Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn – Der Überblick

Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn

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Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn

Die Schweizerische Bundesbahn, kurz SBB genannt, ist das größte Transportunternehmen der Schweiz. In keinem anderen Land nutzen Menschen die Bahn so oft wie in der Schweiz. Rund eine Million Personen fahren täglich mit der SBB. Als einer der größten Arbeitgeber des Landes beschäftigt die SBB rund 32.000 Mitarbeiter und bietet jedes Jahr 700 Lehrstellen in über 25 verschiedenen Lehrberufen an. In diesem Artikel stellen wir dir einige Möglichkeiten einer Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn vor und zeigen dir auf, welche Voraussetzungen du mitbringen musst.

Erstausbildung

Zusammen mit der SBB, der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS), der Rhätischen Bahn (RhB), dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und rund 50 weiteren Unternehmen wurde der Bildungspartner „Login” ins Leben gerufen. Login bietet marktorientierte Ausbildungsberufe in der Schweizer Verkehrswelt an und gilt als einer der besten Ausbildungsbetriebe der Schweiz.

Die Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn dauern, je nach Beruf, drei bis vier Jahre und werden im dualen System durchgeführt. Dies bedeutet, dass der praktische Teil der Ausbildung im Lehrbetrieb stattfindet und der theoretische Teil in der Berufsschule. Bei den kaufmännischen Berufen wirst du an verschiedenen Standorten arbeiten, während du bei den handwerklichen Berufen meist am gleichen Arbeitsort bleibst.

Am Ende der Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn erwartet dich eine Abschlussprüfung. Wenn du sie bestehst, erhältst du ein sogenanntes eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, kurz EFZ genannt. Das EFZ bescheinigt, dass du eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hast. Welche Berufe du erlernen kannst, erklären wir dir jetzt.

Lehrberufe

Manche arbeiten bevorzugt im Büro, andere begleiten gerne Menschen auf ihren Reisen oder betätigen sich lieber handwerklich. Unter den über 25 Lehrberufen ist für die meisten etwas dabei. Die Lehrberufe lassen sich in drei Bereiche einteilen: Kunden und Büro, Technik und Informatik sowie Bau und Logistik.

Kunden und Büro

Falls du sehr gerne mit Kunden zu tun hast und Arbeiten im Büro erledigst, solltest du dich über nachfolgende Berufe näher erkundigen:

  • Detailhandelsfachmann öffentlicher Verkehr
  • Fachmann Kundendialog
  • Fachmann öffentlicher Verkehr, Planung
  • Fachmann öffentlicher Verkehr, Zugbegleitung
  • Kaufmann Dienstleistung und Administration
  • Kaufmann Treuhand-Immobilien
  • Kaufmann öffentlicher Verkehr

Technik und Informatik

Wer sich für Technik, Computer und Mathematik interessiert, findet seine Berufung wahrscheinlich in einem dieser Berufe:

  • Automatiker
  • Automatikmonteur
  • Automobil-Mechatroniker
  • Elektroinstallateur
  • Elektroplaner
  • Fachmann in Information and Communication Technology (ICT)
  • Informatiker Applikationsentwicklung
  • Informatiker Systemtechnik
  • Interactive Media Designer
  • Konstrukteur
  • Mechanikpraktiker
  • Mediamatiker
  • Polymechaniker
  • Produktionsmechaniker
  • Schreiner
  • Telematiker

Bau und Logistik

Für diejenigen, die gerne an der frischen Luft arbeiten, freudig mit anpacken oder es ordentlich und aufgeräumt mögen ist möglicherweise einer der folgenden Berufe interessant:

  • Fachmann Betriebsunterhalt
  • Gebäudereiniger
  • Gleisbauer
  • Industrielackierer
  • Logistiker Lager
  • Logistiker Verkehr
  • Netzelektriker

Zweitausbildung

Wenn du schon eine Ausbildung oder Matura abgeschlossen hast, hast du die Möglichkeit bei der SBB eine Zweitausbildung in fünf abwechslungsreichen Bahnberufen zu absolvieren. Schon während der Zweitausbildung, die je nach Beruf acht bis sechzehn Monate dauert, bist du bei der SBB angestellt und wirst entlohnt. Wie lange genau jede Berufsausbildung dauert und wo sie stattfindet, erklären wir dir als Nächstes.

Lokführer Personenverkehr

Als Lokführer im Personenverkehr beförderst du jährlich rund 450 Millionen Reisende. Die Ausbildung dauert 14 bis 16 Monate und kann in allen Teilen der Schweiz absolviert werden. Die Ausbildung endet mit einer theoretischen und einer praktischen Fähigkeitsprüfung nach den Vorgaben des Bundesamt für Verkehr, kurz BAV genannt.

