AEVO-Unterweisung in Küche und Gastronomie: Themen und Beispiel
Die AEVO Unterweisung Gastronomie ist der entscheidende praktische Schritt zum Ausbilderschein. Dieser Ratgeber zeigt dir geeignete Themen, den Ablauf der Prüfung und worauf die Prüfer achten.
Die AEVO-Unterweisung im Bereich Gastronomie ist für angehende Ausbilderinnen und Ausbilder der entscheidende praktische Schritt auf dem Weg zum Ausbilderschein. In diesem Prüfungsteil zeigst du, wie du typische Ausbildungssituationen aus dem Berufsalltag in Küche, Service oder Hotellerie planst und durchführst. In höchstens 15 Minuten vermittelst du einem Auszubildenden einen konkreten Handgriff, gefolgt von einem etwa 15-minütigen Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss. Der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung ist oft ein wichtiger Karriereschritt, beispielsweise für die Position als Küchenchef, Teamleitung im Service oder als Teil der Meisterprüfung.
Dieser Ratgeber ist für Fachkräfte aus dem gesamten Gastgewerbe, wie Köche, Restaurantfachleute und Hotelfachleute. Du erfährst hier im Detail, welche Themen sich besonders gut eignen, wie du ein überzeugendes Kurzkonzept aufbaust und worauf die Prüfer bei der Bewertung genau achten. Wenn du einen allgemeinen Überblick suchst, findest du im TestHelden-Magazin alles zum Ausbilderschein.
Auf einen Blick: AEVO-Unterweisung in Küche und Gastronomie
- Ablauf: Der praktische Teil dauert höchstens 30 Minuten und besteht aus einer Präsentation oder Durchführung sowie einem Fachgespräch.
- Themenwahl: Gute Themen für Fachkräfte im Gastgewerbe sind kleine, berufstypische Handgriffe, die in 15 Minuten erlernt werden können.
- Bewertung: Jeder Prüfungsteil wird mit bis zu 100 Punkten bewertet, bestanden ist ab 50 Punkten, und die Zeitvorgabe von höchstens 15 Minuten für die Unterweisung muss eingehalten werden.
Wie läuft die praktische Prüfung in der Gastronomie ab?
Die praktische Prüfung besteht aus einer selbst gewählten Ausbildungssituation und einem anschließenden Fachgespräch. Insgesamt dauert dieser Prüfungsteil höchstens 30 Minuten.
Für die Praktische AEVO-Prüfung hast du die Wahl zwischen einer Präsentation und einer praktischen Durchführung. Bei der Durchführung zeigst du live, wie du einen Auszubildenden anleitest. Dafür bringen Prüflinge bei manchen Kammern, wie der IHK Düsseldorf oder der IHK Nord Westfalen, einen eigenen Partner mit, etwa aus dem Lehrgang oder dem Betrieb. Bei anderen Kammern, wie der IHK Nürnberg, übernimmt ein Mitglied des Prüfungsausschusses die Rolle des Auszubildenden. Für den Aufbau deiner Materialien sind meist bis zu 5 Minuten vorgesehen. Bringe dein eigenes Material, also dein Mise en place, vollständig mit. Nach der höchstens 15-minütigen Unterweisung gehst du direkt in das Fachgespräch über. Mehr zu den genauen Inhalten und dem schriftlichen Teil liest du im Beitrag zum Prüfungsaufbau.
Welches Thema eignet sich in Küche und Service?
Gute Themen für Köche und Fachkräfte in der Gastronomie sind kleine, in sich geschlossene Arbeitsschritte. Das Thema muss so gewählt sein, dass der Auszubildende den Handgriff in höchstens 15 Minuten erlernen und selbstständig zeigen kann.
Vermeide es, komplexe Gerichte zu kochen oder langwierige Vorbereitungen zu zeigen. Das sprengt den zeitlichen Rahmen und lenkt vom eigentlichen Ziel ab: Die Prüfer wollen nicht sehen, wie gut du als Fachkraft kochst, sondern wie gut du erklären, anleiten und korrigieren kannst. Konzentriere dich bei der Ausbildungssituation daher auf grundlegende Techniken, die im Ausbildungsrahmenplan stehen und im Betriebsalltag häufig vorkommen. Ein typischer Fehler ist es, zu viel Inhalt in die kurze Zeit zu packen. Weniger ist hier mehr. Wähle einen Handgriff, bei dem der Auszubildende aktiv wird und du den Lernerfolg direkt überprüfen kannst.
