Ausbilderschein Kosten: Prüfungsgebühr, Lehrgang, Vorbereitung im Vergleich
Was kostet der Ausbilderschein? Die Prüfungsgebühr legt jede Kammer selbst fest: Bei 18 erfassten IHKs kostet die komplette Ausbilder-Eignungsprüfung (AdA-Schein) zwischen 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) und 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist zwischen 200 € und 290 €. Ein Vorbereitungslehrgang ist freiwillig. Online-Kurse kosten meist etwa 500 € bis 700 €, wer selbst lernt, übt mit einem Prüfungstrainer ab 39 €. Welche Anbieter was verlangen, zeigt der AEVO-Kurs-Vergleich.
Das Thema betrifft angehende Ausbilderinnen und Ausbilder, Meisteranwärter und Fachkräfte, die im Betrieb Verantwortung übernehmen wollen. Hier erfährst du, wie sich die Gebühren je nach Kammer unterscheiden, und siehst auch, welche Kosten für die Vorbereitung anfallen und ob es Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung gibt. Mehr zum Ausbilderschein im Überblick findest du im verlinkten Beitrag.
Auf einen Blick: Kosten für den Ausbilderschein
- Prüfungsgebühr: Jede Kammer legt die Gebühr selbst fest, bei 18 erfassten IHKs reicht die Spanne von 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) bis 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist zwischen 200 € und 290 €.
- Lehrgang: Ein Vorbereitungskurs ist nicht vorgeschrieben, Online-Kurse kosten meist etwa 500 € bis 700 €.
- Wiederholung: Wer einen Prüfungsteil nicht besteht, zahlt für die Wiederholung meist einen reduzierten Teilbetrag.
- Förderung: Eine eigene staatliche Förderung gibt es nicht, das Aufstiegs-BAföG nennt die AEVO nicht als eigenes Förderziel.
- Arbeitgeber: Der Arbeitgeber kann die Prüfungsgebühr übernehmen. Wie Betriebe ihre Mitarbeitenden qualifizieren, erklärt der Beitrag Ausbilderschein für Unternehmen.
Wie hoch sind die Prüfungsgebühren für den Ausbilderschein bei IHK und Handwerkskammer?
Die Prüfungsgebühr für die AEVO unterscheidet sich je nach Region. Jede Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer hat ihre eigene Gebührenordnung. Bei 18 erfassten IHKs liegen die Kosten für den Ausbilderschein zwischen 132 € (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld) und 330 € (IHK Rhein-Neckar), meist zwischen 200 € und 290 €. Was die Kammern sonst unterscheidet, zeigt der Überblick Ausbilderschein bei IHK und HWK.
Die Prüfung nimmt die zuständige Stelle nach dem Berufsbildungsgesetz ab. Für Industrie, Handel und Dienstleistung ist das die Industrie- und Handelskammer. Gut zwei Drittel aller bestandenen Prüfungen entfallen auf Industrie und Handel. Örtlich zuständig ist meist die Kammer, in deren Bezirk man wohnt, arbeitet oder den Lehrgang besucht. Die IHK Berlin verlangt beispielsweise 200 €. Bei der IHK Hannover werden 310 € berechnet. In Nordrhein-Westfalen kostet die Prüfung bei der IHK Köln 219 €, bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg 227 € und bei der IHK Nord Westfalen 234 €. Die Niederrheinische IHK verlangt 250 €, die IHK Düsseldorf 269 €. Wer eine Meisterprüfung oder eine andere Fortbildungsprüfung mit Ausbildereignung bestanden hat, gilt bereits als geeignet. Fachwirte, die vom schriftlichen Teil befreit sind, zahlen oft weniger. Bei der Handelskammer Hamburg sinkt die Gebühr bei einer Befreiung auf 106,50 €. Bei der IHK München und Oberbayern zahlen befreite Fachwirte 220 €.
Die folgende Tabelle zeigt die Gebühren für die gesamte Prüfung bei verschiedenen Kammern im Vergleich.
| Kammer | Gebühr gesamte Prüfung in Euro | Hinweis |
|---|---|---|
| IHK Berlin | 200 | schriftlich 65 €, praktisch 135 € |
| Handelskammer Hamburg | 213 | Fachwirte und Befreiung 106,50 € |
| IHK Köln | 219 | |
| IHK Bonn/Rhein-Sieg | 227 | |
| IHK Nord Westfalen | 234 | |
| IHK Nürnberg | 240 | je 120 € schriftlich und praktisch |
| Niederrheinische IHK | 250 | |
| HWK Lübeck | 255 | |
| IHK Region Stuttgart | 260 | |
| IHK Düsseldorf | 269 | |
| IHK München und Oberbayern | 290 | Befreiung 220 € |
| IHK Frankfurt am Main | 290 | |
| HWK Bremen | 290 | |
| IHK Hannover | 310 | Befreiung 200 € |
Wie unterscheiden sich die Kosten bei Handwerkskammern?
