Psychologie studieren mit Fachabitur: welche Wege es gibt
Du möchtest Psychologie studieren mit Fachabitur und fragst dich, ob das direkt möglich ist? Das hängt von der Hochschulart und der Hochschule ab: An Hochschulen für angewandte Wissenschaften und privaten Hochschulen ist die Fachhochschulreife oft ausreichend, bei der fachgebundenen Hochschulreife kommt es auf die Fachbindung an. An Universitäten wird in der Regel die allgemeine Hochschulreife verlangt, da das Psychologiestudium dort stark forschungsorientiert ist und oft auf die Approbation vorbereitet.
Dieser Artikel zeigt dir, welche Wege dir offenstehen, wenn du dein Psychologie Fachabitur in der Tasche hast. Er klärt, an welchen Hochschularten du dich bewerben kannst, wie du fehlende Voraussetzungen nachholst und welche Rolle der Studieneignungstest BaPsy-DGPs bei der Zulassung spielt.
Auf einen Blick: Psychologiestudium mit Fachhochschulreife
- Zugangswege: An Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und privaten Hochschulen ist das Studium oft mit Fachhochschulreife möglich.
- Universitäten: Hier wird in der Regel die allgemeine Hochschulreife vorausgesetzt.
- BaPsy-DGPs: Wer eine fachgebundene Hochschulreife besitzt, kann am Studieneignungstest teilnehmen, und wird an 43 teilnehmenden Hochschulen in der Auswahl berücksichtigt.
- Kosten: Die Teilnahme am BaPsy-DGPs kostet 100 Euro.
- Termine: Der nächste Testtermin ist am 22. Mai 2027.
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Wo kann ich mit Fachabitur Psychologie studieren?
Wer mit Fachhochschulreife Psychologie studieren möchte, findet an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und an privaten Hochschulen oft passende Bachelorstudiengänge. Diese Hochschulformen lassen Bewerbungen mit der Fachhochschulreife in der Regel zu. Das Bachelorstudium Psychologie schließt bundesweit mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Fast überall dauert der Bachelor sechs Semester und umfasst 180 ECTS-Punkte. An Universitäten sieht das anders aus: Für das approbationsrelevante Studium, das dich auf eine spätere Tätigkeit als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut vorbereitet, ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife nötig. Dieses Studium muss zwingend an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen absolviert werden. Die Regelstudienzeit dieses approbationsrelevanten Bachelorstudiengangs beträgt drei Jahre. Im Studium sind 82 ECTS-Punkte für hochschulische Lehre und 19 ECTS-Punkte für berufspraktische Einsätze vorgesehen. Dazu gehören Pflichtpraktika wie das Orientierungspraktikum und die Berufsqualifizierende Tätigkeit I. Der Bachelor allein führt jedoch nicht zur Approbation; dafür musst du einen darauf aufbauenden Master anschließen.
Was ist der Unterschied zur fachgebundenen Hochschulreife?
Wenn du mit fachgebundener Hochschulreife Psychologie studieren möchtest, hast du an Universitäten bessere Möglichkeiten, wenn dein Abschluss eine passende Fachbindung für Psychologie hat. Die fachgebundene Hochschulreife berechtigt zum Studium bestimmter Fächer an Universitäten, während die Fachhochschulreife grundsätzlich für alle Studiengänge an Fachhochschulen gilt. Ob deine Fachbindung anerkannt wird, erfragst du am besten direkt bei der Studienberatung deiner Wunschuniversität.
Wie kann ich die allgemeine Hochschulreife nachholen?
