Rechtspsychologie studieren: Weg, Inhalte und Berufe
Wer ein Rechtspsychologie Studium beginnen möchte, startet in der Regel mit einem allgemeinen Bachelor in Psychologie. Danach folgt eine Spezialisierung im Master. Dieser Artikel zeigt dir den genauen Weg dorthin.
Du erfährst, wie die Zulassung zum Bachelor über das Dialogorientierte Serviceverfahren funktioniert und welche Rolle der Numerus Clausus spielt. Außerdem klärt TestHelden, warum der BaPsy-DGPs Eignungstest an vielen Hochschulen wichtig ist, um die eigenen Chancen auf einen Studienplatz zu verbessern, und welche Berufsfelder dir nach dem Abschluss offenstehen.
Auf einen Blick: Rechtspsychologie
- Weg: Du startest mit einem Bachelor in Psychologie und wählst danach einen passenden Master.
- Zulassung: Die Studienplätze werden über das Portal Hochschulstart vergeben und sind oft an einen Numerus Clausus gebunden.
- Test: Der BaPsy-DGPs wird an 43 Hochschulen im Auswahlverfahren berücksichtigt.
- Termine: Im Testjahr 2027 gibt es zwei Termine, im Frühjahr am 22. Mai 2027 und im Herbst am 14. November 2026.
- Kosten: Die Teilnahme am Eignungstest kostet 100 Euro.
Was ist ein Rechtspsychologie Studium und wie grenzt es sich ab?
Rechtspsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie im Kontext von Recht und Justiz. Hier geht es um die Anwendung psychologischen Wissens auf rechtliche Fragestellungen. Fachkräfte in diesem Bereich befassen sich mit der Beurteilung von Zeugenaussagen, der Schuldfähigkeit von Tätern oder familiengerichtlichen Gutachten.
Unterschied zum Kriminalpsychologie Studium
Oft werden die Begriffe im Alltag vermischt. Wer sich für ein Kriminalpsychologie Studium interessiert, landet inhaltlich meist bei der Rechtspsychologie oder der forensischen Psychologie. Die reine Kriminalpsychologie beschäftigt sich stark mit der Entstehung von Kriminalität, während die Rechtspsychologie breiter in das Justizsystem eingebettet ist. Mehr dazu im Beitrag Forensische Psychologie studieren.
Wie läuft der Weg ab, wenn du Rechtspsychologe werden möchtest?
Um Rechtspsychologe werden zu können, brauchst du zunächst das psychologische Grundlagenwissen. Das Bachelorstudium Psychologie schließt mit dem Bachelor of Science ab und dauert in der Regel drei Jahre beziehungsweise sechs Semester. Es umfasst insgesamt 180 ECTS-Punkte. Der Bachelor kann polyvalent ausgestaltet sein. Das bedeutet, er qualifiziert dich für allgemeine Master in Psychologie und hält dir gleichzeitig den Weg für einen Master mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie offen.
Rechtspsychologie studieren: Welche Inhalte erwarten dich im Bachelor?
Im approbationsrelevanten Bachelor sind 82 ECTS-Punkte für hochschulische Lehre und 19 ECTS-Punkte für berufspraktische Einsätze vorgesehen. Letztere entsprechen etwa 570 Stunden. Dazu gehören Pflichtpraktika wie das Orientierungspraktikum mit mindestens fünf ECTS-Punkten, für das auch Vorpraktika anrechenbar sind. Hinzu kommen ein forschungsorientiertes Praktikum mit mindestens sechs ECTS-Punkten und eine berufsqualifizierende Tätigkeit mit mindestens acht ECTS-Punkten. Den Rest des Studiums gestaltet die jeweilige Hochschule frei. Allgemeine Informationen zu den Studieninhalten findest du unter Psychologie Studium Inhalte.
Mit dem BaPsy DGPs Testtrainer übst du typische Aufgaben mit Lösungen und planst deine Vorbereitung bis zum Testtag.
Wie funktioniert die Zulassung und was bringt der BaPsy-DGPs?
Psychologie ist im Bachelor örtlich zulassungsbeschränkt, da es jedes Jahr deutlich mehr Bewerbungen als Studienplätze gibt. Im Wintersemester 2021/22 gab es bundesweit 5.554 Studienplätze bei 39.788 Bewerbungen. Die Bewerbung läuft über das Dialogorientierte Serviceverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung. Dort registrierst du dich auf Hochschulstart, bewirbst dich bei der Hochschule und koordinierst deine Bewerbungen.
