Polizei Eignungstest Österreich

Polizei Österreich Einstellungstest

Inhalt

Polizei Eignungstest Österreich

Allgemeine Informationen zur Behörde

Die Polizei Österreich ist in drei Instanzen aufgeteilt – Das Bundesministerium für Inneres, kurz BMI, und die Generaldirektion für öffentliche Sicherheit sind hierbei die beiden höchsten Instanzen. Ihnen unterstellt sind neun Landespolizeidirektionen – Eine für jedes Bundesland. Die darunter liegende letzte Instanz besteht aus 17 Polizeikommissariaten, 27 Stadtpolizeikommandos, 80 Bezirkspolizeikommandos, fünf Grenzpolizeiinspektionen, zehn Verkehrsinspektionen, eine Autobahnpolizeiinspektion, elf Polizeianhaltezentren und 789 Polizeiinspektionen. Bundesweit sind aktuell insgesamt 28.000 Polizisten im Einsatz. Im Jahr 2019 zählte das Land eine unglaubliche Zahl von über 9000 Polizeibewerbern – Knapp 1200 mehr als noch im Jahr 2018. Eine Zahl, die sich hoffentlich so hält oder bestenfalls noch ansteigt, denn Österreich braucht laut seinem Innenminister deutlich mehr als die aktuell eingesetzten 28.000 Polizeibeamten. Die letzten Neuerungen im Bewerbungsverfahren gab es Anfang des Jahres 2019. Seitdem gibt es ein einheitliches Auswahlverfahren für das ganze Bundesland, der Sporttest wurde verändert und die Dauer des gesamten Verfahrens wurde gesenkt.

Die Laufbahn bei der Polizei Österreich

Wie schon erwähnt gilt in Österreich seit Anfang 2019 ein bundeseinheitliches Auswahlverfahren für Polizisten. Daraus ergibt sich, dass die polizeiliche Laufbahn ebenso bundeseinheitlich geregelt ist. Bewerben kannst Du Dich also für jedes Bundesland, Du wirst immer das gleiche Aufnahmeverfahren absolvieren und kannst im Anschluss auch in jedem Bundesland Österreichs eingesetzt werden. Grundsätzlich ist die polizeiliche Grundausbildung in vier Bausteine aufgeteilt, die in ihrer Gesamtheit über 24 Monate dauert.

Die ersten 12 Monate sind Deine Basisausbildung – Theoretisches Pauken von rechtlichem sowie einsatztaktischem und -technischem Basiswissen, das Dich schon mal auf die nächsten drei Monate der Ausbildung vorbereitet. In diesen drei Monaten durchläufst Du Dein erstes Berufspraktikum – Das Kennenlernen des Dienstbetriebes, Deine ersten praktischen und hautnahen Erlebnisse mit dem theoretisch Erlernten. Hierauf folgen weitere fünf Monate Theorie – Du wirst Deine ersten Erfahrungen reflektieren, das theoretisch erworbene Wissen wird mit den Erfahrungen in Zusammenhang gebracht, die Du draußen auf der Straße gemacht hast.

Der viermonatige Endspurt Deiner Polizeigrundausbildung besteht aus Deinem „Berufspraktikum 2“ – Über das Kennenlernen des Dienstbetriebes im ersten Praktikum hinaus wirst Du jetzt richtig eingearbeitet und sammelst weitere für Dein ganzes Polizeileben prägende Erfahrungen. Im Anschluss an diese Ausbildung hast Du gleichermaßen im ganzen Bundesland die Chance, Deinen Platz in der Polizei zu finden.

Die Voraussetzungen für die Bewerbung

Um in die Polizeigrundausbildung Österreichs einzusteigen musst Du folgende Kriterien auf jeden Fall erfüllen:

  • Du hast die österreichische Staatsbürgerschaft
  • Du verfügst über volle Handlungsfähigkeit und ein leeres Vorstrafenregister
  • Du bist mindestens 18 Jahre alt
  • Du hast einen Führerschein für die Klasse B ohne Auflagen
  • Wenn Du wehrpflichtig bist, hast Du Deinen Präsenzdienst vollständig abgeschlossen
  • Bist Du zivildienstpflichtig, hast Du Deinen Zivildienst vollständig abgeschlossen
  • Du hast das österreichische Schwimmerabzeichen der Qualifikationsstufe „Fahrtenschwimmer“ (oder höher)

Die Bewerbung selbst

Wenn Du Dich in all diesen Punkten wiedergefunden hast, dann reiche schnellstmöglich die nötigen Dokumente ein, sodass Deine Bewerbung zeitnah bearbeitet werden kann. Hierzu gehören als Grundlage die Kopie Deines Passes und Deiner Lenkberechtigung für die Klasse B. Dazu kommt Schrifttum zu Deinem Präsenzdienst bzw. Zivildienst oder alternativ zu Deiner Untauglichkeit diesbezüglich. Weiter sämtliche ärztliche Befunde, Fotos von etwaigen Tätowierungen und ein Nachweis über die abgelegte Schwimmprüfung. Im Detail kannst Du die Liste an zwangsläufig einzureichenden Dokumenten auf der Seite der Polizei Österreich einsehen, die Du im Quellenverzeichnis wiederfindest.

