Bundeswehr Einstellungstest

Quereinsteiger bei der Bundeswehr: Einstieg & Möglichkeiten

Von Redaktion und Marketing Veröffentlicht am Aktualisiert am 16 Min. Lesezeit
Hubschrauber der Bundeswehr im Flug über einem Militärgelände

Wenn du schon immer davon geträumt hast, bei der deutschen Bundeswehr zu arbeiten, dann gibt es viele Wege, die dich an dein Ziel bringen können. Du hast dich für eine Ausbildung bei der Bundeswehr beworben und wurdest nicht angenommen? Das bedeutet keinesfalls, dass du deinen Traum von der Arbeit als Soldat für immer begraben musst. Du kannst deine Ausbildung oder dein Studium auch woanders machen und danach als Quereinsteiger immer noch zur Bundeswehr kommen.

Warum den normalen Weg gehen, wenn viele Wege ans Ziel führen? In die Bundeswehr können auch Quereinsteiger eintreten, wenn sie bereits woanders eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben. Als Seiteneinsteiger kannst du bei der Bundeswehr deine Karriere in deinem erlernten Beruf fortsetzen und gleichzeitig eine Militärlaufbahn einschlagen. Die Berufserfahrung, die du bereits gesammelt hast, wird sogar mit einem höheren Dienstgrad belohnt. Dieser Artikel zeigt dir, dass es quasi nie zu spät ist, dein Berufsfeld zu wechseln und Teil des deutschen Militärs zu werden.

Auf einen Blick: Quereinstieg bei der Bundeswehr

  • Voraussetzungen: Du musst mindestens 17 Jahre alt sein und grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, wobei im Einzelfall Ausnahmen möglich sind.
  • Dienstzeit: Als Soldat auf Zeit verpflichtest du dich je nach Laufbahn für 1 bis 25 Jahre, im Sanitätsdienst sind bis zu 30 Jahre möglich.
  • Einstiegsgehalt: Das monatliche Einstiegsgehalt liegt im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad bei 2.706,99 Euro brutto (Besoldungsgruppe A 3, Stufe 1).
  • Auswahlverfahren: Das Assessment dauert je nach Laufbahn ein bis drei Tage und umfasst unter anderem einen Computertest (CAT) sowie eine ärztliche Untersuchung.

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Was bedeutet der Quereinstieg bei der Bundeswehr?

Ein Quereinstieg bei der Bundeswehr bedeutet, dass du nach einer zivilen Ausbildung oder einem Studium in eine militärische oder zivile Laufbahn der Streitkräfte wechselst. Als Quereinsteiger oder auch Seiteneinsteiger wird jemand bezeichnet, der in ein anderes Berufsfeld wechselt als das, in dem er eine Ausbildung gemacht hat. Dies geschieht ohne die klassische Berufsausbildung beziehungsweise das Studium, das für diesen Beruf sonst üblich ist. Bei der Bundeswehr bedeutet dies, dass jemand seine Ausbildung oder sein Studium nicht bei der Bundeswehr gemacht hat, aber später dahin wechselt. Oft bedeutet dies den Wechsel aus dem zivilen Bereich in den militärischen Bereich.

Die Bundeswehr als Arbeitgeber

Die Bundeswehr ist das Militär der Bundesrepublik Deutschland. Neben den eigentlichen Streitkräften, zu denen das Heer, die Luftwaffe und die Marine gehören, gibt es bei der Bundeswehr auch viele zivile Bereiche. Vor allem in der Bundeswehrverwaltung, zu der auch Ausrüstung, Infrastruktur, Informationstechnik und Personalwesen gehören, arbeiten viele Zivilisten. Als die allgemeine Wehrpflicht 2011 abgeschafft wurde, hat sich die Zahl der Soldaten massiv verringert. Der Personalbedarf ist inzwischen aber wieder angestiegen. 