Themen für Gastronomie und Hotellerie im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt dir geeignete Themen für verschiedene Berufe im Gastgewerbe sowie die passenden Methoden und Lernziele.
| Thema | Lernziel in einem Satz | Passende Methode | Präsentation oder Durchführung |
|---|---|---|---|
| Serviette zur Bischofsmütze falten | Der Auszubildende kann eine Stoffserviette fachgerecht zur Bischofsmütze falten. | 4-Stufen-Methode | Durchführung |
| Gemüse im Tourniert-Schnitt schneiden | Der Auszubildende kann Karotten mit dem Tourniermesser in eine gleichmäßige Form schneiden. | 4-Stufen-Methode | Durchführung |
| Tisch eindecken (Mise en place) | Der Auszubildende kann einen Tisch für ein 3-Gang-Menü nach Standard eindecken. | Lehrgespräch | Durchführung |
| Händedesinfektion nach Hygieneplan | Der Auszubildende führt die hygienische Händedesinfektion gemäß den Vorgaben korrekt durch. | 4-Stufen-Methode | Durchführung |
| Kaffee an der Siebträgermaschine zubereiten | Der Auszubildende kann einen Espresso an der Siebträgermaschine fachgerecht zubereiten. | 4-Stufen-Methode | Durchführung |
| Umgang mit Reklamationen | Der Auszubildende wendet die betrieblichen Regeln zur professionellen Annahme einer Gästereklamation an. | Rollenspiel | Präsentation |
Wie sieht ein Kurzkonzept aus?
Ein Kurzkonzept dient als roter Faden für deine Unterweisung und kann dem Prüfungsausschuss vorgelegt werden. Bei Kammern wie der IHK Nord Westfalen und Düsseldorf wird es nicht bewertet, hilft den Prüfern aber, deine didaktischen Entscheidungen nachzuvollziehen und bietet dir Sicherheit im Ablauf.
Mit dem AEVO / AdA IHK-Prüfungstrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Als Beispiel dient hier das Falten einer Serviette zur Bischofsmütze mit der bewährten 4-Stufen-Methode. Die Ausgangslage beschreibt den Auszubildenden: Er ist im ersten Ausbildungsjahr zum Restaurantfachmann und hat bereits grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Tischwäsche. Das Groblernziel lautet: Vorbereiten des Gastraums für den Service. Das Feinlernziel teilt sich in drei Bereiche auf: Kognitiv kennt der Azubi die Hygieneregeln beim Umgang mit Servietten. Psychomotorisch führt er die Falttechnik zur Bischofsmütze korrekt und zügig aus. Affektiv geht er sorgfältig und ressourcenschonend mit den Materialien um. Als Medien und Material benötigst du lediglich gestärkte Stoffservietten, einen sauberen Tisch und eventuell eine Vorlage des fertigen Ergebnisses. Die Lernerfolgskontrolle erfolgt in der dritten Stufe, der Nachmach-Phase.
Ablaufplan der Unterweisung
Die folgende Tabelle zeigt den zeitlichen Ablauf der 4-Stufen-Methode für dieses Kurzkonzept.

| Phase | Was der Ausbilder tut | Was der Azubi tut | Dauer in Minuten |
|---|---|---|---|
| 1. Vorbereiten | Begrüßt den Azubi, nimmt die Hemmung, nennt das Lernziel und prüft das Vorwissen. | Hört zu, beantwortet Fragen und zeigt Interesse. | 2 |
| 2. Vormachen und erklären | Macht die Falttechnik Schritt für Schritt vor und erklärt das Was, Wie und Warum. | Beobachtet genau und stellt bei Unklarheiten Fragen. | 4 |
| 3. Nachmachen lassen | Lässt den Azubi die Serviette falten und korrigiert bei Bedarf. | Führt die Schritte selbst durch und erklärt sein Vorgehen. | 6 |
| 4. Üben und festigen | Übergibt weitere Servietten zum selbstständigen Üben und lobt die Leistung. | Übt das Falten selbstständig und festigt die Handgriffe. | 3 |
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Welche Fragen kommen im Fachgespräch dran?