Für Psychologie gibt es keine einheitliche Zulassungsgrenze. Jede Hochschule veröffentlicht ihre eigenen Werte, die von Jahr zu Jahr schwanken. Im Wintersemester 2025/26 lag die Grenze in Wuppertal in der Abiturbestenquote beispielsweise bei 1,2 und im Auswahlverfahren der Hochschule bei einer Auswahlnote von 1,4. In Heidelberg lag die Grenze bei 44,4 von 60 Auswahlpunkten. Solche Werte zeigen vergangene Auswahlrunden und sind keine Zusage für künftige Bewerbungen.
Der BaPsy-DGPs ist ein freiwilliger Studieneignungstest, der an 43 teilnehmenden Hochschulen Zusatzpunkte zur Abiturnote bringt. Eine Verschlechterung durch ein schwaches Ergebnis ist bei Summenbildung nicht möglich. Wie stark der Test zählt, regelt jede Hochschule in ihrer eigenen Auswahlsatzung. Am häufigsten zählt der Test 40 Prozent und die Note der Hochschulzugangsberechtigung 60 Prozent, so zum Beispiel an der LMU München, in Köln oder Münster. An der Freien Universität Berlin zählt der Test zu 50 Prozent, in Trier zu 10 Prozent. Einige Hochschulen wie Potsdam nutzen Bonusmodelle, bei denen das Ergebnis je nach Standardwert die Durchschnittsnote um bis zu 1,1 Notenpunkte verbessert.
Chancen verbessern mit dem BaPsy-DGPs
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Wann sind die Termine für den Eignungstest und was kostet er?
Im Testjahr 2027 gibt es zwei Testtermine. Der Herbsttermin findet am 14. November 2026 statt. Die Anmeldung für diesen Termin ist bereits geschlossen. Der Frühjahrstermin ist am 22. Mai 2027. Die Anmeldung für den Maitermin läuft bis zum 15. Februar 2027 um 24 Uhr. Die Anmeldung erfolgt online über das Portal des Anbieters. Dort zahlst du die Teilnahmegebühr per Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay oder Link. Etwa vier Wochen vor dem Termin erscheint die Eintrittskarte im Portal.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Fristen und Termine für das Testjahr 2027.
| Ereignis | Datum |
|---|---|
| Anmeldung Maitermin | bis 15. Februar 2027 |
| Testtag Frühjahr | 22. Mai 2027 |
| Ergebnisausgabe | 15. Juni 2027 |
Die nächste Tabelle zeigt die Gebühren rund um den BaPsy-DGPs.

| Merkmal | Gebühr in Euro |
|---|---|
| Teilnahmegebühr | 100 |
| Umbuchung von Ort oder Termin | 15 |
| Neuausstellung des Zertifikats | 15 |
Wer am Testtag krank ist oder nicht erscheint, bekommt die Gebühr nicht zurück. Die Online-Anmeldung lässt sich aber innerhalb von 14 Tagen im persönlichen Konto widerrufen.
Was kommt im BaPsy-DGPs dran?
Der Test findet in Präsenz an einem der angebotenen Testorte auf Deutsch statt. Eine Online-Testung gibt es nicht. Es gibt sechs Testteile in fester Reihenfolge mit insgesamt 122 Aufgaben. Die reine Bearbeitungszeit beträgt 156 Minuten. Die gesamte Testsituation mit Instruktionen dauert etwa vier Stunden. Beim Vormittagstermin läuft die Testung von 9:15 bis 12:45 Uhr, der Einlass beginnt bereits um 8:15 Uhr. Wer zu spät kommt, wird nicht mehr eingelassen.
Alle Aufgaben sind Single-Choice-Aufgaben, es ist immer genau eine Antwort richtig. Es gibt keinen Punktabzug für falsche Antworten. Die Antworten markierst du mit einem Bleistift durch Ausfüllen eines Kreises auf personalisierten Antwortbogen. Im Testheft selbst darf nichts eingetragen werden.
Diese Tabelle zeigt dir die reine Bearbeitungszeit der einzelnen Testbereiche.