Derzeit arbeiten über eine Viertelmillion Beschäftigte in den ganz verschiedenen Berufsfeldern bei der Bundeswehr. Davon sind zurzeit 88% männlich und 12% weiblich. Damit ist die Bundeswehr einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Besonders bei Schülern ist die Bundeswehr laut Umfragen der drittbeliebteste Ausbildungsbetrieb. Die Bundeswehr bildet sowohl in militärischen als auch in zivilen Berufen sehr viel eigenes Personal aus. Dennoch sind auch Quereinsteiger bei der Truppe sehr gefragt. Das Expertenwissen, das sie aus anderen Berufsfeldern mitbringen, können sie gezielt einsetzen. Die Eignung als Soldat ist aber eine wichtige Voraussetzung für eine militärische Karriere und muss beim Einstellungstest unter Beweis gestellt werden. Jährlich stellt die Bundeswehr rund 25.000 Mitarbeiter von etwa 120.000 Bewerbern ein, was einer Ratio von ungefähr 1:5 entspricht.

Welche Voraussetzungen gelten für den Quereinstieg bei der Bundeswehr?

Für den Quereinstieg musst du mindestens 17 Jahre alt sein, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und das Assessment-Center bestehen. Zu den Voraussetzungen für die Arbeit bei der Bundeswehr bietet TestHelden einen separaten, sehr ausführlichen Artikel über die zivile Laufbahn bei der Bundeswehr. Darin ist für jedes Tätigkeitsfeld ganz detailliert aufgelistet, welche Grundvoraussetzungen es für die vielen verschiedenen Berufe gibt. Vom einfachen Praktikum, über die Laufbahn bei den Streitkräften, bis hin zur Offizierslaufbahn findest du dort alle wichtigen Informationen zu den Bedingungen für Bewerber.

Drei No-Gos für die Arbeit bei der Bundeswehr

Schauen wir uns die wichtigsten Voraussetzungen mal genauer an. Wenn du unter 17 Jahre alt bist, kannst du nicht bei der Bundeswehr arbeiten. Du musst grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, allerdings kann das Bundesministerium der Verteidigung im Einzelfall Ausnahmen zulassen, wenn ein dienstliches Bedürfnis besteht. Das Mindestalter und die Staatsangehörigkeit sind im Gesetz festgeschrieben und deshalb wichtige Hürden im Bewerbungsprozess.

Im Soldatengesetz ist ebenfalls festgeschrieben, dass jeder Soldat die freiheitliche demokratische Grundordnung anzuerkennen hat und jederzeit für sie eintreten muss. Zu Beginn der Dienstzeit leistet jeder Soldat einen Diensteid. Darin gelobt bzw. schwört er, dass er das Recht und die Freiheit des Volkes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) verteidigen wird. Diese Grundüberzeugung ist demnach eine der drei wichtigsten Voraussetzungen für den Eintritt in die Bundeswehr. Dieses Ausschlusskriterium kann allerdings nicht so schnell und eindeutig mit einem Blick in den Pass überprüft werden wie Alter und Staatsangehörigkeit. Deswegen wird Bewerbern in diesem Punkt beim persönlichen Kennenlernen beim Assessment-Center besonders auf den Zahn gefühlt.

Für bestimmte Laufbahnen und Verwendungen gibt es eine eigene Altersgrenze, die bei der jeweiligen Verwendung angegeben ist. Grundsätzlich ist ein Wechsel zur Bundeswehr auch mit 40 oder 50 Jahren möglich, das gilt vor allem für den zivilen Bereich. Als Soldatin oder Soldat auf Zeit kannst du grundsätzlich höchstens 25 Jahre dienen, und das Dienstverhältnis reicht nicht über das 62. Lebensjahr hinaus.

Assessment statt Musterung

Das Bestehen des kompletten Einstellungsverfahrens ist eine weitere grundlegende Voraussetzung für einen Quereinstieg bei der Bundeswehr. Die standardisierte Musterung der ersten Jahrzehnte nach Gründung der Bundeswehr wurde über die Jahre durch ein individuelles, modernes Assessmentverfahren ersetzt. Dies muss auch von Quereinsteigern durchlaufen werden.

Wehrmedizinische Begutachtung

Die medizinische Grunduntersuchung, die auch Dienstfähigkeitsuntersuchung der Bundeswehr genannt wird, dient der Feststellung der gesundheitlichen Basiseignung eines Bewerbers für verschiedene Einsatzbereiche. Sie ist Pflicht für Bewerber im freiwilligen Wehrdienst (FWDL), Soldaten auf Zeit (SaZ) oder als Berufssoldaten (BS).

