Luft- & Raumfahrt

Pilot werden – Wie wird man eigentlich Pilot? Ausbildung + Studium

Von Redaktion und Marketing 9 Min. Lesezeit
Pilot werden – Wie wird man eigentlich Pilot? Ausbildung + Studium

Pilot werden – Wie wird man Pilot? 

Du möchtest nicht nur auf Wolke sieben schweben, sondern auch regelmäßig daran vorbei fliegen? Dann bist du nicht allein, denn den Arbeitsplatz im Cockpit zu haben, ist der Traum zahlreicher Menschen. Kein Wunder, ist doch die Freiheit über den Wolken faszinierend und das Berufsbild an sich sehr erstrebenswert. Neben attraktiven Gehältern wartet meist ein sehr sicherer und abwechslungsreicher Job auf dich. Aber wie wird man überhaupt Pilot? Welche Fähigkeiten muss man mitbringen und welche Zugangsvoraussetzungen werden erwartet? Das und vieles mehr erfährst du im Folgenden. 

Pilot werden – Berufsbild

Jeder weiß, dass der Pilot fliegt, aber wie genau das funktioniert und welche Aufgaben er noch hat, wissen die wenigsten. Als Flugkapitän hast du vor allem eine Menge Verantwortung – sowohl für dich selbst als auch für Millionen von Menschen. Sobald du dich buchstäblich über den Wolken befindest, musst du höchst konzentriert sein und enorm viel beachten. Nur so kann der Flug reibungslos und ohne Turbulenzen durchgeführt werden. Die gesamte Besatzung eines Fluges ist dabei immer dem jeweiligen Kapitän unterstellt.

Ein Pilot ist demnach ein Verantwortungs- und Entscheidungsträger, der die Kontrolle über das gesamte Flugzeug hat. 

Der Arbeitsplatz Cockpit besteht aus einem komplexen und technisierten Umfeld voller Computer, Elektronik sowie Informations- und Kommunikationssysteme. Neben der Kommunikation mit dem Co-Piloten ist der Pilot in ständigem Austausch mit dem Tower. Obgleich ein Flug dank modernster Technik überwiegend automatisch abläuft, muss der Pilot in Notsituationen sekundenschnell handeln – was eine Entscheidung zwischen Leben und Tod bedeuten kann. Diese Situationen und der Druck verlangen oft physische und psychische Höchstleistungen ab, außerdem ist der Job häufig sehr stressig. Wer denkt, dass es mit dem Flug getan ist, hat weit gefehlt. Vor und nach Start bzw. Landung kommen weitere Aufgaben auf den Piloten zu. Dazu gehören unter anderem: 

  • Informationen einholen und auswerten (Wetterdaten, Berechnung des Treibstoffs, Flugunterlagen, voraussichtliche Flugzeit)
  • Ständige Kontrolle der Maschine und des Cockpits
  • Relevante Daten in den Bordcomputer eingeben
  • Sprechfunk überwachen
  • Mit Kabinenpersonal und Flugsicherung zusammenarbeiten
  • Wetterlage verfolgen
  • Auf veränderte Flugbedingungen reagieren
  • Nachbearbeitung des Flugs (Dokumentation von tatsächlichen Flugdaten)

Weiterhin gehört zum Berufsbild eines Piloten, dass er sehr viel unterwegs ist. Insbesondere in der zivilen Luftfahrt kommt es regelmäßig zu längeren Aufenthalten in unterschiedlichen Zeitzonen, was zusätzlich den Biorhythmus durcheinanderbringen kann. Dafür sieht kaum jemand anderes so viel von der Welt, wie ein Pilot. Neben der zivilen Luftfahrt sind weitere mögliche Arbeitsfelder Flugschulen, Bundeswehr oder Krankentransport.

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Wie wird man Pilot?

Viele Wege führen in den Himmel, aber nur drei verschiedene als Pilot in ein Flugzeug. Da das Berufsbild Pilot mit viel Verantwortung einhergeht, ist keiner der Ausbildungen einfach und die Anforderungen an die Bewerber entsprechend hoch. Bevor du dich also damit beschäftigst, welcher Ausbildungsweg der richtige ist, solltest du überprüfen, ob du die nötigen Voraussetzungen erfüllst. 