Du bewirbst Dich grundsätzlich online für die Polizeigrundausbildung, nämlich über die Jobbörse der Republik Österreich. Prinzipiell kannst Du Dich für alle neun Bundesländer bewerben – Bewirbst Du Dich für mehr als eins, wirst Du im Laufe der Zeit gefragt, welches Bundesland zu präferierst. Bewerben kannst Du Dich immer dann, wenn in der schon erwähnten Jobbörse freie Stellen aufgeführt sind.

 

Aufbau des Auswahlverfahrens

Das Auswahlverfahren besteht aus zwei Testtagen, die in kurzer Zeit nacheinander durchlaufen werden.

Tag 1 besteht aus:

  • Der psychologischen Eignungsdiagnostik,
  • Einem klinisch psychiatrischen Testverfahren und einem
  • Sporttest

Jetzt fragst Du Dich bestimmt, was da konkret auf Dich zukommt und vor allem, was in den einzelnen Tests von Dir erwartet wird.

Zunächst zur psychologischen Eignungsdiagnostik: Insgesamt dauert dieser Teil etwa 3,5 Stunden.

Zunächst wird Deine Rechtschreib- und Grammatikfähigkeit überprüft – Nach einer Erklärung am Computer und einigen Übungsbeispielen bearbeitest Du Aufgaben im Multiple-Choice-Format. Erreichst Du ein Mindestkriterium, besteht sogar die Möglichkeit, dass Du diese Prüfung bei Nichtbestehen innerhalb eines Jahres (nach Ablauf von 6 Monaten) nochmal absolvierst. In dem Fall bekommst Du direkt nach der Aufgabe kein Ergebnis, Du kannst den ersten Testtag einfach weiter durchlaufen. Hast Du also dieses Mindestkriterium erreicht oder aber die erste Prüfung bestanden, wirst Du im Programm direkt zum klinisch-psychiatrischen Testverfahren weitergeleitet. Hier erwartet Dich ein aus drei Testteilen bestehendes Screeningverfahren, das dazu dient, Deine Persönlichkeitsmerkmale und Dein Risikoverhalten abzubilden. Werden hier Auffälligkeiten festgestellt, wirst Du von der jeweiligen Landespolizeidirektion dazu aufgefordert, ein Gutachten eines Facharztes für Psychiatrie und Neurologie oder eines klinischen Psychologen, zu erbringen. Sollte das für Dich zutreffen, durchläufst Du das Auswahlverfahren an dieser Stelle erstmal weiter, kannst allerdings erst für den Dienst vorgesehen werden, wenn das Gutachten die erkannte Auffälligkeit widerlegt. Weiter geht es für Dich mit dem Sporttest.

Hier kommt ein Formular zum Tragen, das Du schon im Rahmen Deiner Online-Bewerbung einreichen musstest – Die ärztliche Freigabe für den Sporttest. Hast Du das getan und führst am Testtag das Formular „Bestätigung des Gesundheitszustandes am Tag des sportmotorischen Tests“ unterschrieben mit, kannst Du mit dem Sporttest starten und durchläufst die folgenden Disziplinen:

  • Achterlauf
  • Liegestütz
  • Pendellauf

In jeder Disziplin sind festgelegte Zeitlimits einzuhalten, die im Detail der Homepage der Polizei Österreich zu entnehmen sind – Du solltest Dich hierauf im Vorhinein ganz gezielt vorbereiten. Seit Beginn des Jahres 2019 wird im Hinblick auf die zu erreichenden Zeiten nicht mehr nach Alter, sondern nur noch nach Geschlecht unterschieden. Geprüft wird durch die Kombination der drei Übungen ein gutes Zusammenspiel von Konzentration, Ausdauer und Kraft. Erfüllst Du die Anforderungen in einer drei drei Disziplinen nicht, gilt der gesamte Sporttest als nicht bestanden – Du hast jetzt nach 3 Monaten und vor Ablauf von 6 Monaten die Chance, den Sporttest erneut zu absolvieren, um zum Testtag 2 zugelassen zu werden. Hast Du den ersten Testtag erfolgreich absolviert, wirst Du zeitnah zum Testtag 2 eingeladen. Hier erwarten Dich nochmal 2 Programmpunkte.