Bei der Untersuchung wird der ganze Körper des Bewerbers gründlich untersucht. Augen, Zähne, Haut und Herz werden dabei genauso gemustert wie die Knochen, Nerven und der Urin. Sogar auf Hämorrhoiden und an den Geschlechtsteilen werden die Bewerber standardmäßig untersucht. Ein positiver Drogentest und starkes Übergewicht sind Beispiele für klare Ausmusterungsgründe. Spezifische Größenregeln gibt es vor allem für den Protokolldienst im Wachbataillon, wo eine Körpergröße zwischen 1,75 und 2 Metern vorgeschrieben ist. Eine allgemeine Mindestgröße ist offiziell nicht festgelegt.

Weiterführende Informationen zur Musterung findest du im TestHelden-Artikel über die ärztliche Untersuchung der Bundeswehr.

Einstellungstest bei der Bundeswehr

Zum Assessmentverfahren gehören heute darüber hinaus der Computertest (CAT) und, je nach Laufbahn und Karrierecenter, der Basis-Fitness-Test (BFT). Der CAT ist für jede Laufbahn unterschiedlich gestaltet. Anwärter für die Laufbahn in der Mannschaft bekommen andere Aufgaben gestellt als diejenigen, die eine Feldwebellaufbahn anstreben. Außerdem passt sich diese moderne Testform automatisch an das Leistungsniveau der getesteten Person an. Wenn du dich optimal auf den CAT vorbereiten möchtest, schau dir gerne den Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer an. Weiter unten in diesem Artikel findest du mehr Informationen über den genauen Ablauf des Einstellungstests.

Verpflichtung auf Zeit

Als Soldat auf Zeit (SaZ) hängt deine Verpflichtungszeit von der jeweiligen Laufbahn ab (bei Mannschaften beispielsweise 1 bis 25 Jahre, bei Fachunteroffizieren mindestens 4 Jahre). Wie lange die Verpflichtung im Einzelnen ist, hängt von der Position und dem Dienstgrad ab. Die Bereitschaft, sich für eine feste Anzahl von Jahren fest an den Arbeitgeber zu binden, gehört zu den Voraussetzungen für einen Quereinstieg bei der Bundeswehr.

Kameradschaftlicher Charakter

Eine andere, extrem wichtige Voraussetzung für die Arbeit bei der Bundeswehr ist der richtige Charakter. Die Bundeswehr ist hierarchisch aufgebaut und das Einordnen in diese Strukturen wird selbstverständlich von allen Mitgliedern verlangt. Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft sind beim Militär noch wichtiger als in anderen Bereichen. Kameradschaftlichkeit und die Auffassung, dass das Wohl der Gemeinschaft über dem Wohl des Einzelnen steht, gehören zu den militärischen Tugenden, die bei der Bundeswehr gefragt sind. Im Extremfall sollte bei Soldaten die grundlegende Bereitschaft vorhanden sein, im Verteidigungsfall das eigene Leben zu riskieren. Es darf nicht vergessen werden, dass Soldaten im Dienst sterben können.

Möglichkeiten für den Quereinstieg bei der Bundeswehr

Einen guten Gesamtüberblick über die wirklich vielen Berufsmöglichkeiten, die dir die Bundeswehr bietet, findest du im TestHelden-Artikel zum Thema Bundeswehr Gehalt.

Da es in Deutschland neben der Bundeswehr eigentlich keine anderen Ausbilder im militärischen Bereich gibt, ist ein Quereinstieg im militärischen Bereich eher selten. Das Szenario, dass man sich erst woanders als Fallschirmjäger oder Spezialist für Flugabwehr ausbilden lässt und dann als Quereinsteiger zur Bundeswehr wechselt, ist ziemlich ausgeschlossen. Andere militärische Berufe lassen aber durchaus einen Quereinstieg zu.

Zivile Berufe sind dagegen besonders gut für den Quereinstieg geeignet. Im zivilen Bereich ist ein Seiteneinstieg nicht nur möglich, sondern durchaus als normal anzusehen.

Für die reguläre Offizierslaufbahn ist das (Fach-)Abitur zwingend erforderlich, während für den militärfachlichen Dienst bereits ein Realschulabschluss reicht. Es gibt für jedes Ausbildungslevel passende Jobs. Vom Krankenpfleger bis zum Arzt, vom Schreiner bis zum Bauingenieur: In jedem Bereich gibt es mittlere, gehobene und höhere Ebenen. Je mehr Abschlüsse und Erfahrung du bereits gesammelt hast, desto höher ist deine Einstiegsebene und entsprechend auch dein Gehalt.

