Getrennt- und Zusammenschreibung Regeln einfach erklärt
Viele Menschen haben Probleme mit der richtigen Getrennt- und Zusammenschreibung. Damit du das Thema wirklich ab heute von Grund auf verstehst, schauen wir uns deshalb Schritt für Schritt an, was die Getrennt- und Zusammenschreibung bestimmt und wie du sie in Zukunft sicher anwenden kannst.
Warum es überhaupt Getrennt- und Zusammenschreibung gibt
Die deutsche Sprache liebt Wortzusammensetzungen. Du kannst Wörter verbinden und daraus neue Bedeutungen formen, wodurch oft oft ein ganz eigener Sinn entsteht, der nur durch die Schreibweise klar wird. Genau deshalb ist es wichtig, die Regeln zu kennen. Viele Unsicherheiten entstehen, weil im Deutschen sehr viele Wortarten miteinander kombinierbar sind. Welche Regeln z.B. für Substantive gelten, kann bei Verben schon wieder ganz anders sein. Wenn du die Regeln aber erst einmal verstanden hast, werden sich viele Fragen automatisch auflösen.

Getrennt- und Zusammenschreibung Regeln im Überblick
Die erste Frage, die man sich stellen sollte, um die Getrennt- und Zusammenschreibung Regeln richtig zu verstehen, ist: Welche Wortarten werden eigentlich miteinander verbunden? Denn je nachdem, ob man Verben, Adjektive oder Nomen miteinander kombiniert, gelten unterschiedliche Grundsätze.
Verb + Verb
Wenn zwei Verben nebeneinander stehen, schreibst du in der Regel getrennt. Beispiele sind „spazieren gehen“ oder „schwimmen lernen“. Beide Verben behalten ihre Bedeutung und bilden keine neue, feste Wortbedeutung.
Es gibt aber Ausnahmen, bei denen sich eine neue Bedeutung ergibt, etwa wenn nicht mehr die reine Tätigkeit im Vordergrund steht, sondern eine feste Einheit entsteht. Diese Fälle sind selten und meist feste Begriffe. Für den Alltag kannst du dir merken: Verb + Verb sind in den meisten Fällen getrennt.
Verb + Substantiv
Wird ein Verb mit einem Substantiv oder Adjektiv kombiniert, kommt es darauf an, was der Satz genau ausdrücken soll.
Wenn eine Tätigkeit beschrieben wird
Immer dann, wenn ein Satz ausdrückt, dass jemand gerade etwas tut, also ein Verb mit einem Substantiv kombiniert wird, schreibt man in der Regel getrennt. Beispiele sind z.B „Auto fahren“, „Schlange stehen“ oder „Angst haben“. Das Substantiv beschreibt hier nur die Art der Tätigkeit oder den Zustand, bleibt grammatisch aber unabhängig vom Verb.
Wenn eine neue Wortbedeutung entsteht
Wenn sich aus der Verbindung eine neue feste Bedeutung ergibt, also ein neues Verb entsteht, wird es zusammengeschrieben. Beispiele dafür sind die Wörter „teilnehmen“ und „preisgeben“. Hierbei handelt es sich nicht mehr um zwei getrennte Einheiten, sondern um einen einheitlichen Vorgang. Deshalb werden sie zusammengeschrieben.
Ein Beispiel: Auto fahren vs. Autofahren
Solange beschrieben wird, dass jemand aktiv Auto fährt, also etwas tut, bleibt die Schreibung getrennt: „Ich will heute Nachmittag Auto fahren.“
Verändert sich jedoch die Bedeutung, weil nicht mehr das Tun selbst gemeint ist, sondern der Vorgang als eigener Begriff beschrieben wird, entsteht eine Substantivierung. In solchen Fällen wird zusammengeschrieben: „Autofahren macht mir wirklich Spaß.“
Substantiv + Substantiv
Das hier ist die einfachste Regel: Handelt es sich um zwei Substantive, schreibt man zusammen, egal, ob es kompliziert aussieht oder zwischendurch noch ein Fugen-s hinzugefügt wird. Beispiele für zwei Substantive sind u.a. „Handschuh“, „Blumenvase“, „Arbeitsplatz“ oder „Schreibtischlampe“. Diese Wörter bilden eigene feste Einheiten und werden deshalb auch nicht getrennt.
