Polizeiärztliche Untersuchung

Polizeiärztliche Untersuchung

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Polizeiärztliche Untersuchung

Als Polizist sorgst du für Sicherheit und Ordnung in Deutschland. Um andere Menschen beschützen zu können, musst du über eine gewisse körperliche Verfassung verfügen. Bei der polizeiärztlichen Untersuchung wird daher deine körperliche und psychische Eignung für den Polizeiberuf überprüft.

Wieso gibt es die Polizeiärztliche Untersuchung?

Es reicht nicht nur aus beim schriftlichen Einstellungstest und Sporttest zu überzeugen. Mindestens gleich wichtig ist deine körperliche und geistige Polizeidiensttauglichkeit. Damit diese gewährleistet ist, wirst du während des Auswahlverfahrens einer medizinischen Untersuchung durch Polizeiärzte unterzogen. Insbesondere musst du laut Polizeidienstvorschrift 300 (PDV 300) für den Einsatz im Außendienst, sowie Wechsel- und Schichtdienst, für den körperlichen Einsatz und für den Gebrauch von Waffen geeignet sein.

Untersuchungen

Egal für welches Bundesland du dich bewirbst, die Untersuchung durch den polizeiärztlichen Dienst verläuft laut PDV 300 immer gleich. In dieser ist klar geregelt, was genau untersucht wird, welche Anforderungen du erfüllen musst und welche Erkrankungen oder vorherigen Behandlungen zu einem Ausschluss führen. Vor der eigentlichen Untersuchung musst du einen umfassenden Anamnesebogen ausfüllen, wo es beispielsweise um etwaige Vorerkrankungen geht. Bringe eventuelle Befunde und Diagnosen zur ärztlichen Untersuchung mit, damit sich das Auswahlverfahren nicht verzögert.

Körperform und Allgemeinzustand

Hier geht es vorrangig um deinen allgemeinen Gesundheitszustand, dein Gewicht und deine Größe. Oft wird hier auch der Body-Mass-Index berechnet, der Aufschluss darüber gibt, ob du normal-, über- oder untergewichtig bist. In der Regel brauchst du einen BMI zwischen 18 und 27,5.

Hormonsystem, Stoffwechsel und Blut

Stoffwechsel- und Hormonstörungen sowie Blutanomalien können deine Leistungsfähigkeit beeinflussen. Daher sind diese Aspekte wichtige Teile der Untersuchung durch den polizeiärztlichen Dienst. Vorwiegend werden Abweichungen durch labortechnische Untersuchungen festgestellt, auf die weiter unten eingegangen wird.

Haut und Schleimhäute

Während der Untersuchung deiner Haut und Schleimhäute wird unter anderem darauf geachtet, ob du Hautveränderungen aufweist. Auch werden eventuelle Narben, Tätowierungen, Brandings und weitere Modifikationen begutachtet und dokumentiert.

Skelett

Du musst jederzeit dazu in der Lage sein deine polizeilichen Aufgaben ausführen und deine Dienstkleidung tragen zu können. Daher wird überprüft, ob dein Skelett, deine Gelenke und deine Gliedmaßen voll funktionsfähig sind. Hier wird zudem auf deine Körperhaltung, auf eventuell schlecht verheilte Knochenbrüche und auf Kopfverformungen geachtet.

Augen

Ein häufiger Ausschlussgrund für den Polizeidienst ist eine unzureichende Sehfähigkeit oder eine andere Beeinträchtigung der Sehleistung, wie zum Beispiel eine Farbsehschwäche oder eine Fehlstellung der Augen. Die Sehkraft muss nicht nur mit Sehhilfe ausreichend sein, sondern ebenso ohne Brille. Wenn deine Sehkraft ungenügend ist und du eine Laserkorrektur planst, musst du beachten, dass eine Beurteilung deiner Augen frühestens ein halbes Jahr nach der Laser-Operation durchgeführt werden kann. Oft wird sogar ein ganzes Jahr Wartezeit genannt. Wenn du eine Sehhilfe trägst, musst du einen aktuellen Befund deines Augenarztes zu der polizeiärztlichen Untersuchung mitbringen. Das notwendige Formular findest du jeweils auf der offiziellen Seite der Landespolizei, bei der du dich bewirbst.

Ohren

Als Polizist ist es wichtig, dass du über ein ausreichendes Hörvermögen verfügst. Daher werden deine Gehörgänge und deine Trommelfelle untersucht und du musst einen Hörtest bestehen. Ein Tinnitus könnte beispielsweise zu einem Ausschluss führen.

Gebiss

Die Polizeiärzte begutachten deine Zähne und dein Gebiss, um zu kontrollieren, ob du kariesfrei bist. Außerdem musst du ohne Einschränkungen sprechen und kauen können.

