IHK-Prüfungen

Koch/Köchin Abschlussprüfung: Ablauf, Aufbau, Termine

Von Gründer und Geschäftsführer Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Junger Koch-Azubi beim Anrichten einer Speise in einer professionellen Küche.

Die Koch Abschlussprüfung ist der entscheidende Meilenstein am Ende deiner Ausbildungszeit. Hier zeigst du vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK), dass du das Handwerk in der Küche beherrschst und bereit für den Berufsalltag bist. Die Arbeit in einer professionellen Gastronomie erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch ein hohes Maß an Stressresistenz, Hygienebewusstsein und Teamfähigkeit. All diese Aspekte werden in der Prüfung auf die Probe gestellt. Der Beruf wurde im Jahr 2022 umfassend modernisiert. Seit dieser Neuordnung legst du eine gestreckte Prüfung in zwei Teilen ab. Das bedeutet, dass bereits der erste Teil fest in deine Endnote einfließt. In der Prüfung zeigst du, dass du nicht nur schmackhafte Gerichte zubereiten, sondern auch wirtschaftlich denken und Arbeitsabläufe optimal planen kannst.

Du erfährst hier im Detail, wie die Prüfung aufgebaut ist, welche Voraussetzungen für die Zulassung gelten und wie du dich am besten auf die theoretischen und praktischen Aufgaben vorbereitest.

Auf einen Blick: Koch/Köchin Abschlussprüfung

  • Zuständige Stelle: Die Prüfung wird vor der örtlichen IHK abgelegt.
  • Prüfungsform: Es handelt sich um eine gestreckte Abschlussprüfung (GAP) in zwei Teilen.
  • Dauer der Ausbildung: In der Regel dauert die Ausbildung 36 Monate.
  • Neuerung: Seit 2022 gilt eine neue Ausbildungsverordnung mit modernisierten Inhalten.
  • Zulassung: Ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft und die Teilnahme an Teil 1 sind zwingende Pflicht für Teil 2.

Was ist die IHK-Prüfung für Köche und wer muss sie ablegen?

Wer den anerkannten Ausbildungsberuf Koch oder Köchin erlernen möchte, schließt die 36-monatige Ausbildung mit dieser IHK-Prüfung ab. Sie ist der offizielle Nachweis, dass du als Koch oder Köchin arbeiten kannst und eröffnet dir Möglichkeiten in der Gastronomie, Hotellerie oder Gemeinschaftsverpflegung.

Im Jahr 2022 wurde der Beruf umfassend modernisiert. Dabei wurde die Prüfung auf die Gestreckte Abschlussprüfung Koch umgestellt. Das bedeutet, dass es keine klassische Zwischenprüfung mehr gibt, die lediglich deinen Wissensstand abfragt, ohne für das Endzeugnis zu zählen. Stattdessen absolvierst du nun Teil 1 der Abschlussprüfung, dessen Ergebnis bereits fest in die Endnote einfließt. Zudem gibt es seit der Neuordnung den zweijährigen Einstiegsberuf Fachkraft Küche. Wer diesen theoriereduzierten Beruf erlernt hat, kann sich die Ausbildungszeit auf die Kochausbildung anrechnen lassen. Mehr zur Fachkraft Küche Prüfung: Ablauf, Aufbau, Termine, Voraussetzungen findest du im separaten TestHelden-Beitrag.

Welche Voraussetzungen gelten für die Zulassung zur Koch Prüfung?

Um am zweiten Teil der Abschlussprüfung teilnehmen zu dürfen, musst du bestimmte Bedingungen erfüllen. Die zuständige IHK prüft genau, ob du die nötige Reife für den Abschluss hast und alle Ausbildungsinhalte gelernt wurden.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört der Nachweis der zurückgelegten Ausbildungszeit. Außerdem musst du zwingend an Teil 1 der Abschlussprüfung teilgenommen haben. Ein weiterer zentraler Punkt ist dein Ausbildungsnachweis, also das Berichtsheft gemäß § 43 BBiG. Dieses muss ordnungsgemäß geführt sein, damit die IHK dich zulässt. Das heißt für dich: Schiebe das Schreiben deiner Berichte nicht auf. Trage deine Tätigkeiten regelmäßig ein und lasse sie von deinem Ausbilder abzeichnen. Ein unvollständiges Berichtsheft kann tatsächlich dazu führen, dass du nicht zur Prüfung zugelassen wirst. Mehr zum generellen Ablauf einer Ausbildung: So läuft eine klassische 3-jährige Ausbildung ab! liest du im TestHelden-Magazin.