Zuerst geht es für Dich zur ärztlichen Untersuchung. Nachdem bereits alle von Dir im Rahmen Deiner Bewerbung eingereichten Befunde eingesehen wurden, musst Du heute nur noch ein Formular mit Dir führen und einreichen – „Bestätigung vor der Ergometrie sowie Schwanger und Sehbehelfe“. Sieht „Deine“ Landespolizeidirektion weitere Befunde als notwendig an, wirst Du darüber informiert – Die hierfür anfallenden Kosten musst Du selbst zahlen. Am zweiten Testtag durchläufst Du zusätzlich eine klinische Untersuchung, die Deine gesundheitliche, also körperliche, Eignung für den Polizeidienst bestätigen soll. Die besteht aus einer Urinprobe, einem Seh-und Hörtest, einer Messung Deiner Größe und Deines Gewichts, einem EKG, einer Spirometrie, einer Fahrradergometrie und einer abschließenden klinischen Untersuchung durch einen anwesenden Arzt. Besonderes Augenmerk wird hier auf die Fahrradergometrie gelegt, da die Deine Ausdauer besonders valide wiedergibt. Hast Du hier alle Punkte durchlaufen und alle Anforderungen erfüllt, geht es für Dich schon zum letzten Punkt des Tages und damit des gesamten Auswahlverfahrens: Dem Eignungsinterview. Nachdem Du Dich und Deinen Lebenslauf kurz vorgestellt hast, werden Dir über etwa 45 Minuten standardisierte Fragen gestellt, die es gilt möglichst authentisch und am besten mit Geschichten aus Deinem eigenen Leben zu beantworten. Das Komitee, das grundsätzlich aus drei Personen besteht, wird sich Notizen machen zu dem, was Du erzählst – Lass Dich hierdurch nicht verunsichern. Viele Notizen sind weder ein positives, noch ein negatives Zeichen, anders herum genauso wenig.

Im Vordergrund des ganzen Gespräches steht eine angenehme Gesprächsatmosphäre – Gewünscht bist Du als Mensch und Dein authentisches Auftreten, kein einstudierter Monolog. Wenn Du Dich auf diesen Teil vorbereitest, dann am besten mit Stichpunkten und nicht mit dem Auswendiglernen von Antworten in ganzen Sätzen. Die 3er Kommission wird Dir offene Fragen stellen, die nicht nur Deine eigene Motivation betreffen, Polizist oder Polizistin werden zu wollen, sondern zum Beispiel auch Deine Selbsteinschätzung, warum genau Du im Polizeiberuf genau richtig wärest.

Bereite Dich auf Fragen nach Deinen Stärken und Deinen Schwächen vor und danach, was Du Dir unter dem Polizeiberuf vorstellst, welche Vor- und Nachteile der Beruf in Deinen Augen mit sich bringt. Um Dich als Mensch im Gesamten näher kennen zu lernen, wird die Kommission Dir zum Beispiel Fragen zu Deinem Lieblingsschulfach stellen, zu Deinen Hobbys, eventuellen ehrenamtlichen Arbeiten, Dingen, die Dich aus der Ruhe bringen und Dingen, die Du gern in Deiner Freizeit tust. Im Aufnahmeverfahren allgemein und ganz besonders im Eignungsinterview werden Deine Wahrnehmungs- und Reflexionskompetenzen genauer unter die Lupe genommen – Zeigst Du Einsatzbereitschaft, beweisen Deine Antworten Beurteilungsvermögen und bist

Du bereit, Probleme zu lösen, statt Dich an ihnen festzubeißen? Wie belastbar hast Du Dich in Situationen Deines bisherigen Lebens gezeigt, wie bist Du mit Konfliktsituationen umgegangen und zeigen die Erzählungen aus Deiner Vergangenheit, dass Du ergebnisorientiert handelst?

Damit Du bei dieser Komplexität und Vielzahl der Fragen ruhig und entspannt bleiben kannst, Dich selbst gut vorbereitet fühlst und vielleicht sogar schon Lust hast, über all das zu sprechen, was Du hierzu auf den Lippen hast, bereite Dich gut vor. Übe vor dem Spiegel, mit Freunden und Familie, teste deren Kreativität, was diese Fragen angeht – dann erreichst Du entspannt die gewünschte Gesprächsatmosphäre und wirst das Gespräch erfolgreich absolvieren.

Wir wünschen Dir viel Erfolg und gutes Gelingen und vor allem viel Spaß beim Polizei Eignungstest Österreich.

 

Quellenverzeichnis:

http://www.polizeikarriere.gv.at/die_polizei.html

https://daten7.jour.at

https://www.bmi.gv.at/news.aspx?id=676731414B7347506457343D

https://www.vienna.at/neues-polizeiaufnahmeverfahren-ab-1-jaenner-2019/6041168

 

Nur 2 von 10 Bewerber bestehen den Polizei Einstellungstest

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