Herz- Kreislaufsystem

Der Polizeidienst kann hohe Anforderungen an dein Herz- und Kreislaufsystem stellen. Dein Puls und dein Blutdruck müssen sich im Normalbereich befinden. Eine Polizeiärztliche Untersuchung besteht zudem aus einem Belastungs- und einem Ruhe-EKG, um einzuschätzen ob dein Herz und Kreislauf einwandfrei belastbar sind. Eventuelle Herzgeräusche bedürfen einer weiteren Abklärung.

Lunge und Atmungsorgane

Um deine Aufgaben als Polizist uneingeschränkt ausführen zu können, müssen auch deine Atemorgane einwandfrei funktionieren. Die Polizeiärztliche Untersuchung beinhaltet eine Kontrolle der Lungengeräusche und es wird überprüft ob eine Nasenatmung frei möglich ist.

Bauch, Harn- und Geschlechtsorgane

Das Abtasten der Bauchdecke und das Achten auf eventuelle Narben von vergangenen Operationen gehören ebenso zur Untersuchung. Bei Auffälligkeiten können Folgeuntersuchungen verlangt werden. Die Geschlechtsorgane, Harnorgane und die Prostata bei Männern sollten ebenso keine Auffälligkeiten aufweisen.

Psychisches Verhalten und Nervensystem

Neben der körperlichen Eignung muss auch deine Psyche polizeidiensttauglich sein. Um ein genaueres Bild darüber zu bekommen, werden dir vermutlich Fragen zu deinem Anamnesebogen gestellt oder konkrete Fragen beispielsweise über Suchtverhalten, häufige Kopfschmerzen, Bettnässen, Essstörungen, Suizidversuche oder Auffälligkeiten in der Schule. Zittern, Zucken, vermehrte Schweißbildung, Fingernägel kauen sowie stottern können auf Beeinträchtigungen des Nervensystems hinweisen.

Labortechnische Untersuchungen

Eine labortechnische Urinuntersuchung gibt Aufschluss über verschiedene Erkrankungen oder Abweichungen im Urinsystem. Auch der Konsum von Drogen kann über die Urinuntersuchung festgestellt werden. Eine Blutuntersuchung, den eine polizeiärztliche Untersuchung beinhaltet, kann auf Erkrankungen oder Anomalien hinweisen.

Ausschlussgründe

Die PDV 300 regelt nicht nur die durchzuführenden Untersuchungen, sondern legt auch gesundheitliche und körperliche Ausschlussgründe fest. Wenn einer oder mehrere der beschriebenen Ausschlussgründe auf dich zutreffen, führt dies zu einer Polizeidienstuntauglichkeit. Die verschiedenen Gründe, die dich polizeidienstuntauglich machen, sind in vier Kategorien eingeteilt. Im Folgenden findest du jeweils einige Beispiele dazu:

  1. Unzureichende Leistungs- und Belastungsfähigkeit:

Diabetes mellitus, Blutarmut, Asthma, Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten, instabile Gelenke, unheilbare Darmerkrankungen, Herzfehler, Bluthochdruck

  1. Erhöhtes Risiko für gesundheitliche Verletzbarkeit:

Funktionsgestörte Sinnesorgane, erhöhtes Thromboserisiko, reduzierte Abwehrkräfte, Dialysepflichtigkeit, Psychotrauma

  1. Erhöhtes Risiko für Störungen des Bewusstseins und behindernde Stimmungs- und Konzentrationsschwankungen:

Autoimmunerkrankungen, psychische Erkrankungen, Epilepsie, Störungen nach Medikamenten- oder Suchtmitteleinnahme

  1. Unzureichender seelischer Gesundheitszustand oder verminderte psychische Leistungsfähigkeit:

Eigen- oder Fremdgefährdung, Ess- oder Angststörungen, Psychosen, Persönlichkeitsstörung, aktuelle Medikamenten- oder Suchtmitteleinnahme

 

Wir empfehlen dir, keine Erkrankungen, abgeschlossene Behandlungen oder gesundheitlichen Probleme zu verschweigen. Die Aufgaben bei der Polizei können sehr herausfordernd sein und daher musst du absolut dafür geeignet sein. Im Zweifelsfall beraten dich die Einstellungsberater der jeweiligen Polizei gerne, wenn du Fragen zu der polizeiärztlichen Untersuchung hast. Viel Erfolg!

 

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Quellen:

https://www.gesundheitsamt-bw.de/SiteCollectionDocuments/05_Service/AnamnesebogenPDV300.pdf

https://www.rehm-verlag.de/eLine/portal/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27HBR_IV_eba42981c4e97a806aacdb73f540669a%27%5D

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