Wie ist die gestreckte Abschlussprüfung Koch aufgebaut?

Die Prüfung teilt sich in zwei große Abschnitte auf: Teil 1 und Teil 2. Beide Teile fließen mit einer festen Gewichtung in dein Gesamtergebnis ein und prüfen sowohl theoretisches Wissen als auch praktisches Handwerk.

Der Zeitpunkt für Teil 1 der Prüfung wird von der IHK festgelegt. Er zählt 25 Prozent für die Endnote. Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt und macht die restlichen 75 Prozent aus. Beide Teile bestehen wiederum aus schriftlichen und praktischen Prüfungsbereichen, in denen du dein Fachwissen unter Beweis stellst.

Teil 1 der Abschlussprüfung

Der erste Teil umfasst den Prüfungsbereich "Zubereiten von einfachen Speisen und Gerichten". Dieser umfasst eine schriftliche Prüfung, die 60 Minuten dauert. Zusätzlich absolvierst du eine praktische Arbeitsaufgabe, in die ein Fachgespräch integriert ist. Für diesen praktischen Teil hast du insgesamt 4 Stunden Zeit. Das Fachgespräch dient dazu, dass du deine Arbeitsschritte begründest und zeigst, dass du die Theorie hinter der Praxis verstehst. Hier zeigst du die Grundlagen: Es geht darum, grundlegende Schnitttechniken, Garmethoden und das Anrichten von Basisgerichten fehlerfrei anzuwenden.

Teil 2 der Abschlussprüfung

Im zweiten Teil der Prüfung geht es in die Tiefe. Der zentrale Prüfungsbereich ist das "Planen, Zubereiten und Präsentieren eines Drei-Gänge-Menüs". Dieser praktische Teil dauert 6 Stunden und beinhaltet ebenfalls ein Fachgespräch. Er allein macht 35 Prozent deiner Gesamtnote aus. Das Drei-Gänge-Menü ist der anspruchsvollste Teil. Hier musst du Vorspeise, Hauptgang und Dessert perfekt aufeinander abstimmen. Die Prüfer achten auf Geschmack, Optik, aber auch auf deinen Arbeitsplatz: Ist er sauber? Gehst du wirtschaftlich mit den Lebensmitteln um?

Dazu kommen drei schriftliche Prüfungsbereiche: "Produkte, Lagerhaltung und Warenwirtschaft" dauert 90 Minuten und macht 15 Prozent aus. Der Bereich "Technologie, Gästeinformation und Arbeiten im Team" dauert ebenfalls 90 Minuten und zählt 15 Prozent. Abschließend schreibst du im Bereich "Wirtschafts- und Sozialkunde" eine 60-minütige Klausur, die 10 Prozent der Gesamtnote ausmacht.

Die folgende Tabelle zeigt dir übersichtlich alle Prüfungsbereiche und die genaue Gewichtung für dein Endergebnis.

Balkendiagramm: Gewichtung in %. Gewichtung in %: Teil 1: Zubereiten von einfachen Speisen und Gerichten 25, Teil 2: Planen, Zubereiten und Präsentieren eines Drei-Gänge-Menüs 35, Teil 2: Produkte, Lagerhaltung und Warenwirtschaft 15, Teil 2: Technologie, Gästeinformation und Arbeiten im Team 15, Teil 2: Wirtschafts- und Sozialkunde 10.
Gewichtung in %. Die Werte stehen in der Tabelle darunter.
Prüfungsbereich Gewichtung in %
Teil 1: Zubereiten von einfachen Speisen und Gerichten 25
Teil 2: Planen, Zubereiten und Präsentieren eines Drei-Gänge-Menüs 35
Teil 2: Produkte, Lagerhaltung und Warenwirtschaft 15
Teil 2: Technologie, Gästeinformation und Arbeiten im Team 15
Teil 2: Wirtschafts- und Sozialkunde 10

Wie läuft die Prüfung ab?

Der Ablauf von der Anmeldung bis zum Erhalt des Zeugnisses folgt einem festen Muster. Die genauen Termine und Fristen legt dabei immer deine zuständige IHK fest.