| Testbereich | Bearbeitungszeit in Minuten |
|---|---|
| Mathematikkenntnisse | 23 |
| Schlussfolgerndes Denken verbal | 18 |
| Schlussfolgerndes Denken figural | 25 |
| Psychologieverständnis deutsch | 36 |
| Schlussfolgerndes Denken numerisch | 18 |
| Psychologieverständnis englisch | 36 |
Der Teil Mathematikkenntnisse prüft Themen wie Algebra, Analysis, Analytische Geometrie und Stochastik auf Abiturniveau. Nur hier gibt es Schmierpapier für Nebenrechnungen. Beim verbalen Schlussfolgern sind Aussagen auf vier Arten verknüpft, und genau eine Schlussfolgerung ist logisch zwingend richtig. Beim figuralen Schlussfolgern ergänzt du in einer 3x3-Matrix das Fragezeichen-Feld aus 16 Antwortfiguren. Das numerische Schlussfolgern besteht aus Sachaufgaben ohne Taschenrechner. Das Psychologieverständnis in Deutsch und Englisch fordert die Beantwortung von Fragen zu Fachtexten, wobei kein Vorwissen nötig ist.
Gezielt auf den BaPsy vorbereiten
Im TestHelden BaPsy DGPs Online-Testtrainer kannst du dich mit einem Lernplan bis zum Testtag strukturieren.
Wie bereite ich mich auf den BaPsy vor?
Eine gute Vorbereitung ist wichtig, da du den Test frühestens 22 Monate nach der letzten Teilnahme wiederholen darfst. Das sind knapp zwei Jahre Wartezeit. Nur bei einem ärztlich bescheinigten Abbruch aus gesundheitlichen Gründen ist eine Wiederholung schon nach elf Monaten möglich.
Das heißt für dich: Plane deine Vorbereitung rechtzeitig und strukturiert. Die folgenden Schritte helfen dir dabei.
- Format kennenlernen: Mache dich mit den Single-Choice-Aufgaben vertraut. Beim figuralen Schlussfolgern wählst du aus 16 Antwortfiguren, bei den anderen Teilen aus vier Optionen.
- Zeitmanagement üben: Die Zeit ist knapp bemessen. Ein Vorblättern oder Zurückblättern in andere Testteile ist verboten. Wer in einem Teil nicht fertig wird, sollte die restlichen Aufgaben innerhalb der Zeit dieses Teils raten.
- Hilfsmittel beachten: Ein Taschenrechner, elektronische Geräte und eigenes Papier sind verboten. Erlaubt sind Getränke in durchsichtigen Behältnissen und nicht tickende Tischuhren ohne Rechenfunktion.
- Am Testtag: Bringe das ausgedruckte Einladungsschreiben, einen gültigen Lichtbildausweis, zwei Bleistifte des Härtegrads 2B und ein weiches Radiergummi mit. Stifte gibt es vor Ort nicht.
Welche Berufe gibt es nach dem Rechtspsychologie Master?
Wer Rechtspsychologie studieren und in diesem Bereich arbeiten möchte, wählt nach dem allgemeinen Bachelor einen Rechtspsychologie Master oder einen ähnlichen Schwerpunkt. Die Rechtspsychologie bietet zahlreiche berufliche Perspektiven, vor allem in der Justiz und Forensik.
Typische Aufgaben sind die Erstellung von Gutachten für Gerichte, beispielsweise zur Schuldfähigkeit von Straftätern oder zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen. Auch im Strafvollzug oder in der Bewährungshilfe sind Fachleute mit diesem Hintergrund gefragt, die Einsatzfelder unterscheiden sich je nach Qualifikation. Der Weg dorthin erfordert fundiertes psychologisches Wissen und ein starkes Interesse an rechtlichen Rahmenbedingungen. Weitere Einblicke in die Voraussetzungen für das Studium gibt der Beitrag Psychologie Studium Voraussetzungen.
Fazit: Dein Weg in die Rechtspsychologie
Der Weg in die Rechtspsychologie führt über einen zulassungsbeschränkten Bachelor in Psychologie und einen anschließenden Master. Der BaPsy-DGPs wird an 43 Hochschulen im Auswahlverfahren berücksichtigt. Bereite dich frühzeitig auf das Testformat und den Zeitdruck vor, da eine Wiederholung erst nach knapp zwei Jahren möglich ist.
Der TestHelden BaPsy DGPs Online-Testtrainer hilft dir dabei, einen Lernplan bis zum Testtag zu erstellen.
Nutze die Zeit bis zum Testtag sinnvoll und mache dich mit den Regeln und den sechs Testbereichen vertraut. Mehr zum Ablauf des Tests erfährst du im Beitrag BaPsy-DGPs 2027: der Studieneignungstest Psychologie.
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