Die Feuerwehr der Bundeswehr – Überblick, Karriere, Einstellungstest

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Bundeswehr-Feuerwehr

Nicht Viele wissen, dass die Bundeswehr eine eigene Feuerwehr hat. Mit Standorten in ganz Deutschland ist die Bundeswehr-Feuerwehr nicht nur für abwehrenden Brandschutz zuständig. Im Folgenden gehen wir näher auf die Geschichte, die weiteren Aufgaben und Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr-Feuerwehr ein.

Geschichte der Bundeswehr-Feuerwehr

Bis 2012 waren die zivilen Feuerwehren der Bundeswehr Bestandteil der militärischen Verbände und Dienststellen. Im Zuge der Neustrukturierung der Bundeswehr im Jahr 2012 wurden diese zivilen Feuerwehren jedoch in einem längeren Prozess aus den Streitkräften ausgegliedert. Seit Oktober 2014 gibt es nun das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr – kurz ZBrdSchBw. Diese Neuausrichtung macht die Bundeswehr-Feuerwehr zu einer der größten Feuerwehren in ganz Deutschland.

Aufgaben der Bundeswehr-Feuerwehr

Wie bereits erwähnt, sorgt die Feuerwehr der Bundeswehr bundesweit für Brandschutz. Das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr hat demnach die fachliche sowie organisatorische Verantwortung für den kompletten abwehrenden Brandschutz in Deutschland.

Außerdem leistet die Bundeswehr-Feuerwehr technische Hilfe bei den Dienststellen der Bundeswehr innerhalb Deutschlands. Je nach Bedarf unterstützt die Bundeswehr-Feuerwehr dann die Dienststellen der Bundeswehr bei speziellen Einsätzen oder wenn ausgesprochenes Gefahrenpotential herrscht. Das Ziel liegt darin besonderen Risiken professionell zu begegnen.

Standorte der Bundeswehr-Feuerwehr

Das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr besteht aus 58 Bundeswehr-Feuerwehren im ganzen Bundesgebiet. Damit die Bundeswehr-Feuerwehr die vielfältigen Aufgaben in ganz Deutschland wahrnehmen kann, ist sie an unzähligen Standorten vertreten. Dazu gehören unter anderem folgende Einrichtungen der Bundeswehr:

 

  • Flugplätze
  • Untertageanlagen
  • Marineanlagen
  • Übungsplätze der Truppen
  • Einrichtungen der Logistik
  • Dienststellen für Wehrtechnik und Wehrwissenschaften

Die Direktion der Bundeswehr-Feuerwehr ist in der Generaloberst-Beck-Kaserne in Sonthofen im Allgäu angesiedelt und beschäftigt rund 140 Mitarbeiter. Insgesamt gibt es beim ZBrdSchBW mehr als 3.500 Beschäftigte.

Karriere bei der Bundeswehr-Feuerwehr

Im Bereich des Brandschutzes der Bundeswehr gibt es sowohl Beamte, als auch Soldaten. Bei Beamten handelt es sich im Regelfall um Beschäftigte der Bundeswehr-Feuerwehr selbst und bei Soldaten um Beschäftigte im militärischen Brandschutz.

Wie in den anderen Berufen der Bundeswehr, gibt es auch bei der Bundeswehr-Feuerwehr das System der Laufbahnen. So kannst du im Mittleren, Gehobenen oder Höheren Dienst beschäftigt sein und dich durch Weiterqualifizierungen und Erfahrung hocharbeiten.

Voraussetzungen

Natürlich gilt es auch bei der Bundeswehr-Feuerwehr zahlreiche Voraussetzungen und Anforderungen zu erfüllen. Darauf gehen wir nun kurz ein. Die konkreten Einstellungsvoraussetzungen der verschiedenen Laufbahnen findest du jeweils auf den Stellenanzeigen.

Allgemeine Voraussetzungen

  • Deutsche oder EU Staatsbürgerschaft oder Niederlassungsbewilligung
  • Eintritt für die freiheitlich demokratische Grundordnung
  • Persönliche und fachliche Eignung
  • Versetzungsbereitschaft innerhalb Deutschlands
  • 36. Lebensjahr bei Einstellung noch nicht vollendet

 

Die schulischen Voraussetzungen hängen von der gewünschten Laufbahn ab. Für den Mittleren Dienst brauchst du in der Regel einen mittleren Schulabschluss beziehungsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung. Für den gehobenen Dienst brauchst du mindestens einen Bachelor-Abschluss einer Studienrichtung, die für den Einsatz bei der Bundeswehr-Feuerwehr relevant ist.

Einstellungstest

Der Einstellungstest für die eineinhalbjährige Ausbildung bei der Bundeswehr-Feuerwehr besteht im Regelfall aus einem praktischen, einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

CAT-Test

Der computergestützte Eignungstest (CAT-Test) hat sich bei der Bundeswehr bewährt, um geeignete Bewerber auszuwählen. Dich erwarten zahlreiche Multiple Choice Fragen, die entweder kein Zeitlimit haben oder innerhalb weniger Augenblicke beantwortet werden müssen.

Zu den Inhalten gehören beispielsweise mathematische Aufgaben, wie Prozent- oder Bruchrechnung, Matrizen und das Vervollständigen von Zahlen. Auch dein technisches Verständnis kann überprüft werden, indem du zum Beispiel die Laufrichtung von Zahnrädern erkennen musst. Zum CAT-Test gehören in der Regel auch Fragen zur Allgemeinbildung und verschiedene Konzentrationsaufgaben.

Lies dir unseren Artikel zum CAT-Test (Verlinkung) genau durch, wenn du weitere Informationen benötigst.

