Hundeführer bei der Polizei – Wie werde ich Diensthundeführer?

Hundeführer bei der Polizei

Inhaltsverzeichnis

Hundeführer bei der Polizei

Du wolltest schon immer Hundeführer bei der Polizei werden und fragst dich, wie das funktioniert? Der Beruf des Hundeführers ist ein sehr wichtiger und spannender Beruf. Nicht verwunderlich, dass ihn viele als Traumberuf ansehen, da die Arbeit mit Tieren und der Beruf als Polizist vereint werden können. Im nachfolgenden Artikel beschäftigen wir uns ein wenig genauer mit den Anforderungen, der Ausbildung und natürlich dem wichtigsten Gefährten, dem Hund.

Diensthundeführer, was solltest du über diesen Beruf wissen?

Wahrscheinlich kennt ihn jeder, den deutschen Schäferhund „Rex”, der durch die Fernsehsendung „Kommissar Rex” berühmt wurde. Mit Hilfe dieser Fernsehsendung ist der Beruf des Diensthundeführers so richtig in den Fokus gerückt. „Rex” ist gemeinsam mit seinem Herrchen, seinem Diensthundeführer, auf Verbrecherjagd gegangen und hat zahlreiche, spannende Fälle aufgedeckt. Das Interesse an der Hundestaffel der Polizei stieg enorm und bis heute spielen viele Polizisten mit dem Gedanken, den Weg als Diensthundeführer einzuschlagen. Allerdings ist nicht jeder Polizist als Diensthundeführer geeignet. Die Anforderungen sind hoch, denn eine ruhige und bestimmte Persönlichkeit ist für diesen Beruf entscheidend. Gerade als Polizei-Neuling, kurz nach Abschluss deiner Prüfung, ist die Möglichkeit, in den Bereich des Diensthundeführers zu wechseln, nahezu unmöglich. Aber auch die Anforderungen an den Diensthund selbst sind nicht zu unterschätzen, da hierfür nicht jeder Hund und jede Rasse geeignet ist. 

Ist eine direkte Ausbildung zum Diensthundeführer möglich?

Wie oben bereits kurz erwähnt, ist es nicht möglich, direkt nach der Polizistenausbildung in den Werdegang des Diensthundeführers zu wechseln. Natürlich ist der erfolgreiche Abschluss einer Polizistenausbildung ein wichtiger Grundbaustein, den es vorab zu erfüllen gilt. Während der zweieinhalb- bis dreijährigen (je nach Bundesland) Polizeiausbildung erlernst du zuerst die Grundlagen des Polizeiberufs. Hast du nach der abgeschlossenen Ausbildung genügend Diensterfahrung gesammelt, kannst du dich als Diensthundeführer bewerben. Üblicherweise wird eine Diensterfahrung von mindestens zwei bis drei Jahren oder länger verlangt. Möchtest du mehr über die Ausbildung bei der Polizei erfahren? Dann schau dir doch gern unseren Artikel Polizei Ausbildung an. Du interessierst dich dafür, welche Möglichkeiten dir nach der Polizeiausbildung noch geboten werden? Auch hier haben wir einen sehr interessanten Artikel zu den Polizei Karriere und Jobs für dich zum Nachlesen. 

Die Anforderungen des Diensthundeführers

Ein Diensthundeführer der Hundestaffel der Polizei muss gewisse Anforderungen erfüllen. Zu Beginn sei einmal gesagt, dass es sehr wichtig ist, dass du von Anfang an ehrlich zu dir selbst bist. Du solltest dir Gedanken darüber machen, ob dich dieser Beruf glücklich machen wird und du dir vorstellen kannst, langfristig in diesem zu arbeiten. Für eine erfolgreiche und einwandfreie Arbeit mit einem Diensthund benötigst du Disziplin, Ruhe und Geduld. Außerdem solltest du Spaß daran haben, dich intensiv mit deinem Polizeihund zu beschäftigen. Selbstbestimmtheit, Konsequenz und ein respektvoller Umgang mit deinem Tier sind genauso wichtig, wie die Eigenschaft, ein Vertrauensverhältnis mit ihm aufzubauen zu können.

