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Mehrwertsteuer berechnen – so geht’s ganz einfach!

Von Redaktion 6 Min. Lesezeit
Mehrwertsteuer berechnen – so geht’s ganz einfach!

Die Mehrwertsteuer zu berechnen, ist eine ganz komplizierte Angelegenheit – denkt man. Aber eigentlich ist das Prinzip, die Anwendung und die Berechnung relativ einfach und schlüssig. Hier erfährst du auf einen Blick das Wichtigste rund um die Berechnung der Mehrwertsteuer.

Was ist die Mehrwertsteuer?

So wie es der Name schon andeutet, ergibt sich die Mehrwertsteuer (MwSt) aus dem Mehrwert von Waren. Sie wird beim Kauf von Waren auf den Kunden bzw. Konsumenten übertragen und gehört daher auch zur Konsumentensteuer. Vereinfacht gesagt wird die MwSt von den Unternehmen auf ihre Waren hinzugerechnet, wodurch der Kaufpreis automatisch um einen bestimmten Prozentsatz angehoben wird. Die Steuereinnahmen, die dadurch erzielt werden, werden von den Unternehmen dann an das Finanzamt weitergeleitet. Wie du es vielleicht auch kennst, ist der Prozentsatz der Mehrwertsteuer auch auf den Produkten ausgewiesen.

Mehrwertsteuer berechnen (Netto ist gegeben)

Mehrwertsteuer berechnen (Brutto ist gegeben)

 

Wann wird die Mehrwertsteuer fällig?

Achtung: Jetzt wird’s ganz hochtrabend. Die MwSt wird auf Ware gerechnet, die zum Verkauf angeboten wird, sollten diese in einem privaten oder gewerblichen Kontext an Konsumenten verkauft werden. Das was der Kunde letztendlich bezahlt ist dann der Bruttopreis – also der eigentliche Kaufpreis plus die steuerlichen Zusätze.

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Die Mehrwertsteuer muss ausgewiesen werden

Wenn du als Kunde ein Produkt kaufst, dann wird dir immer eine Quittung bzw. bei digitalem Geldtransfer eine Rechnung angeboten. Darauf muss neben der Summe des Kaufs auch der Steuersatz ausgewiesen sein. Das dient für den Warenhersteller bzw. das Unternehmen, dass die Ware verkauft hat, als Nachweis gegenüber dem Finanzamt. Somit können sie im Prüfungsfall beweisen, dass sie die Steuer vom Kunden ordnungsgemäß erhoben haben. Das gilt übrigens für Dienstleistungen genau so, wie für Waren. Auch hier schlägt der Dienstleistende die MwSt auf den von ihm festgelegten Nettobetrag seiner Dienstleistung.

pexels pixabay 209224 - TestHelden

 

 

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer?

Der Regelsteuersatz liegt bei 19%. Diese Steuererhebung erfolgt bei jedem steuerpflichtigen Umsatz und wird auf den Nettowert von Produkten und Dienstleistungen aufgerechnet.

Was ist der ermäßigte Steuersatz bei der Mehrwertsteuer?

Es gibt für bestimmte Warenbereiche eine niedrigere Mehrwertsteuer – auch ermäßigter Steuersatz genannt. Dieser liegt bei 7%. Dadurch soll der Verbrauchende entlastet werden, beispielsweise in Bezug auf die Grundbedürfnisse. Diese Ermäßigung soll dazu dienen, auch den Menschen, die finanziell instabil sind, den Kauf von Lebensmitteln und ähnlich wichtigen Produkten zu ermöglichen.

Für welche Bereiche gilt der ermäßigte Steuersatz?

Um Profi in Sachen Steuer zu werden, bietet sich unser Testtrainer für Steuerfachangestellte an. Schau bei Interesse mal vorbei und bereite dich ideal auf deinen Einstellungstest vor. Der ermäßigte Steuersatz gilt beispielsweise für:

  • Grundnahrungsmittel
  • Zahntechnik
  • Personenförderung durch Bahn- und Schiffsverkehr im Umkreis von 50km
  • Viehzucht und -haltung
  • Pflanzenzucht
  • Eintritt für Unterhaltungsbranche (Konzerte, Kino etc.)
  • Urheberrechte
  • Leistungen sozialer Vereine
  • Vermietung temporär befristeter Beherbergungen

Wann entfällt die Mehrwertsteuer?