Laufbahnen und Einstiegsgehälter für Quereinsteiger

Laufbahn Mindestschulabschluss Einstiegsgehalt (A 3, Stufe 1) Verpflichtungszeit
Mannschaften Erfüllte Vollzeitschulpflicht 2.706,99 Euro 1 bis 25 Jahre
Fachunteroffiziere Hauptschulabschluss 2.706,99 Euro Mindestens 4 Jahre
Feldwebel Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit förderlichem Berufsabschluss 2.706,99 Euro In der Regel 12, 13 oder 15 Jahre

Zivile Berufe

Du wirst erstaunt sein, wie groß die Palette der zivilen, also nicht-militärischen Berufe bei der Bundeswehr ist. Die zivilen Berufe bei der Bundeswehr verteilen sich vorwiegend auf die folgenden Bereiche:

  • Technische Berufe (z. B. Elektriker)
  • Nichttechnische Berufe (z. B. Koch, Gärtner, Musiker, Verwaltungsangestellte)
  • Brandschutz- und feuerwehrtechnische Berufe (z. B. Brandmeister)
  • Rechtswissenschaftliche Berufe (z. B. Rechtspfleger)
  • Handwerkliche Berufe (z. B. Schreiner, Maler)
  • Wirtschaftswissenschaftliche Berufe (z. B. Finanzcontroller)
  • Kaufmännische Berufe (z. B. Kaufmann für Büromanagement)
  • Psychologische Berufe (z. B. Wehrpsychologe)
  • Sprachwissenschaftliche Berufe (z. B. Übersetzer)

Die Karriereseite der Bundeswehr

Auf der modern gestalteten Karriereseite der Bundeswehr gibt es zum einen den „Berufe Radar” und zum anderen die virtuelle „Karrierekaserne”. Diese beiden Tools sollen der Berufsorientierung innerhalb der Truppe dienen. Der Berufe Radar richtet sich an Personen, die noch nach dem richtigen Beruf suchen, also weniger an Quereinsteiger, die ja bereits einen Beruf haben. Die Karrierekaserne gibt einen virtuellen Einblick in den Berufsalltag von verschiedenen Personen innerhalb einer interaktiven Kaserne. Hier findest du alle möglichen Berufsfelder wie Technik, IT, Sanität, Zivil und Land mit modern gestalteten Videos und anderen Multimedia-Features. Du kannst dich hier vorab schon mal darüber informieren, wie der Alltag in deinem Berufsfeld bei der Bundeswehr aussieht.

Für militärische Laufbahnen ist eine persönliche Beratung vor der Bewerbung obligatorisch vorgesehen. Aber auch für zivile Berufe ist es sehr empfehlenswert, dieses kostenlose Angebot vor der Bewerbung zu nutzen. Die Kontaktaufnahme geht ganz einfach über die Karriereseite. Dort findest du im Menü auf der linken Seite und ganz unten auf jeder Seite ein Chat-Symbol. Du kannst einen Chat beginnen oder direkt ein Beratungsgespräch vereinbaren. Entweder du rufst die kostenlose Hotline an, oder du füllst das Formular für eine Terminvereinbarung aus. Ganz nach Bedarf kannst du dich telefonisch oder persönlich beraten lassen. Es gibt deutschlandweit zahlreiche Beratungsstellen der Bundeswehr. Auf der interaktiven Landkarte der Karriereseite findest du ein Bundeswehr-Beratungszentrum, das sich in deiner Nähe befindet. Auf jeden Fall solltest du bei konkreten oder allgemeinen Fragen zu deinem Quereinstieg dort Kontakt zu den Berufsberatern der Bundeswehr aufnehmen.

Bewerbung beim Seiteneinstieg bei der Bundeswehr

Nachdem du dich ausführlich über den gewünschten Beruf informiert hast, kannst du mit deiner Bewerbung loslegen. Zuerst solltest du dein Bewerberprofil auf dem Jobportal anlegen. Dort werden alle Daten und später deine Bewerbungen zentral verwaltet. Du musst Dokumente wie deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse nur einmal hochladen, auch wenn du dich auf mehrere Stellen bewirbst. Die Registrierung erfordert einen Benutzernamen, deinen Namen und deine E-Mail-Adresse. Nach der erfolgreichen Registrierung kannst du dann alle deine persönlichen Informationen in deinem Profil abspeichern.