Um in der Hundestaffel der Polizei arbeiten zu können, ist es wichtig, dass in deiner Familie keine Hundeallergien vorkommen. Entscheidest du dich für die Arbeit mit einem Diensthund, lebt er zusammen mit dir und deiner Familie in deinem Zuhause. Daher solltest du auch von vornherein sicherstellen, dass du ausreichend Platz für deinen treuen Gefährten besitzt. Ob er draußen in einem Zwinger oder bei dir im Haus leben wird, entscheidest du zusammen mit deiner Familie und wird nicht von der Polizei bestimmt.

Nachfolgend findest du noch einmal alle Voraussetzungen für eine Weiterbildung zum Diensthundeführer im Überblick:

  • Erfolgreicher Abschluss einer Ausbildung zum Polizisten, Bundespolizei- oder Zollbeamten
  • Berufserfahrung von mindestens zwei bis drei Jahren im mittleren Dienst
  • Erfahrungen im Streifendienst
  • Erfahrung mit großen Hunden
  • Freude an der Arbeit mit Hunden
  • Keine Hundeallergien in der Familie
  • Ausreichend Platz und Bereitschaft, einen Diensthund aufzunehmen
  • Körperliche Fitness und Belastbarkeit
  • Bereitschaft zum Schichtdienst, Wochenend-, Nacht- und Feiertagsarbeit
  • Bestehen vorheriger, umfangreicher Einstellungstests (in der Regel körperlicher und geistiger Test)

Die Ausbildung zum Diensthundeführer bei der Polizei

Die Ausbildung zum Diensthundeführer muss nicht zwangsweise bei der Polizei absolviert werden. Auch eine Ausbildung bei der Bundespolizei oder beim Zoll ist möglich, um im Anschluss als Diensthundeführer arbeiten zu können. 

Ein zukünftiger Diensthund wird dir in der Regel bereits als Welpe zugewiesen, was eine große Verantwortung für dich bedeutet. Dein zugewiesener Diensthund wird ab dem ersten Tag bei dir wohnen und bleibt auch nach Schichtende nicht auf dem Revier. Bedenken solltest du auch, dass der Diensthund ebenfalls nach Beendigung seiner Karriere, nach durchschnittlich zehn bis dreizehn Jahren, bei dir wohnen bleibt. Er ist also nicht nur während seiner Dienstzeit, sondern auch im Ruhestand dein treuer Gefährte. Deinen Diensthund lernst du üblicherweise erst in der Polizeihundeschule kennen, wo ihr gemeinsam trainiert.

Der wichtigste Ausbildungsschritt ist, dass der Hund lernt, den Rudelführer in gefährlichen Situationen zu beschützen. Ein ausgeprägter Schutztrieb ist ein Wesenszug eines Polizeihundes, denn wer sein Herrchen angreift, greift damit auch ihn an. Natürlich kommen tätige Angriffe nicht täglich vor, dennoch müssen sie gelernt und beide müssen darauf vorbereitet sein. Im Falle eines Falles darf der Polizeihund sich nicht hinter seinem Herrchen verstecken, sondern muss ihn beschützen. Der Hundeführer muss sich umgekehrt hinter seinem Polizeihund verstecken können. Der Polizeihund beschützt sein Herrchen mit allem, was er zu bieten hat, in allerletzter Konsequenz sogar mit seinem Leben. Wichtig hierbei ist zu wissen, dass ein Hundeführer seinen Polizeihund nur eingeschränkt beschützen darf. Beispielsweise darf er seine Dienstwaffe nicht benutzen, sofern ein Täter ausschließlich auf den Hund schießt. Ein Täter, der auf einen Hund schießt, begeht laut Gesetz Sachbeschädigung, keinen Mord. Die Grundlage für die Arbeit als Diensthundeführer und Diensthund ist der Schutz des Diensthundeführers. Dieses ist auch gleichzeitig der Grundstein der Ausbildung. Sofern ein Hund nicht dazu in der Lage ist, sein Herrchen zu beschützen, ist die Arbeit als Diensthund unmöglich.