Wenn Unternehmer einen geringen Umsatz einnehmen, dann können sie sich den Status als Kleinunternehmer anerkennen lassen. Diese Kleinunternehmer sind von der Steuerpflicht entbunden und müssen auch keine Gewerbesteuer zahlen. Das bedeutet, dass sie ihre Waren zum Nettopreis an ihre Kunden verkaufen können und dadurch vergleichsweise sehr ansprechende Preise bieten können. Davon können vor allem Privatkunden ihren Nutzen ziehen.

Wie kann man die Mehrwertsteuer berechnen?

Die Berechnung ist relativ simpel. Da der Anteil 19 % beträgt, musst du folgende Rechnung aufstellen:

Nettobetrag x 0,19 = Betrag der MwSt

Ein Bespiel dafür ist:

100€ x 0,19 = 19 €

Aus dem in diesem Beispiel aufgezeigten Ergebnis, ergibt sich, dass die MwSt 19 Euro betragen muss. Ergo – Der Kaufpreis müsste demnach 119 € sein. Diese Rechnung kann auch umgekehrt angewandt werden. Wenn dich der originale Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung interessiert, dann kannst du diese Rechnung durchführen und den Endbetrag von Bruttopreis deiner Ware abziehen. Damit kannst du das Preis-Leitungsverhältnis besser einschätzen.

pexels pixabay 50987 - TestHelden

 

 

Was bedeutet “Mehrwertsteuer nicht ausweisbar”?

Im normalen Alltagsgeschäft ist die MwSt nicht sonderlich relevant, da sie beim Kauf von Produkten bereits mit eingerechnet ist und Konsumenten die Produktpreise ohne Mehrwertsteuer im Normalfall gar nicht kennen. Anders ist das im gewerblichen Kauf. Vor allem wenn es um Gebrauchtwagen geht, stellt die Mehrwertsteuer teilweise ein großes Problem dar. In diesem Zusammenhang hören Kaufinteressenten oftmals “Die Mehrwertsteuer ist nicht ausweisbar”. Doch was genau bedeutet das?

In Kommission verkauft

Wenn ein Objekt wie beispielsweise eine Gebrauchtwagen in Kommission an eine Privatperson verkauft wird, dann fällt keine Mehrwertsteuer an. Das kommt daher, dass das Objekt gar nicht im direkten Besitzt des Händlers ist. Nur wenn der Händler das Fahrzeug vorher in das Vermögen des Betriebs mit aufnimmt, kann Mehrwertsteuer geltend gemacht werden.

Verkauf durch Privatperson

Wenn ein Objekt durch eine Privatperson verkauft wird oder das Objekt vorher in Besitz einer Privatperson war, ist die MwSt für den erneuten Verkauf hinfällig. Das kommt daher, dass diese zu einem bestimmten Zeitpunkt bereits eingenommen wurde und daher nicht erneut beansprucht werden darf. Dadurch kann diese nicht noch einmal verlangt werden.

Kauf eines Objektes aus dem Ausland

Auch wenn ein Objekt bzw. ein Fahrzeug aus dem Ausland kommt, ist im Kaufpreis keine MwSt inkludiert. Durch die Einlieferung ins Inland wird zuvor bereits die Einfuhrumsatzsteuer fällig. Diese kann wiederum wieder zurückgeholt werden. Auch für den Käufer gibt es beim Kauf aus dem Ausland einige steuerliche Schlupflöcher, die die steuerliche Absetzung der Objekte ermöglichen.

Mehrwertsteuer in anderen Ländern

Die MwSt gibt es auch in anderen Ländern. Da sieht das aber ein bisschen anders aus als bei uns. Beispielsweise in den USA wird die sogenannte “Sales tax” berechnet. Das ist eine Steuer auf Verkäufe, die im Prinzip wie die MwSt funktioniert. Allerdings gibt es einen Unterschied: Die Sales tax wird erst beim Verkauf an den Kunden auf den vorher ausgeschriebenen Nettopreis aufgerechnet und der dann vom Verkäufer an den Staat geleitet. Kanada hat da ein Schlupfloch gefunden und mischt einfach die beiden Steuerformen. Da gibt es eine MwSt wie bei uns, allerdings auch Steuern auf Verkäufe, die von einzelnen Regionen selbst festgelegt und eingenommen werden.