Wenn du an einer Universität studieren möchtest, die zwingend das Abitur vorschreibt, kannst du die allgemeine Hochschulreife nachholen. Das geht beispielsweise über Berufsoberschulen (BOS), Fachoberschulen (FOS) im 13. Jahrgang, Abendgymnasien oder Kollegs. Mit der allgemeinen Hochschulreife kannst du dich an Universitäten bewerben, darunter viele der 43 Hochschulen, die den BaPsy-DGPs in ihren Zulassungsordnungen verankert haben, zum Beispiel die LMU München, die Universität Hamburg, die Universität zu Köln und die TU Dresden. Der Aufwand, das Abitur nachzuholen, lohnt sich oft, da Psychologie bundesweit örtlich zulassungsbeschränkt ist. Im Wintersemester 2021/22 gab es bundesweit 5.554 Studienplätze im ersten Semester Bachelor Psychologie, bei 39.788 Bewerbungen. Die Konkurrenz ist also hoch, und ein gutes Abitur ist ein wichtiger Faktor für die Zulassung.
Hilft der BaPsy-DGPs, wenn ich Psychologie mit Fachabitur studieren will?
Der BaPsy-DGPs ist ein freiwilliger Studieneignungstest für den Bachelorstudiengang Psychologie. Er bringt an vielen deutschen Hochschulen Zusatzpunkte zur Note der Hochschulzugangsberechtigung. Teilnehmen kann, wer ein Bachelorstudium Psychologie anstrebt und in Deutschland eine allgemeine, besondere oder fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzt oder sie im laufenden oder folgenden Schuljahr erwirbt. Das bedeutet: Mit einer fachgebundenen Hochschulreife darfst du antreten. Ob die jeweilige Hochschule dich damit zulässt, entscheidet sie in ihrer eigenen Satzung.
Mit dem BaPsy DGPs Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Wie stark der Test zählt, unterscheidet sich deutlich. Am häufigsten zählt der Test 40 Prozent und die Note der Hochschulzugangsberechtigung 60 Prozent, zum Beispiel an der LMU München, der FAU Erlangen-Nürnberg, in Würzburg, Bamberg und Regensburg. Einige Hochschulen vergeben zusätzlich Plätze allein nach dem Test: Im Saarland und in Münster sind es 20 Prozent, in Leipzig und Bielefeld 10 Prozent. Das Zertifikat weist zwei Kennwerte aus: den Prozentrang und den Standardwert Z. Ein Prozentrang von 61 bedeutet, dass das Ergebnis besser oder gleich gut ist wie das von 61 Prozent der Teilnehmenden des Testjahrs.
Wann sind die Termine für den BaPsy-DGPs und was kostet er?
Im Testjahr 2027 gibt es zwei Testtermine. Der nächste Frühjahrstermin findet am 22. Mai 2027 statt. Die Anmeldung für diesen Termin läuft noch bis zum 15. Februar 2027 um 24 Uhr. Der Herbsttermin am 14. November 2026 ist bereits geschlossen.
Die Teilnahme kostet 100 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Wenn du Ort, Termin oder Uhrzeit umbuchen möchtest, kostet das 15 Euro je Vorgang. Das gilt auch für die Neuausstellung des Zertifikats. Wer am Testtag krank ist oder nicht erscheint, bekommt die Gebühr nicht zurück. Das Zertifikat mit Prozentrang und Standardwert erscheint erst nach Ende des Testjahrs, zwischen dem 15. und 30. Juni. Für das Testjahr 2027 ist die Ausgabe am 15. Juni 2027.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Termine und Fristen für das Testjahr 2027 im Überblick.
| Ereignis | Datum |
|---|---|
| Frühjahrstermin | 22. Mai 2027 |
| Anmeldeschluss Frühjahr | 15. Februar 2027 |
| Herbsttermin | 14. November 2026 |
| Ergebnisausgabe Testjahr 2027 | 15. Juni 2027 |
Wie ist der BaPsy-DGPs aufgebaut und was kommt dran?
Der Test findet in Präsenz auf Papier statt und ist auf Deutsch. Er besteht aus sechs Testteilen in fester Reihenfolge mit insgesamt 122 Aufgaben. Die reine Bearbeitungszeit beträgt 156 Minuten, die gesamte Testsituation dauert etwa vier Stunden.
Die folgende Tabelle zeigt die sechs Testteile mit ihrer jeweiligen Aufgabenanzahl und der Bearbeitungszeit in Minuten.