Auch das Erschnüffeln von gelegten Fährten ist ein Bestandteil der Grundausbildung, da dies speziell bei der Stellung von Straftätern oder vermissten Personen benötigt wird. Eine Fährte besteht insgesamt in der Regel aus drei verschiedenen Geruchskomponenten. Zum einen aus der Bodenverletzung, zum anderen aus dem Duft von zertretenen Kerbtieren und aus dem Individualgeruch der Person, der die Fährte gelegt hat. Mit der Bodenverletzung ist der unterschiedliche Geruch gemeint, den ein berührter Boden im Vergleich zu einem unberührten verströmt. Kleine Lebewesen (Kerbtiere) kommen zu Schaden oder werden verletzt, wenn ein Mensch auf sie tritt. Und auch Menschen riechen nicht alle gleich, für Hunde erst recht nicht.

Welche Aufgaben übernimmt ein Diensthundeführer?

Ein Hundeführer und sein treuer Gefährte, der Diensthund, meistern im beruflichen Alltag spannende und abwechslungsreiche Aufgaben. Für alle Aufgaben ist es wichtig, dass zwischen dem Diensthundeführer und dem Diensthund eine enge Bindung besteht und eine Vertrauensbasis geschaffen wurde. Aus diesem Grunde lebt ein Diensthund auch bei seinem Herrchen zu Hause. Damit du dir eine Vorstellung der Aufgaben, die von der Hundestaffel der Polizei übernommen werden, machen kannst, findest du nachfolgend einige Beispiele:

In Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten Polizei, Bundespolizei und auch der Zoll sehr oft und eng mit der Hundestaffel zusammen. Im Laufe der Jahre hat sich der Aufgabenbereich der Diensthunde deutlich verändert und erweitert. Neben der Verfolgung von Straftätern, dem Aufspüren von Drogen, Rauschgift, vermissten Menschen oder Leichen, werden Spürhunde der Hundestaffel auch häufig zum Aufspüren von Pyrotechnik eingesetzt. Diensthunde der Hundestaffel der Polizei unterstützen auch sehr häufig bei Demonstrationen oder Großveranstaltungen. Sie helfen, Menschenmassen voneinander zu trennen oder einen gewünschten bzw. notwendigen Abstand der Polizisten zu den Menschenmassen zu gewährleisten. Diensthunde werden, sofern sie eine Spezialausbildung absolviert haben, bei der Suche nach Sprengstoffen, Brand- und Geldmitteln eingesetzt, bieten aber auch wertvolle Unterstützung im normalen Streifendienst.

Ist eine einmalige Ausbildung zum Hundeführer ausreichend oder bedarf es eine regelmäßige Weiterbildung?

Wenn du bei der Hundestaffel der Polizei arbeiten möchtest, musst du dich darauf einstellen, dass du durchgängig lernen wirst. Die Arbeit und das Training zwischen dem Menschen und seinem Hund hört niemals auf. Nachdem ihr gemeinsam die Ausbildung zum Diensthundeführer und Diensthund gemeistert habt, folgen regelmäßig Weiterbildungen und Nachschulungen. Grundsätzlich lässt sich ohnehin nicht von Anfang an bestimmen, in welchem Einsatzgebiet ihr später gemeinsam arbeiten werdet. Beispielsweise muss ein Diensthund dich sicher und in jeglicher Situation beschützen können, um für Spezialisierungen wie der Suche nach Sprengstoffen oder Drogen, geeignet zu sein.

Während Weiterbildungen und Nachschulungen steht euch immer ein Hundeausbilder zur Seite, der euch mit Rat und Tat wertvolle Unterstützung bietet.

Wie viel verdiene ich mit der Arbeit als Diensthundeführer in einer Hundestaffel?