Ärztliche Untersuchung

Jeder, der bei der Bundeswehr arbeiten möchte, wird gesundheitlich untersucht. So erwartet dich auch vor deiner Ausbildung bei der Bundeswehr-Feuerwehr die sogenannte Beamtentauglichkeitsuntersuchung.

Bei der allgemeinen medizinischen Untersuchung geht es um deine körperliche Eignung für den Beruf im Brandschutz. Unter anderem werden deine Reflexe und eventuelle Narben unter die Lupe genommen. Auch geht es um frühere Erkrankungen sowie aktuelle Diagnosen.

Praktischer Teil

Beim praktischen Testteil geht es um deine sportlichen Fähigkeiten.

Auf einem Schwebebalken beweist du deine Koordinationsfähigkeit sowie deinen Gleichgewichtssinn. Innerhalb von maximal 31 Sekunden musst du den Balken überqueren, am Ende eine kontrollierte Drehung durchführen und zur Mitte des Balkens gehen. Im Anschluss gehst du drei Schritte rückwärts und springst dann gezielt vom Balken herunter.

Beim Sprinttest beweist du deine Schnelligkeit und Koordinationsfähigkeit. Du musst aus der Bauchlage heraus zu einer Wendepylone laufen und diese umlaufen. Dann kehrst du wieder in die Bauchlage zurück, klatschst die Hände am Rücken zusammen und sprintest wieder zu der Pylone, die du umläufst. Für diese 11 x 10 Meter darfst du maximal 60 Sekunden brauchen.

Anschließend geht es um deine Kraft. Dafür hängst du im Klimmhang an einer Reckstange. Dein Kinn muss sich stets über der Stange befinden. In dieser Position musst du mindestens fünf Sekunden ausharren.

Der Sporttest schließt mit einem Ausdauertest ab. Auf einem Fahrradergometer musst du so schnell wie möglich in sitzender Position 3.000 Meter schaffen. Maximal darfst du sechseinhalb Minuten brauchen.

Mündlicher Teil

Wenn du es bis hierher geschafft hast, erwarten dich zum Abschluss zwei Gespräche. Die Einzelgespräche dauern etwa 30 Minuten und finden mit einem Psychologen und einem Vertreter des Mittleren sowie Gehobenen Dienstes statt.

Du musst beweisen, dass du über ausreichend technische Grundlagen und Kenntnisse verfügst und dass du zum Berufsbild passt. Bereite dich zudem auf Fragen des Bereichs Staatsbürgerkunde und zu politischen Tagesthemen vor.

Mögliche Fragen:

  • Wie ist die Bundeswehr strukturiert?
  • Hast du eine Fahrerlaubnis? Wenn ja, in welcher Klasse?
  • Was bedeuten die folgenden Titel: Beamter auf Widerruf, Beamter auf Probe, Beamter auf Lebenszeit?
  • Welche Aufgaben hat das ZBrdSchBw?
  • Was sind die Inhalte der Ausbildung?
  • Kannst du im Team arbeiten?
  • Hast du Höhen- oder Platzangst?
  • Warum passt du zur Bundeswehr-Feuerwehr?
  • Was sagt deine Familie zum Schichtdienst und eventuellen Versetzungen?
  • Was ist der Bundestag?

 

Auch zu diesem Bereich gibt es bereits einen sehr hilfreichen Artikel, den du dir unbedingt durchlesen solltest (Verlinkung zu „Das psychologische Gespräch der Bundeswehr”).

Mittlerer Dienst

Nach einem hoffentlich erfolgreichen Bewerbungs- und Auswahlverfahrensprozess erwartet dich eine eineinhalbjährige Ausbildung zum Brandmeister im Mittleren Dienst. Im Fokus stehen der richtige Umgang mit Gefahrstoffen und Feuer.

Die Ausbildung findet an einer sehr modernen Ausbildungsanlage für Brandschutz in Stetten am Kalten Markt statt. Theorie und Praxis wechseln sich ab und im Anschluss an die Grundausbildung erwartet dich ein fünfmonatiges Berufspraktikum.

Das Praktikum findet an einem der zahlreichen Standorte der Bundeswehr-Feuerwehr statt. Während dieser Zeit wird dir der berufliche Alltag nähergebracht und du erhältst einen Einblick, wie die Zusammenarbeit mit militärischen Dienststellen vonstatten geht.

Gehobener Dienst

Im Gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst übernimmst du verantwortungsvolle Aufgaben, wie zum Beispiel die Führung deiner Kollegen. Dein Einsatz ist entweder leitend, beratend oder lehrend. Im Anschluss an die eineinhalbjährige Laufbahnausbildung kannst du beispielsweise als Führungskraft der Bundeswehr-Feuerwehr eingesetzt werden.

Für den Gehobenen Dienst musst du mindestens einen Bachelor Abschluss vorweisen, um an der eineinhalbjährigen Ausbildung teilnehmen zu können.

Schau dir bitte die aktuellen Stellenausschreibungen der Bundeswehr-Feuerwehr an oder ruf in den Karrierecentern an, wenn du weiterführende Informationen benötigst. Und nun – Viel Glück und Wasser marsch!

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Quellen

https://www.bundeswehrkarriere.de/laufbahnausbildung-gehobener-feuerwehrtechnischer-dienst/138428

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswehrfeuerwehr

https://www.bundeswehr.de/de/organisation/infrastruktur-umweltschutz-und-dienstleistungen/organisation-iud/zentrum-brandschutz-der-bundeswehr

https://www.bundeswehr-feuerwehr.de/index.php

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