Auf dem Jobportal der Bundeswehr kannst du deine Suche nach deinen persönlichen Kriterien filtern. In den Anzeigen steht ganz klar aufgelistet, welche Qualifikationserfordernisse du mitbringen solltest. Auch die Aufgaben der jeweiligen Arbeitsstelle sind klar definiert. Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, kannst du dich direkt über den Button „Karriere starten” bewerben.

Es gibt für die meisten Laufbahnen keine besonderen Bewerbungsfristen, die du beachten musst. Für die Dienstgrade Soldat, Unteroffizier und Feldwebel kann man sich das ganze Jahr über bewerben. Für die Offizierslaufbahn mit Studium gilt jedoch der 31. März als Bewerbungsfrist für eine Einstellung in der Regel zum 1. Juli.

Der Empfang deiner Bewerbung wird dir automatisch bestätigt. Die Bearbeitungszeiten der Bewerbung können unterschiedlich sein, im Normalfall solltest du innerhalb von drei bis vier Wochen eine Antwort erhalten. Hoffentlich fällt diese positiv für dich aus und du wirst zum Assessment-Center eingeladen.

Wie läuft das Bundeswehr-Assessment-Center für Quereinsteiger ab?

Das Assessment-Center dauert je nach Laufbahn ein bis drei Tage und umfasst unter anderem einen Computertest, eine ärztliche Untersuchung und ein psychologisches Gespräch. Normalerweise findet die Eignungsprüfung in einem zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr statt. Das Assessment-Center für Führungskräfte wird allerdings für Offiziersbewerber zentral in Köln durchgeführt. Die Unterbringung erfolgt kostenlos in den Testzentren.

Jede Eignungsprüfung besteht aus mehreren Einzeltests, wobei der genaue Ablauf und die wesentlichen Inhalte von der jeweiligen Laufbahn abhängen. Die ideale Vorbereitung auf den Einstellungstest bei der Bundeswehr ist der Schlüssel zum Erfolg.

Informationsrunde und Infomappe

Zu Beginn des Assessment-Centers findet eine Informationsveranstaltung für die ganze Bewerbergruppe statt. Nach der Begrüßung erklären die Prüfer, wie die Prüfung an dem Tag abläuft. In der Infomappe, die allen Bewerbern ausgehändigt wird, finden sich einige Informationsmaterialien und mehrere Fragebögen. Darin werden neben biografischen Daten deine beruflichen Ziele und deine Motivation für die Bewerbung abgefragt. Wichtig ist, dass du die Formulare sorgfältig und gewissenhaft ausfüllst, da es sich hier bereits um einen ersten Test handelt. Das Ergebnis dieses Tests wird in die Beurteilung mit einfließen.

Die Mappe enthält ein weiteres wichtiges Dokument, den sogenannten Laufzettel. Darauf steht, wann du wo für die verschiedenen Aufgaben erscheinen sollst und welcher Teil dort bearbeitet wird. Dieser kann für jeden Bewerber anders sein, da nicht alle Teilnehmer zwingend den gleichen Ablauf haben. Es können ja nicht alle Teilnehmer gleichzeitig medizinisch untersucht werden, deswegen hat jeder Teilnehmer eigene Termine. Nach der Begrüßungs- und Informationsrunde folgt oft noch eine Präsentation über dein zukünftiges Tätigkeitsfeld.

Adaptiver Computertest (CAT)

Einer der wichtigsten Bestandteile des Einstellungstests ist der Multiple-Choice-Test zu Bereichen wie Deutsch, Konzentrationsfähigkeit und je nach Laufbahn Mathematik oder technisches Verständnis, der am Computer vorgenommen wird. Im Rahmen des Assessment-Centers hängt die genaue Dauer des CAT von deiner angestrebten Laufbahn und Verwendung ab. Je höher das Level, desto umfangreicher ist der Test.