Diese Frage lässt sich pauschal leider nicht beantworten, da dies in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich ausfallen kann. Darüber hinaus können auch die einzelnen Zuschläge, wie z. B. Familienzuschläge oder Zuschläge für die Arbeit an Feiertagen, Nächten oder Wochenenden, unterschiedlich hoch ausfallen. Eingestuft wirst du als Diensthundeführer der Hundestaffel der Polizei grundsätzlich in die Besoldungsgruppe A9. In Baden-Württemberg kannst du als Diensthundeführer monatlich ca. 3.500 Euro brutto verdienen, in Thüringen durchschnittlich ca. 1.000 Euro weniger. 

Dein treuer Gefährte, der Diensthund

Nicht nur an den Menschen werden hohe Anforderungen gestellt, auch der Hund muss einige Kriterien erfüllen, um zum Diensthund ausgebildet zu werden. Nachfolgend findest du ein paar Grundinformationen zum Diensthund selbst und dessen Ausbildung.

Welche Rassen sind als Diensthund geeignet?

Lange nicht jede Hunderasse ist für die Arbeit als Diensthund bei der Polizei geeignet, da sie bestimmte Wesenszüge voraussetzt. Über die Jahre haben sich insgesamt sechs Hunderassen für den Einsatz als Diensthund bewährt, sodass immer wieder auf diese zurückgegriffen wird. Wie bereits erwähnt, ist eine enge Bindung sowie Vertrauen sehr wichtig bei der Arbeit mit einem Diensthund. Hundeführer und seine Diensthunde verbringen sehr viel Zeit miteinander und ein respektvoller Umgang ist eine Grundvoraussetzung für diese wichtige Arbeit. Die sechs Hunderassen, die für die Arbeit als Diensthund bei der Hundestaffel der Polizei eingesetzt werden, sind folgende:

  • Deutscher Schäferhund
  • Malinois (Belgischer Schäferhund)
  • Rottweiler
  • Dobermann
  • Airedale Terrier
  • Riesenschnauzer

Wenn ein Hund der richtigen Rasse entspricht, bedeutet dies nicht zugleich, dass er für die Arbeit als Diensthund geeignet ist. Die Anforderungen an die Hundestaffel der Polizei sind deutlich umfangreicher. Beispielsweise muss ein Hund unter anderem intelligent, ausdauernd und muskulös sein, eine bestimmte Größe vorweisen und einen ausgeprägten Geruchssinn haben. Auch hier können sich die Anforderungen je nach Bundesland voneinander unterscheiden.

Welche Anforderungen werden an den Hund gestellt?

Die Ausbildung eines Diensthundes ist in der Regel ab einem Alter von zwölf Monaten möglich. Durchschnittlich beträgt die Ausbildungsdauer zwischen sechs und zwölf Monaten, ist jedoch abhängig vom Hund und seinem Diensthundeführer. Wichtige Kriterien werden bereits vor dem Kauf eines Hundes gestellt und müssen erfüllt werden, damit sich ein Hund entsprechend eignet. Die wichtigsten Kriterien und Voraussetzungen für die Wahl eines Hundes sind unter anderem folgende:

  • Alter zwischen zwölf und maximal 36 Monaten
  • Keine Einschränkungen in der Gesundheit
  • Arbeitsmotivation
  • Geeignet für die Ausbildung als Spezialhund
  • Selbst- und Umweltsicherheit
  • Überdurchschnittlicher Spieltrieb
  • Gute körperliche Statur

Die bereits oben genannten Rassen besitzen üblicherweise weitere wichtige Eigenschaften, die für die Tätigkeit als Diensthund wichtig sind. Hierzu zählen z. B. Gehorsam, Schutztrieb und ein überdurchschnittlicher Geruchssinn.

Ein Diensthund geht frühestens mit sechs Jahren in Rente und beendet damit seine Karriere, bleibt aber weiterhin bei dem Hundeführer wohnen. Das Alter, ab wann ein Diensthund in Rente geht, ist abhängig von seiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Üblicherweise gehen Diensthunde der Hundestaffel der Polizei mit zehn bis dreizehn Jahren in den Ruhestand.

Wie wird ein Diensthund ausgebildet?

