Ausbildungsrahmenplan

Ausbildungsrahmenplan: 6 häufig gestellte Fragen und alles was du sonst noch wissen musst

Als Ausbilder solltest du wissen, was ein Ausbildungsrahmenplan ist und warum er wichtig für deine Unterrichtsplanung ist. Daher haben wir die wichtigsten Facts rund um den Ausbildungsrahmenplan für dich zusammengefasst. Wenn du mehr über die AEVO und die Prüfungsanforderungen der Ausbildereignungsprüfung wissen willst, schau mal bei unserem Prüfungstrainer vorbei.

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1. Ausbildungsrahmenplan: Wo finde ich ihn?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der Ausbildungsordnung. Diese bildet die rechtliche Grundlage für die Ausbildungsplanung und beruht auf dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildungsordnung enthält mindestens folgende Inhalte:

  1. Die jeweilige Berufsbezeichnung
  2. Die Ausbildungsdauer
  3. Das Ausbildungsberufsbild, also die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind
  4. Der Ausbildungsrahmenplan
  5. Die Prüfungsanforderungen

Durch die klaren Zielbeschreibungen, Inhalte und Prüfungsanforderungen, bildet die Ausbildungsordnung einen Ordnungsrahmen für anerkannte Ausbildungsberufe.

2. Ausbildungsrahmenplan: Was ist das?

Der Ausbildungsrahmenplan stellt die sachliche und zeitliche Gliederung der in der Ausbildung zu vermittelnden beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten dar, die im Ausbildungsberufsbild festgehalten sind. Man kann also sagen, dass das Ausbildungsberufsbild das “Was” und der Ausbildungsrahmenplan das “Wie”in der Ausbildungsplanung ist. Im Ausbildungsrahmenplan wird festgelegt, wie viel Zeit für die Vermittlung eines Ausbildungsinhaltes eingeplant werden soll und in welchem Ausbildungsabschnitt (z.B. 1. Ausbildungsjahr, Woche 7-10) dieser vorkommen sollte. Darüber hinaus beinhaltet er Richt- und Groblernziele (sachliche Gliederung), die eine Orientierung für die betriebliche Unterrichtsplanung darstellen. Er ist damit die Grundlage für die vom Ausbilder zu erstellenden Ausbildungspläne.

3. Bedeutet das, dass alles, was im Ausbildungsrahmenplan steht auch unterrichtet werden muss?

Kurz gesagt: Ja. Die Inhalte, die im Ausbildungsrahmenplan organisiert sind, stellen das Mindestmaß an Ausbildungsinhalten dar, die du deinen Azubis auf jeden Fall vermitteln musst. Damit wird sichergestellt, dass die Ausbildung grundsätzlich eine gute Qualität hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dich auf die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans beschränken musst.

Im §5, Abs.2.5 BBiG heißt es dazu:

… dass über das in Absatz 1 Nummer 3 beschriebene Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können, die die berufliche Handlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern

Zusätzliche Inhalte können daher insbesondere dann vermittelt werden, wenn sich gesellschaftliche Entwicklungen abzeichnen, die veränderte Arbeitsweisen erfordern und im Ausbildungsrahmenplan (noch) nicht abgedeckt sind. Da sich Arbeitsweisen im Zuge der Digitalisierung sehr schnell verändern können, sind zusätzliche Inhalte in der Berufsausbildung gar nicht ungewöhnlich.

4. Ausbildungsrahmenplan: Was steht drin?

Der Ausbildungsrahmenplan ist tabellarisch aufgebaut. In der ersten Spalte stehen die Teile des Ausbildungsberufsbildes (auch Berufsbildposition), in denen das jeweilige Richtlernziel formuliert ist. Im Berufsfeld “Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung” könnte dies z.B. “Kunden informieren und beraten” sein. I

n der zweiten Spalte der Tabelle wird dieses Richtlernziel in mehreren Groblernzielen weiter ausformuliert. Für das genannte Beispiel heißt es dann z.B.: Kundenbedürfnisse ermitteln und Zielgruppen differenzieren”.

In einer dritten Tabellenspalte schließlich wird beschrieben, in welchem Teil der Ausbildung und in welchem zeitlichen Umfang die Inhalte vermittelt werden sollen. Damit du dir das besser vorstellen kannst, haben wir hier ein Beispiel für dich:

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Quelle: IHK München und Oberbayern: Ausbildungsrahmenplan Fachinformatiker

Seit dem 01.08.2021 wurden die Ausbildungsrahmenpläne aller Ausbildungsberufe um Standardberufsbildpositionen erweitert, um den Auszubildenden eine Orientierung in der sich ständig wandelnden Arbeitswelt zu ermöglichen. Diese umfassen vier Bereiche:

  1. Digitalisierte Arbeitswelt
  2. Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeite- und Tarifrecht
  3. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Diese Inhalte sind für alle neuen und modernisierten Ausbildungen verbindlich.