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Mehrwertsteuer berechnen

Die wichtigsten Antworten zum Artikel auf einen Blick.

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Was ist die Mehrwertsteuer und wer trägt sie letztlich?

Die Mehrwertsteuer ergibt sich aus dem Mehrwert von Waren und wird beim Kauf auf den Kunden beziehungsweise Konsumenten übertragen, weshalb sie zur Konsumentensteuer zählt. Unternehmen rechnen die Steuer auf ihre Waren hinzu, wodurch sich der Kaufpreis automatisch erhöht, und leiten die Einnahmen anschließend an das Finanzamt weiter. Der geltende Prozentsatz ist dabei meist direkt auf dem Produkt ausgewiesen.

Muss die Mehrwertsteuer auf jeder Rechnung ausgewiesen werden?

Ja, auf jeder Quittung oder Rechnung muss neben der Kaufsumme auch der Steuersatz ausgewiesen sein. Das dient dem Unternehmen als Nachweis gegenüber dem Finanzamt, dass die Steuer ordnungsgemäß vom Kunden erhoben wurde. Diese Pflicht gilt sowohl für den Verkauf von Waren als auch für Dienstleistungen, bei denen die Mehrwertsteuer auf den festgelegten Nettobetrag aufgeschlagen wird.

Für welche Waren gilt der ermäßigte Steuersatz der Mehrwertsteuer?

Der ermäßigte Steuersatz gilt für bestimmte Warenbereiche wie Grundnahrungsmittel, Zahntechnik, Viehzucht und Pflanzenzucht sowie für die Personenförderung durch Bahn- und Schiffsverkehr im Umkreis von 50 Kilometern. Auch der Eintritt in die Unterhaltungsbranche, Urheberrechte, Leistungen sozialer Vereine und die temporäre Vermietung von Beherbergungen fallen darunter. Diese Ermäßigung soll vor allem finanziell schwächere Menschen beim Kauf wichtiger Grundbedürfnisse entlasten.

Wann entfällt die Mehrwertsteuer beim Verkauf eines Produkts?

Die Mehrwertsteuer entfällt beispielsweise, wenn ein Unternehmer als Kleinunternehmer eingestuft ist, da dieser Status von der Steuerpflicht befreit und keine Gewerbesteuer verlangt. Auch beim Verkauf eines Objekts in Kommission an eine Privatperson fällt keine Mehrwertsteuer an, solange sich das Objekt nicht im direkten Besitz des Händlers befindet. Verkauft eine Privatperson selbst, entfällt die Steuer ebenfalls, da sie bereits einmal erhoben wurde.

Wie funktioniert die Mehrwertsteuer in anderen Ländern wie den USA?

In den USA wird statt der Mehrwertsteuer die sogenannte Sales Tax berechnet, die grundsätzlich ähnlich funktioniert, aber erst beim Verkauf an den Kunden auf den zuvor ausgeschriebenen Nettopreis aufgerechnet wird. Der Verkäufer leitet diese Steuer dann an den Staat weiter. Kanada kombiniert beide Systeme, dort gibt es sowohl eine Mehrwertsteuer als auch regionale Verkaufssteuern, die von einzelnen Regionen selbst festgelegt werden.

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Geschrieben von

Redaktion

Lea hat für das TestHelden-Magazin Ratgeber rund um Auswahlverfahren und den Berufseinstieg geschrieben, vor allem zum Bundeswehr Einstellungstest, zur Ausbildung bei der Bahn, zum Medizin Aufnahmetest und zum öffentlichen Dienst. Dabei stehen konkrete Abläufe, Anforderungen und praktische Tipps für Bewerberinnen und Bewerber im Mittelpunkt.

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am im TestHelden-Magazin, Bereich Magazin.

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