Die drei Grundpfeiler der Ausbildung eines Diensthundes sind Nasenarbeit, Schutzdienst und Gehorsamsübungen. Das Motivieren des Hundes sollte in allen Übungen nicht vergessen werden, welches mit Hilfe von Leckerli, Spielzeug, Streicheln oder lobenden Worten geschehen kann. Bis zu 5.000 Wiederholungen werden benötigt, bis ein Kommando vom Diensthund sicher aufgenommen und erlernt wird. Während der gesamten Ausbildung wird negatives Verhalten, welches also unerwünscht ist, ignoriert und möglichst vermieden. Alle Übungen führen Hundeführer und Diensthund mit Hilfe eines Ausbilders gemeinsam durch und sind ab Tag Eins ein gemeinsames Team.

Die Nasenarbeit

Hierbei lernt der Diensthund, seine Nase einzusetzen und nach bestimmten Gegenständen zu suchen, die zuvor von einem Menschen angefasst worden oder in Berührung gekommen sind. Ein angehender Diensthund lernt ebenfalls mit Hilfe von gewissen Übungen, das Anzeigen von Gegenständen. Dies wird üblicherweise durch Bellen des Hundes, an der entsprechenden Stelle, trainiert.

Der Schutzdienst

In diesem Bereich der Ausbildung lernen die Hunde, einen Schutzärmel, der sich bewegt, zu erbeuten. Das wichtigste Mittel hierbei sind Motivation und auch Spiel. Da der Beutetrieb einem Hund bereits angeboren ist, wird der Diensthund so trainiert, dass er den Schutzärmel als seine Beute deklariert. Auf diese Weise wird das angeborene Beuteverhalten des angehenden Diensthundes weiter ausgebildet. Das Schwierige hierbei ist, dem Hund in einer solchen Situation Gehorsam zu lehren, da der Beutetrieb tief in seinem Wesen steckt. Der Hund muss lernen, den Schutzärmel zu erbeuten und nicht den Menschen selbst zu beißen oder als Beute anzusehen. Auf diesem Wege werden sowohl der Hundeführer als auch andere gefährdete Personen geschützt. Bei der Ausbildung im Schutzdienst wird auf Hilfsmittel wie den Klicker, den Schutzärmel und auf Bringsel (Plastik- oder Juterolle) zurückgegriffen.  

Der Klicker

Ein wichtiges Hilfsmittel, welches beim Biegen ein Knackgeräusch erzeugt, ist der Klicker. Zu Beginn ist das Knackgeräusch, da noch keine Verbindung zu ihm aufgebaut wurde, für den Hund neutral und bedeutungslos. Wird das Geräusch jedoch kurz vor der Gabe einer kleinen Futterration erzeugt, verbindet der Hund damit nach einigen Wiederholungen, die Gabe von Futter. Der Vorteil des Klickers im Vergleich zur menschlichen Stimme ist, dass dieser neutral und frei von sämtlichen Stimmungen oder Emotionen ist. Der Klicker klingt somit immer gleich und bedeutet für den Hund keine Belohnung, sondern lediglich ein Markierungssymbol, für das gezeigte Verhalten. 

Wichtig bei der Lernmethode des Klickers ist die direkte Betätigung, unmittelbar vor der Futtergabe. Das Verknüpfungs-Zeitfenster bei Hunden und Katzen liegt bei maximal 0,48 bis 0,7 Sekunden.

Der Schutzärmel

Die Verwendung eines Schutzärmels dient dem Schutz vor Hundebissen. Während der Ausbildung wird der Schutzärmel bei der Simulation der Stellung eines Täters eingesetzt. Der Schutzärmel wird von einem „Täter” (meist der Ausbilder oder ein Kollege) am Arm getragen und dient zum Schutz, wenn der Hund diesen erbeutet oder sich festbeißt.

Ein Kiefer, beispielsweise eines Schäferhundes, kann beim Zubeißen einen Druck von bis zu zwei Tonnen pro Quadratzentimeter erzeugen. Das ist eine ganze Menge und nicht zu unterschätzen! Die Zähne eines Hundes werden im Verlauf seines Hundelebens zwar stumpfer, jedoch ist ein Biss mit einer stumpfen Waffe umso schmerzhafter. 