5. Wer erstellt den Ausbildungsrahmenplan?

Ein häufiger Irrtum ist, dass der Ausbildungsrahmenplan vom Ausbildungsbetrieb erstellt wird. Das ist aber nicht der Fall. Als Bestandteil der Ausbildungsordnung wird der Ausbildungsrahmenplan vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung festgelegt.

6. Unterschied Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan

Im Ausbildungsrahmenplan werden die Richt- und Groblernziele einer Ausbildung festgehalten. Der Betriebliche Ausbildungsplan wird dagegen vom Betrieb erstellt und legt genau fest, wie die Ausbildungsinhalte vermittelt werden sollen. Er ist somit auf die betrieblichen Gegebenheiten zugeschnitten und enthält auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans konkrete, operationalisierte Feinlernziele. Ein Feinlernziel für das oben genannte Beispiel könnte lauten: “Der Auszubildende ist in der Lage innerhalb von 30 Minuten selbständig und fachlich richtig, Kundenbedarfe durch systematische Marktanalysen zu erkennen und Zielgruppen anhand relevanter Merkmale zu bestimmen.”

Fazit

Der Ausbildungsrahmenplan ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsausbildung. Er legt fest, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten auf welche Art und Weise zu vermitteln sind und stellt damit sicher, dass die Beschäftigten eines Ausbildungsberufes vergleichbar qualifiziert und für den jeweiligen Arbeitsplatz geeignet sind. Für dich als Ausbilder bietet er wichtige Anhaltspunkte für die Planung und Strukturierung deiner Ausbildung.

Der Ausbildungsrahmenplan ist somit eine unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung und sollte daher bei der Ausbildungsplanung stets berücksichtigt werden.

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Häufig gestellte Fragen/ FAQ zu AEVO

Warum AEVO Schein?

Mit dem Ausbildereignungsschein beweist du, dass du die notwendigen fachlichen und pädagogischen Kenntnisse hast um auszubilden. Wenn du in einem Unternehmen als Ausbilder arbeiten möchtest, ist die Voraussetzung ein AdA-Schein/ AEVO-Schein. Zusätzlich kannst du belegen, dass du Führungsqualitäten besitzt. Auch einige Weiterbildungsmöglichkeiten haben einen AdA-Schein als Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung – du siehst, die AEVO Prüfung abzulegen hat für dich und dein Unternehmen viele Vorteile.

Ist die AEVO Prüfung schwer?

Ob die AdA Prüfung schwer ist, lässt sich nur schwer pauschal beantworten. Sicher ist jedoch, dass nur wenige Prüflinge durch die Ausbildereignungsprüfung fallen. Fragt man die Absolventen, fällt vielen die praktische oder mündliche AEVO Prüfung schwerer als die theoretische. Doch wie in jeder Prüfung gilt – es steht und fällt alles mit einer gründlichen Prüfungsvorbereitung!

Was passiert, wenn ich in der AEVO Prüfung durchfalle?

Wenn du die AdA Prüfung nicht bestehst, ist das noch kein Grund zum verzweifeln. Reflektiere, was nicht so gut lief und was du beim nächsten Mal anders machen würdest. Fast jeder ist schon einmal bei einer Prüfung durchgefallen, also stehst du sicher nicht allein dar! Du hast insgesamt drei Versuche, um die Prüfung zu bestehen. Wenn du einmal durchgefallen bist, bleiben dir also noch zwei. Hast du die Prüfung in allen drei Versuchen nicht geschafft, kannst du dich bei deiner zuständigen Stelle erneut zur Prüfung anmelden. Das bedeutet im Klartext: Du kannst jederzeit einen neuen Versuch wagen!

Ich habe das Gefühl bei meiner Prüfung ungerecht bewertet worden zu sein. Was kann ich tun?

Wenn du das Gefühl hast, etwas ist bei deiner Prüfungsbewertung falsch gelaufen, hast du die Möglichkeit bis zu einen Monat nach der Prüfung schriftlich Widerspruch einzulegen. Diesen Widerspruch musst du auch begründen. Dabei beziehst du dich am besten auf das Prüferprotokoll. Wenn du deinen Widerspruch gut begründest stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass die zuständige Kammer diesen auch zulässt!

AEVO Prüfung Fragenkatalog

Für deine Prüfungsvorbereitung ist es gut, wenn du dich mit prüfungsnahen Fragen vorbereitest, damit du weißt was auf dich zukommt. Die Fragen beziehen sich immer auf die 4 Handlungsfelder der AEVO:

1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
3. Ausbildung durchführen
4. Ausbildung abschließen

Wenn du dich gern mit prüfungsnahen Fragen vorbereiten möchtest, schau gern einmal hier vorbei. Unsere Experten haben für dich in unserem Prüfungstrainer alle relevanten Prüfungsthemen vorbereitet 🙂

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