Im etwa 15-minütigen Fachgespräch begründest du deine didaktischen Entscheidungen aus der Unterweisung. Die Prüfer stellen zudem Fragen zu den vier Handlungsfeldern der AEVO, um dein theoretisches Wissen zu prüfen.
Typische Fragen im Fachgespräch und kurze Musterantworten:
- Warum hast du dich für die 4-Stufen-Methode entschieden? Diese Methode eignet sich sehr gut für das Erlernen psychomotorischer Fähigkeiten, da der Auszubildende durch Vormachen und Nachmachen die Handgriffe sicher verinnerlicht.
- Was tust du, wenn der Auszubildende einen Fehler macht? Ich greife nicht sofort ein, es sei denn, es besteht Verletzungsgefahr. Danach lasse ich ihn den Schritt wiederholen, frage gezielt nach dem Warum und korrigiere sachlich, ohne ihn zu demotivieren.
- Wie stellst du den Lernerfolg fest? Durch die Lernerfolgskontrolle in der dritten Stufe, wenn der Auszubildende den Vorgang selbstständig durchführt und sein Vorgehen erklärt.
- Welche Rolle spielt der Ausbildungsrahmenplan für deine Planung? Er gibt die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung vor und stellt sicher, dass alle vorgeschriebenen Inhalte vermittelt werden.
- Welche Unfallverhütungsvorschriften gelten in der Küche? Ich achte auf rutschfestes Schuhwerk, den sicheren Umgang mit Arbeitsgeräten wie Messern und die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften.
- Wie motivierst du einen unkonzentrierten Auszubildenden? Ich suche das persönliche Gespräch, frage nach den Ursachen, setze kleine, erreichbare Teilziele und lobe sichtbare Fortschritte zeitnah.
Das heißt für dich: Lerne nicht nur den Ablauf deiner Unterweisung auswendig, sondern verstehe auch die pädagogischen Hintergründe deiner Methodenwahl. Du musst jederzeit erklären können, warum du genau so gehandelt hast.
Fazit: Erfolgreich durch die praktische Prüfung
Die AEVO-Unterweisung in Küche und Gastronomie ist eine gut machbare Aufgabe, wenn du dich an die zeitlichen Vorgaben hältst und ein klares, einfaches Thema wählst. Mit einer soliden Vorbereitung auf die 15-minütige Unterweisung und das anschließende Fachgespräch zeigst du dem Prüfungsausschuss, dass du das nötige Handwerkszeug für die Ausbildung besitzt.
Für eine zielgerichtete Vorbereitung auf alle Prüfungsteile empfiehlt sich der AEVO Testtrainer von TestHelden. Damit übst du flexibel mit praxisnahen Aufgaben und gehst gut vorbereitet in deinen Prüfungstermin.
Wie bereite ich mich vor?
Eine strukturierte Vorbereitung hilft dir, souverän in die praktische Prüfung zu gehen. Plane rückwärts von deinem Prüfungstermin und beachte diese Schritte für deinen Erfolg:
- Thema wählen: Entscheide dich frühzeitig für einen einfachen, berufstypischen Handgriff aus deinem Arbeitsalltag. Prüfe, ob das Thema im Ausbildungsrahmenplan steht.
- Konzept schreiben: Erstelle das Kurzkonzept mit klaren Lernzielen und einem realistischen Zeitplan. Achte darauf, dass die Phasen der gewählten Methode logisch aufeinander aufbauen.
- Materialien packen: Stelle dein Mise en place zusammen. Bringe alle benötigten Arbeitsgeräte, Zutaten oder Materialien selbst mit zur Prüfung. Verlasse dich nicht darauf, dass die IHK etwas stellt.
- Unterweisung üben: Führe die Situation mehrmals mit Kollegen, Freunden oder Familie durch. Stoppe dabei unbedingt die Zeit, um ein sicheres Gefühl für die 15 Minuten zu bekommen.
- Fachgespräch simulieren: Lass dir von deinem Übungspartner kritische Fragen zu deiner Methodenwahl, zum Umgang mit Störungen und zu den Handlungsfeldern stellen.
Das heißt für dich: Übung macht den Meister. Je öfter du die Situation simulierst, desto ruhiger und professioneller trittst du vor dem Prüfungsausschuss auf. Ein typischer Fehler ist es, in der Prüfungssituation in einen Monolog zu verfallen. Achte bewusst darauf, dass der Auszubildende spricht und handelt.
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