Die Kosten für den Ausbilderschein bei Handwerkskammern fallen ähnlich aus wie bei den Industrie- und Handelskammern. Knapp ein Viertel aller bestandenen Prüfungen wird vor einer Handwerkskammer abgelegt. Handwerkskammern verlangen zum Beispiel 255 € wie in Lübeck oder 290 € wie in Bremen. Im Handwerk ist die Ausbildereignung ein Pflichtteil der Meisterprüfung. Wer den Meister hat, braucht keine eigene Prüfung mehr abzulegen.
Fazit: Kosten planen und gezielt vorbereiten
Die Gesamtkosten für den Ausbilderschein setzen sich aus der Prüfungsgebühr der Kammer von meist 200 € bis 290 € und den optionalen Ausgaben für die Vorbereitung zusammen. Ein Lehrgang ist nicht vorgeschrieben. Die Ausbilder-Eignungsprüfung bestehen rund neun von zehn Teilnehmenden. Im Jahr 2024 waren es 89,6 Prozent, was 88.041 von 98.208 Personen entspricht. Für das Prüfungszeugnis selbst sehen weder die Ausbilder-Eignungsverordnung noch das Berufsbildungsgesetz ein Ablaufdatum vor.
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Welche Kosten fallen für die AEVO-Vorbereitung an?
Die Kosten für die AEVO-Vorbereitung hängen vom gewählten Lernweg ab. Ein Kurs ist freiwillig und keine Zulassungsvoraussetzung. Jeder entscheidet selbst, wie er sich vorbereitet.
Mit welchen Kosten für einen AEVO-Lehrgang ist zu rechnen?
Die Kosten für AEVO-Online-Lehrgänge liegen meist zwischen 500 € und 700 €. Ein E-Learning-Kurs der IHK Berlin mit rund 45 Stunden Aufwand kostet zum Beispiel 499 €. Die Prüfungsgebühr der Kammer kommt zu den Lehrgangskosten jeweils noch dazu. Empfohlen werden für Lehrgänge 115 Unterrichtsstunden. Davon sollten mindestens 90 in Präsenz- oder Live-Online-Unterricht und höchstens 25 Stunden als angeleitetes Selbstlernen stattfinden.
Die folgende Tabelle zeigt typische Wege der Vorbereitung und die damit verbundenen Ausgaben.
| Vorbereitungsweg | Kosten | Für wen |
|---|---|---|
| Lehrgang online | etwa 500 bis 700 € | Personen, die feste Strukturen und angeleitetes Lernen bevorzugen |
| Selbstlernen mit dem AEVO Testtrainer von TestHelden | ab 39 € | Selbstständige Lerner, die zeitlich flexibel üben möchten |
Wie läuft die Prüfung ab und was wird getestet?
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil bearbeiten die Teilnehmenden 180 Minuten lang fallbezogene Aufgaben. Im praktischen Teil präsentieren sie eine Ausbildungssituation oder führen diese praktisch durch.
Geprüft werden die vier Handlungsfelder der Ausbilder-Eignungsverordnung. Diese umfassen das Prüfen von Ausbildungsvoraussetzungen, die Vorbereitung der Ausbildung, die Durchführung sowie den Abschluss der Ausbildung. Der Rahmenplan legt den Schwerpunkt auf die Durchführung der Ausbildung. Im schriftlichen Teil sind 100 Punkte erreichbar. Seit Juli 2024 entfallen etwa 15 bis 20 Punkte auf das erste Handlungsfeld, 15 bis 20 auf das zweite, 40 bis 50 auf das dritte und 10 bis 15 auf das vierte Handlungsfeld. Der schriftliche Teil ist eine Antwort-Wahl-Prüfung mit bundeseinheitlichen Aufgaben. Seit 2026 prüfen fast alle Kammern digital am PC oder Tablet. Eine Aufgabe zählt nur, wenn alle richtigen Antworten markiert sind.
Der praktische Teil findet vor einem Prüfungsausschuss statt und dauert höchstens 30 Minuten. Er setzt sich aus bis zu 15 Minuten Präsentation oder praktischer Durchführung und einem anschließenden Fachgespräch von etwa 15 Minuten zusammen. Für den Aufbau sind meist bis zu 5 Minuten vorgesehen. In Landwirtschaft und Hauswirtschaft gilt eine eigene Form mit bis zu 60 Minuten. Jeder Prüfungsteil wird mit bis zu 100 Punkten bewertet. Nach dem bundeseinheitlichen IHK-Notenschlüssel gelten 100 bis 92 Punkte als sehr gut. Bestanden ist ein Teil ab 50 Punkten. Im schriftlichen Teil gibt es keine mündliche Ergänzungsprüfung. Weitere Details zum Ablauf findest du im Artikel zur AEVO-Prüfung.