| Testteil | Aufgaben | Bearbeitungszeit in Minuten |
|---|---|---|
| Mathematikkenntnisse | 20 | 23 |
| Schlussfolgerndes Denken verbal | 20 | 18 |
| Schlussfolgerndes Denken figural | 20 | 25 |
| Psychologieverständnis deutsch | 21 | 36 |
| Schlussfolgerndes Denken numerisch | 20 | 18 |
| Psychologieverständnis englisch | 21 | 36 |
Alle Aufgaben sind Single-Choice-Aufgaben, bei denen genau eine Antwort richtig ist. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt, Punktabzüge für falsche Antworten gibt es nicht. Im Teil Mathematikkenntnisse wird Wissen auf Abiturniveau geprüft, darunter Algebra, Analysis, Analytische Geometrie und Stochastik. Beim verbalen Schlussfolgern sind Aussagen logisch verknüpft, und beim figuralen Schlussfolgern ist in einer 3x3-Matrix das Fragezeichen-Feld zu ergänzen. Das numerische Schlussfolgern besteht aus Sachaufgaben. Das Psychologieverständnis auf Deutsch und Englisch bringt je drei Texte mit Fragen, die allein auf Basis des Textes zu beantworten sind; Fachwissen aus der Psychologie brauchst du dafür nicht mitzubringen.
Gezielt auf den BaPsy vorbereiten
Im BaPsy DGPs Testtrainer von TestHelden hilft dir ein Lernplan bis zum Testtag, deine Vorbereitung im Web oder in der App zu strukturieren.
Wie bereite ich mich am besten auf den Psychologietest vor?
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, da du den Test frühestens 22 Monate nach der letzten Teilnahme wiederholen darfst. Nutze diese Schritte für deine Planung:
- Fristen im Blick behalten: Melde dich rechtzeitig vor dem 15. Februar 2027 für den Maitermin an. Erst mit Zahlungseingang ist die Anmeldung abgeschlossen.
- Offizielles Material nutzen: Der Anbieter stellt kostenlos fünf Trainingsvideos sowie Übungsaufgaben mit und ohne Lösungen bereit. Auch das kostenfreie Online-Self-Assessment OSA-Psych wird vor der Testteilnahme empfohlen.
- Testformat verinnerlichen: Gewöhne dich an das Single-Choice-Format. Beim figuralen Schlussfolgern wählst du aus 16 Antwortfiguren, bei den anderen Teilen aus vier Optionen. Die Antworten werden mit Bleistift durch Ausfüllen eines Kreises auf sechs personalisierten Antwortbogen markiert.
- Ohne Hilfsmittel üben: Taschenrechner sind im Test verboten. Schmierpapier für Nebenrechnungen gibt es nur im Teil Mathematikkenntnisse.
- Zeitmanagement trainieren: Die Bearbeitungszeit wird je Testteil angesagt. Ein Vor- oder Zurückblättern in einen anderen Testteil ist verboten.
Das heißt für dich: Wenn du in einem Teil nicht fertig wirst, solltest du die restlichen Aufgaben innerhalb der Zeit dieses Teils raten, da es keinen Punktabzug gibt. Mehr dazu im Beitrag Die besten Strategien für eine erfolgreiche BaPsy Vorbereitung.
Fazit: Dein Weg ins Psychologiestudium
Mit der Fachhochschulreife führt der Weg ins Psychologiestudium meist über Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder private Hochschulen, während Universitäten in der Regel die allgemeine Hochschulreife voraussetzen. Wer eine fachgebundene Hochschulreife besitzt, kann am BaPsy-DGPs teilnehmen; ob die Hochschule die Bewerbung zulässt, regelt ihre Satzung.
Bereite dich frühzeitig auf das strenge Zeitlimit und die spezifischen Aufgabenformate vor, zum Beispiel mit dem BaPsy DGPs Testtrainer. So gehst du gut vorbereitet in den Testtag und zeigst, was du kannst. Weitere Informationen findest du im Artikel BaPsy Sonderfälle: Fachabitur, Zweitstudium, Vorabitur, Minderjährige, Ausland.
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