Adjektiv + Adjektiv
Wenn zwei Adjektive sich zu einer gemeinsamen Eigenschaft verbinden, schreibt man sie zusammen, denn auch hier entsteht ein neues Wort, das beide Eigenschaften gemeinsam ausdrückt. Beispiele dafür sind u.a. „hellblau“, „feuchtwarm“ oder „bitterkalt“.
Adjektiv + Verb
Bei der Kombination Adjektiv und Verb gilt die gleiche Regel der Getrennt- und Zusammenschreibung wie bei der Kombination Substantiv und Verb. Hat man ein Adjektiv vorliegen, das ein Verb näher beschreibt, schreibt man in der Regel getrennt. Das ist z.B. bei Wortkombinationen wie „schnell rennen“ oder „schwer tragen“ der Fall.
Sobald aber das Adjektiv und das Verb eine neue, untrennbare Bedeutung bilden, wird zusammengeschrieben. Ein Beispiel ist das Wort „freisprechen“. Wenn es in dem Satz wirklich nur darum geht frei zu sprechen, dann wird „frei sprechen“ auseinander geschrieben. Entsteht eine neue Wortbedeutung, wie das juristische Vorgehen jemanden freizusprechen, dann wird „freisprechen“ zusammengeschrieben.
Erweiterungen
Wenn einer der Bestandteile im vorliegenden Satz erweitert wird, also ein Zusatz wie „sehr“, „ganz“, „besonders“ oder „kaum“ davor steht, schreibt man bei Verbgruppen fast immer getrennt, z.B. bei „sehr gut gelaunt“ oder „ganz leicht verdaulich“. Die Erweiterung sorgt dafür, dass die Wörter grammatikalisch unabhängig bleiben.
Wichtig: Das gilt nur für Verbgruppen — bei zusammengesetzten Substantiven wie „Schreibtisch“ ändert sich durch Erweiterungen nichts (s.o.).

Dein Fahrplan für die richtige Getrennt- und Zusammenschreibung
Wie du vielleicht schon bemerkt hast, steht beim Thema Getrennt- und Zusammenschreibung oftmals nicht nur eine einzelne Regel, sondern der gesamte Satzkontext im Mittelpunkt. Wenn du genauer hinschaust, verrät dir der Zusammenhang sehr zuverlässig, welche Schreibweise gemeint ist. Wenn du mal nicht weiter weißt, was die richtige Getrennt- und Zusammenschreibung bei zwei gegebenen Wörtern ist, kannst du dir die folgenden Fragen stellen:
1. Entscheidet der Satz über eine wörtliche oder eine übertragene Bedeutung?
Der Satzkontext zeigt dir meist sofort an, ob die Wörter nur beschreibend nebeneinander stehen oder ob sie inhaltlich zu einer neuen Einheit verschmelzen.
Wenn du die Wörter ganz wörtlich verstehst, also ohne Bedeutungsverschiebung, schreibst du in der Regel getrennt. Beispiel: „schwarz malen“ bedeutet tatsächlich mit schwarzer Farbe malen.
Wenn der Satz jedoch eine übertragene Bedeutung transportiert, entsteht daraus häufig ein neues Wort. Dann ist die Zusammenschreibung angemessen. Beispiel: „schwarzmalen“ im Sinne von „pessimistisch darstellen“.
2. Kann ich zwischen die beiden Wörter etwas einschieben?
Ein praktischer Test ist, zu prüfen, ob sich ein Zusatz natürlich einfügt. Wenn du problemlos ein Wort dazwischen setzen kannst, bleiben die Wörter getrennt.
Wenn ein Einschub jedoch unnatürlich klingt oder die Bedeutung zerstört, handelt es sich meist um eine feste begriffliche Einheit, die eine Zusammenschreibung verlangt.
3. Prüfe, ob der Satz eine reine Tätigkeitsbeschreibung ist
Kontexte, die eine ganz einfache, alltägliche Tätigkeit beschreiben (wie z.B. Klavier spielen), verlangen fast immer nach Getrenntschreibung.
Das alles klingt vielleicht zunächst ein wenig kompliziert. Mit ein bisschen Übung (z.B. in unseren Online-Testtrainern mit tausenden Übungsaufgaben) wird dir das Thema Getrennt- und Zusammenschreibung immer leichter fallen. Hast du noch Fragen? Dann melde dich gerne bei uns!
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