  1. Anmeldung: Die genauen Modalitäten und Fristen zur Anmeldung legt die zuständige IHK fest. Du musst darauf achten, dass dein Berichtsheft zu diesem Zeitpunkt vollständig ist.
  2. Einladung: Die IHK informiert dich über Ort, Zeit und erlaubte Hilfsmittel.
  3. Schriftliche Prüfungen: An den festgelegten Terminen absolvierst du die theoretischen Prüfungsbereiche.
  4. Praktische Prüfung: Am Tag der praktischen Prüfung bereitest du die geforderten Speisen beziehungsweise das Drei-Gänge-Menü zu. Parallel dazu führst du das Fachgespräch mit den Prüfern, in dem du deine Entscheidungen erklärst.
  5. Ergebnis: Nach Abschluss aller Teile erhältst du dein Ergebnis. Bei erfolgreichem Abschluss stellt die IHK ein Zeugnis aus.

Wann sind die Termine und wie meldest du dich an?

Die genauen Prüfungstermine für die schriftlichen und praktischen Teile werden bundesweit beziehungsweise regional von den Industrie- und Handelskammern festgelegt. Da es keine bundeseinheitlichen Fakten zu den exakten Tagen im aktuellen Jahr gibt, informierst du dich am besten direkt auf der Website deiner zuständigen IHK.

Informiere dich bei deiner zuständigen IHK über die Prüfungstermine. Die genauen Modalitäten und Fristen für die Anmeldung legt die zuständige IHK fest. Wichtig ist, dass du alle Zulassungsvoraussetzungen, wie das ordnungsgemäß geführte Berichtsheft, rechtzeitig vorweisen kannst. Halte Rücksprache mit deinem Ausbilder, um keine Fristen zu verpassen und rechtzeitig alle nötigen Unterschriften einzuholen.

Wann ist die Prüfung bestanden und was passiert, wenn du durchfällst?

Ob du die Prüfung bestanden hast und welche genauen Notenschlüssel gelten, richtet sich nach den Vorgaben der IHK. Auch die Regeln für eine mögliche Wiederholung der Prüfung legt die zuständige Stelle fest.

Bei Krankheit am Prüfungstag sind die Vorgaben der IHK zu beachten. Wenn du die Prüfung nicht bestehst, ist das kein Weltuntergang. Genaue Details zu den Bestehensregeln und zur Wiederholung teilt dir deine IHK mit. Das heißt für dich: Bleibe ruhig, bereite dich gut vor und scheue dich nicht, bei Unklarheiten direkt bei der IHK nachzufragen.

Was kostet die Prüfung?

Für die Teilnahme an der Abschlussprüfung fallen Gebühren an. Diese Prüfungsgebühren werden von der zuständigen IHK festgelegt und veröffentlicht.

Die Kostenübernahme der Prüfungsgebühren sollte frühzeitig mit deinem Ausbildungsbetrieb geklärt werden.

Wie bereitest du dich auf die Abschlussprüfung vor?

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, um am Prüfungstag ruhig und konzentriert zu bleiben. Da die Prüfung sowohl theoretisches Wissen als auch praktisches Können verlangt, solltest du frühzeitig mit dem Lernen beginnen.

Erstelle dir einen Lernplan, der alle Prüfungsbereiche abdeckt. Für die schriftlichen Teile wie "Produkte, Lagerhaltung und Warenwirtschaft" oder "Wirtschafts- und Sozialkunde" hilft es, den Stoff aus der Berufsschule regelmäßig zu wiederholen. Nutze Übungsaufgaben im Stil von Prüfungsfragen, um dich an die Art der Fragestellung zu gewöhnen und Wissenslücken aufzudecken. Für den praktischen Teil, insbesondere das Planen und Zubereiten des Drei-Gänge-Menüs, ist Routine entscheidend. Übe die Handgriffe in deinem Ausbildungsbetrieb und simuliere die Prüfungssituation unter Zeitdruck. Bitte deinen Ausbilder, dir kritische Fragen zu stellen, um das Fachgespräch zu trainieren. Wenn du nach der Ausbildung durchstarten willst, schau dir auch den TestHelden-Beitrag zur Bewerbung als Koch: Beruf und Karriere im Überblick an.

Tipp für die praktische Prüfung

Das Zeitmanagement ist beim Kochen entscheidend. Schreibe dir für das Drei-Gänge-Menü einen detaillierten Arbeitsablaufplan. Notiere dir genau, wann du welchen Arbeitsschritt beginnst, damit alle Komponenten rechtzeitig und in der richtigen Temperatur fertig werden. Besprich diesen Plan vorab mit deinem Ausbilder, um typische Fehler in der zeitlichen Abfolge zu vermeiden.

