenes Ziel. Einen Überblick zu den regionalen Unterschieden findest du im Artikel Kosten für den Ausbilderschein. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Wege, Kosten und die Organisation der Vorbereitung.
| Weg | Kosten je Person | Organisation |
|---|---|---|
| Online-Lehrgang | Meist etwa 500 bis 700 Euro plus Gebühr | Feste Kurszeiten oder E-Learning |
| Teamlizenzen | Vergünstigt je nach Menge | Verteilung über Coach-Bereich |
Die folgende Tabelle zeigt die Prüfungsgebühren für die komplette Ausbilder-Eignungsprüfung bei ausgewählten Kammern.

| Kammer | Gebühr in Euro |
|---|---|
| IHK Berlin | 200 |
| Handelskammer Hamburg | 213 |
| IHK Köln | 219 |
| IHK Nürnberg für Mittelfranken | 240 |
| IHK Region Stuttgart | 260 |
| IHK Düsseldorf | 269 |
| IHK für München und Oberbayern | 290 |
| IHK Hannover | 310 |
Wie funktionieren Teamlizenzen für den Betrieb?
Für die Vorbereitung mehrerer Mitarbeitender gibt es bei TestHelden Teamlizenzen für Unternehmen: 5 bis 9 Lizenzen sind 10 % günstiger, 10 bis 24 Lizenzen 15 % und 25 bis 49 Lizenzen 20 % je Lizenz; ab 50 Lizenzen gibt es ein individuelles Angebot. Bestellt wird per Kasse oder auf Rechnung. Die Lizenzen verteilst du über deinen Coach-Bereich, jede Lizenz gilt für eine Person und ist ohne Ablaufdatum nutzbar.
Fazit: So gelingt die Qualifizierung im Betrieb
Der Ausbilderschein ist der zentrale Nachweis für die berufs- und arbeitspädagogische Eignung deiner Mitarbeitenden. Mit einer Prüfungsgebühr, die bei 18 erfassten IHKs zwischen 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) und 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist zwischen 200 € und 290 € liegt, und flexiblen Vorbereitungsmöglichkeiten sind die Kosten und der Aufwand für den Arbeitgeber kalkulierbar. Für das Prüfungszeugnis sehen die Vorschriften zudem kein Ablaufdatum vor. Plane rechtzeitig, da Anmeldefristen oft Wochen im Voraus enden und Termine schnell ausgebucht sind. Die Prüfungstermine legt deine zuständige Kammer fest. Die aktuellen Termine und Anmeldefristen findest du auf ihrer Seite zur Ausbildereignungsprüfung; die Seiten großer Kammern sind unter Ausbilderschein bei IHK und HWK verlinkt. Mit einer strukturierten Vorbereitung im Team und dem AEVO Testtrainer von TestHelden gehen deine zukünftigen Ausbilderinnen und Ausbilder gut vorbereitet in die Prüfung.
Wie organisiere ich die Vorbereitung im Team?
Eine AEVO-Inhouse-Vorbereitung wird durch einen klaren Lernplan und regelmäßige interne Übungsrunden unterstützt.
Mit dem AEVO / AdA IHK-Prüfungstrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Wenn du mehrere Mitarbeitende gleichzeitig anmeldest, können sie sich gegenseitig unterstützen. Das heißt für dich: Plane die Vorbereitung rückwärts vom Prüfungstermin und beziehe den Arbeitsalltag mit ein.
- Lernplan erstellen: Lege fest, bis wann welche Handlungsfelder bearbeitet sein müssen. Der aktuelle Rahmenplan berücksichtigt die Themen Digitalisierung, Heterogenität und Nachhaltigkeit stärker. Er empfiehlt, etwa 50 Prozent der Zeit für das Feld Ausbildung durchführen einzuplanen.
- Fortschritt prüfen: Nutzt regelmäßige kurze Meetings, um offene Fragen zu klären und den Lernfortschritt zu besprechen.
- Praxis üben: Die praktische Prüfung lässt sich intern simulieren. Lasst die angehenden Ausbilderinnen und Ausbilder ihre Präsentation oder Durchführung vor Kollegen halten, um Routine zu gewinnen.
- Ausbildungs-Azubi stellen: Bei manchen Kammern, wie der IHK Nord Westfalen und der IHK Düsseldorf, bringen die Prüflinge für die praktische Durchführung einen Partner mit. Das kann ein Kollege aus dem Lehrgang oder dem eigenen Betrieb sein.
So bereitest du dich mit TestHelden auf die AEVO-Prüfung vor
Der AEVO Testtrainer von TestHelden enthält über 1.000 Übungsaufgaben in 45 Tests zu allen vier Handlungsfeldern, eine Prüfungssimulation mit 180 Minuten wie im schriftlichen Teil, einen Lernplan bis zu deinem Prüfungstermin und ein Abschlusszertifikat. Mit dem Paket Schriftlich + Praktisch trainierst du auch Präsentation und Fachgespräch, mit Musterkonzepten und 120 Prüferfragen. Ab 39 €, kein Abo, 30 Tage Geld zurück.
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