Das Bringsel

Ein Bringsel, in der Regel eine Jute- oder Plastikrolle, wird häufig als Spielzeug verwendet, um die Motivation des Hundes anzuregen. Bringsel eignen sich als Wurfspielzeug oder für Beutespiele. 

Die Gehorsamsübungen – Die Folgsamkeit

Die Basis für eine gute Ausbildung sowie ein einwandfreies Miteinander zwischen Mensch und Tier ist, dass der Hund auf sein Herrchen, den Hundeführer, hört. Für spätere Einsätze ist ein 100%iger Gehorsam unverzichtbar, denn gerade in schwierigen oder Notsituationen, muss ein Hundeführer sich auf seinen Diensthund verlassen können. Die durchgeführten Übungen müssen daher fehlerfrei absolviert werden. Ein Diensthund muss lernen, dass er seinem Herrchen untergeordnet ist.

Unterordnung bedeutet nicht Unterwürfigkeit, sondern, dass der Hund akzeptiert, dass der Mensch ihm übergeordnet ist, ihn als Rudelführer akzeptiert und tut, was er gelernt hat. Der Mensch hingegen muss lernen, wie er mit welchem Verhalten die Unterordnung einfordert, den Hund motiviert und wie er Rudelführer wird und dieses auch bleibt. 

Missverständnisse zwischen den beiden Spezies Mensch und Hund sind normal und kommen vor, seit vor rund 30.000 Jahren beide beschlossen haben, zusammenzuleben. Ein Hund musste erst lernen, dass ein Lächeln nicht gleichbedeutend mit Zähnefletschen ist und ein Mensch wiederum, dass angelegte Ohren nicht unbedingt einen Angriff signalisieren.

Spezialisierungen

Diensthunde werden zuerst als Schutzhunde ausgebildet und können im Anschluss, sofern alle Voraussetzungen des entsprechenden Bereichs des jeweiligen Bundeslandes gegeben sind, auf Spezialgebiete ausgebildet werden. Spezialisierungen sind beispielsweise auf folgende Bereiche möglich:

  • Sprengstoffspürhund
  • Rauschgiftspürhund
  • Brandmittelspürhund
  • Leichen- und Blut-Spürhund
  • Schutzhund
  • Geruchsspurenvergleichs-Hund
  • Geldmittel Spürhund

Ein Diensthund, der in einem speziellen Bereich ausgebildet wurde, kann trotzdem für andere Bereiche eingesetzt werden. Dies ist z. B. im Schutzdienst, als Unterstützung im Streifendienst, bei Großveranstaltungen oder bei Demonstrationen möglich.

Das Verhalten eines Hundes verstehen

Viele Wissenschaftler haben sich bereits vergebens die Zähne ausgebissen, wenn es um die Übersetzung der Hundesprache eins zu eins ins Menschliche geht. Bekannt und erwiesen ist jedoch, dass Hunde die Bedeutung von vielen Wörtern erlernen können. Richtig schlaue Hunde sind sogar in der Lage, bis zu 300 Wörter zu erlernen. Besonders Menschen mit Behinderungen, die mit Hilfe eines ausgebildeten Hundes ihren Lebensalltag bestreiten, profitieren hiervon. Hunde besitzen die einzigartige Eigenschaft, besonders anpassungsfähig zu sein und haben im Verlauf ihres Lebens sogar Lesen gelernt. Lesen? Natürlich das Lesen von Körpersprachen und Fährten. Ohne es bewusst zu merken, drücken Menschen mit Hilfe ihrer Körpersprache etwas aus und wundern sich im Anschluss, wieso ihr Hund es versteht. Für Hunde sind Menschen offene Bücher, denn sie entschlüsseln uns mit Hilfe ihres Spürsinns. Ein Hund fühlt und merkt, ob ein Mensch gut oder schlecht gelaunt, ängstlich, gestresst oder nervös ist. 