Fazit: Dein Weg zum erfolgreichen Abschluss

Die Koch Abschlussprüfung verlangt dir einiges ab, ist aber mit der richtigen Vorbereitung gut zu meistern. Durch die gestreckte Prüfungsform sammelst du bereits im ersten Teil wichtige Punkte für deine Endnote und kannst im zweiten Teil mit dem Drei-Gänge-Menü dein volles Können zeigen.

Achte darauf, dein Berichtsheft von Anfang an ordentlich zu führen, da es eine zwingende Voraussetzung für die Zulassung ist. Wenn du die Theorie kontinuierlich lernst und die praktischen Abläufe im Betrieb trainierst, legst du den Grundstein für einen erfolgreichen Start in dein Berufsleben als Köchin oder Koch. Das TestHelden-Team wünscht dir viel Erfolg für deine Prüfungsphase!

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Koch/Köchin Abschlussprüfung

Die wichtigsten Antworten zum Artikel auf einen Blick.

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Wie ist die IHK-Abschlussprüfung für Köche aufgebaut?

Die IHK-Abschlussprüfung für Köche ist seit 2022 eine gestreckte Abschlussprüfung (GAP) in zwei Teilen. Teil 1 macht 25% der Endnote aus und Teil 2 die restlichen 75%. Beide Teile umfassen schriftliche und praktische Prüfungsbereiche.

Was sind die wichtigsten Änderungen der Kochausbildungsverordnung 2022?

Die Kochausbildungsverordnung wurde 2022 umfassend modernisiert und auf die gestreckte Abschlussprüfung umgestellt. Zudem wurde die zweijährige "Fachkraft Küche" als theoriereduzierter Einstiegsberuf neu geschaffen, der auf die Kochausbildung angerechnet werden kann. Diese neue Regelung ist seit 2022 in Kraft.

Welche Voraussetzungen gelten für die Zulassung zur Koch Abschlussprüfung?

Für die Zulassung zum zweiten Teil der Koch Abschlussprüfung musst du die zurückgelegte Ausbildungszeit nachweisen und an Teil 1 der Prüfung teilgenommen haben. Zudem ist ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft gemäß § 43 BBiG zwingend erforderlich.

Welche Prüfungsbereiche umfasst die gestreckte Abschlussprüfung Koch?

Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung Koch umfasst den Bereich "Zubereiten von einfachen Speisen und Gerichten" (schriftlich 60 Min, praktisch/Arbeitsaufgabe inkl. Fachgespräch 4 Std.). Teil 2 beinhaltet "Planen, Zubereiten und Präsentieren eines Drei-Gänge-Menüs" (praktisch/Arbeitsaufgabe inkl. Fachgespräch 6 Std.), "Produkte, Lagerhaltung und Warenwirtschaft", "Technologie, Gästeinformation und Arbeiten im Team" sowie "Wirtschafts- und Sozialkunde" (alle schriftlich).

Wie lange dauert die Ausbildung zum Koch/zur Köchin?

Die Ausbildung zum Koch oder zur Köchin dauert in der Regel 36 Monate. Sie schließt mit der gestreckten Abschlussprüfung vor der zuständigen IHK ab.

Wie bereite ich mich auf das Drei-Gänge-Menü in der praktischen Prüfung vor?

Für das Drei-Gänge-Menü in der praktischen Prüfung ist Routine entscheidend. Übe die Handgriffe im Ausbildungsbetrieb und simuliere die Prüfungssituation unter Zeitdruck. Erstelle einen detaillierten Arbeitsablaufplan und besprich diesen mit deinem Ausbilder, um das Zeitmanagement zu optimieren.

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Gründer und Geschäftsführer

Tom Wenk hat TestHelden gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer der eHEROES GmbH. Im TestHelden-Magazin schreibt er seit 2020 über Einstellungstests und Auswahlverfahren: bei Polizei, Bundeswehr und Zoll, bei IHK-Prüfungen sowie bei Aufnahmetests für Medizin, Psychologie und Studium. Seine Beiträge erklären den Ablauf, die typischen Testbereiche und eine gezielte Vorbereitung.

Veröffentlicht am im TestHelden-Magazin, Bereich IHK-Prüfungen.

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