Der CAT ist hochmodern und adaptiv, was bedeutet, dass er sich deinem Niveau anpasst. Bei vielen richtigen Antworten kommen automatisch schwerere Fragen. Andersrum werden die Fragen auch nach Fehlern einfacher. So kann das genaue Level jedes Bewerbers in den verschiedenen Bereichen ermittelt werden. Lass dich nicht ablenken und versuche die ganze Zeit über konzentriert zu bleiben, denn genau diese Konzentrationsfähigkeit ist ein Hauptkriterium.

Der CAT beinhaltet gegen Ende auch Fragen zur Persönlichkeit, bei denen du dich selbst einschätzen sollst. Dabei entsteht ein Persönlichkeitsprofil, welches psychologisch ausgewertet wird.

Ein Prüfer erklärt vor Beginn, wie der Test am Computer funktioniert und worauf ihr zu achten habt. Für jeden Teil gibt es eine Beispielaufgabe, um die Aufgabenstellung zu verdeutlichen.

Der CAT ist der Teil, auf den du dich am besten durch das Üben von ähnlichen Aufgaben vorbereiten kannst. Es ist zum Beispiel sehr wichtig, dass du dich mit den wichtigsten Fakten über die Bundeswehr vertraut machst, denn solche Fragen kommen immer dran. Auch die Grundrechenarten, Rechtschreibung, Kommaregeln etc. solltest du auffrischen.

Eine Gehirntraining-App auf dem Handy ist eine Möglichkeit, mit der du zwischendurch kleine Aufgaben im Kopfrechnen, räumlichen Denken, Gedächtnis und Logik trainieren kannst. Wertvolle Tipps, wie du dich ideal vorbereitest, und viele Übungsaufgaben aus den verschiedenen Bereichen findest du im Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer.

Gruppensituation

Bewerber für die Laufbahn des Feldwebels oder des Offiziers absolvieren zusätzlich noch die Gruppensituation als Bestandteil ihrer Eignungsprüfung. Für Führungskräfte sind Durchsetzungsvermögen, Umgänglichkeit, Initiative und Teamgeist wichtige Charaktereigenschaften, die sich beim Verhalten in einer Gruppe an den Tag legen. Die Gruppensituation wird in Kleingruppen von drei oder vier Bewerbern durchgeführt. Die Aufgaben können Diskussionsleitung oder Problemlösung sein. Nach der Bearbeitung der Aufgabe in der Gruppe folgt eine kurze Präsentation über das Ergebnis.

Musterung

Zur wehrmedizinischen Untersuchung hast du schon oben im Abschnitt „Voraussetzungen für den Quereinstieg bei der Bundeswehr” die meisten Informationen erhalten. Im Assessment-Center nimmt dieser Teil ungefähr 90 Minuten in Anspruch.

Basis-Fitness-Test (BFT)

Für den Sporttest sind auf dem Laufzettel ebenfalls 90 Minuten eingeplant, obwohl die einzelnen Abschnitte jeweils nur kurz andauern. Zuerst gibt es einen Sprinttest, der maximal 60 Sekunden dauern sollte. In dieser Zeit sollten 11 x 10 Meter gesprintet werden. Danach müssen Bewerber, bei denen der Sporttest zum Assessment gehört, beim sogenannten Klimmhang mindestens für fünf Sekunden ihr Kinn über eine Reckstange halten können. Abschließend folgt ein Ausdauertest über 3.000 Meter auf dem Fahrradergometer, der in höchstens 6:30 Minuten absolviert werden muss. Beim Scheitern in einer der drei Disziplinen gilt sofort der ganze Test als nicht bestanden. Deshalb ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Weiterführende Infos hierzu findest du im TestHelden-Beitrag Erfolgreich durch den Bundeswehr Einstellungstest Sport.

Typischer Fehler beim Sporttest

Viele Bewerber unterschätzen den Klimmhang oder teilen sich ihre Kraft auf dem Fahrradergometer falsch ein. Trainiere diese Disziplinen gezielt vorab, um die Mindestleistungen sicher zu erreichen.

Psychologisches Auswahlgespräch

Ein Vorstellungsgespräch ist im Bewerbungsprozess unverzichtbar. Bei der Bundeswehr wird das Interview von einem Offizier und einem Psychologen geführt, um dich besser kennenzulernen und etwas über deine Motivation zu erfahren. Manche Fragen werden sich auf die Antworten beziehen, die du bei der Informationsrunde in deinem Fragebogen gegeben hast.