Fazit

Die Arbeit als Diensthundeführer der polizeilichen Hundestaffel ist sehr vielseitig und abwechslungsreich, sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Als Diensthundeführer der Hundestaffel der Polizei ist man auch nach getaner Arbeit für seinen vierbeinigen Gefährten verantwortlich. Für viele Menschen ist der Beruf des Diensthundeführers ein Traumberuf, da er einerseits ein sehr wichtiger Beruf ist, andererseits die Arbeit mit Tieren vereint. Wir hoffen, dass wir dir einen guten Einblick in die Arbeit als Hundeführer bei der Polizei gewähren konnten und wünschen dir viel Erfolg auf deinem Karriereweg.

 

Das könnte dich noch interessieren

Polizei Sporttest beim Einstellungstest: Erfolgreich bestehen

Polizei BMI – Diese Anforderungen musst du erfüllen

Polizei Cooper-Test Tabelle – Informiere dich über alle Ranglisten

Die Voraussetzungen für die Polizei: Alle Informationen im Überblick

Polizei Konzentrationstest: Vorbereitung, Inhalte & Ablauf

Häufig gestellte Fragen/ FAQ

Wie komme ich zur Hundestaffel der Polizei?

Wenn du dich für die Arbeit in der Hundestaffel der Polizei interessierst, ist der erste Schritt, eine Ausbildung bei der Polizei zu absolvieren. Im Anschluss benötigst du, je nach Bundesland, mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung im mittleren Dienst. Sofern du alle Bedingungen des jeweiligen Bundeslandes erfüllst, kannst du dich im Anschluss zur Weiterbildung als Diensthundeführer in der Hundestaffel der Polizei bewerben.

Welche Aufgaben übernimmt die Hundestaffel der Polizei?

Welche Aufgaben die Hundestaffel übernimmt, liegt an der Spezialisierung des Diensthundes. Einige werden als spezielle Spürhunde wie z. B. bei der Suche nach vermissten Personen, Leichen, Sprengstoff oder Rauschmittel ausgebildet. Diensthunde werden aber auch oft bei Demonstrationen oder Großveranstaltungen eingesetzt, um z. B. große Menschenmengen voneinander zu trennen oder dienen der Unterstützung im normalen Streifendienst.

Sind alle Hunderassen für die Hundestaffel der Polizei geeignet?

Ein geeigneter Hund muss zwischen 12 und 36 Monate alt sein und einen überdurchschnittlichen Spieltrieb besitzen. Auch eine hohe Arbeitsmotivation, gute Selbstsicherheit und keine Gesundheitseinschränkungen sind Grundbedingungen. Hunderassen wie der Deutsche Schäferhund, Belgischer Schäferhund, Rottweiler, Dobermann, Riesenschnauzer und Airedale Terrier werden üblicherweise als Diensthunde ausgebildet.

Wie lange ist ein Hund als Diensthund bei der Polizei tätig?

Hat ein Diensthund keine gesundheitlichen Beschwerden und erfüllt nach wie vor alle Voraussetzungen für die Arbeit als Diensthund, wird er langfristig eingesetzt. In der Regel gehen Diensthunde mit zehn bis dreizehn Jahren in den Ruhestand. Im Durchschnitt ist das früheste Rentenalter sechs Jahre und auch nach beendeter Diensthund-Karriere ist sein Herrchen, der Hundeführer, weiterhin für ihn zuständig.

Ist ein Praktikum bei der Hundestaffel der Polizei möglich?

Viele Hundestaffeln der Polizei bieten dir die Möglichkeit, als bereits ausgebildeter Polizist ein Praktikum bei ihnen zu absolvieren. Kontaktiere hierzu am Besten deine gewünschte Hundestaffel der Polizei in deiner Umgebung, um weitere Informationen zu erhalten.

Klicken um Beitrag zu bewerten
[Gesamt: 51 Durchschnitt: 4.9]
Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email
Maxie Janice

Maxie Janice

Maxie unterstützt TestHelden.com im Marketing und bei der redaktionellen Erarbeitung unseres Magazins. Die Schilderung von Abläufen der verschiedensten Einstellungstests und mögliche Karrierewege im beruflichen Leben gehören zu ihren Kernthemen.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.