Tipp zur Vorbereitung
Im AEVO Testtrainer von TestHelden übst du gezielt für die Ausbilder-Eignungsprüfung. Du findest dort Übungsaufgaben mit Lösungen zu allen vier Handlungsfeldern sowie einen Lernplan bis zum Prüfungstermin. Am Ende erhältst du ein Abschlusszertifikat. Ein Abo ist dafür nicht notwendig.
Gibt es eine Förderung für den Ausbilderschein oder zahlt der Betrieb?
Eine eigene staatliche Förderung für den Ausbilderschein existiert nicht. Der Arbeitgeber kann die Prüfungsgebühr aber übernehmen.
Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgänge mit mindestens 400 Unterrichtsstunden, die auf Fortbildungsabschlüsse wie den Meister oder Fachwirt vorbereiten. Die Ausbilder-Eignungsprüfung ist dort nicht als eigenes Ziel genannt. Arbeitsuchende oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte können nach Beratung durch die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein bekommen. Voraussetzung ist, dass Kurs und Träger zugelassen sind.
Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für den Ausbilderschein?
Am einfachsten ist es, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen. Der Arbeitgeber kann die Prüfungsgebühr übernehmen. Der Betrieb profitiert direkt davon, wenn eigene Fachkräfte die Auszubildenden professionell anleiten können.
Ist der Ausbilderschein steuerlich absetzbar?
Die Ausgaben für die Prüfung und Vorbereitung können oft als Fortbildungskosten in Frage kommen. Ob der Ausbilderschein steuerlich absetzbar ist, hängt jedoch von der individuellen beruflichen Situation ab.
Wer die Kosten selbst trägt, sammelt am besten alle Belege. Dazu gehören die Rechnung der Kammer, Quittungen für Lernmaterialien oder Lehrgänge sowie Fahrtkosten zum Prüfungsort. Im Einzelfall klärt eine Steuerberatung, wie die Ausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden können.
Was kostet eine Wiederholung der AEVO-Prüfung?
Wer einen Prüfungsteil nicht besteht, zahlt die Wiederholung nach der Gebührenordnung seiner Kammer.
Eine nicht bestandene Prüfung kann innerhalb des Prüfungsverfahrens zweimal wiederholt werden. Ein bereits bestandener Prüfungsteil wird angerechnet, wenn die Anmeldung zur Wiederholung innerhalb von zwei Jahren erfolgt. Bei der IHK Berlin kostet die Wiederholung den vollen Teilbetrag, also 65 € für den schriftlichen und 135 € für den praktischen Teil. Bei der IHK für München und Oberbayern kostet die Wiederholung die Hälfte der regulären Gebühr. In Nordrhein-Westfalen kostet nur der praktische Teil je nach Kammer 125 € bis 162 €.
Wie bereite ich mich auf den Ausbilderschein vor?
Eine gute Vorbereitung beginnt mit der Entscheidung für einen Lernweg und der rechtzeitigen Anmeldung bei der Kammer. Ein strukturierter Lernplan hilft, alle vier Handlungsfelder bis zum Prüfungstermin sicher zu beherrschen.
- Fristen prüfen: Der Anmeldeschluss liegt je nach IHK zwischen etwa zwei und acht Wochen vor dem schriftlichen Termin. Viele Termine sind schon vorher ausgebucht. Die IHK Köln empfiehlt rund sechs Monate Vorlauf.
- Termin auswählen: Die meisten IHKs prüfen den schriftlichen Teil jeden Monat, oft am ersten Dienstag oder in den ersten Werktagen. Kammern mit Papierprüfung nutzen bundeseinheitliche Termine. Die Prüfungstermine legt deine zuständige Kammer fest. Die aktuellen Termine und Anmeldefristen findest du auf ihrer Seite zur Ausbildereignungsprüfung; die Seiten großer Kammern sind unter Ausbilderschein bei IHK und HWK verlinkt.
- Nachteilsausgleich beantragen: Menschen mit Behinderung können einen Nachteilsausgleich beantragen, zum Beispiel mehr Prüfungszeit oder zugelassene Hilfsmittel. Der Antrag gehört spätestens zur Prüfungsanmeldung.
- Schriftlichen Teil trainieren: Die Antwort-Wahl-Prüfung erfordert genaues Lesen. Eine Aufgabe zählt nur, wenn alle richtigen Antworten markiert sind.
- Praktischen Teil planen: Die Präsentation oder praktische Durchführung muss gut durchdacht sein. Das anschließende Fachgespräch prüft das pädagogische Hintergrundwissen.
Das heißt für dich: Plane rückwärts vom gewünschten Prüfungstermin. Reserviere dir ausreichend Zeit für das Üben der Multiple-Choice-Fragen und das Erstellen des Konzepts für den praktischen Teil.
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