Anforderungen

Als angehender Lokführer brauchst du einige Fähigkeiten:

  • Selbstständigkeit
  • Ausgeglichenheit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Eine gute Reaktionsfähigkeit

 

Diese Anforderungen musst du erfüllen, um eine Zweitausbildung zum Lokführer beginnen zu können:

  • Abgeschlossene dreijährige Berufslehre oder Matura
  • Bereitschaft im 24-Stunden Schichtbetrieb zu arbeiten
  • Verhandlungssichere, mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse in der Sprache des Arbeitsortes
  • Kenntnisse einer zweiten Landessprache (Mindestens Level A1)
  • Einwandfreier Farbsinn (keine Rot-/Grünschwäche)

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn zum Lokführer hast du die Möglichkeit den Standort zu wechseln oder eine Laufbahn in der Planung, Führung und Ausbildung anzustreben.

Mit dem Fähigkeitszeugnis des BAV und zwei Jahre Berufserfahrung als Lokführer hast du die Möglichkeit eine eidgenössische Berufsprüfung abzulegen und kannst so deinen Fachausweis (FA) erhalten. Der FA berechtigt dich diverse höhere Fachschulen zu besuchen und ein eidgenössisches Diplom zu machen. Teilweise kannst du sogar an Fachhochschulen (FH) zugelassen werden.

Lokführer Cargo

In der Zweitausbildung zum Lokführer Cargo erlernst du das Rangieren von Wagen und die Fahrtechniken. Die Ausbildung dauert rund 14 Monate und berechtigt dich danach, Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zu führen (Kategorie B100). Der theoretische Teil der Ausbildung findet in Zürich Altstetten, Olten oder Lausanne in der Berufsschule statt. Deine Praxiserfahrungen sammelst du in einem regional zugehörigen Rangierbahnhof. Nach der Ausbildung sammelst du mindestens 24 Monate lang Erfahrung in der Region, wo die Ausbildung stattgefunden hat. Danach kannst du dich für weitere Kategorien dieses Berufs weiterqualifizieren.

Anforderungen

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Lokführer Cargo sind:

  • Abgeschlossene zweijährige Berufslehre (idealerweise eine handwerkliche Grundausbildung) oder Matura
  • Bereitschaft im 24-Stunden Schichtbetrieb zu arbeiten
  • Gute PC- und Tablet-Anwenderkenntnisse
  • Verhandlungssichere, mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse in der Sprache des Arbeitsortes
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit

Weiterbildungsmöglichkeiten

Als Lokführer Cargo Kategorie B100 hast du die Möglichkeit eine drei- bis viermonatige Weiterbildung zum Lokführer Cargo Kategorie B zu machen. Diese Weiterbildung berechtigt dich, alle Züge zu fahren. Mehr zu den Kategorien erfährst du in der „Verordnung über die Zulassung zum Führen von Triebfahrzeugen der Eisenbahnen” (siehe Quellenangabe am Schluss des Beitrags). Durch Wechsel deines Arbeitsortes kannst du außerdem auch neue Erfahrungen sammeln.

Kundenbegleiter

Kundenbegleiter stehen im direkten Kontakt zu den Kunden und begleiten sie auf ihren Bahnreisen. Dabei ist eine freundliche Begrüßung ebenso wichtig wie eine kompetente Auskunft. In der achtmonatigen Zweitausbildung lernst du nicht nur, wie du Fahrausweise kontrollierst, sondern auch wie du mit Problemen, Störungsfällen und Sicherheitsstandards professionell umgehst. Auch diese Ausbildung schließt du mit einer Prüfung ab. Danach bist du schon nach einer viermonatigen Festigungsphase für den vollen Einsatz als Kundenbegleiter bereit. Die Ausbildungsstellen befinden sich in Zürich Altstetten, Olten, Bern und Lausanne.

Anforderungen

Angehende Kundenbegleiter sollten über folgende Charaktereigenschaften verfügen:

  • Exzellente Kundenorientierung
  • Sehr gute Kommunikationsfähigkeiten
  • Hervorragende Konfliktfähigkeiten
  • Eine hohe physische und psychische Belastbarkeit
  • Selbstständigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Durchsetzungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Freundlichkeit

 

Weiter erfüllst du die nachstehenden Anforderungen:

  • Abgeschlossene dreijährige Berufslehre oder Matura
  • Bereitschaft im 24-Stunden Schichtbetrieb zu arbeiten
  • Ausgezeichnete mündliche Sprachkenntnisse in Deutsch oder Französisch (Mindestens Level C2)
  • Bereitschaft zwei Fremdsprachen dazuzulernen (Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch)
  • Gepflegtes Erscheinungsbild

Weiterbildungsmöglichkeiten

Kundenbegleiter haben die Option sich zum Chef Kundenbegleiter National oder International weiterzubilden. Als Chef Kundenbegleiter trägt man nicht nur die Verantwortung für Passagiere, sondern auch für das Zugteam und die Zugkompositionen. Zudem erledigt er auch Arbeiten wie:

  • Arbeitseinteilung
  • Kommunikation mit dem Lokführer
  • Kontrolle vom Zug vor der Inbetriebnahme
  • Überwachung der Bremsen
  • Berechnung des Bremswegs
  • Erteilung der Abfahrtserlaubnis
  • Delegierung zur Behebung von Störungen
  • Durchsage von Informationen im Zug
  • Schlusskontrolle am Endbahnhof, bevor der Zug abgestellt wird (zum Beispiel, ob sich niemand mehr im Zug aufhält)

Spezialist Einsatzplanung

Einsatzplanungs-Spezialisten erstellen Dienst- und Ferienpläne für das Zug-, Rangier- und Reinigungspersonal. Zudem steuern sie die Einteilung des Rollmaterials (zum Beispiel Lokomotiven, Triebfahrzeuge und Wagen) und sorgen auch bei unvorhergesehenen Ereignissen für einen reibungslosen Betriebsablauf. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Spezialist Einsatzplanung zehn Monate. Im ersten Monat werden dir die Grundkenntnisse vermittelt und du schließt dieses Modul mit einer Theorieprüfung ab. Danach folgt der praktische Teil in den Bereichen Planung, Steuerung und Einteilung, den du mit einer schriftlichen Fähigkeitsprüfung abschließt.

Anforderungen

Wenn du ein Spezialist Einsatzplanung werden möchtest, solltest du über gewisse Stärken verfügen, wie zum Beispiel:

  • Vernetztes und analytisches Denken
  • Zielorientiertes Handeln
  • Teamfähigkeit
  • Eine hohe physische und psychische Belastbarkeit
  • Selbstständigkeit

 

Außerdem musst du nachfolgende Anforderungen erfüllen:

  • Abgeschlossene dreijährige Berufslehre oder Matura und mindestens drei Jahre Berufserfahrung
  • Bereitschaft im 24-Stunden Schichtbetrieb zu arbeiten
  • Verhandlungssichere, mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse in der Sprache des Arbeitsortes
  • Kenntnisse einer zweiten Landessprache (Mindestens Level A1)

Weiterbildungsmöglichkeiten

Auch als Spezialist Einsatzplanung kannst du einen Standortwechsel anstreben oder eine Führungslaufbahn einschlagen.

Zugverkehrsleiter

Bei der SBB sind rund 1.100 Zugverkehrsleiter in den vier Betriebszentralen am Züricher Flughafen, in Olten, Lausanne und Pollegio beschäftigt. Sie helfen dabei, dass 2.000 Güter- und 9.000 Reisezüge täglich sicher und pünktlich ihr Ziel erreichen. Acht Monate dauert die Ausbildung zum Zugverkehrsleiter, die mit einer theoretischen und praktischen Fähigkeitsprüfung nach den Vorgaben des BAV abgeschlossen wird.

Anforderungen

Die unten aufgeführten Eigenschaften sollten zu deinen Stärken zählen, wenn du Zugverkehrsleiter werden möchtest:

  • Vernetztes und analytisches Denken
  • Zielorientiertes Handeln
  • Gewissenhaftigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Eine hohe psychische Belastbarkeit
  • Selbstständigkeit

 

Überdies musst du diese Anforderungen erfüllen:

  • Abgeschlossene dreijährige Berufslehre oder Matura
  • Bereitschaft im 24-Stunden Schichtbetrieb zu arbeiten
  • Verhandlungssichere, mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse in der Sprache des Arbeitsortes
  • Kenntnisse einer zweiten Landessprache (Mindestens Level A1)
  • Einwandfreier Farbsinn (keine Rot-/Grünschwäche)

Weiterbildungsmöglichkeiten

Zugverkehrsleiter können eine Laufbahn in der Führung zum Teamleiter, Sektionsleiter oder Leiter Kommandoraum angehen. Zudem können sie sich fachlich spezialisieren auf:

  • Disponent Bahnverkehr (z.B. Planung, Durchführung, Überwachung und Nachbereitung von Verkehrsleistungen wie Lokeinsätze und Rangiertätigkeiten)
  • Sachbearbeiter Fahrplan (z.B. Planung unterjähriger Sonderverkehre, Baustellenregelungen und Feiertagsregelungen)
  • Betriebsplaner (z.B. Betriebsdokumentation von Zugkilometern und Abrechnungen)

Fazit zur Ausbildung bei der Schweizerischen Bundesbahn

Die Schweizerische Bundesbahn SBB ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrsnetzwerks der Schweiz und leistet einen wichtigen Beitrag an die Lebensqualität. Sie ist ein attraktiver Arbeitgeber, der die Leistungen jedes einzelnen Mitarbeiters fördert und anerkennt. Welche weiteren Karrieren du bei der SBB starten kannst, erfährst du in unserem Artikel Karriere bei der Schweizerischen Bundesbahn.

 

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Quellen

https://company.sbb.ch/de/jobs-karriere/jobs/beruf-finden.html

https://www.login.org

https://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/documents/1803/Vorlage.pdf

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