Sobald du dir sicher bist, dass du theoretisch Pilot werden kannst, musst du dich für einen der drei Wege entscheiden und dich schlussendlich um einen Platz bewerben. Kommt deine Bewerbung gut an und du in die engere Auswahl, wird überprüft, ob du tatsächlich das Zeug dazu hast, Pilot zu werden. Dafür musst du an einem umfangreichen Auswahlverfahren teilnehmen. Nur, wer den sogenannten Pilotentest besteht, hat die Chance, den Arbeitsplatz Cockpit zu besetzen. 

Voraussetzungen für das Berufsbild Pilot

Wie bereits erwähnt, müssen Piloten über einige Fähigkeiten verfügen. Unter anderem ist es besonders wichtig, eine hohe Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit mitzubringen. Weiterhin solltest du (mehrfach) belastbar sein und ein starkes Nervenkostüm haben. Andernfalls könnte es in gefährlichen Situationen zu Fehlentscheidungen kommen, die mitunter lebensbedrohlich werden können. Damit du unter Umständen Entscheidungen schneller treffen kannst, wird zudem Entscheidungsfreudigkeit vorausgesetzt. Weitere Eigenschaften, die du als Pilot mitbringen solltest, sind:

  • Zuverlässigkeit
  • Genauigkeit
  • Gute Auffassungsgabe
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Besonnenheit
  • Soziale Kompetenzen (Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Kritikfähigkeit)
  • Technisches Verständnis
  • Interesse an Mathematik und Physik 

Zusätzlich solltest du dich in einer guten physischen Verfassung befinden und körperlich fit bzw. leistungsfähig sein. Neben den hohen Anforderungen gibt es auch einige formale Voraussetzungen, die du unbedingt erfüllen musst, wenn du Pilot werden möchtest. Zu diesen gehören: 

  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Deutscher Staatsbürger/Staatsbürger der EU
  • Uneingeschränkter Reisepass
  • Bestimmte Körpergröße aufgrund der räumlichen Gegebenheiten im Cockpit (zwischen 1,65m und 1,98m)
  • Fließende deutsche und sehr gute englische Sprachkenntnisse 
  • Optimales Sehvermögen (Abweichungen von maximal +/- drei Dioptrien sind gestattet)
  • Maximal fünf Punkte im Fahreignungsregister

Ob für deine Ausbildung das (Fach-)Abitur oder der Realschulabschluss vorausgesetzt wird, hängt mit deinem beruflichen Werdegang sowie mit der jeweiligen Fluggesellschaft zusammen.

Pilot werden – Ausbildungswege

Um Pilot zu werden, stehen dir folgende drei Ausbildungswege zur Verfügung: 

  • Ausbildung bei einer Airline
  • Schulische Ausbildung
  • Studium

Hierbei können jeweils verschiedene Lizenzen erworben werden. Es gibt die Berufsflugzeugführer-Lizenz (CPL-A), die Berufshubschrauberführer-Lizenz (CPL-H) sowie die Verkehrsflugzeugführer-Lizenz (ATPL-A). Bei Letzterer handelt es sich um die Lizenz, mit der du als Kapitän eine große Passagier-/Frachtmaschine fliegen darfst. Die CPL-A- und CPL-H-Lizenzen befähigen dich nur dazu, kleinere Flugzeuge zu steuern, Co-Pilot bei größeren Flugzeugen zu sein bzw. Hubschrauber zu fliegen.

Ausbildung bei einer Airline

Wenn du Pilot werden möchtest, stellt die Ausbildung bei einer Airline den gängigsten Weg dar. Diese umfasst eine Dauer von 29 bis 33 Monaten und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Insgesamt müssen in dieser Zeit im Schnitt 1.200 Theoriestunden und eine Prüfung sowie 320 Stunden Flugtraining absolviert werden. Die Ausbildung ist grundsätzlich sehr anspruchsvoll und umfasst zum Beispiel folgende Fächer: 

  • Luftfahrzeugkenntnisse (Zelle, Systeme, Instrumente, Triebwerke)
  • Flugplanung und -leistung
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Luftrecht
  • Schwerpunktlage und Masse
  • Allgemeine und Funknavigation
  • Aerodynamik
  • Betriebliche Verfahren
  • Meteorologie

Einer der größten Arbeitgeber ist die Lufthansa, die jährlich über 200 Piloten ausbildet. Weiterhin bildet auch Tuifly Piloten aus. Je nachdem, für welche Airline du dich entscheidest, gibt es verschiedene Ausbildungskonzepte. Im Wesentlichen unterscheiden sich diese in der Reihenfolge der Theorie- und Praxisabschnitte. Während du bei der Lufthansa erst den kompletten Theorieteil absolvieren musst, bevor du Praxisstunden nehmen darfst, läuft es bei anderen Airlines parallel.