Wichtig ist, dass du viel über die Bundeswehr als Arbeitgeber und deinen geplanten Einsatz weißt. Du solltest überzeugend darlegen können, warum du dich für einen Quereinstieg bei der Bundeswehr entschieden hast.

Die Einteilung der Bewerber

Wenn du alle Stationen deines Laufzettels durchlaufen hast, ist das Einstellungsbüro deine letzte Adresse. Der Personaldisponent hat deine Testergebnisse und das daraus resultierende Eignungsprofil vor sich liegen. Wenn sich dieses Profil mit der Stelle, auf die du dich beworben hast, deckt, kann es sein, dass du ein Angebot für die Stelle erhältst.

Fazit

Der direkte Weg ist zwar häufig der einfachste, aber selten der einzige, der dich an dein Ziel führen kann. Wenn es dein Ziel ist, bei der Bundeswehr zu arbeiten, musst du nicht unbedingt den vorgegebenen Weg gehen und deine Ausbildung dort absolvieren. Du kannst mit sehr vielen Berufen auch später noch bei der Bundeswehr einsteigen. Der Eintritt ins Militär ist sicher ein Wendepunkt im Leben, begleitet von dem guten Gefühl, dem Land und damit der Allgemeinheit zu dienen. Die Bundeswehr ist schließlich kein x-beliebiger Arbeitgeber, sondern erfüllt eine einzigartige und wichtige Aufgabe, von der du ein Teil werden kannst. Wenn du dich gezielt auf das Auswahlverfahren vorbereiten möchtest, nutze gerne den Bundeswehr Einstellungstest Online-Testtrainer. Viel Erfolg bei deinem Seiteneinstieg bei der Bundeswehr!

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Kurz beantwortet

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Kann ich als Quereinsteiger zur Bundeswehr?

Ein Quereinstieg bei der Bundeswehr ist sowohl in militärischen als auch in zivilen Bereichen möglich. Wenn du bereits eine zivile Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hast, kannst du deine Karriere bei den Streitkräften fortsetzen. Dabei profitierst du unter bestimmten Bedingungen von der Einstufung in einen höheren Dienstgrad.

Welche Voraussetzungen gelten für den Quereinstieg bei der Bundeswehr?

Für den Quereinstieg bei der Bundeswehr musst du mindestens 17 Jahre alt sein und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Zudem ist die Anerkennung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung gesetzlich vorgeschrieben. Auch die gesundheitliche Eignung wird in einer ärztlichen Untersuchung im Karrierecenter überprüft.

Wie viel verdient ein Quereinsteiger bei der Bundeswehr?

Das Einstiegsgehalt für Quereinsteiger bei der Bundeswehr hängt von der jeweiligen Laufbahn und dem Einstiegsdienstgrad ab. Bei einer Einstellung im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad beträgt das monatliche Grundgehalt in der Besoldungsgruppe A 3, Stufe 1 derzeit 2.706,99 Euro brutto. Mit einer verwertbaren Vorbildung ist auch ein Direkteinstieg mit höherem Dienstgrad und entsprechend höherer Besoldung möglich.

Wie läuft das Assessment-Center für Quereinsteiger ab?

Das Assessment-Center für den Quereinstieg bei der Bundeswehr dauert in der Regel ein bis zwei Tage im zuständigen Karrierecenter. Das Verfahren umfasst eine medizinische Eignungsuntersuchung, einen computergestützten Test am PC sowie ein persönliches Interview. Je nach angestrebter Laufbahn können zusätzlich ein Sporttest und ein Gruppensituationsverfahren dazugehören.

Wie bereite ich mich auf den Bundeswehr-Einstellungstest vor?

Zur Vorbereitung auf den computergestützten Einstellungstest der Bundeswehr bietet TestHelden einen speziellen Online-Testtrainer an. Mit diesem interaktiven Lernportal übst du gezielt typische Aufgaben aus Bereichen wie Konzentration, Logik, Mathematik und technischem Verständnis unter realistischem Zeitdruck. So machst du dich vorab mit dem Testformat vertraut und steigerst deine Sicherheit für das eigentliche Assessment.

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Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am im TestHelden-Magazin, Bereich Bundeswehr Einstellungstest.

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