Nach erfolgreichem Bestehen musst du ohnehin erstmal mehrere Tausend Stunden Copilot-Praxiserfahrung sammeln, bevor du als Pilot durchstarten bzw. eine Maschine befehligen kannst. 

Schulische Ausbildung 

Die schulische Ausbildung ist ähnlich wie die Ausbildung bei einer Airline, denn diese orientiert sich an den Airlines. Der einzige Unterschied ist, dass du die schulische Ausbildung an privaten Flugschulen absolvierst. Am Ende hast du jedoch auf beiden Wegen die ATPL-A-/Verkehrsflugzeugführer-Lizenz.

Studium – Luftfahrtsystemtechnik und -management (ILST)

Neben den beiden Ausbildungsmöglichkeiten gibt es zudem die Option, ein Studium zu absolvieren. Der Studiengang ILST erfolgt in einigen Flugschulen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen. Insgesamt dauert das Studium acht Semester und endet mit Prüfungen sowie einer Bachelor-Thesis und dem offiziellen Titel Verkehrsflugzeugführer. Die Theorie beschäftigt sich mit den grundlegenden Kompetenzen im Maschinenbau sowie folgenden Modulen: 

  • Flugbetriebstechnik
  • Flugführung und -betrieb
  • Flugregelung und Regelungstechnik
  • Flugzeugbau
  • Luftverkehr
  • Flugantriebe
  • Flugmechanik/Aerodynamik
  • Simulatortechnik
  • Psychologie
  • Management
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Menschliches Leistungsvermögen

Pilot werden – Bewerbung 

Je nachdem, für welchen Ausbildungsweg du dich entscheidest, musst du dich auf unterschiedlichen Wegen bewerben. Die European Flight Academy, die offizielle Flugschule der Lufthansa Group, verfügt zum Beispiel über ein eigenes Online-Bewerberportal. Für das Studium kannst du dich ebenfalls online bewerben und die meisten privaten Flugschulen werden diese Variante auch anbieten. Egal, auf welchem Weg, du benötigst dabei meistens die folgenden Unterlagen: 

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse, Nachweise, Zertifikate

Gut wäre, insbesondere im Anschreiben und durch Leistungen im Lebenslauf bereits fachliche sowie soziale Kompetenzen nachzuweisen.

Pilot werden – Auswahlverfahren

Wenn du eine Ausbildung bei einer Fluggesellschaft machst, findet je nach Airline teilweise bereits ein erster Onlinetest statt. In dem Fall qualifiziert du dich erst nach dem Onlinetest für die weitere Teilnahme am gesamten Auswahlverfahren. 

Wurden alle Unterlagen geprüft und es stellt sich heraus, dass du theoretisch Pilot werden kannst, erhältst du eine Einladung zu den Einstellungstests bzw. dem sogenannten Pilotentest. Solltest du bereits Pilot sein und eine Lizenz erworben haben, musst du bei Neueinstellung bei einer Airline übrigens ebenfalls den Pilotentest durchlaufen. Die meisten Fluglinien verwenden für die Überprüfung den DLR-Test (Test des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt). Dieser ist bekanntermaßen sehr anspruchsvoll und bedarf einer intensiven Vorbereitung. Nur etwa fünf Prozent aller Teilnehmer bestehen den DLR-Test, der in zwei Bereiche unterteilt ist:

  • Abschnitt eins: PC-gesteuerte Berufsgrunduntersuchung
  • Abschnitt zwei: Firmenqualifikation inklusive psychologische Tests

Im ersten Teil werden unter anderem englische Sprachkenntnisse (Wortschatz und Grammatik), technisch-physikalisches Grundwissen und Mathekenntnisse überprüft. Weiterhin kommen Aufgaben aus den Bereichen logisches Denkvermögen, räumliches Orientierungsvermögen, Merkfähigkeit, technisches Verständnis und Rechenfertigkeit dran. Darüber hinaus musst du dein Können in Konzentrations- und Aufmerksamkeitsaufgaben unter Beweis stellen. Überprüft werden zudem relevante Persönlichkeitsmerkmale sowie Psychomotorik. 

Die psychologischen Tests sowie die Firmenqualifikation in Teil zwei bestehen aus mehreren Fragebögen sowie einem Assessment-Center. Außerdem steht im Rahmen des Auswahlverfahrens auch eine medizinische Untersuchung an. Das sogenannte Screening überprüft zum Beispiel Gewicht und Körpergröße, Sehschärfe, Hörvermögen, Beweglichkeit und Fitness. Hier wird zudem festgestellt, ob du Drogen nimmst/genommen hast. 

Weitere Informationen über das Auswahlverfahren/den Pilotentest findest du in unserem Artikel Pilotentest.

Fazit

Um Pilot zu werden, musst du vor allem eines beweisen: Durchhaltevermögen und Ehrgeiz, denn den Traumarbeitsplatz im Cockpit zu erreichen, ist gar nicht so einfach. Möchtest du dann auch noch bei einer Airline arbeiten, musst du erstmal ein hartes Auswahlverfahren bestehen, welches eine 95-prozentige Durchfallquote hat. Hast du diese Hürde gemeistert und schließt Ausbildung, Fluglizenz oder Studium erfolgreich ab, musst du außerdem einiges an Erfahrung sammeln, um selbst fliegen zu dürfen. Doch so schwer und lang der Weg erscheinen mag, so lohnens- und erstrebenswert ist er: Neben unglaublichen Ausblicken kannst du bei unterschiedlichen Arbeitgebern Gutes tun und sogar über die Grenzen hinausgehen. Pilot werden ist wirklich ein Traum, den du dir mit Arbeit und Fleiß garantiert erfüllen kannst. Viel Erfolg dabei! 

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Wie wird man eigentlich Pilot?

Viele Wege führen in den Himmel, aber nur drei verschiedene als Pilot in ein Flugzeug. Da das Berufsbild Pilot mit viel Verantwortung einhergeht, ist keiner der Ausbildungen einfach und die Anforderungen an die Bewerber entsprechend hoch. Bevor du dich also damit beschäftigst, welcher Ausbildungsweg der richtige ist, solltest du überprüfen, ob du die nötigen Voraussetzungen erfüllst.

Welche Voraussetzungen gelten für das Berufsbild Pilot?

Piloten müssen über einige Fähigkeiten verfügen, allen voran eine hohe Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit. Außerdem solltest du belastbar sein und ein starkes Nervenkostüm haben, damit es in gefährlichen Situationen nicht zu Fehlentscheidungen kommt.

Welche Aufgaben hat ein Pilot im Cockpit?

Als Pilot hast du die Kontrolle über das gesamte Flugzeug und trägst dabei eine hohe Verantwortung. Der Arbeitsplatz Cockpit besteht aus einem komplexen, technisierten Umfeld mit Computern, Elektronik sowie Informations- und Kommunikationssystemen. Neben der Kommunikation mit dem Co-Piloten stehst du außerdem in ständigem Austausch mit dem Tower.

Welche Aufgaben gehören zur Vor- und Nachbereitung eines Flugs?

Vor dem Flug holst du als Pilot Informationen wie Wetterdaten ein, berechnest den Treibstoffbedarf und prüfst die Flugunterlagen sowie die voraussichtliche Flugzeit. Während des Flugs überwachst du ständig die Maschine, das Cockpit und den Sprechfunk und reagierst auf veränderte Flugbedingungen. Nach dem Flug gehört die Dokumentation der tatsächlichen Flugdaten zur Nachbereitung.

Warum kann der Beruf des Piloten den Biorhythmus durcheinanderbringen?

Zum Berufsbild eines Piloten gehört, dass du sehr viel unterwegs bist. Insbesondere in der zivilen Luftfahrt kommt es regelmäßig zu längeren Aufenthalten in unterschiedlichen Zeitzonen. Das kann zusätzlich deinen Biorhythmus durcheinanderbringen.

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